Top 25 of New Discovered Albums 2.2

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12. Apr. 2012, 13:09

Es sind fast exakt 3 Monate rum seit meinem letzten Blog, also ist es Zeit für das nächste Ranking der besten Alben, die ich in diesem Zeitraum neu entdecken durfte. Die ganz großen Namen bleiben diesmal zum größten Teil aus, dafür fand ich viele Artists über das Musikportal Bandcamp. Außerdem ist an dieser Stelle die Facebook-Community für Post-Rock zu empfehlen, die einen wirklich exzellenten Job leistet. Auch last.fm ist zu danken, mit der neuen Discover-Funktion entdeckte ich zum Beispiel eine große Schwäche für Gypsy-Folk. Als letztes bleibt dann noch Youtube zu erwähnen, bei dem ich unter anderem Radiohead's großartigen Acoustic-Live-Auftritt entdeckte.

Platz 25: Tomorrow We Sail - The White Rose
Zwei Sänger, Frau und Mann, geben ihre wirklich tollen Stimmen zum besten, die Züge von Opern-Sängern annehmen. Alles auf Basis von Streichen und ruhigem Rock-Equipment. Umfasst leider nur zwei Songs, wenngleich beide eine Länge von sieben Minuten besitzen.

Platz 24: Thrupence - Voyages EP
Künstler aus Australien, der Ambient-Dub fabriziert. Alles hat also einen sehr ruhigen, angenehmen Rhythmus, man wird von tiefem Bass getragen und kann sich an netten Sounds von . Klavier und Synthesizer erfreuen. Sehr entspannend, wenn auch auf Dauer nicht besonders erfrischend.

Platz 23: Sleep Dealer - Endless Route
Wiedermal etwas von dem Ein-Mann Post-Rock Projekt aus Russland. Endless Route ist nicht wirklich etwas anderes geworden als es The Way Home schon war. Dennoch ist es einfach wohliger Post-Rock, den man laufen lassen kann, während man den Fokus auf etwaige andere Sachen legt. Ein Glanzstück wie The Way Home ist auf diesem etwas kürzerem Werk ist nicht vorhanden, trotzdem bewegt sich Sleep Dealer auf einem annehmbaren Niveau.

Platz 22: Still Blue Still Turning - Hurricanes
Extrem-Ambient würde ich das Genre nennen, in dem sich dieses Album größtenteils aufhält. Es ist der Inbegriff von ruhiger Musik, Instrumente lassen sich als solche kaum erkennen, wenn in Early Morning satte 21 Minuten ein Ton immer weiter und immer weiter ausgedehnt wird. Trotzdem kommt man nicht umhin einzugestehen, dass diese Art der Musik eine Wirkung auf den Hörer hat. In Momenten beispielsweise in denen man überhaupt nichts hören möchte täuschen Still Blue Still Turning einem derart gut Ruhe vor, dass man alles um sich herum vergessen kann. Beim Schreiben kann es auch ungemein helfen, da zwar Töne da sind um sich zu orientieren, die aber wirklich so schlicht sind, dass sie keinen Raum zur Ablenkung bieten. Musikalischer geben sich die beiden Herren von Still Blue Still Turning dann in den etwas kürzeren Liedern, wenn sie in Troy Davis II, Ocean Grove, NJ und AB das Klavier anpacken. Jedoch ist alles fließend untermalt von dem Ambient-Sound, der sich durch das ganze Album zieht, sodass nichts aus der Reihe fällt.

Platz 21: Lowercase Noises - Marshall
Im Ambient-Style geht es direkt weiter, mit Lowercase Noises-Album Marshall. Ähnlich wie bei Still Blue Still Turning wird hier von diesem schlichten Ambient-Sound Gebrauch gemacht, jedoch spielt sich auf der Oberfläche ein immer individuelles Gitarrenspiel ab. Äußerst schön und entspannend zugleich sorgt der Künstler immer wieder für tolle Momente, sei es zu Anfang das normale Gitarrenspiel (The Things Your Eyes Have Seen) oder später der Einsatz von Bass und Glockenspiel (Arrows In The Hands Of A Warrior & Enjoy Your Stay (Bonus Track)).

