• Ungebändigtes Smartphone

    25. Jan. 2012, 0:34

    die wilden Palmen - noch nie einen Ton gehört, also Grund genug sich das ganze mal auf Kosten der lokal-digitalen-Kultur- und Veranstaltungsplattform zu geben.

    Beschäftigt mit der Frage eines sich ändernden Weltbildes der jungen Nazibraut und der Transfomation der rechtsextremistischen jungen Szene in den letzten Jahren, verpasste ich nonchalant, man möge es mir verzeihen, den Auftritt der ansässigen Band Trains on Fire. Diese soll laut Aussage des stehenden Türpersonals einen doch sehr annehmbaren Aufzug hingelegt haben. Na schön, ausgestattet mit dem wohlriechenden Bouquet eines Lechs betritt ich nun den Sound des "post-Punks".

    Der gut gefüllt-verpolte Raum öffnete sich gen Osten und erspielte sich im Kopf das schwarz-weiße Bild eines Mannes, welcher im skandinavischen Schneesturm hinter dem Lenkrad seines 64er Cadillac de Ville Coupé mit zugezogenem Verdeck saß, während draußen vor der Windschutzscheibe die Scheibenwischer ihren Kampf gegen die wirbelnden Flocken zu verlieren schienen. Breitgefächerte Gitarre mit Anleihen aus der Shoegazingecke, mit Hall besetzter Gesang, wild umherwirbelnde Arme, bei der jeder Don Quichotte mit heller Freude seine Lanze gezogen hätte, empfingen mich und katapultierten einen zurück in den ungeliebten Versuch Bandparallelen finden zu wollen. Joy Division spielt mit Sonic Youth, Morrissey teilt sich eine Zigarrette mit sich selber und den Smiths und man erinnert sich wieder an so schöne Bands wie The Organ. Diese Eigenschaft als definitives Positivum verstärkt mit behopfter Seele, ließ so einige Füße im Saal umherrschwirren.

    Doch alsbald erwachte ich wieder aus den Tagträumen und schien etwas zu erwarten was nicht kam. Der immer wieder stark einsetzende Hall der Stimme wurde schnell als zu aufgesetzt und langweilig für die Ohren empfunden und auch die Songs konnten trotz gutem Schlagzeug und stellenweise kreativer Gitarre nicht wirklich überzeugen und ließen ein leichtes Gähnen bei mir zurück, da half dann auch kein Vocoder mehr.

    Flasche S'layer an der Bar und Kapuze auf gen Heimweg. Gut gemeint und doch nicht überzeugend.

    Wbs_70
    Wild Palms
  • GOLDSPRINT DRESDEN - 15.01.2011

    27. Dez. 2010, 18:34

    Dresden lädt ein.

    15.01.2011 - Rollensprint Deluxe - altes Wettbüro Dresden -
    Mann gegen Mann - Frau gegen Frau....bis der Arzt kommt.

    tolle Preise!, super Stimmung...be there!

    Es wird wieder Mann gegen Mann (oder Frau gegen Frau) gesprintet. Wir werden sicherlich eine Menge packender Zweikämpfe zu sehen bekommen. Der Kampf findet auf veloheld.alley Rädern mit Rennlenker und Riemenpedalen statt. Also schnell noch ein paar Ampelsprints trainiert…

    Anmeldung: ab 14 Uhr
    Start: 16 Uhr
    Ort: ALTES WETTBÜRO DRESDEN
    Strasse: Antonstrasse 8 - 01097 Dresden

  • Country Music Association Awards

    11. Nov. 2010, 20:35

    Selbige CMA Awards wurden gestern Abend zum 44. Mal in Nashville - der "Music City" - verliehen. Eine gewisse Miranda Lambert und ein Brad Paisley gehörten wohl zu den "Abräumern" des Abends - but who cares.

    Genau, wayne interessiert's, denn am selben Abend auf der anderen Seite des großen Teiches spielten zwei Bands, welche mehrmals auf der Bühne ihr Nichtinteresse an diesen schmierigen Shows eindrücklich zur Schau stellten.

    CAITLIN ROSE als Vorband und KURT WAGNER & CORTNEY TIDWELL aka KORT.

