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  • Replay #März2013

    7. Apr. 2013, 9:51

    Great Lake Swimmers

    Eine interessante Gruppe. Sehr dezent, beinahe schon so sehr, dass man meinen könnte, da sei gar nichts. Dann aber die wundervolle Stimme des Sängers, die feinen Arrangements, dieses Gespür für kleine Spannungen, die Wogen des Songs. So vieles ist eingefangen und so vieles bleibt hängen.
    Und spätestens bei einem Song wie Changing Colours zieht es auch mich mit.

    Belle and Sebastian

    Die sind toll! Zunächst einmal liebe ich die Stimme des Sängers. Dieses leicht Verschlafene, Ruhige und auch Zerbrechliche. Dazu eine Musik, die ich zunächst am Ehesten als "leicht" betiteln würde, dann aber sehen würde, alle negativen Konnotationen davon abzustreifen. Denn glatt, platt oder leer klingt hier gar nichts, dafür sind die Songs viel zu fein komponiert, abwechslungsreich und lyrisch sehr auf eine vielseitige Identifikation angelegt. Die Lieder auf ihrem Album If You're Feeling Sinister machen es mir ganz einfach leichter, mit den Sorgen, die sich immer wieder so ergeben, umzugehen.

    Death Cab for Cutie

    Plans ist toll. Sehr melancholisch bis traurig und immer ein wenig von diesem Gefühl der Verlorenheit getragen. Aber auch warm. Eine endlose Leere, eine unendliche Schuld und Angst treffen hier auf Rückhalt, Klarheit und ein kleines Lächeln.
  • Replay #Feb2013

    5. Mär. 2013, 9:24

    Magisch: Sóley

    Bis jetzt hatte ich wegen Kate Bush und Bat for Lashes keinen Eintrag, in dem nicht ein Künstler vorkommt, der magische Musik macht. Mit Sóley gehts so gleich weiter.
    Isländische Musik war für mich ja immer für positive Überraschungen gut, hier setzt sich das nur fort. Ein bisschen erinnert mich das Album We Sink an Animal Collective in Sung Tongs-Zeiten. Dieses leicht minimalistische Holzhaus-Flair. Der Vergleich hinkt jedoch, sobald das Elegische des Klangs hörbar wird. Die Musik ist nur soweit experimentell, solange es der verträumt-schönen Stimmung dient. Krasse und abstrakte Ausbrücke wie bei Animal Collective gibts nicht.
    Als Anspieltipp (der sich sogar herunterladen lässt) würde ich das großartige I'll Drown empfehlen. Spätestens mit dem Piano ist in mir alles in Bewegung.

    Mumford & Sons

    Pathetisch und schön. Das ist Sigh No More. Dieses Krachende ihres Sounds und durchaus auch das Geschliffene. Ich mag beides.
    Der Einstieg ins Album ist großartig, melancholisch und kraftvoll. Winter Winds, White Blank Page, Little Lion Man und Dust Bowl Dance sind ebenfalls wunderbare Songs. Dazwischen nicht immer so mitreißend, aber doch schön. Ein schlechtes Lied finde ich auf dem Album nicht.
    Ich glaube, wenns mir miserabel geht, ist diese Musik die richtige. Sie greift die Trauer auf und lässt sie zu Kraft werden. Am Schluss steckt dort Schwung, wo vorher Lähmung hing.

    Nick Cave

    In letzter Zeit, vor allem unterwegs, höre ich gerne Nick Cave and the Bad Seeds. Gerade die drei ersten Songs des Albums No More Shall We Part sind so eindringlich wie es für mich auf diese Art nur Cohen-Songs sind. Die Lyrics sind wenig hermetisch, geben insgesamt aber viel Deutungsspielraum, gerade da sie viele Fragen aufwerfen.
    Und die Musik! Zum einen ist die Stimme von Nick Cave nicht nur an sich großartig einzigartig, sondern wird von ihm in so vielen Nuancen verwendet, dass die Texte allein darüber schon viel erhalten. Die Instrumente halten sich zurück, wirken aber zu einer starken Atmosphäre zusammen.
    Die Musik würde ich als ruhig, aber gespannt bezeichnen. Die Farben, mit denen Nick Cave malt, als dunkel, braun und blau.
  • Wunderbar #Roads / Portishead

    20. Feb. 2013, 18:21

    "How can it feel this wrong?"

