• Heather Nova live in Saarbrücken

    30. Jul. 2011, 20:01

    Fr., 29. Jul. – Heather Nova

    Gestern gastierte die von den Bermudas stammende Singer-Songwriterin Heather Nova in der Saarbrücker Garage. Unterstützt von drei weiteren Musikern präsentierte sie Songs aus ihrem aktuellen Album "300 Days at Sea" und Highlights ihrer älteren Werke.
    Ihren Durchbruch hatte Heather Nova 1994/95 mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums "Oyster" und der Single "Walk This World". Ihr aktuelles Album orientiert sich wieder sehr an ihren früheren Werken und das spiegelte sich auch in der Besetzung ihrer Live-Band wieder. Geoff Dugmore am Schlagzeug legte ein kraftvolles Rhythmus-Fundament. (Warum sein Drumkit hinter einer Plexiglaswand stand, hat sich mir nicht so ganz erschlossen, aber egal.) Arnulf Lindner schlug am Bass die Brücke vom Rhythmus zur Harmonie und setzte bei einigen Stücken am Cello sanftere Akzente. Im Zentrum stand natürlich Heather Nova selbst, die ihre Songs mit gefühlvoller und ausdrucksstarker Stimme zur Gitarre darbot. Das Highlight für mich jedoch war Berit Fridahl mit ihrem rauen und kraftvollen E-Gitarrenspiel. Sie würzte Novas Songs, vor allem die ohnehin schon rockigeren, mit einer gehörigen Portion Alternative-Rock-Rotz/-Noise, was teilweise sogar ein wenig an Nirvana (!) erinnerte.
    Heather Nova eröffnete das Konzert mit "London Rain" und bot daraufhin einen sehr schönen Querschnitt durch ihr Repertoire. Für ruhige Moment sorgte ein kleines Akustik-Set in der Mitte des Konzerts, in dem Heather Nova zur Dreadnought-Gitarre griff und von Lindner am Cello begleitet wurde.
    Der Song "Island" war einer Momente, der sicher bei so machem Konzertbesucher eine Gänsahaut auslöste. Ein erster Zugabenblock bestand aus "Winterblue", das nahtlos in "Walk This World" überführt wurde. Mit "Everything Changes" als letzter Zugabe endete ein Konzert, das die Reise von Ludwighafen nach Saarbrücken auf jeden Fall wert war.
    Heather Nova
  • Der Harlekin in der Frankfurter Batschkapp