    Nun bin ich persönlich nicht der Country Fan und auch nicht großartig bewandert in dieser Szene, doch höre ich gerne neue Musik und lass' mich überraschen. Außerdem dachte ich mir, wenn von Kurt Wagner als Lambchopstimme die Rede ist, kann man nicht viel falsch machen. Ähnlich sahen dies vielleicht auch die anderen Besucher des Abends, denn der Beatpol war ordentlich gefüllt.

    Countrymusik, Nashville, Pedal Steel und glattpolierter Mainstream-Sound, nichts mit dem der "alternative Country" was gemein hat.

    CAITLIN ROSE als Support stimmten gut auf kommendes ein, solide Handwerkskunst an den Instrumenten und eine charismatische Frontfrau mit typischer hochfrequenter Pressstimme. Ich hätte mir ja öfters mal ruhigere Töne gewünscht, denn eigentlich klingt die Sirene ganz toll. Aber hey, it's Country Dude. Dafür gab's typischen amerikanischen Humor und Nashville "Tiefgang".

    Kurt & Cortney, es war eien Messe diese Beiden auf der Bühne miteinander agieren zu sehen. Zwei Menschen, in ihrer etwas schrulligen Art perfekt aufeinander eingestimmt, zwei Profis am Mikrofon und Herr Wagner mit versteckten talentierten Tanzeinlagen, grandios.

    Countrymusik ohne Wenn und Aber. Dafür mit einem sehr talentierten Leadgitarristen. Musikstücke aus den 60er bis 70er Jahren, ein paar Coversongs, ohne Pop und Mainstream, natürlich auch mit Herz und Schmerz aber dann ehrlich und ohne aufgesetzten Pathos. Mal schnell galoppierend, mal langsam wiegend, der tiefe Kurt und die hohe Cortney passen so gut zusammen, dass es angenehm war diese ehrliche und herzliche Musik zu genießen.

    2 Zugaben und sichtlich zufriedene Protagonisten rundeten den Abend dankbar ab.

    http://www.lastfm.de/music/Kort
  • HEAVY PEDAL & Criss Cross,

    1. Aug. 2010, 14:54

    Der grandiose Samstag mit dem einzigartigeh Etappenrennen war noch rege zu spüren, als ich Sonntag Morgen aus meinem Schlafsack krabbelte.
    Gääähn, Krummel, Augen reiben, schön gefrühstückt und dann mit allerlei Summen, Surren und schöner Melodei raus Richtung Badesee und Crossrennstrecke.
    Ein duftes Wetter, perfekte Musik, köstlich kostengünstige Kost und viele entspannt lässige Menschen bildeten den Auftakt zu einem Rennen, was so schnell nicht vergessen werden will.

    Aufgefächert in zwei Gruppen und zwei Fahrten, hieß es, sich für das eigentliche Hauptrennen zu qualifizieren.
    Kein leichtes Unterfangen bei so vielen fitten und stattlichen Fahrern vor Ort.
    Naja, watt solls, frohen Mutes und gut vorbereitet durch die vorangegangene Streckeneinführung schwang ich mich in meinen Sattel und preschte im Hauptfeld mit über die perfekt angelegte Strecke. Volle Kanne über Schotterwege, schnaufend drückend in die Anstiege reingehalten, beharrlich in dem Wiesenanstieg beim Tragen mit den Schuhen weggerutscht und dabei zu viel Kraft in den Beinen gelassen, begierig im ersten Downhill die Karre freigegeben und die Waden wieder aufgefrischt, vorbei an jubelnd und schreiender Meute ab auf die Dreck & Staubpiste gebrettert um zu allerletzt im sandig, aufgelockert ausschweifenden Schlussstück völlig fertig und abgekämpft über die Barriere zu stolpern.
    Was für ein herrliches Gepumpe und Erschlaffen.

    Nachdem ich das erste Bier gewissenhaft meinem Körper zugeführt hatte, stand fest, dass dieses schöne Rennfeeling nochmal genossen werden darf, denn meinereiner hatte es ins Finale geschafft.
    Zufrieden über dieses kritische Kunststück fand ein weiteres lauwarmes flüssig Brot den Weg in die müden Knochen um sie umgehend zu erquicken & erneuern. Etwaige gut gemeinte Absprachen sich auf dem Zenit zum Pfannkuchenwettessen zu treffen waren spätestens nach der ersten Kurbelumdrehung wieder vergessen.

