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  • Wacken 2012

    8. Aug. 2012, 13:19

    Thu 2 Aug – Wacken Open Air 2012

    Wenn man das diesjährige Wacken Open Air mit einem Wort beschreiben müsste, würden wohl fast alle der Festivalbesucher "schlammig" nennen. Alle, die etwas anderes sagen, sind dann offensichtlich bereits Donnerstag wieder abgereist, als es noch trocken war.

    Geplant hatten wir unserer Anreise eigentlich wie jedes Jahr bereits für Mittwoch, aber aufgrund des anhaltend schlechten Wetters, das selbst die Veranstalter dazu zwang, eine Anreise am Montag zu verbieten, damit die Campingflächen noch ausreichend trocknen könnten, entschieden wir uns doch erst Donnerstag anzureisen. Außerdem behielten sich die Organisatoren die Option offen, Camping und Parken zu trennen. Somit blieb auch der sonst übliche zweistündige Stau an der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen aus und wir konnten so auf die erste Fähre fahren. Schade eigentlich, denn dieser Stau gehört normalerweise mit dazu und hier beginnt normalerweise jedes Jahr Wacken für uns. Auch in und um Wacken selbst gab es bei unserer Anreise nicht einen Stau, da die meisten bereits Dienstag bzw. Mittwoch angereist sind. Die Ordner vor Ort lotsten uns dann in eine der (meiner Meinung) noch vielen Lücken auf den bereits besetzten Campingflächen. So bekamen wir einen Platz auf "R", unweit unseres Campingplatzes "Q" vom letzten Jahr, zugewiesen und schlugen unser Lager auf. Mir fiel wirklich ein Stein vom Herzen, als wir sahen, dass Camping und Parken doch nicht getrennt wurde. Auf dem Weg nach Wacken hat es am Donnerstag doch noch ziemlich heftig geregnet, so dass ich mit dem Schlimmsten gerechnet habe. Von unseren Nachbarn waren wir nach kurzer Zeit doch relativ genervt, da sie den ganzen Tag ein Lied von Santiano und zwei Lieder von Sabaton auf Dauerschleife laufen ließen. Zum Glück waren wir zu Faul unsere Zelte nochmal abzuschlagen und unser Lager in einer anderen Lücke nochmal aufzuschlagen, denn später sollte sich unsere Lage noch als relativer Glücksgriff erweisen.


    Das Wetter spielte am Donnerstag sehr gut mit. Es blieb trocken, so dass man sich gemütlich die brasilianischen Thrash Metaler Sepultura, die zusammen mit der französischen vielköpfigen Trommlerkombo Les Tambours Du Bronx ihre Show bestritten. Anschließend stand U.D.O. auf dem Plan, der zumindest mich nicht begeistern konnte. Auch er hatte Gastsänger mit im Gepäck: Doro (vergeht eigentlich mal ein Jahr, in dem sie nicht irgendwie in Wacken aufkreuzt?) und Lordi.
    In den nächsten Auftritt von den NWOBHM-Mitbegründern Saxon hatte ich eigentlich keine großen Erwartungen gesteckt, da ich bisher mehrmals erfolglos versucht habe mit ihnen auf CD warm zu werden. Aber ich muss sagen, der Auftritt war sehr gut. Stimmung, sowie Spielfreude der Band waren super. Ich glaube, ich muss denen doch nochmal eine Chance geben. :) Den Rausschmeißer an diesem Abend machten Volbeat, die hier ihre einzige europäische Show in diesem Jahr bestreiten sollten. Auch die sympathischen Dänen hatten vier Gastmusiker dabei. Zum einen Michael Denner von Meryful Fate an der Gitarre. Für "16 Dollars" holten sich Volbeat Jacob Øelund am Kontrabass mit auf die Bühne. Bedauerlicherweise ging der Kontrabass bei der Lautstärke etwas unter. Volbeat gaben allerdings auch die beiden Lieder vom aktuellen Album Beyond Hell/Above Heaven, die jeweils einen Gastsänger enthielten, zum besten. Aber nicht mit irgendwelchen "Ersatzsängern", sondern tatsächlich mit Mille Petrozza von Kreator in "7 Shots" und dem Napalm Death-Sänger Barney Greenway in "Evelyn".