Platz 20: Glass America - Fathom
Premiere in meiner Musiksammlung: Mit Glass America's "Fathom" ist nun das erste Christ-Rock-Album in meinem Besitz. Zugegeben, zuallererst wusste ich nichts von dieser Tatsache, sondern hielt es erst für ein normales Post-Prog Album, also eines in dem größtenteils instrumentaler Post-Rock gespielt wird, in dem jedoch immer wieder Gesangseinlagen vorkommen. Doch achtet man auf die Texte, beispielsweise von Entropy ("Be still and know everything will fall, Be still and know nothing after all, Messiah, see us Savior, come near us, Redeemer, free us") sollte klar werden, worum genau es sich hierbei handelt. Das war übrigens kein Auszug, sondern der ganze Text von einem gut 6-minütigem Lied, nur so nebenbei. Es wird also mehr gespielt als alles andere. Turning ist gänzlich instrumental, während in Though he slay me... nur der Satz "Even the waves cower before You" gesungen wird. Dies aber so perfekt als Abschluss der sich aufbauenden Instrumentalen-Strukturen und so toll gesungen, dass es wirklich mehr als passend erscheint. So geht das in vielen Liedern, die Qualität wird durchgehend auf einem guten Niveau gehalten. Bis man zum vorletzten, zehnten Lied gelangt, dass einem vor Schönheit wirklich tief berühren kann: Canals hat wirklich soviel mit Christentum zu tun wie jeder andere ernstgemeinte Liebessong auch. Das Instrumental-Play ist wundervoll, besonders der Bass wird exzellent gespielt. Aber am wichtigsten ist hier der Gesang, der einfach zu Hundertprozent vom Gefühl bestimmt wird. Ein umwerfender Song, zudem man der Band nur gratulieren kann.

Platz 19: England in 1819 - Alma
Gesanglich geht es auf Platz 19 weiter. Und wie. Andrew Callaway hat eine derart außergewöhnliche Stimme, dass er sie einfach in einen außergewöhnlichen Stil packen musste. So geschehen auf dem Album "Alma", dass durch Chamber-Rock Flair und tollen Gesangs-, sowie Instrumental Passagen zu glänzen weiß. Total ausgefallen also, bezaubernd neu und leider nicht vollständig in meinem Besitz. Vielleicht kaufe ich mir es von der Plattform Bandcamp und gehe dann richtig in dem Album auf, wie ich mir sicher bin dass es gehen würde. Doch bis hierhin blieb das aus und so ist nicht mehr als Platz 19 drin. Wobei ein wirklich großartiger Song sofort zu erkennen war: Der Titeltrack Alma ist ähnlich wunderschön wie obengenanntes "Canals". Die Stimme in verbindung zu den Instrumenten, die sich beide zum Inhalt steigern bis der Höhepunkt erreicht wird, der auf unglaubliche Weise von einem sehr kurzen Moment getoppt wird, in dem die Stimme Callaways atemberaubende Sphären annimmt. Wirklich perfekter Abschluss für ein sehr alternatives Album, dass dennoch durch seine ganz eigenen Qualitäten zu bestechen weiß.

Platz 18: Atlantic Drop - æ
Nach dem wunderschönen With Healing In Its Wings von The Iona Room habe ich mich eigentlich eher weniger mit Acoustic-Post befasst. Bis ich auf Atlantic Drop stieß, die ihren Job wirklich sehr gut ausführen. Mit einer Fragilität von den Explosions in the Sky und dem zierlichen Gitarrenzupfen von The Iona Room schaffen die beiden Künstler einen ausgesprochen guten Shortplayer von 20 Minuten. Die verzerrte E-Gitarre blitzt dabei immer wieder auf, in Flight Over The Atlantic in hervorragender Kombination zum selten so ausdrucksstark genutzten Schlagzeug. Die beiden Männer verstehen ohne Frage etwas von ihrem Handwerk, wenn sie beispielsweise im letzten der fünf Tracks Broken Balance mit ihrem begrenzten Repertoire ein Western-Feeling entstehen lassen.

Platz 17: And the Giraffe - Something for Someone
Ein ebenfalls etwas kürzeres Werk von der Band And the Giraffe, in der besonders der Sänger mit seiner tiefen und rauen Stimme hervorsticht. Instrumental halten es And the Giraffe ohnehin eher schlicht und stellen somit den ausgezeichneten Sänger in den Vordergrund. Textlich ist die Band eher romantisch versiert, bringt es jedoch so ehrlich rüber, dass Kitsch nicht wirklich zustande kommt, was wohl auch daran denkt, dass durchaus krasse Stellen zu hören sind (wie in Welshrats "And shoot them all down, one by one, one by one"). Das beste Lied ist auch nach der allgemeinen Meinung nach das erste, Underground Love. Eben das was das Album durchgehend auszeichnet, gefühlvoll, romantisch und extrem gut vorgetragen.