    Nun hieß es treten, treten, treten was die Beine hergaben. Alles oder Nichts. Die erste Kurve in einen leichten Anstieg hinein lag mir besonders, so dass ich hier immer gut Geschwindigkeit und Plätze gut machen konnte, welche dann wiederum in den folgenden Steilpassagen kramfhaft verteidigt werden mussten. Für den Reiz und die Subtilität der verlockenden Pfannkuchen- und Bierstation in Mitte der Strecke war diesmal keine Zeit und ein Teil von mir verfluchte mich um diese Entscheidung Runde um Runde.
    Egal, das wird alles im Ziel wieder nachgeholt schwor ich mir.
    Die ersten Runden liefen ganz gut, wenn man vom trockenen und staubigen Mund sowie den leeren Beinen absehen konnte.
    Pro Runde fuhr' ich mich an die führenden Arne und Ken heran und allein dieser Umstand reichte schon um nochmal alle Reserven zu mobilisieren.

    Nun stand es auf der Kippe, die letzte Runde brach an, vor mir Ken, dann Arne. Den rasenden Arne jemals einzuholen, war ein Ding der Unmöglichkeit und auch jemals an den sattelfesten Ken heranzufahren schloss ich erstmal rigoros aus. Noch voll beflügelt von der schreienden Meute im Zielbereich ballerte ich also über die Startgerade, rein in den ersten geilen Anstieg,
    am Lenker gerissen und die 44/18 meines Singlespeeders durchgedrückt. Und auf einmal tauchte Ken vor mir im zweiten Anstieg auf, er schien angeschlagen, kurbelte sich durch die Schuttbergrinne stetig hinauf.
    "DAS ist deine Chance, jetzt oder nie..." dachte ich kurz und stampfte im Wiegetritt an Ken vorbei. Dieser kurze Moment war das Besondere für mich. Komplett in Trance mein Bike pressend hörte ich nur noch wie Ken neben mir sagte: "GO! yes, go for it Boy! Go and get it!"
    Was für eine geile Scheiße, was für ein cooler Typ.
    Also kniff ich wohlwissend, dass die schwierigsten Passagen noch kommen werden, die Arschbacken zusammen und rannte kurz an der Kotzgrenze den Wiesenanstieg hoch, würgte nochmal das Rad bis zur Pfannkuchenstation, an der die Leute mich mit den Worten: "ne, der will kein Bier, das ist einer von diesen Fittfuckern" begrüßten, entspannte ein wenig auf der folgenden Abfahrt und leierte weiter Richtung Zieldownhill.

    Kurz bevor es bergab ging wagte ich einen Blick über die Schulter und sah Ken immer näher kommend auf mich zurollen. Von unten hörte ich nur noch Gejohle und Geschreie als ich die Bremsgriffe losließ und es schneller wurde. Vorbei an einer fabelhaften Geräuschkulisse welche mehr Wirkung hatte als zwei rote Stiere des gleichnamigen österreichischen Getränkeherstellers, schleuderte es mich in die staubige Buckelpiste.
    Nicht mehr fühlend, nicht mehr denkend ging es gleich darauf in das verhasste Schotterbett.
    Intuitiv wählte ich wieder die rechte Außenlinie und versuchte
    über die halbwegs feste Schräge vorwärts zu kommen.
    Ken, wählte den Weg unten am Wasser und kam immer näher.
    "Scheiße!", dachte ich, "scheiße, das schaffst Du nicht, hier musstest Du sonst immer absteigen". Im letzten Moment drückte ich über den Kies, sprang ab, rannte was die Beine hergaben Richtung Ziel...
    ab hier fehlt mir ein Stück in der Erinnerung, und kam überglücklich nach der Hürde zum Stehen. Fünf Sekunden später umarmten Ken und ich uns und ein unvergessliches Rennen war gelaufen.

    Der Rest war Bier, nackisch mit den Jungs baden und wie ein Honigkuchenpferd in mich Reingrinsen.