    Der Freitag startete sonnig und warm, schon fast viel zu warm. Also schmierte ich mich enthusiastisch mit Sonnencreme ein, bevor ich mich Mittags alleine auf den Weg zu Sanctuary, Kamelot und Graveyard machte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass ich mir die Sonnencreme eigentlich auch hätte sparen können. Zu Sanctuary brannte die Sonne ziemlich stark vom Himmel, dass man durchs reine herum stehen ins Schwitzen geriet und sich eine Abkühlung herbei sehnte. Bei Kamelot bedeckte sich der Himmel ein wenig und es fing leicht, aber nicht weiter schlimm an zu tropfen. Herrlich dachte ich mir. Noch. Da Graveyard etwas weiter weg von den Hauptbühnen im neuen großen Zelt spielen sollten, hätte ich mich eigentlich rechtzeitig auf den Weg machen müssen. Zu meinem Verhängnis waren aber zwischen Kamelot und Graveyard 30 Minuten Pause, so dass für mich normalerweise keine Zeitnot entstanden wäre. So machte ich mich erst relativ spät auf den Weg, als mich der etwas zugenommene Regen nervte. Ich hatte ungefähr die Hälfte des relativ kurzen Weges hinter mir, als die ca. 30 Minuten begannen, in denen sich Wacken in eine einzige Schlammwüste verwandelte. An dieser Stelle hätte ich einfach zum Zelt, wo Graveyard auftreten sollten, ins Trockene sprinten sollen, stattdessen machte ich den Fehler mich, wie alle anderen, unter einigen Bäumen zu schauern. Der Himmel war relativ hell und es sah so aus, als ob der Regen nach fünf bis zehn Minuten nachlassen würde. Falsch gedacht. Es wurde immer schlimmer und irgendwann ließen auch die Bäume den Regen so durch. Als es auch noch zu Donnern begann, dachte ich mir, dass zu diesem Zeitpunkt unter einem Baum nicht der Platz meiner Wahl sein sollte. Mittlerweile war ich schon bis auf die Knochen durchnässt und fing an ziemlich zu frieren. Meine Hände wurden schon blau, also entschloss ich mich, auf Graveyard zu verzichten und mich auf dem Weg zurück zum Zelt zu machen. Von überall her strömten Wassermassen in die tieferliegenden Campingflächen. Meine Halbschuhe quietschten auch schon, so dass mir alles egal war und ich auch um noch so tiefe Pfützen keinen Bogen mehr machte.
    Pünktlich als ich am Zelt ankam, kam die Sonne wieder raus. Sehr zur Erheiterung von Tim, der das Unwetter trocken im Zelt überstand. Um unser Lager herum lag vieles in Schutt und Asche, aber unsere Zelte standen noch, als wäre nichts gewesen. Selbst mein Zeltvordach, das normalerweise beim kleinsten Nieselregen in sich zusammenstürzt, stand noch wie eine Eins da. Schnell abgetrocknet, umgezogen und mich erstmal für ein Stündchen in den Schlafsack gelegt, um mich wieder aufzuwärmen. Bei diesem Unwetter stellte sich heraus, warum unser Lagerplatz so ein Glücksgriff war. Wir lagen auf einen kleinen Hügel, so dass sich bei uns kein Wasser anstaute und schön in die umliegenden Campingflächen strömte. Des einen Freud, des anderen Leid.

    Abends ging es wieder für Opeth, HammerFall, Dimmu Borgir mit dem Czech National Symphony Orchestra (sehr beeindruckend, soetwas einmal live zu sehen), In Flames, In Extremo und D-A-D aufs Gelände. Mittlerweile war alles voller Schlamm. Und wenn ich "alles" schreibe, meine ich auch wirklich alles. Die Sonne wechselte sich ständig mit Regen ab, so dass man ständig die Regenjacke an- und auszog. Wenn man etwas länger auf einer Stelle stand, saugten sich die Stiefel sofort im 5 bis 10cm tiefen Schlamm fest und auch das Laufen war ab sofort richtig sportlich, wegen dieses "Saugeffekts". Egal, Sport ist gesund und es soll Leute geben, die für eine Schlammkur viel Geld ausgeben.