Platz 16: Maybeshewill - Sing the Word Hope in Four-Part Harmony
Sehr harter Post-Rock, der jedoch gerade noch die Grenzen zum unmusikalischen abzupassen versteht. So kann ordentlich geheadbangt werden (zu empfehlen Last Time This Year), aber auch schöne Soundspielchen genossen werden (Accept and Embrace). Maybeshewill haben eine eindeutig klare Linie, sammeln durch gute Soundqualität Pluspunkte (was bei der aufkommenden Lautstärke nicht selbstverständlich ist) und es ist einfach so, dass man manchmal richtig schön aggressive und laute Musik auch ganz gut gebrauchen kann. Was ein wenig stört ist das Überangebot an Voicesamples, was in Co-Conspirators noch durchaus nett erscheint, in den folgenden Tracks aber ein wenig nervt. Sonst ist den Jungs nicht wirklich viel vorzuwerfen, man muss einfach auf diese Art von Post-Rock stehen, meine ich. Obgleich sie laut sind fehlt ihnen etwas das monumentale, wie es bei Show Me A Dinosaur sehr schön zu beobachten war.

Platz 15: Giants - Old Stories
Post-Rock aus dem Lehrbuch bekommt man mit Giants' "Old Stories", einem wirklich sehr souveränen Werk der fünf Amerikaner. Das Gitarrenspiel zu Anfang von Where The Ages Steal macht direkt Lust auf mehr, besonders wenn sich mit dem einsetzen der Drums die Spannung aufzubauen beginnt. Der Riff von der gelungenen Sorte bietet einen guten Höhepunkt, bevor es in Vessels etwas gemächlicher weiter geht. Allgemein machen Giants einen guten Job, auch wenn sie sich nicht allzu viel trauen. Der Sound ist im Gegensatz zu den Explosions etwas markanter, jedoch nicht so massiv wie der von This Will Destroy You. Auch wenn die Songs auf Epik angelegt sind fehlt dennoch ein wenig die Tiefe, die sich in durchschnittlich 5 - 6 Minuten nicht ausufernd entwickeln kann. Mit diesem Album lässt sich also wenig falsch machen, auch wenn es durchaus anspruchsvollere Werke aus dem Genre gibt.

Platz 14: Panzer Queen - When All Our Fathers Worshiped Stock And Stone
Anspruchsvoller wird es direkt mit dem nächsten Werk auf Platz 14, "When All Our Fathers Worshiped Stock And Stone" von der Band Panzer Queen. Dieses Album ist wirklich eine Bereicherung für jeden Post-Rock Liebhaber, denn es mangelt an nichts: Der Aufbau ist wie er sein sollte, dramatisch und ausführlich, die Drums stecken voller Energie sowie die Gitarren voller Gefühl. Kreativität wird ausreichend geboten, Melodien sind ebenwie vor kraftstrotzender Lautphasen zu hören. Leider habe ich es ebenfalls nur einige wenige Male auf Bandcamp gehört, doch bin ich mir sicher das ein Kauf sich lohnen würde. Nicht umsonst gelten Panzer Queen als die beliebteste Post-Rock Band aus Australien, auch wenn sie sich im Ausland noch keinen allzu großen Namen verschafft haben. Dabei ist es wirklich ein hochklassiges Stück, das mit jedem Mal hören besser wird.

Platz 13: God Is An Astronaut - Far From Refuge
Mein viertes GIiA-Album und leider muss ich sagen, klingt es genau wie ich es erwartet hatte. Mit "Far From Refuge" ist wirklich überhaupt keine Veränderung zu vermerken, die Band macht einfach genau da weiter, wo sie mit "All Is Violent, All Is Bright" aufhörten. Glücklicherweise muss ich sagen, dass genanntes Werk wirklich äußerst gut war. Auch in "Far From Refuge" verstehen die Iren weiterhin ihr Handwerk, auch wenn sich am Sound nix ändert und die Band, sowieso schon vorhersehbar, keinen Überraschungsmoment mehr zu bieten hat. Bei all der Kritik muss man aber auch sagen, dass sie einfach von Natur aus gute Musik spielen, sodass man sich die 45 Minuten sicher und entspannt anhören kann. Far From Refuge bietet ein nett anzuhörendes Zupfspiel an der E-Gitarre, Sunrise In Aries ist so opulent wie der Titel es ankündigt und Beyond the Dying Light beendet als Schlusstrack mit einem wunderbaren Aussetzer in der Energie-Phase das Album versöhnlich. Zwischendrin ist es eben wie gesagt das gewohnte God Is an Astronaut-Play, in denen hin und wieder mal das Klavier ausgepackt wird, ansonsten aber schlicht bleibt.