    Für mich eines der schönsten Events für immer!
    Chapeau Leipzig, Chapeau Harry Otter Crew, Danke Ken & Danke an all' jene Leute welche diesen Tag zum schönsten Geburtstag seit langem werden ließen :-)

    Rob`
  • "Spin to Win",

    6. Feb. 2010, 12:43

    Dez. 2009

    In den Nachkriegsjahren in England, begannen preiswerte Massenveranstaltungen zu blühen.
    Radsport - quasi die Formel 1 des durschnittlichen Mannes der Straße - erfreute sich einer regelrechten Renaissance, mit mehr und mehr Teilnehmern als je zuvor.

    Der Rollensprint, bei dem zwei Fahrer einen Kampf auf fest stehenden Rollen gegeneinander austragen, und von einer riesigen Anzeige im Stile einer Zeigeruhr gemessen werden, entwickelte sich zu einem populären Zuschauersport. Diese Veranstaltungen brachten Menschenmassen in Ballsäle, Kinos und sogar in dem berühmten Savoy Hotel in London zusammen. Die Rennen wurden oft von Tanzgruppen und Big Bands begleitet, um dem Ganzen eine besondere Atmosphäre zu geben, welche nicht nur für Fahrradverrückte interessant war.

    Es kam irgendwann dazu, dass sogar professionelle Rennfahrer durch die Gegend tourten und die meisten Rollensprints für sich gewannen.
    Dies änderte sich aber ab dem Zeitpunkt, als das Auto immer preiswerter und somit interessanter für die Menschen wurde.
    Nach und nach verschwand der Radsport aus dem öffentlichen Interesse und der Rollensprint verschwand mit ihm.

    Die Dinge änderten sich blitzartig im Jahre 1999, als bei den European Cycle Messenger Championships in Zürich, der "Goldsprint" als Disziplin wieder aufflammte. Mit dem Ziel etwas Ähnliches in England aufzuziehen, starteten einige Londoner Radkuriere die ersten "UK Courier Goldsprints".
    Seit dem gibt es rund um die ganze Welt in kleinen Kneipen oder bei größeren Radsportevents, des Öfteren auch Goldsprints zu beobachten.
    Immer mehr Radbegeisterte mit immer ausgefeilteren Selbstbautechniken treiben diese Spasssportart voran.
    In Anlehnung an die "guten alten Tage" werden auch heute die Goldsprint Events mit Live DJs, Bands und jubelnder Zuschauermeute organisiert.

    So geschehen auch in Dresden, wo im Dezember ein Jeder der wollte, seine sportliche Ausdauer unter Beweis stellen konnte.
    Mit so gut wie keinem Radwiderstand oder verwirrenden Gedanken wohin man eigentlich fährt wurden Wahnsinnsgeschwindigkeiten über die 500m oder 1000m Distanzen aufgestellt. Der Top-Speed an dem Abend lag bei 96,29 km/h. Es war einfach ein fulminater Abend im Dresdner Mont Blanc Massiv. Eine Menge Bier, eine schreiende Zuschauermenge und volle Ladung ekstatische Energie füllten den Raum. Es war großartig!

    Video: http://www.vimeo.com/8517641
  • "Morgenstund'...."

    6. Feb. 2010, 12:42

    30.11.2009

    Abendstunde, 1. Advent, mir knurrt der Magen.
    Nach gestriger Nacht bei DJ Vadim & Friends, einer Menge Gerstensaft und wenig Schlaf, gelüstet es mir nach Wohlfühlatmosphäre und Entspannung.
    Also noch schnell beim ÖZ zum Cepapcici vorbeigeschaut, mmhhh leker, und dann schnurrstracks gen alten Schlachthof geradelt.
    Das man sein Fahrrad nicht einfach so abstellen darf wo man lustig ist, dass erklärt mir gleich zu Beginn der "freundliche" Security am Eingang.

    Etwas verspätet und mit verschwitztem vollen Magen, betrete ich den kleinen Saal. Und da sitzen sie schon alle auf ihren Stühlen und lauschen der Wohlfühlstimme Skandinaviens.

    Ich hatte vor langer Zeit ihre Musik einmal gehört und damals sie mit ihren Kolleginnen Norah Jones und Diana Krall verglichen.
    Dass dies nicht ganz richtig war, lernte ich an diesem Abend. Kein Jazz, kein Pop und auch kein Rock, nein, Frau Bakken ist viel eher eine Gradwanderin zwischen diesen ganzen Musikwelten in denen sie umher singt und uns auf eine Reise mitnimmt und um sich selbst dabei zu entdecken.

