Doogie White & La Paz - Granite

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13. Mär. 2012, 16:57

Doogie White
La Paz
La Paz gehören nicht unbedingt zur ersten Garde der internationalen Hardrock-Elite. Nein, bisher hatte ich noch nicht einmal den Bandnamen gehört und dachte erst mal an so etwas wie diese in der Fußgängerzone panflötenden Fleckenteppichträger. Dafür kennt man den Namen Doogie White aber umso besser, als bekannte Wirkungsstätten seien da nur mal Rainbow und Tank genannt. Weniger bekannt ist, dass Herr White auch Gründungsmitglied der schottischen Hardrocker ist, deren Erstling (!) schlappe 30 Jahre nach Bandgründung endlich in den Regalen steht. Gut. Zwischen 1988 und 2008 lag die Band wohl auf Eis, trotzdem ist die Zeitspanne bis zum Debüt schon rekordverdächtig.

Immerhin hat das dazu geführt, dass sich auf Granite neun gut abgehangene Hardrocker finden, die sicherlich keine musikalischen Schnellschüsse sind. Das ganze Album atmet eine entspannte, lockere und unaufgeregte Atmosphäre, ganz so, wie man es gestandenen Musikern zutrauen darf. Da kann man das Statement der Gruppe, dass es sich hier um Band handelt, die vor allem Spaß an der Musik haben will, ohne Abstriche glauben. Weltbewegend Neues wird hier nicht präsentiert, dafür grundsolider und verlässlicher Rock, bei dem die Vorbilder Deep Purple, Rainbow und Journey deutliche Spuren hinterlassen haben. Gut, die Ballade "Amy2 ist dann vielleicht doch hart an der Schmerzgrenze, was den Kitschfaktor angeht, aber der Rest kann durchaus überzeugen, eingängiges Liedgut, das auch im Radio eine gute Figur machen dürfte.

Und auch wenn für die band der Spaß im Vordergrund steht, heißt das noch lange nicht, dass sich die Scheibe auch wie ein Spaßprojekt anhören würde. Da sind ernstzunehmende Musiker am Werke, die durchaus mit ihrem Handwerkszeug umzugehen wissen. Und Doogie White macht am Mikro wie immer eine durchweg gute Figur. Die Produktion ist recht leicht und luftig geworden, Transparenz geht hier vor Heavyness. Der Umfang geht ebenso in Ordnung wie das Cover-Artwork und das war's dann im Prinzip auch schon.

Granite ist eine recht brauchbare Angelegenheit, die Anhängern klassischen Hardrocks durchaus empfohlen werden kann. Die Schotten machen auf dem Tonträger zwar nichts, was man nicht schon mal gehört hätte, aber das machen sich recht gut. Schauen wir mal, wie lange sie für einen eventuellen Nachfolger brauchen, weitere 30 Jahre werden es wohl nicht…

Anspieltipp: "Shame The Devil"

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