    7. Sep. 2009, 18:32

    So., 6. Sep. – Sehnsucht World Tour
    Lacrimosa
    Eisblume

    Am 6.9. hatten der Harlekin alias Tilo Wolff und seine Band Lacrimosa zum Konzert in die Frankfurter Batschkapp geladen. Mitgebracht hatten sie Eisblume als Vorband. Ob das nun eine so glückliche Wahl war, kann man, wie bei Vorbands ja fast immer, diskutieren. Die dreiviertelstündige Performance der Band tat weder sonderlich weh noch wohl. Jedenfalls hat es mich nach ihrem durchaus ordentlichen Auftritt nicht gerade an den Merchandising Stand gezogen, um mich mit Eisblume-Artikeln einzudecken. Die Band ist niedlich und bemüht sich redlich, aber es braucht eben mehr als ein zartes Frontpüppchen, das zusammen mit seiner Band Subway to Sallys „Eisblumen“ covert und sonst mit durchschnittlichen Songs aus fremden Federn (jaja, auch aus der von Michael Bodenski) zu punkten versucht. Naja, schlecht gespielt haben sie ja nicht, und so gab’s immerhin höflichen Applaus.
    Während der ebenfalls knapp dreiviertelstündigen Umbaupause für den eigentlichen Grund meiner Fahrt von Ludwigshafen nach Frankfurt, wurde in der Mitte der Bühne eine dieser Tournee-Kisten aufrecht hingestellt und darauf ein großer Flachbildschirm postiert. Fragende Gesichter im Publikum. Videoeinspielungen? Aber die wären doch besser auf ein weißes Backdrop zu projizieren, aber dieses zeigte schon die Konterfeie von Tilo Wolff und Anne Nurmi. Außerdem versperrte das blöde Ding die Sicht auf das Schlagzeug und würde die Bewegungsfreiheit der Musiker stark einschränken. Abwarten!
    Zu den Klängen des Lacrimosa-Themas kam die Band endlich kurz vor halb zehn auf die Bühne. Applaus! Aber wo ist Tilo? Der war plötzlich auf dem Bildschirm zu sehen. Aha! Und jetzt? Er sang wohl „Die Sehnsucht in mir“, das erste Stück des aktuellen Albums „Sehnsucht“. Allein man hörte nichts. Das Funkmikro streikte. Der Bildschirm erwies sich als nette Idee, die leider an den Tücken der Technik verpuffte. Nach einem verdunkelnden Griff über das Ojektiv der Kamera, die Tilo aus dem Backstagebereich auf den Bildschirm übertragen hatte, erschien der Zeremonienmeister endlich wirklich und livehaftig auf der Bühne. Das Mikro wurde gegen das von Anne Nurmi und später durch ein funktionierendes schnurloses ausgetauscht. Nun konnte es also wirklich losgehen. Die Setlist bot durchgängig eine tolle Mischung aus neuen Songs und Band-Klassikern. „Mandira Nabula“ zündete weniger als erwartet, dafür gab es spätestens ab „Lichtgestalt“ kein Halten mehr. Und endlich richtete Tilo auch ein paar nette Worte jenseits der Songs an sein Publikum. Dass er ganz in der Nähe der Batschkapp aufgewachsen sei, und dass dies also ein besonderer Abend sei. Und dass er sich freue hier zu sein.
    Aber wichtiger als die Reden des Herrn sind sowieso seine Songs – und aussagekräftiger ohnehin. Bei „Senses“ und „Not Every Pain Hurts“ stand Anne als Sängerin im Mittelpunkt und beim knackigen „Copycat“ wagte sie sich auch zum Abrocken hinter ihrem Keyboard hervor. Natürlich zieht Tilo Wolff bei Lacrimosa die meisten Blicke auf sich, und nach eigener Aussage ist es Anne Nurmi eigentlich auch ganz recht, nicht allzu sehr im Mittelpunkt zu stehen. Dennoch ist es ein wenig schade, angesichts des Elans, den sie an den Tasten und bei ihren Backgroundgesängen an den Tag legt. Vergessen werden darf aber auch nicht der Rest der Band, die sich mit sichtlicher Spielfreude ins Zeug legte. Tour-Gitarrist Hendrik hatte am Tag des Konzerts Geburtstag und wurde vom Rest der Band und dem Publikum mit einem herzlichen „Happy Birthday“ bedacht.
    Nach zwei Zugabeblöcken und knapp zwei Stunden Spielzeit war leider auch schon das Ende dieses tollen Konzertabends gekommen. Lacrimosa beweisen, dass schwärmerische Gothic-Musik durch ihre Verbindung mit klassischen und Metal-Elementen gerade live rocken und sehr viel Spaß machen kann. Kitsch, Pathos und die große Pose – ja klar! Aber ist es denn bei Hollywood-Blockbustern im Kino anders? Sachlichkeit gibt’s im Alltag genug. Und wer sich auf die Musik und die Texte von Lacrimosa einlässt, der erlebt tatsächlich einen Harlekin oder Pierrot auf der Bühne. Hier steht ein Künstler, der Abend für Abend durch Metaphern und Bilder, sein Innerstes nach Außen kehrt und damit alles für und vor seinem Publikum wagt, eben wie ein artistischer Harlekin, der zur Belustigung aller auf einem Drahtseil balanciert und ohne Netz und doppelten Boden.
    Die Texte und die Musik von Lacrimosa lassen dem Publikum Raum, sich darin zu finden, obwohl die Songs von Tilo und Anne alle sehr persönlich gehalten sind. Aber sie singen über Grunderfahrungen und Grundängste des Menschen. Der Verlust der Liebe zum Beispiel, oder das Gefühl bzw. die Angst von einem Menschen, der Gesellschaft (oder gar vom Publikum?) nicht akzeptiert zu werden. Wer so etwas erfahren hat, für den sind diese Texte ein Spiegel, in dem er oder sie sich wiedererkennen kann. Wer diese Erfahrungen durch das Gefühl des Zweifels fürchtet, der findet darin die Worte für seine Angst, und beide können durch diese Songs eine Katharsis erfahren. Und was für einen anderen Zweck hat Kunst denn sonst?
  • M'era Luna, here I come!