    Des Öfteren klangen während des Konzertes leichte Country und Folknoten an mein Ohr, überraschend, aber nicht verstörend, denn auch das hatte etwas Eigenes und passte zum Zusammenspiel der Musiker um sie herum. Ich glaub', wenn man sein Album in einer Kirche in der Nähe von Woodstock aufnimmt, dann sind Countryeinschläge eine nicht zu vermeidente Größe. Und warum sollten sie.

    Es war ein Konzert, das zwischen Pop, Folk, Country, Blues und Jazz umherrschweifte und selbst traditionelle norwegische Kirchenlieder gab es zu hören.
    Unstrittig für mich der "Höhepunkt" des Konzertes, als sie anfangs ohne Begleitung in ihrer Muttersprache ein traurig-schönes Kirchenlied anstimmt, der ganze Saal abgedunkelt, die Gäste alle ruhig, blaue dunkle Farben umhüllen die Band, ihre Stimme getragen von starken Hall verliert sich langsam im Raum, bis die Musiker einzeln einsetzen und sich der Song zu einem wolkenbruchartigem Soundgewitter emporschaukelt, anschwillt, explodiert und wieder verschwindet in den großen Weiten Skandinaviens. Sehr beeindruckend und stimmgewaltig vorgetragen und insgeheim hatte ich mir gewünscht, sie hätte auf moderne Effektgeräte und Hall verzichtet und wäre nur mit ihrer wahren Stimme dramaturgisch geschickt hervorgekommen und hätte so für mich mehr Nähe gezeigt.

    Aber von "nordischer Melancholie" war recht wenig zu spüren. Sie verstand es sehr gut zwischen den einzelnen Stücken kleine Geschichten aus dem Alltag, zum Beispiel vom Dresdner Strießelmarkt, zu erzählen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Ich glaube sie fand Gefallen an der deutschen Sprache.

    Nach einer Menge Songs, zwei Zugaben und teilweise standing Ovations, war das Konzert zu Ende, und es schien' für mich im Nachhinein so wie in ihren Songs
    zu sein. "Morning Hours", Morgenstunden, die Stunden, welche frisch und fast unschuldig sind, welche einem die Gedanken noch klar und leicht erscheinen lassen, weil sie noch nicht vom Müll des Alltages belastet sind. Morgenstunden, welche kühl und rein sind und welche eine Rückkehr zum Anfang bedeuten.

    Und so ging es für mich in die Kühle des Abends, mit Entspannung und leichtem Kopf zum neuen Anfang.


    Wbs_70
  • FKK - Für Kunst & Kultur

    6. Feb. 2010, 12:34

    (26.10.2008)

    FKK - Für Kunst & Kultur

    "Im Wesentlichen geht es darum, aus den Hinterhöfen herauszutreten und das Geschehen in unserem Stadtteil aktiv mitzugestalten"

    Wollte ja schon immer mal an die Bienertmühle schauen gehen, so denn sich die Jahresaustellung als geeigneter Grund erwies nach DD-Plauen zu fahren.

    Die Mütze tief im Gesicht schwang' ich mich bei dunklem kalten Wind auf mein modernes Starrgangrad und fuhr' durch die Stadt nach Plauen. Gleich nach dem Haltepunkt links rein und man steht auf dem riesigen Hof des Werkstatthauses.

    Links die Züge, rechts die Ateliers und vor einem eine alte gerockte Villa, welche perfekt für vergangene "Abrisshaussessions" gewesen wäre.

    Rad angeschlossen - und schon wurde man aufs herzlichste von 3 schönen Künstlerinnen sammt Freisekt empfangen. So langsam tauten die kalten Finger wieder auf.

    Ein wenig orientierungslos stolperte ich die ersten Treppen hinauf in den Ausstellungsraum.

    Vorbei an Holzkonstuktionen und Gipsmasken der ausstellenden Künstler gelangte ich zur Verköstigung von Käsehäppchen und Brot. Lecker!

    Bis ins Jahr 1366 zurück geht die Geschichte der Bienertmühle, und so gab' es für mich neben der Kunst noch viel spannendes um die alte Mühle zu entdecken. Alte Mühlenräder und Mahlgänge waren da zu sehen welche schön im bunten Licht illuminiert waren.