Platz 12: Godspeed You! Black Emperor - F♯A♯∞
Mit der Zeit war klar, dass ich mir früher oder später das erste richtige Post-Rock Album überhaupt anhören würde, was nun endlich geschehen ist. Und es ist wie ich es mir vorstellte: Ungeschliffen, unstrukturiert und relativ episch. Würde man von einem klassichen Post-Rock Album sprechen, läge man komplett falsch. Es hat ziemlich wenig mit dem zu tun, was man heute zu hören bekommt. Wie früher üblich wurden sehr viele Field-Recordings und Voice-Samples genutzt, wenngleich diese hier mal mehr mal weniger gelungen sind. So ist der Monolog in The Dead Flag Blues prächtig ausdrucksstark, düster von der tiefen Stimme vorgetragen und in Verbindung mit den einsetzenden Streichern im Hintergrund Gänsehaut-erregend. Doch die folgenden, ich muss es einfach betonen, ewig-langen ... ich weiß nicht, Schleif-Geräusche sind nicht besonders hilfreich. Dennoch ist es im Anschluss wunderschön wenn die Gitarre einsetzt, die auf herrliche Weise ihr Thema ausarbeitet. Man könnte jetzt viel von den bemerkenswerten Momenten bietet, die das eine Stunde dauernde Werk zu bieten hat, doch ebenso könnte man über die immer wieder aufkommende Monotonie mitten in den Lieder sprechen, die einfach dann und wann aufkommt und übertrieben lange anhält. Ich halte mich jedoch etwas kürzer, da ohnehin in all den Jahren genug zu diesem prägenden Werk gesagt wurde und empfehle jedem, sich diese eine Stunde mal zu gönnen, einfach um mitreden zu können.

Platz 11: Baulta - Deeply sorry to interrupt your megalomania
Nie waren verzerrte E-Gitarren so gefühlvoll, so verletzlich, so nah wie in Baulta's Debütalbum "Deeply Sorry to Interrupt Your Megalomania". Die Finnen schaffen es, den Hörer gleichwohl dazu zu bewegen, den Kopf im Rhythmus der Powerakkorde mitgehen zu lassen, sich im nächsten Moment jedoch inne halten zu halten und die Schönheit des Sounds zu genießen. Die Band zeichnet in einem eigenen Stil, der grundsätzlich sehr hart erscheint, auf eine spezielle Weise jedoch nicht das künstlerische außer acht lässt. Das Tempo wird immer wieder angezogen und heruntergefahren, Experimente im Background werden vorgenommen und lassen so nie eine stumpfe Lärmmonotonie zu Stande kommen. Die pulsierende Lead-Gitarre wird bei ihren Riffs oftmals von aufbrausenden verzerrten Gitarren unterstützt, sodass oftmals das Bild von Unnachgiebigkeit aufkommt. Doch auch ruhig haben die Skandinavier einiges zu bieten, am besten zu beweisen mit dem Song Black lodge/ White lodge, einem der schönsten in diesem Ranking. Gitarre, Drums und Klavier spielen so arg verlangsamst, dass die Melancholie tragisch wandelnd vor dem geistigen Auge Gestalt annimmt. Wenn dann noch diese perfekte Pause, bewirkt von Drums und besonders dem Bass, eingefügt wird, ist das Werk perfekt. Doch zu der Traurigkeit mischt sich hoffnungsvoll lärmende E-Gitarre, die sich ihrer Energie nicht scheut und mitreißt, wie es erwünschenswert ist. Obgleich die Band ihrem Stil durchgehend treu bleibt, ist die Wandlungsfähigkeit des Albums enorm. Arctic hymn glänzt durch vollbrachtes (unverzerrtes) Gitarrengespiel, während Baldwins ugly lamb und Grr Grr durch oben genannte Power punkten.