    5. Mai. 2009, 9:06

    Habe gerade meine Karte für's diesjährige M'era Luna Festival bekommen *JUBEL*
    Mera Luna
  • München - Wien 0:1

    18. Okt. 2008, 0:33

    Fr., 17. Okt. – L'Âme Immortelle
    L'Âme Immortelle
    Beyond the Void
    Es gibt mindestens eine Sache, die Österreicher besser können als ihre bayerischen Nachbarn: Düstermusik! Davon konnten sich die Besucher des L'Âme Immortelle-Konzerts in Saarbrücken am 17.10.2008 überzeugen. Die Münchner Gothic-Rocker Beyond the Void treten derzeit als Anheizer für ihre Kollegen aus Wien im Rahmen der „Jenseits der Schatten Tour“ auf. Leider gibt es einiges, was Beyond the Void gänzlich abgeht. Da ist zum einen Mal der Bassist, welcher der Band schlicht fehlt. So steht man denn nur zu viert auf der Bühne. Zwei Gitarristen, die zwar posen wie die ganz Großen, ihren Äxten aber nur nullachtfuffzehn Riffs entlocken. Ok, Progressive Metal war selbstverständlich nicht zu erwarten, aber doch etwas mehr als das bloße Geschrubbe von Powerchords, wenigen Melodien und kurzen Soli, die auch nicht gerade die Messe sind. Aber hey! HIM machen doch eigentlich auch nicht mehr! Stimmt, dafür können die Mannen um Ville Valo aber mit tollen Songs aufwarten, auch etwas – das wichtigste – was den jungen Münchnern fehlt. Die Songs rocken belanglos vor sich hin, der Fuß wippt unwillkürlich mit, aber echte Begeisterung konnte diese Band zumindest bei mir nicht auslösen. Bei einigen weiblichen Besuchern wohl schon, oder war das ekstatische Kreischen am Ende des Konzerts gar ein Schmerzensschrei? Aufhorchen ließen einzig die teilweise wirklich unterhaltsamen Ansagen und Kommentare des Sängers, der auch eine ansonsten ordentliche Gesangsleistung abzuliefern wusste, und die rockige Beyond the Void-Version des L'Âme Immortelle-Songs „The Cleansing“.
    Nach einer dreiviertel Stunde verließ die Band die Bühne, und es waren wohl tatsächlich hauptsächlich die Damen, welche die recht jungen Herren wohl gern auch noch länger auf der Bühne gesehen hätten. Das unterhaltsamste an diesem Auftritt war noch das völlig aufgedrehte Mädel, das dem Sänger buchstäblich an die Wäsche wollte und schon mal mit dem Reißverschluss am unteren Ende seines Hosenbeins angefangen hat.
    Nach einer kurzen Umbaupause kamen endlich die heiß ersehnten Wiener L'Âme Immortelle auf die Bühne und legten mit dem gerade erst als Cover gehörten „The Cleansing“ fulminant los. Rocker posen, Goten zeigen die große pathetische Geste. Wer nicht darauf steht, wird beides als Kitsch empfinden. Aber das expressive Tanzen Sonja Kraushofers, das manchmal so gewollt ungelenk wirkt, als zöge ein Puppenspieler an Fäden und dirigiere ihre willenlose Glieder, und die mal kräftig, mal verzweifelt wirkende Körperssprache Thomas Rainers verleihen den Songs die optische Emotionalität, die ihre Texten so stimmungsvoll unterstreicht. Man sieht, dass Thomas und Sonja Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen. Diesen Spaß können sie auch genießen, denn sie werden von der soliden Live-Band, bestehend aus einem Gitarristen (der Robert Smith von The Cure zum verwechseln ähnlich sieht), einem Bassisten, einem Keyboarder und einem Schlagzeuger, unterstützt. Wo auf CD der Elektro-Rhythmus aus dem Synthesizer kommt, wird auf der Bühne ohne Wenn und Aber das Schlagzeug verdroschen. Insgesamt sind die EBM-lastigen Stücke der Band sämtlich für die Bühne in ein rockiges Gewand arrangiert worden. Das klingt bei einigen Songs vielleicht etwas ungewohnt, v.a. bei dem eigentlich hauchzart-elektronischen „Stern“, aber zeigt andererseits auch, dass sich die Band mit ihren Songs weiter kreativ auseinandersetzt und nicht einfach versucht, den Klang der Alben möglichst eins-zu-eins auf der Bühne zu reproduzieren und sich somit in ein unnötiges Korsett zu zwängen, das jegliche spielerische Spontaneität erstickt. Etwas was gerade Sonja sehr am Herzen liegt, wie sie einem Gespräch sagte.
    L'Âme Immortelle bieten mit ihrem aktuellen Programm eine perfekte Mischung aus aktuellen Stücken und Band-Klassikern. Highlights des Abends waren sicher „Blutrot“, „Es tut mir leid“ und v.a. das vom Publikum lautstark geforderte „Phönix“, das auch in der Tat ganz besonders beeindruckend dargeboten wurde. Aber auch mit Perlen wie „5 Jahre“, „Voiceless“, „Life will never be the same again“ und dem abschließenden „Bitterkeit“ war dieser Konzertabend geschmückt.
    Dass sich nach dem Konzert Sonja noch unter das wartende Volk mischte, Autogramm- und Fotowünsche erfüllte und sich auch für Gespräche mit den Fans Zeit nahm, rundete diesen letztlich tollen Abend wunderbar ab.
    Ach ja, in den Gesprächen mit den Fans kündigte die Sängerin noch für diesen Winter eine neue Live-DVD von L'Âme Immortelle an. Wir dürfen also gespannt sein und uns schonmal freuen...