    Die alte Schaltzentrale war die Bar und gekonnt wurden Gerätschaften und Kessel in die Ausstellung integriert.

    Zu sehen gab es verschiedene Malereien, Collagen, Grafiken, Skulpturen & Fotografien von insgesammt 5 dort arbeiteten Künstlern.

    Ganz besonders hatte es mir der kleine Kinosaal angetan, in dem ein Ausschnitt von einem Matthew Barney Film lief! Der Wahnsinn! Vorher noch nie von ihm gehört zog mich dieser Film voll in seinen Bann. Surreale Stimmung welche perfekt zur Umgebung passte.

    Anschließend bekam man noch ein paar schöne Standards am Piano sammt warmer Frauenstimme zu hören und schon war der Geist und Körper wieder aufgewärmt durch so viel angenehme & herzliche Stimmung in der Mühle.

    Dem Künstlerkollektiv sei Dank' für diesen schönen Abend.

    Und dem Rest sei empfohlen da mal vorbeizuschauen - es werden immer Leute mit Tatendrang gesucht.

    http://www.werkstatthaus-dresden.de/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Matthew_Barney
  • Rollensprint Dresden

    15. Dez. 2009, 13:45



    Nach 3 Jahren Abstinenz wird wieder Mann gegen Mann (oder Frau gegen Frau) gesprintet. Auf 2 Bahnrädern, festgeschnallt auf einer freien Rolle geht es um die Wurst!

    Leider ist diesmal kein Carsten Bergemann dabei, aber wir werden sicherlich eine Menge packender Zweikämpfe zu sehen bekommen.

    Der Kampf findet auf veloheld.alley Rädern mit Rennlenker und Riemenpedalen statt. Also schnell noch ein paar Ampelsprints trainiert…

    Anmeldung ab 14 Uhr
    Start 16 Uhr
    Ort MONTBLANCMASSIV
    Strasse Görlitzstrasse 14
    Startgeld 3 EURO

    An den Plattentellern für euch RON HOECK.

    Und wer so etwas noch nicht kennt, kann sich einmal den folgenden Film anschauen und als Zuschauer für Stimmung zu sorgen oder noch besser als Fahrer… Wir sehen uns!

    http:../../..vimeo...com/7678251

    Wbs_
  • The Art of Turntableism

    8. Mär. 2009, 16:57

    The Art of Turntableism,

    Geplant hatte ich an diesem Abend rein gar nichts und auch das sich anhäufende Schlafdefizit forderte schon seinen Tribut ein, als sich spontan der Besuch
    vergangener geimeinsamer Zeit ankündigte.
    Bei Bier und Qualm in der heimischen Küche war dann auch sehr schnell klar, dass dieser Abend hiermit nicht zu Ende ist und da sie nach eigenem Bekennen ja

    "ein HipHop Mädl" sei, stand das gemeinsame Ziel sofort fest.
    "World ITF Champion" in da House - das wollten wir nicht verpassen.

    Verregnet und durchnässt an neuem alten BlumenPartyClubs vorbei mit schrecklich angestrengten Partyvolk im Nacken war ich froh' den Club mit Sandraum
    betreten zu können. Sehr entleerte überschaubare Räume taten sich auf und wohlklingende Sounds aus den Händen T. Low Rocks empfingen uns.
    Bar-->Bier-->Sandraum, so lief das eine ganze Weile bis gegen nulleinhundert der Beat dicker und lauter an mein Ohr drang als bis dahin wargenommen.
    Jawoll, die Plattenspielerspielzeugzeit war eröffnet!

    etwas verwundert auf Grund der spärlichen Besucheranzahl, ob man denn jetzt schon loslegen sollte, war ich noch am Zögern, aber das legte sich innerhalb der
    nächsten 5 Sekunden.
    Ein Feuerwerk der guten Laune - all time HipHop Classics breitete sich über uns aus und so schnell grinsen konnte ich gar nicht wie DJ WOODY die Fader und
    Tracks ineinander mixte und uns mit einem Burner nach dem anderen beschoss!
    Die erste Stunde wurde sich wohl dem Serato Scratch Material bedient, und dies war eindeutig zu hören, dauerte doch kein Song länger als 60 Sekunden und die
    Beats wurden bis ins Derbste vermasht und vermixt - es war herrlich. Herrlich war auch die Freude des engl. Djs an seiner Arbeit direkt zu sehen, zu hören
    und quasi auch zu spüren, denn der Kontakt mit dem Publikum war permanent im Raum, und somit herrschte breites Grinsen beim Partyvolk und hinterm Mixer.