    Was ich mir unter Zerbrechlichkeit vorstelle, dahingehender Liebe. Roads ist ein wundervoll trauriges Lied. Keins zu dem man verzweifelt, eher eins zum leisen Atem.
    Und dann eine Träne.

    "From this moment, how can it feel this wrong?"


    Hübsches Selfmade-Video auf Vimeo: http://vimeo.com/22033449
  • Wunderbar #Just Like Heaven / The Cure

    7. Feb. 2013, 17:53

    Just Like Heaven ist eines der schönsten Liebeslieder, die ich so kenne. Zu Beginn in Synthis schwelgend, dann das wunderbare, für mich so nirgendwo anders gehörte Gitarrenspiel. Robert Smith, dessen Stimme ich manchmal auch albern finde, fügt sich darin nahtlos und wunderbar ein ("you're just like a dream").
    Sehr melancholisch, verträumt, sehr wolkig und fast schon kitschig. Aber nur fast. Für mich trifft es das, was ich Zuneigung und vielleicht auch Leidenschaft nenne, nämlich perfekt. Da ist nichts übersteigert und fremd. So verträumt der Song auch ist, so nahe ist er bei mir. Er trifft dieses Gefühl und ich kann mich schrankenlos darin fallen lassen. Darum liebe ich ihn.

    http://vimeo.com/19242828

    [Hier leider nur als Vimeo-Link, ohne Einbindung. Youtube mag mal wieder nicht. Dafür das original Musikvideo mit komischer Synchro und leichtem Kitschfaktor!]
  • Wunderbar #Dormi / Helium Vola

    6. Feb. 2013, 16:13

    Es gibt wohl kein Lied, das sich für mich so anfühlt wie Dormi.
    Langsam und getragen - warm. Aber auch weit und sphärisch. Es ist, als würde mich jemand auf eine Reise mitnehmen. Und so weit diese Reise auch wäre, diese Person wäre immer bei mir und so wäre es Ferne und Nähe zugleich.

    Das Lied kurz vor dem Schlafengehen zu hören ist eine wunderbare Erfahrung.



    [Am Besten ohne einen Blick auf das Video laufen lassen. Den Fantasy-Kitsch braucht das Lied, die eigene Fantasie, nicht.]
  • Wunderbar #Gravity / Jamie Woon

    4. Feb. 2013, 14:45

    Wieder kein Song, der mich fröhlich stimmt. Doch während Real Love noch seine erdigen Momente hatte, gerade darin auch seine Traurigkeit, so besitzt Gravity nur noch Schwerelosigkeit und Leere. Die Stimme hallt durch einen wahrscheinlich endlos großen Raum, in dem nur scheinbar niemand nichts berührt.
    Ein wunderbarer Abgesang auf alles.
  • Wunderbar #Real Love / Beach House

    3. Feb. 2013, 17:00

    "Wunderbar" ist ab jetzt alles, was mich spontan begeistert und über das ich schreiben will. Natürlich rein musikalisch gemeint! Meist sind das wohl Tracks, aber mal schauen, was sich noch so ergibt, was sich noch so vom Gefühl erfassen lässt.

    Anfangen möchte ich mit dem wunderbaren Real Love von Beach House. Dieses zaghafte Piano zu Beginn, dann darüber diese traurig schwelgende Melodie, die Stimme ebenso schwach wie schön. Alles scheint zu beben. Ich bin weg. Könnte heulen und dann nur noch glücklich sein über diese Musik. Die Liebe zum Leben. Das Leben der Liebe.

  • Replay #Jan2013

    2. Feb. 2013, 18:20

    Und das neue Jahr hat begonnen. Und es gibt einen neuen Eintrag. Und da ist er.

    1. Das wundervolle Album "Valtari" (Sigur Rós)

    Als ich mir Valtari zugelegt hatte, fand ich es ganz nett. Ja, überhaupt nicht so öde wie von mancher Seite so behauptet. Ruhig, schwelgender, ja, aber auch nicht langweilig. Na ja, andererseits, begeistert hat es mich auch nicht. Es hat mich nicht mehr so gepackt wie damals Takk..., das mich spätestens mit dem Einsetzen des Basses beim großartigen Glósóli weggerissen hatte. Hier war es eher eine warme Wasserfläche, auf der ich getrieben bin. Den Kopf etwas zurück, ein Stück tiefer und das Brausen des Wassers war an den Ohren zu spüren. Tiefer kam ich, kam es, nicht.
    Doch plötzlich fiel mir ein Track auf, Varúð, der mit einem Schlag dort war, wo vorher weniger war. Und plötzlich war da ganz viel. Um den Track herum ergaben sich wunderbare Texturen und mit ihm endlich die Strömung. Und weg war ich. Ein wirklich starkes Stück Musik. Anspieltipp wäre ganz klar besagter Track. Er knüpft noch am ehesten an das kraftvolle Takk... an und hat zugleich schon viel von der schwelgenden Stimmung des restlichen Album. Der dann ganz einfach folgen und weg.

