Batcave's not dead - Das Crimson Night Festival

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11. Feb. 2010, 17:02

Sa., 21. Mär. – Crimson Night Festival

Batcave's not dead - Das Crimson Night Festival
Petra Müller, rocktimes.de

Die Erben der Fledermaushöhlen-Bands machen ihren Vorgängern alle Ehre mit hervorragendem Dark Wave Punk, und das kleine, aber feine Münsteraner Crimson Night Festival bietet dafür die richtige Plattform.
Schon lange haben Münster und ich nicht mehr derartig viele außergewöhnlich gekleidete Menschen mit so schönen bunten Iros gesehen, allein dafür hat sich die Anreise gelohnt.

Das mobid-kuschelige Triptychon war gut gefüllt, und los ging's mit der Köln-Bonner Band Lotus Feed. Mit ihrem melodischen Wave Indierock begeisterten sie die Gäste und blieben die positive Überraschung des Abends! Leider war die schöne Stimme von Sänger Alex katastrophal untersteuert, so dass wir im Wesentlichen in den Genuss der Gitarren und Bässe kamen. Dennoch ein Geheimtipp!

Graveyard Soul führten fort mit trashigem Electro Punk, der zeitweise an Ideal mit Ton Steine Scherben erinnerte, dann wieder an Neue Deutsche Welle mit Heavy Metal. Frontmann und Mastermind Oliver und gab alles, um die Mengen in den Bann zu ziehen - und kämpfte mit der Technik. Sehr chic das Foyer Des Arts-Cover "Hubschraubereinsatz".

Nach kurzem Umbau hörten wir Sickdoll And The Nuclear Shades. Frontmann Marcel erhielt unseren heimlichen Preis für den schönsten Iro, sang mit verblüffend tiefer Stimme zu seinen minimalistischen, atmosphärischen Sounds und wurde von Gitarristin Alex begleitet - inklusive atmosphärischem Verzerrer. Schöne Musik, tut nicht weh, mir gefällt's.

Ein Höhepunkt des Abends waren DIE ART aus Leipzig, die ihren Fans im Westen Deutschlands die Ehre erwiesen und entsprechend gefeiert wurden - mit pogenden Freaks vor der Bühne und einigen andächtig schwelgenden Zuschauern im Background. Abgestimmt auf das tanzwütige Publikum, enthielt das Set diesmal mehr punkige Songs. "Mark's Song" von der neuen Scheibe Funeral Entertainment passte hervorragend zu den nun fast 20 Jahre alten Klassikern "Sie Sagte" oder "Marian". Der großartige Gumprecht spielte "Black Dust" nach zwei gerissenen Saiten auf der weißen (!) Gitarre, und Sänger Makarios hätte authentischer nicht sein können. »Großartig« war der allgemeine Tenor.

Die legendären Fliehenden Stürme waren der Headliner des Abends, und das nun schon leicht erschöpfte Publikum pogte sich auf zu neuen Höhen. Die Stürme machen dichten, kompakten, schnörkellosen Punk mit klugen, bewegenden Lyrics, die Sänger und Gitarrist Andreas Löhr mit ernster Stimme vortrug. Ja, wir hören Dein bitteres Rufen.
Kaum zu glauben, dass drei Menschen auf der Bühne so gewaltige Soundwände produzieren können.

Nach fast 90 Minuten Konzert - etwa gegen 3 Uhr morgens- entließ die Band die glücklichen Fans in die Hände der DJs. Diese sind auch bekannte Meister ihres Fachs: Der Münsteraner Jan Endzeit, Miss Greenfield aus Leipzig und NeonForce aus München sorgen für die Anschlussparty.

Fazit: Eine Verbeugung an den Veranstalter für die absolut stimmige Bandauswahl und ein kleiner Punktabzug für die verbesserungswürdige Technik. Wir harren süchtig auf die nächste Crimson Night.


Quelle:
http://www.rocktimes.de/gesamt/e/events/crimson_night09/crimson_night09.html

Fliehende Stürme
Die Art
Sickdoll
Graveyard Soul
Lotus Feed

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