    Später wechselte dann der Rechner mit dem schwarzen Gold und nun war uns eine Geschwindigkeitsrelevante "Verschnaufspause" gegönnt.
    Der Sound wurde wärmer und die Bassdrum weicher und das ganze angereichert mit den bekannten alten Stimmen großer Größen des Genres ergab das perfekte

    Wohlfühlrezept für die Beatküche. Die Leute feierten ihn und sich selber ordentlich nach vorne und als meine Füße schon anfingen mich zu warnen und aus dem
    Takt zu schmeißen, da ging es nochmal mit dem "Boy in da Corner hast de nicht gesehen MashMix" weiter und schneller, bis ich glücklich verschwitzt und
    lächelnd noch ne Hand voll Sand in die Jackentasche steckte und den Heimweg antrat.

    schönes Ding!
  • Ein Kessel voller Buntes

    20. Okt. 2007, 20:35

    Hey, Poetengeflüster im Lignerschloss, da wollt' ich schon immer mal hin und ich danqe Banq für die Erfüllung dieses Wunsches.

    Genug der Lobhudelei, auf gehts, den Drahtesel gesattelt und an der abendlichen Elbwiesenstimmung entlaggeradelt,befinde ich mich kurzerhand im dunklen Blätterwald des Schlosses wieder. Doch die akustischen Signale der doch zahlreich erschienenen Gäste signalisierten mir den Weg. Dem alten Karl August Lingner sei Dank, dass dieses Juwel der Schlösserbaukunst einen jedem Bürger zur Verfügung steht und die junge Kunstszene ihren geistigen Output in den aristokratischen Gemäuern freien Lauf lassen kann. Ein herrliches Anwesen mit wunderschönem Blick über Dresden, lies mich schon vor der Veranstaltung auf Gedankenreise gehen. Einen Sonntagsspaziergang an diesen Ort kann ich nur wärmstens empfehlen.

    Aber zurück zum Eigentlichen Geschehen. Den letzten freien Platz ergatternt pflanzte ich mich am Bühnenrand zwischen Altfrauenbeinen und Lichtanlage um dem zu Lauschen was mir nun dargeboten wurde. Und ich muss sagen, dass dieses mich total fasziniert und positiv überrascht hat und meiner Meinung nach nun rein gar nix mit "Klein-Kunst-Bühne" zu tun hat, denn die Darbietungen waren durchgängig auf hohem Niveau und die Stimmung im Saal war einfach ausgelassen, wie bei einem großen Familientreffen.

    Zu Erleben gab es an diesem Abend alles Mögliche, angefangen bei Musik über Lyrik, Prosa und Kabarett waren dem/der KünstlerIn keine Grenzen gesetzt. Ich fand's toll und spreche meinen Respekt alle Künstler aus, welche den Mut hatten, sich dort vor fremden Puplikum ohne festen Rahmen zu präsentieren! Auf der Bühne standen alle möglichen Menschen, von musizierenden Studenten, Clubbesitzern, TrabbiOma, Mädelzband bis hin zu proffesionellen Totengräbern, war alles vorhanden. Ein Jeder hatte 10 Minuten Zeit sich zu präsentieren, doch die Veranstalter nahmen Gott sei Dank dieses Zeitfenster an diesem Abend nicht allzu Ernst.

    Die Band Magic Ingwer stimmte mit wohlklingenden Accousticklängen bekannter sowie eigener Pop/Rocksongs auf den Abend ein. Der erste Höhepunkt folgte als Bald mit einem sehr geilen Text von Sabine Dressler, welche dem geneigten Zuhörer in unverblümter Sprache die Schwierigkeiten einer Lektorin der PRALINE näherbrachte. Ich hab' seit Langem nicht mehr so gelacht und die zu hörende Aufgeregtheit in ihrer Stimme machte alles nur noch sympathischer. Ich hoffe in Zukunft mehr von ihr zu hören & zu lesen. Das Zwerchfell gerade so beruhigt gönnte man mir keine Pause, denn auf der Bühne stand die TrabbiGerda und schmetterde ein Gedicht nach dem Anderen im urigsten Sächsich in die Menge. Die Leute tobten und auch Gerda hatte sichtlich Spass an der Sache. Bis dahin wusste ich nicht, dass ich mich mit Texten über Holzwürmer und Schrebergärten so köstlich amüsieren kann. Gerda Ich danke Dir!