Platz 10: Lana Del Rey - Born to Die
Mainstream hin oder her, diese bombastische Stimme wird jeder Mensch anerkennen müssen der etwas auf sich und speziell seinen Musikgeschmack hält. Und hört man generell nicht viel Radio fällt einem das kommerzielle Ziel der Scheibe vielleicht gar nicht so stark auf. Denn man muss sagen, auch wenn die Refrains übermäßig oft wiederholt werden, wie es nunmal typisch für Radiomusik ist, können doch die meisten Lieder wirklich auch auf dauer überzeugen. Besonders die Arrangements wissen zu überzeugen, die sich im Wesentlichen auf E-Gitarre und Streichersound beschränken, natürlich unterstützt vom Bass. Und das alles schön individuell, auch wenn man das von den Texten eher weniger behaupten kann. Im Grunde dreht sich alles um mehr oder weniger verbotene Liebe, was nicht wirklich für Fortschritt steht. Doch bei der Stimme wird sogar bei weniger anspruchsvollen eine große Atmosphäre erzeugt. Wenn sie in National Anthem ihre Stimme hebt und diese über den Streichern und leicht angeschlagenen Klaviernoten so leicht schweben lässt, wird das beim intensiven Hören zu einem nicht zu unterschätzendem Erlebnis. Auch Radio ist so ein Song, bei dem unglaubliche dreimal die Gangart gewechselt wird und der wirklich, wirklich ein extrem hochklassiger Song wäre, wenn nach dem dritten Chorus anstatt einem Vierten Mal ein nichtmal besonderes Solo auf dem Piano oder der Gitarre kommen würde. Ist leider nicht so und so bleibt dem Album insgesamt, da es auch das Niveau zu halten weiß, nichts weiter als Platz 10. Eigentlich ein sehr gutes Ergebnis für ein Mainstream-Werk, doch bei der Stimme, noch besser verpackt (wie gesagt, die Arrangements sind bereits erstaunlich gut) und mit noch abwechselnderen Texten wäre noch durchaus mehr drin gewesen.

Platz 9: Cloudkicker - Let Yourself Be Huge
Ein sehr einfach gehaltenes Album, bei dem A- und E-Gitarre gleichermaßen fabriziert werden. Der Solokünstler Cloudkicker macht dies dabei so gekonnt, dass man vor aufkommender Entspannung und Begeisterung für die einfache und doch packende Musik schnell in guter Laune verschwindet. Zum Aufbau: Die vier größeren Songs werden jeweils alle von einem etwas kürzerem angekündigt, wobei das Kürzere von der Genialität mit allem anderem gleichzusetzen ist. Mit Welcome Back wird man sanft in das Album eingeleitet, das mit Explore, Be Curious zu experimentieren beginnt. Zu Bass, Akustik und E-Gitarre mischen sich nach und nach Drums, Percussions und meinetwegen Rasseln, wobei immer eine Lässigkeit gewahrt wird, die sich durch das ganze Album zieht, mal etwas melancholischer wird, aber auch mehr Zielstrebigkeit zu zeigen weiß. Das Instrumental-Play ist wirklich perfekt und auf die besagte Weise individuell, dass Cloudkicker hier ein weiteres Novum in meiner Musiksammlung schuf. Zu Bemerken ist seine naturgegebene Lässigkeit besonders in dem Song You and Yours, den er völlig überraschend mit lauten und verzerrten E-Gitarren startet, dann jedoch in so neckischen und sanftem E-Gitarrenspiel enden lässt, dass es einen in den Fingern juckt.

Platz 8: I Spell It Nature - A Story Of...
Kehren wir zurück zu waschechtem Post-Rock, der vor Qualität nur so strotzt. Bei I Spell It Nature sitzt so gut wie alles, in einer munteren Stimmung werden hier gewohnt abwechslungsreiche und wunderschöne Songstrukturen zum Besten gegeben. Das Album klingt allgemein wie die perfekte Mischung aus Take Care, Take Care, Take Care von den Explosions und This Will Destroy You. Zwar nicht so offenbarend und ungemein ergreifend wie die beiden genannten Werke, doch schon lobenswert stark. Die Soundqualität auf Bandcamp weiß allgemein zu gefallen, das Mastering ist für einen (selbst in der Branche) weitesgehenden "No-Name" hervorragend. Zu sagen bleibt da nicht viel, einfach ein Album das vorne und hinten zu überzeugen weiß, bei dem jedoch auch klar wird, welche Künstler hier Vorbild waren, sodass nicht wirklich Revolutionäres zu statten kommt.