    Der Samstag verlief wettertechnisch genau wie der Freitag: Regen - Sonne - Regen - Sonne - Regen.
    Eigentlich wollte ich nicht nochmal, wie in den Jahren zuvor, in der Nacht von Samstag auf Sonntag abreisen, sondern dieses Jahr bis Sonntag Vormittag bleiben und dann ausgeruht abreisen. Aber da zu erwarten war, dass Sonntag der Zustand der Wege ein Befahren unmöglich machen könnte, entschlossen wir uns bereits nach dem Frühstück unsere Sachen zu packen und das Auto relativ nah an der Ausfahrt zu parken. Flächen waren bereits genug freigeworden, da viele Leute bereits Freitag Abend und Samstag Vormittag abgereist waren. Also "schwamm" ich mit meinem Auto durch den Schlamm Richtung Ausgang und war relativ froh nicht stecken geblieben zu sein. Fahrzeuge mit Anhänger und Wohnmobile hatten schon hier keine Chance mehr und mussten angeschoben werden.

    Samstag Mittag ging es zu Gamma Ray, da mein Schlagzeuglehrer dort die Trommeln bedient, um uns direkt im Anschluss daran Paradise Lost, mein Highlight in diesem Jahr, anzuschauen, die mit leider nur 45 Minuten Spielzeit auf der Party Stage abgespeist wurden. Kylesa standen als nächstes auf den Plan. Dieses mal schafften wir den Weg trocken zum Zelt, nachdem ich 24 Stunden zuvor gnadenlos gescheitert bin. ;) Eigentlich wollte ich mir direkt danach Electric Wizard auf der Parallelbühne anschauen, doch fiel deren Auftritt aus, da sie laut Ansager im Elbtunnel im Stau standen.
    Also gingen wir nochmal zurück zum Auto, um uns etwas auzuruhen, bevor es mit Cradle Of Filth und Amon Amarth weiterging. Auch hier war es trocken und sonnig. Erst bei den Scorpions wurde es wieder ungemütlich und es fing wieder stark an zu regnen. Ich hätte mir nach den Scorpions gerne noch Machine Head und Ministry und Tim noch Edguy angeschaut, aber wir beschlossen nach den Scorpions, genervt vom Regen, die Segel zu streichen und in Richtung Heimat aufzubrechen.
    Noch am Vormittag haben wir geplant nach Edguy abzuhauen, direkt zur Fähre zu fahren, um dort noch etwas zu schlafen, bis die erste Fähre fahren würde. Aber da wir nun schon so früh aufbrachen, beschlossen wir über Hamburg nach Hause zu fahren. Auf den letzten einhundert Metern, die ich mein Auto durch den Schlamm quälen musste, blieben wir glücklicherweise auch nicht stecken (hätte mir Nachts noch gefehlt) und so kamen wir um 3 Uhr Nachts zu Hause an.
    Wie sich herausstellte, sind wir genau zur richtigen Zeit abgereist. Denn offensichtlich haben die Veranstalter das Befahren von allen Flächen wenig später komplett verboten und für den Sonntag fünfzehn Abschlepptrecker kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich möchte nicht wissen, wie die Abreise am Sonntag Vormittag für uns ausgesehen hätte. :D Abgesehen davon, brauchte ich so nicht noch eine Stunde Edguy ertragen. :P

    Große Freude hatte ich am nächsten Tag noch, als es darum ging das Auto, das mittlerweile mehr einem Schlammhaufen auf vier Rädern glich, wieder zum glänzen zu bringen.

    Ob ich nächstes Jahr nochmal nach Wacken fahren werden, weiß ich jetzt noch nicht. Was mir negativ aufgefallen ist, sind die weniger gewordenen Lichtmasten auf den Campingflächen. Wir hatten auf unserem Weg zwischen Festivalgelände und Zelt nicht einen Scheinwerfer. Erst unsere Zelte standen wieder direkt unter einem Masten. Zumindest die Hauptwege könnten sie wieder mehr beleuchten. Die Eintrittspreise haben sie für dieses Jahr schön erhöht, aber an den wichtigen Dingen wird gespart. Warum sie dieses Jahr, als es wirklich mehr als nötig war, kein Rindenmulch vor den Bühnen verstreut haben, sondern nur ein bisschen Stroh, der Freitag Mittag im Schlamm versank, erschließt sich mir auch nicht so ganz.
  • Seen Live (Chronological)