    Meine Bilder vom Konzert
    Bilder von NPX-Photo
    Konzertbilder auf Gesichterparty
  • Kamelot in Saarbrücken

    21. Apr. 2008, 19:27

    Do., 10. Apr. – Kamelot, Firewind, Visions of Atlantis
    Schon eine halbe Stunde früher als angekündigt eröffneten die spanischen Forever Slave den musikalischen Abend. Etwas unerfahren und schüchtern aber doch gefällig präsentierten die fünf Männer und ihre zierliche Frontfrau soliden Gothic-Metal, der sich grob an Größen wie Within Temptation und Evanescence orientiert. Danach bewiesen Firewind, dass traditioneller Heavy Metal mit großen Posen immer noch sehr viel Spaß machen kann, wenn er so frisch und gekonnt wie eben hier dargeboten wird.
    Nach 45 Minuten guter Laune mit schönen Mitgröhl-Refrains und einer Umbaupause war es dann endlich so weit: Eine Frau in elegantem Abendkleid eröffnet zum Playback des Songs "Solitaire" Violine spielend den Auftritt des Hauptacts des Abends. Kamelot boten eine erstklassige Show, mit Songs der letzten vier Studioalben. Die weiblichen Gesangsparts kamen erfreulicherweise nicht vom Band, sondern eben von jener Dame, welche den Auftritt eröffnet hatte.
    Leider ging die Security rigoros gegen das Filmen und Fotograferen der Fans vor. In der Mitte der ersten Reihe wären mir sicher auch ein paar gute Schnappschüsse gelungen *g*
    Kamelot
    Firewind
    Forever Slave
  • Musik-Rezensionen