Platz 7: Years of Rice & Salt - Nothing of Cities
Ich weiß garnicht, warum ich mich bei diesem Album so wohlfühle, warum mir hier alles so vertraut vorkommt. Der Sound kann es nicht sein, der zwar auch von normalen Post-Equipment aber auch von auftönenden Geigen und Trompeten gestalten wird. Ich denke, es ist vielmehr die Harmonie, mit der sich all diese Instrumente gegenüberstehen. Mit der Zeit fällt einem erst auf, wie erschrecken viele es wirklich sind, teilweise scheint ein halbes Orchester (Inklusive einem ganz starkem Klavier) im Studio gastiert zu haben. Der Spannungsaufbau ist durch die genannten Abwechslungsfaktoren nie langweilig, besticht durch immer wieder neu einsetzende Elemente, während der Höhepunkt durch kontrollierte und gewollte Soundgewalt punktet. Die Songs sind dabei so ausführlich ausgearbeitet, dass man sich als Hörer ständig den baldigen Ausbruch herbeisehnt. Auch mit wiederkehrenden Themen hält einem "Nothing Of Cities" vor, wie kompakt und homogen dieses Werk doch ist. So brauch man auch etwas Zeit, um ganz mit dem Album im Verständnis zu sein, doch hat es mit 50 Minuten eine beträchtliche Zeit um seine ganze instrumentale sowie musikalische Vielfalt ausleben zukönnen.

Platz 6: Overhead, The Albatross - Mr. Dog
Wer innerhalb von 13 Minuten derartige Auswüchse musikalischer Gewalt und Schönheit kreieren vermag, wer so oft das Tempo steigern und wieder senken kann und wer allen Strukturen zum Trotz so viele aneinander gereihte Höhepunkte zu bieten hat darf sich wirklich als Inbegriff der Kompaktheit bezeichnen. Was Overhead, The Albatross da schaffen, ist nahezu unfassbar. Was andere Bands für Longplayer von 45 Minuten, wenn nicht sogar 60 Minuten nutzen würden, komprimieren die Iren hier auf satte 12 Minuten und 58 Sekunden. Es wird nicht eine Sekunde an Zeit verloren, ohne dabei jedoch Steigerungselemente außer Acht zu lassen. Doch die Band versteht es wie keine Zweite, nahtlose Übergänge aus Melodien herzustellen, dass der Übergang selber zur Melodie ist und am Ende beides nicht mehr voneinander zu unterscheiden ist, sodass man am Ende wirklich beim Rekonstruieren dieses Albums verzweifelt. Nun muss dazu gesagt werden, dass der Sound der Band an sich schon wirklich imponierend genug ist. Die Rock-Schiene ist mit Kraft und Zärtlichkeit bestens bestückt, während Geigen das dramatische Steigerungspotenzial in den Songs verdoppeln und dann schlussendlich auch ausfüllen. Gerne würde ich behaupten, dass eine Ideenvielfalt wie diese unmöglich über mehr als einen Shortplayer zu halten ist, doch beweist beispielsweise The Destruction of Small Ideas von den 65daysofstatic das Gegenteil. Nichtsdestotrotz ein wirklich faszinierendes Stück, bei dem jeden Post-Rock Fan das Herz aufgehen wird.

