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3. Dez. 2008, 22:12

Manche Menschen wissen, dass ich eine tendenziell negative Meinung von Interpreten wie 50 Cent hab, was vor allem daran liegt, dass mir dieses ganze Ich-bin-besser-als-wie-du-Chose ziemlich auf die Nerven geht. Das ist eigentlich nicht weiter schlimm, weil man Lieder, die man nicht mag, ja auch einfach missachten kann.
Leider hat der Gangstarap-Boom Anfang/ Mitte der 2000er aber meinen gesamten Respekt (schönes Wort in diesem Kontext, oder?) auch vor ernstzunehmenden Hip-Hop-Musikern gegen Null tendieren lassen, was wirklich schade ist, da ich eigentlich der Ansicht bin, dass Hip-Hop ein wichtiger und künstlerisch kaum zu unterschätzender Teil der Musikgeschichte ist.
Zum Glück ist die chartsbestimmtende Übermacht des Mainstream-Hip-Hop zumindest in Deutschland mittlerweile aber nicht mehr gegeben und so kann ich mich auch wieder ohne Angst vor tonalen Übergriffen im Sprechgesangviertel der Musikstadt bewegen. Insbesondere die Sampling- und Produzentenqualitäten von Kanye West beeindrucken mich sehr, auch wenn ich mit seiner Art nicht gut klarzukommen vermag.
Wo wir grade bei Samples sind: Eins der meistgesampelten Lieder der Geschichte ist sicherlich „The Big Beat“ von Billy Squier:

(direkt zum YouTube-Video)

Auch wenn man das Lied selbst nicht kennt, ist einem der Beat sicherlich schon einmal untergekommen. Das bekannteste Beispiel ist „99 Problems“ von Jay-Z:

(direkt zum YouTube-Video)

Für diesen Song hab ich mir vor ein paar Jahren sogar das „Black Album“ gekauft, denn der Beat hat mich einfach nicht mehr losgelassen und bei YouTube & Co. wurde das Lied konsequent gelöscht (und ist wie im obigen Beispiel bis heute nur in schlechter Qualität zu sehen). Ich dachte, mit „99 Problems“ wär das Potenzial dieses Beats schon ausgereizt gewesen. Dann kam allerdings Dizzee Rascal und sampelte Billy Squiers Beat für sein Lied „Fix Up, Look Sharp“. Er hielt sich dabei ein wenig mehr an das Original als Jay-Z, holte aber in meinen Augen noch mehr raus:

(direkt zum YouTube-Video)

Lieder können mich zwar nicht allein nur durch ihren Beat zu extensivem Hören bewegen (dazu braucht es dann doch etwas mehr), aber ich freu mich trotzdem immer, wenn ich den Beat irgendwo vernehme – und das ist immerhin mehr, als ich von einem Hip-Hop-Lied noch vor drei, vier Jahren gedacht hätte.

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