    16. Okt. 2011, 17:03

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    15. Okt. 2011, 16:53

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  • Wacken 2011

    14. Aug. 2011, 16:36

    Thu 4 Aug – Wacken Open Air 2011

    Seit gut einer Woche ist Wacken 2011 nun Geschichte. Allerhöchste Zeit also endlich einen kleinen Rückblick zu verfassen.
    Auf den Weg machten wir uns am Mittwoch Vormittag zu fünft mit zwei Autos. Am späten Vormittag erreichten wir dann endlich die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen, wo Wacken eigentlich quasi beginnt, da dort hauptsächlich andere Festivalbesucher auf die Fähre warten. Nach etwa über zwei Stunden Wartezeit konnten wir endlich mit der Fähre übersetzen und unsere Reise nach Wacken fortsetzen. Auch dieses Jahr gab es keine Staus und so wurden wir immer weiter von den Ordnern zum Campingplatz gelotst, wo wir schließlich auf Campground Q landeten. Mit diesem Campingplatz hatten wir ziemliches Glück. Obwohl wir erst um 15 Uhr in Wacken ankamen, brauchten wir von dort aus nur zehn bis fünfzehn Minuten zum Festivalgelände laufen und hatten es trotzdem sehr ruhig, da auf der einen Seite ein Bauernhof unser Nachbar war und sich zur anderen Seite zwei Zeltreihen weiter eine Wiese befand.

    Unsere sächsischen Nachbarn hatten zwar ein Stromaggregat, schalteten diesen aber zum Glück Nachts immer ab und waren ansonsten auch sehr nett. Einige Zeltreihen weiter (aber gerade noch so außerhalb der Schmerzone) hätte ich es wohl kaum einen Tag ausgehalten. Dort beschallte eine Gruppe musikalisch ihre Nachbarschaft mit einer so wahnsinnigen Lautstärke, dass man in den 30 Sekunden mit 15 Metern Abstand, die man brauchte um an diesem Lager vorbeizulaufen schon Kopfschmerzen bekam. Und diese Leute saßen doch tatsächlich direkt vor den Boxen ohne eine Miene zu verziehen. Wenn die nicht taub sind, dann weiß ich auch nicht.
    Nachdem wir unsere Zelte und Felix Überzelt seines ehemaligen Vier-Personen-Zelt als Pavillionersatz (welches mir für fünf Personen sogar besser als ein Pavillion gefiel) aufgebaut haben, holte ich mit Julian Wasser. Auf dem Rückweg bereute ich es übrigens den zwanzig Liter-Kanister komplett gefüllt zu haben, aber dafür reichte das Wasser dann für die gesamte Zeit.
    Den restlichen Tag vertrieben wir uns hauptsächlich mit Essen (besonders Seba und Julian ;) ). Abends besuchten wir noch Till, Konni und Co., die bereits Montag angereist sind, deshalb im Chaosbereich des Campinggeländes gelandet sind, wo es auch schon dementsprechend aussah. Besonders verrückt schienen deren Nachbarn aus Holland zu sein, die u.a. anfingen sich und anderen rohe Eier zum Fangen zu zuwerfen. Till bekam beim missglückten Fangversuch übrigens eine komplette Ladung Eiweiß und -gelb ins Gesicht. :D Die Zelte konnte man nach Wacken sicherlich auch entsorgen.
    Des Weiteren schauten wir uns zum Abschluss des Tages teilweise noch die Metal Battle Teilnehmer Brasilien (Nekrost: machten ganz guten Thrash Metal) und Belgien (Powerstroke: gefiel mir nicht so, da alles gleich klang) auf der W.E.T.-Stage an.