Platz 5: Arcade Fire - Funeral
Mein zweites Arcade Fire-Album, nach The Suburbs. Es ist von 2004, was ja eigentlich garnicht so schrecklich lang her ist und doch fällt direkt auf, dass die Soundqualität nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist. Auch sei gesagt, dass Funeral gleich zwei Lieder hat, die ich nicht höre, weil ich sie schlichtweg nicht mag (Une Annee Sans Lumiere und Crown of Love). Ersterer ist zwar poppig ganz gut gelungen, dafür vom Gesang her zum Einschlafen lahm gesungen. Zweiterer geht einfach überhaupt nicht klar, bedingt durch die Tatsache, dass er selbst im Radio-Zeitalter dass einfachste und gleichzeitig Kitschigste ist, dass ich seit langem gehört habe. Dennoch stehe ich unglaublich auf dieses Album. Es hat wirklich Charme, ist ideenreich und höchst emotional vorgetrangen. Dabei bekommen Arcade Fire ganz viele Pluspunkte dadurch, dass sie eine selten gesehene Storyline aufrecht erhalten, wie man sie schon bei The Suburbs bestaunen durfte. Schon der Start ins Album ist wunderbar, wenn sich Klavier und Streicher steigern und bündeln und dann im rockigem Stil weitermachen. Immer wieder hat das Album wundervolle Momente zu bieten, sei es, weil sie so ehrlich gefühlvoll gesungen sind oder weil sie einfach ganz stark vom Text her sind und einfach zum Mitsingen einladen. Verstärkt wird letztere Tatsache durch den oftmaligen Einsatz eines Chors, der die Melodien oder prägnanten Textstellen vertont. Die Instrumente sind, abgesehen von der Soundqualität, immer gut gespielt. Die verzerrte Gitarre gibt gleich zu Anfang häufig schon Tempo in den Song, die Drums setzen unterstützend ein. Am herrlichsten sind jedoch die Hintergrundelemente, von Glockenspielen bis zum Akkordeon immer stark. Trotzalledem verliert das Album nie sein rohen ungeschliffenen Charakter, der auch beim Gesang exzellent zu hören, wenn der Sänger beispielsweise in Neighborhood #2 (Laika) im Refrain einfach aus sich herausschreit. Auch die Sängerin absolviert ihre Einsätze teilweise hervorragend, In the Backseat ist schaurig schön und besonders gefühlsstark gesungen. Alle Songs bewegen sich also auf einem ganz hohem und auch individuellem Niveau, sieht man einmal von den beiden genannten Ausrutschern ab.

Platz 4: North Atlantic Drift - Canvas
Genau so stelle ich mir die Perfekte Mischung aus Post-Rock und Ambient vor. Ruhig, dramatisch und mit den ganz besonderen Momenten bestickt, die wunderschöner nicht hätten sein können. From the Static schält sich langsam aus dem Nebel, Gitarren werden hörbar und ein Bass setzt ein. Die Wellen, die zu hören waren, nehmen einen abrupten Abbruch, sobald ein dumpfes Knallen ertönt: Das Schiff hat angedockt. Man merkt, der Fantasie wird hier keine Grenzen gesetzt. Alles ist in eine so perfekte Atmosphäre getaucht, vertraut und doch grenzenlos, funkelnd und düster. Aber nicht wahllos, ganz und garnicht, hier macht eindeutig die Kombination den Unterschied. In dem Song North Atlantic Drift wird dies besonders deutlich. Die Ambient-Sounds sind so düster, als würde man unter einem tiefschwarz bewölktem Nachthimmel stehen, sogar Donner ist teilweise zu hören. Und man ist sich sicher, dass irgendwo her ein Licht kommen wird. Der Bass setzt ein und meine Nackenhaare stellen sich aufrecht, denn man weiß instinktiv, dass etwas wundervolles passieren wird. Und dann ertönt das glasklare Synthesizer-Xylophon. Wow. Betrachtet man das Album mal im ganzen, ist vieles ein untergründiges, depressives Tonbild. Doch die wenigen Momente, in denen sich die Spannung, so riesig wie sie wird, entlädt, sind umwerfend, wundervoll und zum Heulen schön. Waiting in the Afterglow zelebriert dieses Gefühl und beinhaltet all das, wofür Schönheit steht. Wo kämen wir hin, wenn es solche Musik nicht mehr gäbe? Aber fernab von diesen hochemotionalen Liedern gibt es auch welche, die sich auf anderer Ebene bewegen. Bei Asleep in the Waiting Room fühlt man sich wie ein Soldat auf Entdeckungstour in fremden Terrain, auf's äußerste gespannt jedoch sind nur verlassene Schießgruben und die endlose Tundra zu sehen. Ambient vom feinsten eben. Zur Mitte werden sie mit Luminous dabei sehr ambientig und bestätigen mit Cloud Atlas diesen kurzen Hänger. Natürlich bleibt diese Phase kaum im Gedächtnis, da einem vielmehr all die wundervollen Momente im Kopf bleiben und für Ohrwürmer von anderer Art sorgen.