    14. Feb. 2008, 21:29

    Im Online-Magazin Geisterspiegel.de sind zwei Rezensionen von mir zu lesen:

    - Untoten, Die Nonnen von Loudun
    - Soko Friedhof - Klingeltöne Satans

    Viel Spaß beim Lesen!

    Untoten
    Klingeltoene Satans
  • Blut, Blut, Sallys saufen Blut!

    1. Jan. 2008, 19:22

    Fr., 21. Dez. – Bastard Tour 2007

    Ja, Subway to Sally-Fans saufen das Blut durchschnittlicher Vorbands. Das mussten Deep Trip am 21.12.07 in der ausverkauften Alten Eisenbahnhalle in Losheim erfahren. Die junge Schweizer Band beantwortete die Frage, die keiner im Saal gestellt hatte: Wie klingt ein musikalischer Bastard aus Pearl Jam, New Model Army und Apocalyptica, wenn man nicht das Geniale, sondern bloß das Charakteristische dieser drei an sich genialen Bands kreuzt? Die Antwort war: belanglos. Trotz origineller Instrumentierung (mit Kontrabass, Cello und Violine neben der üblichen Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gesang) konnten Deep Trip mit ihrem Alternative Rock nicht beim Publikum punkten. Dass Subway to Sally-Fans schon vor dem Einlass und dann auch in der Halle vor Konzert-Beginn unermüdlich den Subway to Sally Gassenhauer „Julia und die Räuber“ gröhlen, ist ja bekannt. Dass das Publikum eine Vorband aber auch während deren Auftritt mit diesen Gesängen konfrontiert, war schon fast einer Abstrafung der derberen Art. Deep Trip und ihre Songs waren dabei noch nicht einmal schlecht, nur eben unnötig und sicher keine allzu glückliche Wahl als Vorband. Zudem offenbarte der Frontmann der Schweizer seine noch mangelhafte Professionalität, als er sich deutlich genervt von der Reaktion des Publikums zeigte. Er bat zwar das Publikum den letzten Song nicht persönlich zu nehmen, aber es gibt sicher geeignetere Titel um einen Auftritt zu beschließen als „Fuck You“.
    Nach dem also die obige Frage nach einer dreiviertel Stunde beantwortet war, kamen die sechs Väter und die eine Mutter des wahren „Bastards“ (so der Titel des aktuellen Subway to Sally-Albums) auf die Bühne. Noch vor dem ersten Ton frenetisch vom Publikum empfangen, eröffneten Subway to Sally ihren Gig mit „Canticum Satanae“ und dem „Hohelied“ von eben diesem Album, das mit einer Vielzahl von Songs ausführlich vorgestellt wurde. Die Songauswahl bot insgesamt eine gelungene Mischung aus Stücken fast aller Schaffensperioden der Band, einzig das Debütalbum war mit keinem Song vertreten. Während des gesamten Konzerts gelang es der Band, mit großem Pyro-Einsatz, sympathischer Publikums-Interaktion, aber v.a. natürlich mit vollem musikalischem Einsatz die begeisterte Stimmung der Fans konstant am Siedepunkt zu halten. Zu „Eisblumen“ bat Eric Fish einen weiblichen Fan auf die Bühne. Der sichtlich Gerührten überreichte der Sänger eine gelbe Rose. Blumig wurde auch „Kleid aus Rosen“ inszeniert. Während des Songs warf Fish mehrere rote Rosen ins Publikum und überreichte die letzte an Geigerin Frau Schmitt. Während der ersten Zugabe schenkte die Band dann auch endlich ihren Fans, was sie ihnen unmöglich verwehren kann: „Julia und die Räuber“. Nach einem zweiten Zugabenblock und einer ordentlichen Spielzeit von zwei Stunden verließen Subway to Sally schließlich die Bühne. Die Fans waren schon drei Tage vor Heilig Abend mit einem mitreißenden und energiegeladenen Konzert beschenkt worden und mit dem Blut, nach dem es ihnen allen gedürstet hatte weidlich getränkt.