    2. Endlich einmal Bat For Lashes

    Als Freizeit- und Gelegenheitshipster bleiben mir auch Trends und Hypes nicht egal. So hatte ich schon lang interessiert gelauscht, was so über Bat for Lashes gesagt wurde. Jede Menge Gutes. Und da letzten Monat ausnahmsweise mal kurz Geld da war, habe ich mir kurzerhand das neueste Album The Haunted Man besorgt.
    Huh, was war das? Tolle Stimme, ein leicht tranceartiger, von schwerer Elektronik getragender Refrain, poetische Lyrics... Verzaubert. Lilies ist ein Meisterstück. An dessen Intensität kommt dann kein Track mehr ran. Trotzdem: Das ganze Album über, bei jedem Track, ist eine magische Stimmung drin. Darüber diese großartige Stimme.
    Braucht aber auch Zeit, da sich mir auch nach dem vierten Hören nicht jeder Track öffnet. Aber jeder hat was. So bleibe ich dran und kann mich hingeben. Ohne Anstrengung, aber mit viel Genuss.
    Ach ja, die Ähnlichkeit zu Kate Busch ist gegeben. Daher auch schon wieder die Magie hier.

    3. Zurück zu den Flaming Lips

    Endlich The Soft Bulletin! Auch wenn ich von der Atmosphäre auf Yoshimi Battles The Pink Robots sehr fasziniert war, war das Album als Ganzes doch weniger anziehend. So richtig packend war kein Track, so richtig durcheinander hat mich auch kein Track gemacht. Also nicht mal der Animal Collective Bonus. Trotzdem ab und an gern gehört.
    The Soft Bulletin ist anders. Vielschichtiger, bunter, zerfahrender. Ich liebe Songs, die ständig Tonfarbe und Stimmung ändern. Also hat mir auch das Album gefallen. Dabei singt mir der Sänger beinahe zu naiv, gutgläubig (über die Texte ist damit noch nichts gesagt), sodass wohl auch die glücklichsten Familien was von der Musik hätten. Und irgendwie würde der Musik auch ein schöner Vorgarten stehen.
  • Replay #Dez2012

    4. Jan. 2013, 18:48

    Intro: Ursprünglich wollte ich zum Ende jeden Monats meine Albenfavoriten nennen. Das habe ich erstmal abgeblasen (die Rückstände sind aber weiterhin sichtbar! Look for them!). Glaube nicht, dass ich jeden Monat so viele ganze Alben zu nennen hätte. Einfacher ist es da, die kleinen musikalischen Erlebnisse festzuhalten. Die sind viel charakteristischer und zwingen auch etwas zur Detailverliebtheit in der Erinnerung daran - da macht mir das Schreiben und Erinnern gleich viel mehr Freude.

    ---

    1. Wiederentdeckung Kate Bush

    Wie man anhand meiner Plays sehen kann, ist Kate Bush zurück. Tatsächlich habe ich sie schon lange nicht mehr so intensiv gehört. Daran ist hauptsächlich ihr tolles Album The Dreaming schuld, das ich an der Stelle nur empfehlen kann. Für mich ihr magisches Album, magischer als alles, was sie sonst so gemacht hat und das mag angesichts der Magie der Bush doch was heißen!

    Zudem ist mir ihr Musikvideo zu "Cloudbusting" in die Hände gefallen. Sehr liebevoll gemacht, passt sehr schön zu ihrer leicht schrägen, kindhaften Art, Themen anzugehen.



    Hier wieder: Magie. Bush bleibt mein Tipp wenn es um einzigartige Musik geht. Kenne nichts Vergleichbares. Nur Ansätze, nicht mal Kopien!

