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Konzertreview Berlin '08
28. Aug. 2008, 20:28
Di., 26. Aug. – dredg, Long Distance Calling
dredg haben einige Zeit wenig von sich hören lassen und ihr letzter Deutschlandauftritt liegt einige Jahre zurück. Umso erfreulicher, dass die vier Musiker aus San Francisco noch einmal auf ausgiebiger Europatour sind, ehe Anfang 2009 das neue Album erscheint. Klar, dass dabei auch Berlin als Tourstopp nicht fehlen durfte.
Um es vorwegzunehmen: Es war ein großartiges Konzert, das für die Jahre des Wartens entschädigte und gleichzeitig Lust auf das macht, was auf uns zukommt.

Vor dredg durften jedoch Long Distance Calling die Aufmerksamkeit der rund 1000 Besucher genießen. Die Band stammt aus Deutschland und macht Post-Rock: Eine ungewöhnliche Kombination, war dieses Genre bislang hauptsächlich Amerikanern und Skandinaviern vorbehalten gewesen. Doch Long Distance Calling brauchen sich hinter großen Namen nicht verstecken. Die fünf Musiker verstehen ihr Handwerk. Obwohl sie erst seit 2006 zusammen spielen, harmonieren sie prächtig miteinander. Der Sound ist hart für Post-Rock, auf die ruhigeren ausufernden Gitarrenparts folgen laute und mächtige Klänge: Die Double-Bass scheppert, Riffs reihen sich aneinander, Bässe dröhnen. Dies ergibt für den Zuschauer die großartige Verbindung von "sich bewegen müssen" und "in der Musik versinken".
Eine dreiviertel Stunde spielen Long Distance Calling, von Song zu Song bekommen die Deutschen mehr Applaus - ein würdiger Support für dredg.
Die Kalifornier warten mit einer sehr dezenten Bühnengestaltung auf: Im Hintergrund ein Banner mit einem klassischen gezeichneten Natur-Motiv, links und rechts jeweils eine Stehlampe, wie sie im Wohnzimmer von Oma und Opa steht. Warmes Licht sorgt für eine heimelige Atmosphäre.
Nach kurzem Intro folgen direkt die beiden Kracher "Ode to the Sun" und "Catch Without Arms". Die mächtige und markante Stimme von Sänger Gavin bahnt sich ihren Weg durch das Maschinenhaus, Drummer Dino scheint seine gesammte Energie auf das Schlagzeug zu übertragen. Bassist Drew und Gitarisst Mark dagegen bleiben eher im Hintergrund, nicht musikalisch, nur optisch. Das Ende von Catch Without Arms ist leicht abgeändert und geht direkt ins Herz.
Es folgen "Of the Room" und "Same Ol' Road" von El Cielo. Dino ist bereits beim vierten oder fünften Paar Drumsticks, überall Schweiß.
Dann der erste neue Titel des Abends: "I Don't Know". Ein recht rhythmischer Song, der einen fragenden Charakter hat. Es folgt "Waterbourne", ebenfalls neu. Wunderbare Melodie, ist ursprünglich als Theme für einen Independant-Streifen geschrieben worden. Das Publikum nimmt die neuen Songs wohlwollend auf und spendiert viel Applaus.
Dann kommt"Planting Seeds", großartig mit schönem Licht in Szene gesetzt. Nach "Tanbark Is Hot Lava" dann die erste Überraschung des Abends. Für den "Symbol Song" hat die Band zwei Saxophonisten mitgebracht. Die beiden älteren Herren mühen sich redlich, leider sind ihre Instrumente etwas zu leise abgenommen.
Anschließend ein weiterer toller neuer Song mit dem Titel "Dope Shadow". "Ireland" - eine wunderbare B-Seite und "Savior", der letzte neue Song folgen.
Zum Schluss gibt's dann noch "Sang Real" und das großartige "Bug Eyes" und als allerletztes "Triangle". Der Song gehört ganz klar Drummer Dino, aber an dieser Stelle wird nicht verraten, warum...
Fazit: dredg sind eine geniale Live-Band, deren Sound den Alben in nichts nachsteht. Hier und da eine kleine Finesse lassen nie das Gefühl aufkommen, dass sie nur ihr Programm herunterspielen. Allein die Bühnenpräsenz des Drummers ist den Eintritt wert. Ich habe im Anschluss noch nie so viele glückliche Menschen mit einem Drumstick gesehen. Die Mischung aus neuen und alten Songs war sehr gelungen, die ganz neuen Sachen klingen typisch nach dredg und verheißen ein tolles kommendes Album.

dredg haben einige Zeit wenig von sich hören lassen und ihr letzter Deutschlandauftritt liegt einige Jahre zurück. Umso erfreulicher, dass die vier Musiker aus San Francisco noch einmal auf ausgiebiger Europatour sind, ehe Anfang 2009 das neue Album erscheint. Klar, dass dabei auch Berlin als Tourstopp nicht fehlen durfte.
Um es vorwegzunehmen: Es war ein großartiges Konzert, das für die Jahre des Wartens entschädigte und gleichzeitig Lust auf das macht, was auf uns zukommt.