  • Ein gelungener Konzert-Abend

    24. Nov. 2007, 21:48

    Fr., 23. Nov. – Sonata Arctica, Epica, Ride the Sky
    Gestern war es endlich soweit! Ride The Sky, Epica und Sonata Arctica live in der Saarbrücker Garage. Ein lieber Freund und ich trafen uns wie verabredet gegen 17:45 Uhr, eine dreiviertel Stunde vor Einlass, und da stand auch schon ein erkleckliches Grüppchen vor dem Eingang der Garage. Die Kälte ließ die Wartezeit nicht gerade kürzer erscheinen, aber dafür konnte man sich ja nett unterhalten :) Mit einer kleinen Verzögerung wurden dann letztlich doch die Türen geöffnet und kam immerhin ins Warme.
    Quasi auf die Minute pünktlich um, 19:15 Uhr, enterten Ride the Sky die Bühne und zockten sich eine halbe Stunde durch ein melodisches Heavy Metal-Set, das nicht weh tat, sogar Spaß machte, aber auch keine bleibende Wirkung hinterließ. Der Gitarrist poste zwischen durch immer wieder als EXTRA-EVIL Dämonen-Kaspar - naja, lustig war's allemal ;)
    Nach einer viertelstündigen Umbaupause kam endlich die Band, wegen der ich überhaupt auf's Konzert gegangen bin: Epica. Eine dreiviertelstunde begeisterten die Niederländer mit knackigem Sound und viel Spielfreude. Simone Simons ließ in bester Metaller-Manier die Haare propellern und gab stimmlich, was ging. Vielleicht lag es am nicht ganz optimal abgemischten Sound des Gesangs, oder Simones Stimme war etwas angegriffen, denn in ein paar Passagen klang sie eher ein bisschen nach Liv Kristine als nach ihrer eigenen Stimme. Insgesamt war es aber doch ein Ohrenschmaus, v.a. wenn ihre Stimme voll und klar mit der Kraft, die man von den Alben kennt, rüberkam. Mark Jansen gab den bösen Grunzer und die Band überzeugte auf der ganzen Linie. Ich habe die Band zum ersten Mal live gesehen und war wirklich begeistert :D Hoffentlich ergibt sich mal wieder die Gelegenheit, sie live zu sehen - dann auch gern als Headliner.
    Auf den Gig von Epica folgte eine halbstündige Umbaupause, nach der Sonata Arctica als Haupt-Act loslegten und die versammelte Metal-Meute mit toller Musik und netten Animationsspielchen unterhielten. Man könnte die Band auch die Tony-Kakko-Band nennen, da der Sänger mit seinem fröhlichen Stage-Acting mit Abstand die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog. Tony Kakko ist ein echtes Entertainer-Talent, ein stets gut gelaunt und herzlich wirkender Rampenkasper.
    Kurz vor 23 Uhr war dann Schicht im Schacht. In der Nähe des Ausgangs lehnte Mark Jansen von Epica an einer Ecke und unterhielt sich mit den Fans. Ich ließ mir meine CD "The Divine Conspiracy" signieren hatte somit einen weiteren Grund den Abend in guter Erinnerung zu behalten.
    Sonata Arctica
    Epica
    Ride The Sky
  • Untoten - Die Nonnen von Loudun (Rezension)