    Am Donnerstag sollte es endlich offiziell mit dem Festival losgehen. Erste Band des Tages, die mich interessierte waren bereits um 15:45 Uhr dran. Die Norweger von Kvelertak spielten (leider im Wrestling-Zelt) ihr 45-minütiges Set. Bereits fünf Minuten vor Beginn ertönten die lauten Kvelertak-Rufe. Ich hätte nicht gedacht, dass bei diesem Aufritt die Stimmung bereits so kochen würde, sind Kvelertak doch noch relativ unbekannt. Das Zelt war jedenfalls sehr gut gefüllt, jedoch störte der Boxring in der Mitte des Zeltes etwas, jedoch ließ es sich Sänger Erlend Hjelvik nicht nehmen, mehrmals über den Steg, der Bühne und Boxring verband zu rennen, um durch den Boxring zu toben und zum Schluss auch zu Crowdsurfen. Während des Gigs demontierte der Schlagzeuger noch aus Versehen sein Drumset, indem er sein Crashbeckenständer samt daran montiertem Tom zu Fall brachte. Im Nachinhein betrachtet war dies bereits einer der besten Auftritte auf dem diesjährigen Wacken.
    Zurück im Camp stärkten wir uns noch kulinarisch, um uns dann Abends noch die zweite Hälfte vom Helloween-Auftritt anzuschauen und uns schon einmal einen Platz vorne für Blind Guardian zu sichern. Helloween konnten mich nicht wirklich überzeugen, was vermutlich auch daran liegt, dass sie nicht wirklich meinen Geschmack treffen (auch wenn sie schon ein Klassiker sind) und der Sänger zu viel unnützes Zeug geredet hat (dafür hätte man stattdessen anderen Bands mehr Spielzeit geben können).
    Der Blind Guardian-Auftritt machte dafür wieder alles wett. Die Stimmung war wirklich super. Vorne starteten wir zum Schluss hin auch noch einen Circle Pit.
    Im Anschluss kam es zu meinem Highlight des Tages: Ozzy Osbourne. Bis zum Auftritt befürchtete ich ja die ganze Zeit, dass er seinen Auftritt doch noch spontan absagen würde, wie er es ja mit seinen letzten geplanten Auftritten gerne gemacht hat, aber als er dann doch wirklich die Bühne betrat, war ich überglücklich ihn einmal live erleben zu dürfen. Ich hätte gedacht, dass er einfach sein Setlist runterspielt, aber der Kerl zeigte wirklich Spielfreude und strahlte fast die gesamte Zeit über das ganze Gesicht. Die Kreiszeitung Wesermarsch schrieb zwar, dass der Auftritt angeblich schlecht gewesen sein soll, aber die waren vermutlich auf einem anderen Auftritt als ich. Angeblich hätte Ozzy zu wenig Show gemacht und seine kleinen Trippelschritte gingen gar nicht, aber ich bin der Meinung dass eine große Show nicht wirklich zu einem guten Auftritt nötig ist und diese Schritte gehören halt zu Ozzy. Während seines Auftritts seifte Ozzy noch die vorderen Zuschauerreihen mit seiner Schaumkanone ein. Insgesamt war dies ein sehr guter Auftritt mit alle wichtigen Klassikern wie Mr. Crowley, Crazy Train, Bark At The Moon und natürlich Paranoid.