Vor dredg durften jedoch Long Distance Calling die Aufmerksamkeit der rund 1000 Besucher genießen. Die Band stammt aus Deutschland und macht Post-Rock: Eine ungewöhnliche Kombination, war dieses Genre bislang hauptsächlich Amerikanern und Skandinaviern vorbehalten gewesen. Doch Long Distance Calling brauchen sich hinter großen Namen nicht verstecken. Die fünf Musiker verstehen ihr Handwerk. Obwohl sie erst seit 2006 zusammen spielen, harmonieren sie prächtig miteinander. Der Sound ist hart für Post-Rock, auf die ruhigeren ausufernden Gitarrenparts folgen laute und mächtige Klänge: Die Double-Bass scheppert, Riffs reihen sich aneinander, Bässe dröhnen. Dies ergibt für den Zuschauer die großartige Verbindung von "sich bewegen müssen" und "in der Musik versinken".
Eine dreiviertel Stunde spielen Long Distance Calling, von Song zu Song bekommen die Deutschen mehr Applaus - ein würdiger Support für dredg.
Die Kalifornier warten mit einer sehr dezenten Bühnengestaltung auf: Im Hintergrund ein Banner mit einem klassischen gezeichneten Natur-Motiv, links und rechts jeweils eine Stehlampe, wie sie im Wohnzimmer von Oma und Opa steht. Warmes Licht sorgt für eine heimelige Atmosphäre.
Nach kurzem Intro folgen direkt die beiden Kracher "Ode to the Sun" und "Catch Without Arms". Die mächtige und markante Stimme von Sänger Gavin bahnt sich ihren Weg durch das Maschinenhaus, Drummer Dino scheint seine gesammte Energie auf das Schlagzeug zu übertragen. Bassist Drew und Gitarisst Mark dagegen bleiben eher im Hintergrund, nicht musikalisch, nur optisch. Das Ende von Catch Without Arms ist leicht abgeändert und geht direkt ins Herz.
Es folgen "Of the Room" und "Same Ol' Road" von El Cielo. Dino ist bereits beim vierten oder fünften Paar Drumsticks, überall Schweiß.
Dann der erste neue Titel des Abends: "I Don't Know". Ein recht rhythmischer Song, der einen fragenden Charakter hat. Es folgt "Waterbourne", ebenfalls neu. Wunderbare Melodie, ist ursprünglich als Theme für einen Independant-Streifen geschrieben worden. Das Publikum nimmt die neuen Songs wohlwollend auf und spendiert viel Applaus.
Dann kommt"Planting Seeds", großartig mit schönem Licht in Szene gesetzt. Nach "Tanbark Is Hot Lava" dann die erste Überraschung des Abends. Für den "Symbol Song" hat die Band zwei Saxophonisten mitgebracht. Die beiden älteren Herren mühen sich redlich, leider sind ihre Instrumente etwas zu leise abgenommen.
Anschließend ein weiterer toller neuer Song mit dem Titel "Dope Shadow". "Ireland" - eine wunderbare B-Seite und "Savior", der letzte neue Song folgen.
Zum Schluss gibt's dann noch "Sang Real" und das großartige "Bug Eyes" und als allerletztes "Triangle". Der Song gehört ganz klar Drummer Dino, aber an dieser Stelle wird nicht verraten, warum...
Fazit: dredg sind eine geniale Live-Band, deren Sound den Alben in nichts nachsteht. Hier und da eine kleine Finesse lassen nie das Gefühl aufkommen, dass sie nur ihr Programm herunterspielen. Allein die Bühnenpräsenz des Drummers ist den Eintritt wert. Ich habe im Anschluss noch nie so viele glückliche Menschen mit einem Drumstick gesehen. Die Mischung aus neuen und alten Songs war sehr gelungen, die ganz neuen Sachen klingen typisch nach dredg und verheißen ein tolles kommendes Album.