    2. Lob auf Leonard Cohen

    Ich liebe Leonard Cohen! Jetzt nicht körperlich und auch nicht platonisch, charakterbezogen aber irgendwie schon. Der Künstlertyp Cohen, der zwischen seinen Verflossenen und Begehrten hin und her murmelnd seine Zeilen schreibt, dann in die Stille eines Hotelzimmers singt, nur um schließlich bitter wieder seine Lippen zu schließen, hat auf seine Weise mindestens genauso viel Magie wie die Bush und noch dazu meine volle Sympathie. Jedes Mal wenn ich seine Stimme höre, geht es mir gleich deutlich besser, ich fühle mich plötzlich wieder in der Welt und in mir selbst. Und selbst wenn es im Schmerz passiert. Klingt nach Liebe? Ja, das meine ich.

    3. Ausblick auf Phoenix (Wolfgang Amadeus Phoenix)

    Ja, ich mag diese Band. Dabei finde ich sie gar nicht so zugänglich wie es wohl viele finden. Dafür sehr locker, ja, leichtlebig. Fast schon überzeichnet. Genau das, was ich mir unter dem inhaltslosen Modetag "indie" vorstelle. Und trotzdem auf keinen Fall langweilig oder abgegriffen. Ich finde es eher bemerkenswert, wie gut es Phoenix schaffen, aus verschiedenen Genres ein so flüssiges Album zu mixen. Das geht zwischen poppig (Lisztomania) und Experiment (Love Like A Sunset) ins Ohr und allerspätestens mit 1901 auch in die Beine.
    Jap, abgegriffene Phrase, aber genauso wie im Falle Phoenix trifft das scheinbar Abgegriffene hier genau ins Schwarze.
  • Heldenzeit in Freiburg!

    13. Jul. 2008, 12:29

    Zurück in die Studienstadt, zurück zum alten Studentenpack, für Judith Holofernes ein Wiedersehen, das natürlich auch mit ausreichend Musik gefeiert werden musste.
    Und wie sie mit ihren Helden gefeiert hat!

    Doch zu Beginn sei erst einmal Tele erwähnt.
    Diese Band (als "Special Guest" geladen) erschien doch recht unverbindlich auf der Bühne, vertrieb schnell einmal die Zweifel der Kurzsichtigen, machte deutlich, dass sie nicht die Helden sind.
    Dennoch sollte man ihnen gewisse Superheldenambitionen nicht absprechen, denn sie hatten doch tatsächlich die Gabe, das Publikum mit einer klasse Bühnenperformance und grundsoliden mitreißend-eingängigen Rock-Pop-Songs zu begeistern.

    Wir sind Helden selbst begeisterten nicht unbedingt mit einer doch recht deftigen Wartezeit, die mit Klatschwellen immer wieder herausgefordert wurde.
    Tat sich aber zunächst mal nix.

    Doch als sie dann kamen, kamen sie wirklich und das war eindeutig "Endlich Ein Grund Zur Panik".
    Das Publikum hatte gewartet und bekam also endlich was sie wollten und auch die Helden zögerten nicht großartig und brachten ihre Songs ohne große Umschweife durch's Programm.
    Dabei wussten sie auch mit netten Einlagen zwischen den Songs zu begeistern, so teilte sich die Band in zwei Hälften, jede Seite nahm sich eine Hälfte des Publikums und ließ sie wie die "Konkurrenz" miteinander um die Wette schreien.
    Ebenso war Judith engagiert das Publikum etwas in Bewegung zu halten und hatte einige Bewegungen vorbereitet, um die Songs etwas lebhafter zu gestalten, das Publikum war da auch ziemlich kooperativ und stürzte sich in's muntere Geschehen, zögerte dann auch nicht, wenn Judith dazu aufruf, mitzumachen.

    Und irgendwie war das Ganze dann auch wieder viel zu schnell vorbei, so kamen wir fix zur Zugabe.
    "Denkmal" war schlichtweg zu "kommerzorientiert", wurde also zunächst mal nicht gespielt, also ein "Du Erkennst Mich Nicht Wieder", dann aber ohne Umschweife zum Denkmal!

    Nach dieser Zugabe sollte aber noch einmal eine her, schließlich sind die Helden nun mal begehrt und nach diesem Konzert musste doch ein schöner abgerundeter Schluss gefunden werden.
    Also wünschten sie uns mit "Die Nacht" eine gute Nacht, eine wirklich zuckersüße.