    Am frühen Freitagnachmittag schauten wir uns Ensiferum, die mich nicht mehr wirklich ansprechen, wie sie es früher einmal taten, die letzten paar Lieder von Morbid Angel und die ersten paar Lieder von Sodom an. Bei Sodom wollte ich mal schauen, ob sie mich überzeugen können, da sie ja doch recht populär sind. Die Antwort fiel aber eher negativ aus, weshalb wir auch relativ schnell wieder zurück ins Camp gingen.
    Als nächste Band stand Trivium auf dem Plan, von denen ich bisher immer dachte sie würden die selbe Art Plastik-Metalcore wie Sonic Syndicate spielen. Allerdings gefiel mir, das was ich hörte. Mit der Band muss ich mich wohl doch nochmal näher beschäftigen.
    Im Anschluss waren Heaven Shall Burn an der Reihe. Dort ging wie gewohnt die Post ab. Die Crowdsurferdichte erreichte dort wohl ihr Maximum und auch der riesige Circle Pit um den FOH ist ja quasi ein Markenzeichen von HSB. Zum Schluss übertrieben es HSB anscheinend (wie ich im Wacken-Forum lesen musste, was man aber aus dem Zuschauerraum nicht wirklich mitbekam) doch etwas, indem sie jedem weiblichen Crowdsufer, der vorne ankommt ein kostenloses HSB-T-Shirt versprachen. Die Menge an Crowdsufern brachte vorne die Security anscheinend in so arge Bedrängnis, dass einige einfach in den Graben fielen. Man hätte vor dem Auftritt auch die Security von dieser geplanten Aktion in Kenntnis setzen können, damit diese mit mehr Leuten zumindest bei dem letzten Lied hätten anwesend sein können. Ich bin mir sicher, dass HSB noch ein ernstes Wort im Anschluss zu hören bekamen.
    Gleich nach HSB waren Judas Priest an der Reihe, die sich derzeit auf Abschiedstour befinden. Der Auftritt war durchweg gut, aber Judas Priest bewiesen sehr gut, dass weniger manchmal mehr ist. Mit deren Bühnenanimationen taten sie sich jedenfalls keinen Gefallen. Diese sahen nämlich teilweise danach als hätte diese jemand fünf Minuten vor dem Auftritt noch eben schnell im Windows Movie Maker gebastelt. Das sich um die eigene Achse drehende Albencover war noch eine wahre Augenweide. Der sich drehende Gitterwürfel mit seinen billigen Reflexionen, erinnerte stark an einen Standard-Windowsbildschirmschoner. Sattdessen hätten Judas Priest einfach das normale Banner die ganze Zeit über im Hintergrund hängen lassen und nicht immer wieder zur Seite ziehen sollen, um die Sicht auf die Leinwand freizugeben.
    Nach Judas Priest kam es zu einer für mich ärgerlichen Überschneidung. Triptykon und Kyuss sollten auf die Minute gleichzeitig spielen. Da ich allerdings unbedingt beide sehen wollte, schauten wir die ersten dreißig Minuten Triptykon, deren Doom Metal Tim aber so gar nicht begeistern konnte (Kulturbanause!), und gingen danach für die letzte halbe Stunde zu Kyuss auf der Party Stage rüber.
    Im Anschluss ging es mit Airbourne weiter, die ihre solide Standardshow ablieferten: mit dem Kopf geöffnete Bierdosen, Gitarrensolo hoch oben in den Bühnentraversen und jeder Menge australischem Hard Rock.
    Bevor wir uns müde in Richtung Campingplatz aufmachten, schauten wir uns noch etwas von Apocalyptica an.
    Am letzten Tag machte ich mich bereits rechtzeitig auf den Weg, damit ich mir um 12 Uhr den Auftritt von Moonsorrow anschauen konnte. Die Show war ganz gut, jedoch überzeugen mich die Finnen auf Platte mehr.
    Anschließend zurück im Camp bauten wir schnell die Zelte ab, damit wir nachts abreisen können.
    Nachmittags ging es mit The Haunted weiter, da mich diese letztes Jahr auf dem Rockharz begeistern konnten. Dieses Jahr fand ich den Auftritt allerdings nur befriedigend. Die nächste Band - Dir En Grey - schauten wir uns an, da Tim sie von jemanden empfohlen bekam. Das war allerdings ein fataler Fehler, da sie wirklich gar nicht unseren Geschmack trafen. So verbrachten wir damit die nächsten 60 Minuten im Schatten eines Getränkestandes zu verbringen, da die Sonne zu dieser Zeit wirklich stark brannte, uns den Schweiß vom Nichtstun auf die Stirn trieb und es sich nicht wirklich lohnte für eine Stunde zurück zum Campingplatz zu laufen. Die Stille nach der Dir En Grey-Show tat jedenfalls sehr gut.
    Von dem nachfolgendem Knorkator-Auftritt hätte ich mir mehr erhofft. Die Show versprach lustig zu werden, als Frontmann Stumpen im Morphsuit die Bühne betrat und ein ein Konzert ohne Toastbrot aber mit ganz viel guter Laune versprach. Allerdings spielte die Band zu viel Musik und machten kaum lustige, Knorkator-typische Ansagen. Zum Glück spielten Sie aber das tiefsinnige A und ein neues Lied names "Refräng", das nur aus Refrains besteht und komplett auf störende Strophen verzichtet. :D