    Über tiefsinnig anmutende Beobachtungen aus der Neustadt gelangten wir bis zur fast vollständigen Verdunkelung des Raumes, wobei die akkustischen Aüßerungen des nächsten Autors so leise waren, dass ein Jeder schwieg und alleine dieser Umstand mit einfachen Mittel einen ganzen Saal ruhig zu halten faszinierte mich. Die Texte selbst waren nicht mein Fall, aber dass ist ja das Schöne an solchen unvorbereiteten Abenden dass ein Jeder Auftritt etwas völlig Neues bedeutet.

    Nun folgte einer Der Höhepunkte des Abends für Mich. Ein junger Mann aus Berlin, umringt von einem ganzen Hofstaat verschiedensten Instrumentariums, in dessen Mitte seine "Loop-Machine" stand, zauberte einen Beatboxelectrohiphoploopingsampleukulelesmashit nach dem Anderen aufs Parkett. Mittels verschiedener Techniken wie Loopsampling, Beatboxing und Gitarrenspiel nahm uns dieser Herr mit auf die Reise der Entstehungsgeschichte eines Freestylesongs. Mit deutlich überzogener Auftrittszeit beendete er die erste Hälfte des Abends und das Publikum zollte ihm gebührend Tribut.

    Man vertrat sich die Beine im Areal des Schlosses, schlürfte den ein oder anderen Martini oder war es ein Becks, egal jedenfalls erinnerte die Kloschlange mal wieder an Zonezeiten vorm Gemüsestand und das ein oder Andere Gespräch mit bekannten Gesichtern ereignete sich.

    Die zweite Hälfte eröffnete man Standesgemäß mit der Band "Dein Mund gehört Mir" welche mit ihrer Eigeninterpretation des Filmes Nightmare before Christmas gut für Stimmung sorgten. Ein zum Kontrabass umgebauter Kindersarg rundete die ganze schaurig schöne Totengräberstimmung aufs Perfekteste ab. Der Saal war jedesmal entzückt wenn die Leadsängerin in ihre Mundharmonika pfiff und der Bassist die Seiten schnarren lies.

    Nicht weniger unterhaltsam kam Steffen Blaubach mit seinem Text über nervende Telekomanrufe daher und ich muss sagen dass ich schon lange keine so entspannt lesenden Menschen auf einer Bühne gesehen habe. Schöner Lesestil, sehr schöner Text, außerdem organisiert er die "offene Bühne im Hecht", mein Fazit - sehr empfehlendswert.

    Der Abend neigte sich dem Ende zu, doch nicht ohne vorher noch 2 absolute Höhepunkte zu liefern. Thomas Jurisch, seines Zeichens Moderator und Organisator des Abend, brachte uns Alle mit seinem voll aus dem Leben gegriffenen, beziehungsgewichtigen, nur so vor Gewalt strotzenden, verkaterten und liebevollen Poparttext in die harte Realität eines Lebemannes zurück. Und um Dem einen würdigen Abschluss zu geben und den geschlechtsspezifischen Gegenpart zum eben gehörten Machogelalle zu liefern, betraten zu guter Letzt die Kabarettband "Die Mädelz" die Bühne und begeisterten mit ihrer Popmashupmedleyinterpretation bekannter Charthits dann endgültig das gesammte Publikum und ich muss sagen, lange nicht mehr so einen geilen Abend mit so viel Stimmung und extrem verschiedensten Inhaltes erlebt zu haben. Es bleibt den Machern der Veranstaltung ein großes Lob auszusprechen für das Gespühr die jeweiligen Künstler zusammengestellt zu haben und die Hoffnung zu äußern, dass diese Veranstaltungsreihe an genau dieser Location noch ewig erhalten bleiben mag.

    Wbs_70