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    24. Mai. 2011, 19:39

    So., 22. Mai. – Explosions in the Sky, Lichens

    Um 10:25 in der Früh geht's los, ungefähr 700 km liegen vor uns. Das Ziel: Berlin, genauer gesagt das Astra, wo am Abend Explosions In The Sky auftreten.

    Ankunft um ca. 17:30, also noch genug Zeit um vor dem Konzert gemütlich was essen und trinken zu gehen. Gestärkt machen wir uns um kurz vor 8 auf den Weg ins Astra, sind fast die Ersten dort. Um 20:40 nehmen wir unsere Plätze ganz vorne (zweite Reihe) ein und warten auf den Beginn der Show.

    Endlich, um kurz nach 9 betritt Lichens die Bühne und konfrontiert uns mit zunächst sonderbar anmutender, später jedoch auf eigenartige Weise erhebender Musik.

    Und um ca. 9:30 ist es dann so weit: Die Bandmitglieder von EITS räumen ihr Equipment nach vorne, stimmen und verkabeln ihre Instrumente.

    Es geht los mit Yasmin the Light, das Schlagzeug beginnt mit einem langsamen, fast wie Herzschlag anmutenden Beat. Bald setzen die Gitarren ein, zunächst noch leise, es dauert jedoch nicht lange bis die erste Klangwand auf mich zugerast kommt. Ich schließe die Augen und lasse mich vom Schall mitreißen. Die Lautstärke ebbt wieder etwas ab, der Song geht leiser zu Ende.

    Von zu Ende gehen kann hier allerdings nicht wirklich gesprochen werden, denn der Übergang zum nächsten Lied (Catastrophe and the Cure) ist nahtlos. Der Song ist schon anfangs schneller, die Band lässt nicht nach. Wieder empfinde ich ein mit nichts Anderem vergleichbares Gefühl, plötzlich gibt es eine kleine Überraschung als Munaf mitten im Song seine Gitarre weglegt und anfängt auf eine Snare einzutrommeln (dies wird mit frenetischem Klatschen der Zuhörer quittiert).

    Und so geht es weiter, der Klang treibt mich durch Laut und Leise, niemals aufhörend. Der Höhepunkt kommt bei The Birth and Death of the Day, die Welle überrollt mich, hebt mich kilometerhoch, nur um mich dann wieder fallen zu lassen. Ich fliege, habe die Augen geschlossen, den Mund offen, mein Körper bewegt sich von selbst. Ich lasse mich treiben, immer weiter aufs Licht zu, elektrische Impulse jagen durch meine Nerven.

    Während Let Me Back In komme ich wieder etwas runter, und beobachte die Musiker, welche komplett in ihrer eigenen Welt versunken scheinen. Schweißbäche rinnen an ihnen herunter, sie geben alles.

    Dann das fulminante Ende: Greet Death lässt noch einmal eine unglaubliche Lärmwand auf mich zurasen, schlägt dannn sanftere Töne an.
    Total erschöpft verlässt die Band die Bühne, auch wir machen uns, schweißüberströmt aber glücklich, auf den Weg nach draußen.

    Mit einem zufriedenen Lächeln und einer unvergleichlichen Erinnerung steigen wir ins Auto und treten die lange Heimreise an.