    Direkt nach Knorkator ging es mit einem weiteren Highlight weiter: Iced Earth. Die Show sollte die letzte mit Matt Barlow - der Iced Earth-Stimme schlechthin - werden. Deshalb war es auch für mich unbegreiflich, warum sie nur 60 Minuten und bei Tageslicht spielen mussten. Ich bin gespannt wie es nun mit Iced Earth weitergehen wird, da ich mir im Moment noch nicht vorstellen kann, wie Barlows Nachfolger Stuart Block (Sänger von Into Eternity) zur Band passen soll.
    Nun ging es für uns schnell wieder zurück ins Camp zum Essen, um dann 90 Minuten nach Iced Earth wieder rechtzeitig vorne bei Avantasia dabei sein zu können. Die Setlist gefiel mir sehr, auch wenn ich vorher schlimme Befürchtungen hatte, die Band würde hauptsächlich Lieder von den beiden neusten Alben spielen, die nicht annähernd so gut wie die beiden Metal Operas und The Scarecrow sind. Was mir bei dem Auftritt negativ auffiel, war die Kameraführung. Wir standen so weit vorne, dass wir nicht auf die Bildschirme angewiesen waren, aber die Kameramänner waren ziemlich Sammet-fixiert. Selbst als dieser gar nicht mehr wirklich auf der Bühne stand, sondern halb hinter der Kulisse stand und etwas trank oder sich mit einem Handtuch den Schweiß vom Gesicht wischte und gerade Jørn Lande oder Michael Kiske sangen, ließen die Kameras nicht von ihm ab und die Zuschauer aus den hinteren Reihen bekamen kaum etwas visuell von den Gastsängern mit. Wie ich im Nachhinein beim Mitschnitt vom ZDF sah, hatten die nicht den selben Schnitt wie die Leinwände auf dem Festivalgelände und wählten die Kameras, die nicht gerade den pausierenden Tobias Sammet zeigten.
    Nach Avantasia schauten wir uns noch den Anfang von Danko Jones an. Diese rissen uns leider nicht vom Hocker, da sie wie eine 08/15-Stadtfest-Band klangen, weshalb wir uns wieder in Richtung Camp machten.
    Dort bauten wir noch unser Pavillion/Überzelt ab und verstauten die letzten Sachen ins Auto, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Ich hätte mir zwar noch gerne Ghost angeschaut und bei der Gelegenheit Motörhead und Children Of Bodom mitgenommen, aber rückblickend betrachtet, war es gar nicht so schlimm schon abzureisen. Motörhead habe ich bereits gesehen, Children Of Bodom interessieren mich nicht mehr so sehr wie früher und Ghost sind eh im Herbst Vorband von In Flames, wo ich vermutlich hingehen werden. Ansonsten bietet sich sicherlich nochmal die Gelegenheit sie live erleben zu können. Schließlich gibt es die ja noch nicht so lange. Abgesehen davon fing es anscheinend bei Motörhead das erste mal am gesamten Wacken-Wochenende an richtig stark zu regnen.
    Die Wetterberichte versprachen ja Dauerregen. Zum Glück blieb es tagsüber trocken (nur nachts entleerte sich der Himmel manchmal) und teilweise war es durch den Sonnenschein schon zu warm.
    Das Festival war dieses Jahr bandtechnisch wirklich super. Der einzige negative Punkt war meine Luftmatraze, die mich bereits ab der ersten Nacht im Stich ließ. Ich musste diese jedesmal vorm Schlafengehen neu aufpumpen. Bis zum nächsten Morgen blieb noch gerade genug Luft drin, um nicht auf dem harten Boden aufzuwachen...aber auch nur wenn ich genau mittig lag. Am letzten Morgen klappte aber auch das nicht mehr, aber egal. Zum nächsten Festival hol ich mir ein Feldbett.
    Ein X-Mas-Ticket für 2012 konnte ich nicht mehr abstauben. Ich habe es zwar geschafft eins in den Warenkorb zu legen, aber die Bestellung konnte ich nicht mehr auslösen. Nach 45 Minuten waren bereits alle ausverkauft, aber noch in der selben Nacht waren die ersten Tickets bei Ebay für 300€ zu haben mit top Artikelbeschreibungen wie: "Ich kann leider nicht zum Festival, daher muss ich mein Ticket leider verkaufen." Da bekommt man echt das kotzen. Wäre schön, wenn die Tickets in Zukunft mal namengebunden wären. Abgesehen davon: wer kauft sich ein X-Mas-Ticket für 300€ wenn die normalen Tickets die hälfte Kosten? So ein lausiges T-Shirt und die komische Promo-CD rechtfertigen den Preis jedenfalls nicht.
    Ob ich nächstes Jahr zum Wacken fahre, entscheide ich noch. Der Preis wurde ja für 2012 auf 160€ ordentlich angehoben. Dafür müssen noch einige sehr gute Bands bestätigt werden. Die bereits bestätigten Scorpions würde ich mir zwar anschauen, sind jetzt aber kein Headliner, der mich vom Hocker reißt. Die anderen Bands, die bis jetzt bestätigt wurden, spielen auch auf den günstigeren, kleineren und gemütlicheren Festivals - außer vielleicht Ministry, die ich allerdings auch nicht höre.
    Mir wäre es recht, wenn es auf dem Wacken wieder weniger Kirmessachen wie Wrestling geben würde, das eh hauptsächlich Pfosten anlockt und der Preis dafür genauso "niedrig" bleibt. Das ist aber wohl Wunschdenken.
  • RockHarz 2010