    17. Nov. 2007, 20:50

    Das aktuelle Werk der Untoten kommt in zwei Fassungen daher: einmal als Rock-Version "Hysteria, die ganze Geschichte" und einmal als Barock-Version "Das geheime Tagebuch einer Nonne". Die Untoten nehmen sich nach der "Blutgräfin" einmal mehr eines historischen Stoffes an.
    In den 1630er Jahren erschütterte ein Skandal das Städtchen Loudun. Die Nonnen des Klosters bezichtigten Urbain Grandier, Pfarrer des Ortes, der Hexerei. Die Geschichte, welche die Untoten mit ihrem neuen Werk erzählen, ist eine fiktive Geschichte, in welcher eine stumme Novizin, des Mordes an einer ihrer Mitschwestern angeklagt und schließlich verbrannt wird wie einst Grandier, von dem man glaubt, er gehe noch immer im Kloster um.
    Die Rock-Version "Hysteria, die ganze Geschichte" erzählt die Geschichte weitgehend stringent von der Ankunft der stummen Novizin, wie sie von den Nonnen und der Oberin gemustert wird, über den Mord, bis zur verleumderischen Anklage und schließlich der Verbrennung der vermutlich Unschuldigen.
    Wie schon auf ihren vorangegangenen Konzept-Werken schaffen die Untoten auch hier wieder eine gekonnte Mischung aus sanftem, aber zuweilen auch treibendem Rock, akkustischen Passagen und Neo-Klassik-Versatzstücken. Die Stücke des Albums reichen von Songs üblicher Länge über kürzere Zwischenspiele bis hin zu hörpielartigen Passagen. David A. Line übernimmt die Rolle des Beichtvaters und Richters List, der aus seiner Frauenverachtung keinen Hehl macht ("Weiber"), Greta Csatlós schlüpft in die Rolle verschiedener Nonnen des Klosters und der Mutter Oberin, Johanna von den Engeln, die schon Grandier auf den Scheiterhaufen gebracht hat ("Die Mutter", "Abigail" u.a.). Angst, Gehässigkeit, Falschheit und sexuelle Begierden, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in verteufelter Weise Bahn brechen, dies alles bringt Greta Csatlós gekonnt und athmosphärisch überzeugend mit ihrem Gesang zu Gehör.
    Die Barock-Version "Das geheime Tagebuch einer Nonne" präsentiert die Geschichte in einer teilweise etwas ruhigeren Form, in welcher die neo-klassischen Elemente in der Musik etwas stärker zum Tragen kommen. Texte und Musik aus der Rock-Version werden aufgenommen und teilweise in abweichender Form arrangiert. Dazu kommt eine Reihe gänzlich neuer Stücke. So entsteht eine differenziertere Sichtweise auf den erzählten Stoff. Während "Hysteria, die ganze Geschichte" den Stoff quasi "von Außen" zeigt, kehrt "Das geheime Tagebuch einer Nonne" gleichsam "das Innere" der Figuren nach Außen an des Hörers Ohr.
    In wie fern die Verarbeitung des Stoffes in musikalischer und textlicher Sicht dem historischen Hintergrund gerecht wird, sei dahin gestellt. In jedem Fall gelingt es aber den Untoten einmal mehr ein atmosphärisch dichtes Werk zu präsentieren, das den Hörer in die abgründige Welt unterdrückter Begierden und deren zerstörerischer Kräfte führt. Gothic katharsis at its best!UntotenDie Nonnen von LoudunDie Nonnen von Loudun
  • Lizenzen zum Rübe Schütteln

    14. Okt. 2007, 12:24

    Ende der gerade vergangenen Woche habe ich mir die Karten für das Sonata Arctica-/Epica-Konzert am 23.11. in der Saarbrücker Garage und das Subway To Sally-Konzert am 21.12. in der Alten Eisenbahnhalle in Losheim gekauft. Letzteres ist zugleich schon das Weihnachtsgeschenk meiner Liebsten an mich :)

    Sonata Arctica
    Epica
    Subway To Sally
    Sonata Arctica, Epica, Ride The Sky
    Subway To Sally