Platz 3: Moss Of Aura - Wading
Lebensfreude pur bekommt man mit Moss Of Aura's Wading vorgesetzt. Bei jedem Song sprüht es nur so vor Elektrizität, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn alles was Moss Of Aura-Genie Gerrit Welmers zum erschaffen dieses farbenfrohen Musiktempels braucht sind sein Synthesizer und sein Bass, inklusive Elektro-Drums. Mehr nicht. Denn aus ihnen holt er so viele Melodien, so viele Glücksmomente heraus, dass weitere Instrumente nur sein einwandfreies Klangbild verdorben hätten. Es ist ein Album, bei dem man jedem Song seine Zugehörigkeit direkt anmerkt. Dennoch klingen diese keineswegs gleich. Jeder hat sein eigenes Wiedererkennungsmerkmal, seinen eigenen Höhepunkt und doch hebt jeder gleichermaßen die Gefühlslage des Hörers. Man möchte sich einfach im Sound von Wading verlieren, sich unwillkürlich zu den Tönen bewegen und diese Musik ausleben. Denn der Sound ist großartig bespickt mit allen möglichen Elementen. Synthies sind heute ja im Stande so gut wie jedes Instrument zu imitieren, dass es gibt. Welmers beschränkt sich jedoch größenteils auf Elemente von Flöte, Percussion, Streicher u.Ä., zusätzlich zu dem eigentlichen Elektrosound, der größtenteils im Vordergrund steht. Und unglaublich hohe Wellen annimmt, wenn es erstmal so richtig losgeht. Zu Anfang tastet sich Wading noch ein wenig an den Hörer heran, wenngleich Neville und Chase schon sehr harmonisch daher kommen. Doch wenn dann mit Bling und Sweat aus allen Löchern Hochgefühl tönt, zieht sich dies durch das ganze restliche Album. Alle Lieder haben einen eigenen, wundervollen Charakter zu bieten und heben jede Stimmung. Die geforderte Hingebung zu geben ist aufgrund der musikalischen Qualität nicht allzu schwer.

Platz 2: Jeniferever - Silesia
Schon das prächtige Artwork von Jeniferever's Silesia bereitet auf die Stimmung des Albums vor: Ein gigantischer Berg, wunderschön detailliert gezeichnet und dennoch kalt und abweisend. Wie Sirenen erklingen die ersten Töne von Silesia, die Instrumente setzen ein. "From Movement to Calm, a Ca-a-all and the Music stops." lauten die ersten Worte, gesungen von Kristofer Jönson's hervorragender, zerbrechlicher, gefühlsbetonender Stimme. An seine Melodik muss man sich anfangs gewöhnen, da die Texte wie eine Geschichte geschrieben wurden und Jönson die Worte nicht nach beliebem ändern konnte, um sie in passende Reime zu bringen. Doch eben diese Kunst, erzählende und musikalische Einheit zu erzeugen, erweist sich nach mehrmaligen Hören als ausgezeichnet gelungen. Die Gefühle werden so stark in Verbindung von Text, Musik und Gesang übertragen, dass man teilweise wirklich meint, der Sänger habe erlebt wovon er singt. Was für ihn nicht zu hoffen ist, denn die Story, die er präsentiert, ist ebenso dramatisch wie tief rührend. Die Flucht aus einem Ort, an dem Schreckliches geschehen ist, wird geschildert, bei dem der Protagonist und seine Freundin noch im Kindes- oder zumindest Jugendalter zu sein scheinen. Was die Sache umso berührender macht, wenn die beiden sich in Dover voller Mut und Hoffnung in besagte Stadt begeben und sich dann zum Ende des Songs mit gefesselten Händen und mit Gewichten beschwert in einem Fluss wiederfinden. Dabei singt Jönson nicht über die tiefe Enttäuschung, sie ist einfach aus seiner Stimme rauszuhören, die hoffnungslos gebrochen und verloren klingt. Doch auch Instrumental spielt die Band auf ganz hohem Niveau, nicht umsonst ist sie trotz Gesangs in der Post-Rock Szene höchst akzeptiert. Denn ein Großteil der Songs besteht eben aus musikalischem Material, sei es im Hintergrund oder im Vordergrund. Bei den Gitarren ist je eine verzerrt und eine nicht, die Drums sind nicht allzu aufdringlich und die experimentellen Elemente sind allzeit elegant und grandios eingebracht, wie das Glockenspiel in Waifs & Strays. Sie bewegen sich so gut im Instrumentellen, dass sogar in Where The Hills Fall Towards The Ocean vor den einsetzenden Textzeilen klar ist, worum es sich in dem Song dreht. Aufgrund der Storyline ist das Album natürlich in sich total stimmig, treibend und von der erzählenden Chronologie spannend gestalten. Top!

Platz 1: Arctic Monkeys - Whatever People Say I Am, That's What I'm Not

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