    16. Jul. 2010, 18:46

    Thu 8 Jul – RockHarz Open Air 2010

    Los ging es für uns am Donnerstag um neun Uhr in der Früh. Die Autofahrt verlief normal, kein Stau oder sonstiges. Neunzig Kilometer vor dem Ziel haben wir nochmal getankt, damit wir auch ohne Probleme wieder zurückkommen würden. Auf Mitten in der Nacht Tanken während der Rückfahrt als möglicherweise Heruntergekommener hatte ich eher weniger Lust. Eine Stunde später sollten wir dann unser Ziel erreichen: den Flughafen in Ballenstedt. Vor dem Gelände gab es schon eine kleine Autoschlange, die bei unserer Ankunft kleiner aussah, als sie war. Der Eingang zum Campinggelände lag nämlich fast ganz hinten, also war warten angesagt. Auch der Ordner der uns am Ende der Schlange so begrüßte, als kenne er uns schon seit dem Kindergarten, wirkte überrascht („Oh mein Gott, da kommen ja immer mehr.“).
    Ich weiß nicht mehr wie lange wir warten mussten, aber eine Stunde war es sicherlich. Und es war warm…was es die ganzen Tage bleiben sollte. Während des Wartens wurden uns noch 5€ Müllpfand pro Person abgenommen, Müllsäcke und zwei Programmhefte ausgehändigt.
    Danach durften wir endlich den Campingplatz befahren und wurden immer weiter nach Vorne geleitet. Zunächst sehr zu meinem Argen, da vorne ja mehr Leute am Auto vorbei müssen, um zu ihrem Zelt zu kommen. Aber glücklicherweise bekamen wir dann relativ mittig einen Platz. Praktischerweise haben die Veranstalter vorher Straßen für die Autos in den Rasen gemäht, weshalb man auch während des Festivals rauf und runter fahren konnte, was wir jetzt nicht brauchten, aber sicher unsere Abreise in der Nacht von Samstag auf Sonntag möglich machte, nachdem letztes Jahr die Situation nicht so gut gewesen sein soll.

    Nachdem wir das Zelt aufgebaut haben, gingen wir zum Festivalgelände und holten uns unsere Armbänder. Dank der beschaulichen Größe brauchten wir auch nur knappe zwei Minuten für diesen Weg.
    Die erste Band, die wir uns aus dem Schatten anschauten waren Vice. Ich habe vorher auf meine Running Order bei allen mir unbekannten Bands das Genre notiert. Nur bei Vice war das nicht möglich, da es einfach zu viele Bands mit diesem Namen gab. Sie entpuppten sich als eine Metalcore/Hardcore-Band. Nicht wirklich mein Geschmack, aber wer es mag, wird sicher seinen Spaß gehabt haben. Danach gab es mit van Canto die erste Band die uns interessierte. A Capella Metal, den wir als Vorband von Letzte Instanz letztes Jahr kennenlernten. Die Stimmung war trotz der Hitze schon richtig gut. Allerdings war der Auftritt mit seinen 35 Minuten relativ kurz, aber damit muss man ja auf Festivals leben.

    Anschließend gingen wir eben wieder zurück zum Zelt, um etwas zu essen. Dabei konnte man die Flugshows genießen, die während der ganzen Tage quasi zum Festival dazugehörten. Keine Ahnung, ob an den restlichen Tagen im Jahr dort auch so reger Flugverkehr herrscht, aber während dieser Tage war die ganze Zeit immer ein Flugzeug in der Luft, dass Loopings und Schrauben drehte.
    Satt und ausgeruht gingen wir dann langsam wieder zu den Bühnen, sahen noch ungefähr die zweite Häfte von DevilDriver sitzend, bevor The Haunted auftraten. Nach diesen beiden Bands gingen wir direkt vor die Bühnen, um Sonata Artica zu sehen. War ein solider Auftritt.
    Allerdings folgte nun der beste Auftritt des Tages: Die Apokalyptischen Reiter sorgten für ihre Reitermania auf dem Festival. Die Show war wirklich kraftvoll und intensiv. Beim ersten Lied „Es wird schlimmer“ gab es zwar noch technische Probleme, was dazu führte, dass es zur Hälfte instrumental war, aber das Publikum half schon lautstark aus. Sänger Fuchs fiel zwar einmal rückwärts hin, weil hinter ihm ein Bühnentechniker hockend irgendeinen Fehler beheben musste, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Beim „Seemann“ gab es halb verwelkte Sonnenblumen für die Seemannsbräute…natürlich mit dem länger als einen Meter langen Stängeln und auch die Schlauchbootfahrt durchs Publikum und eine Wall of Death durften nicht fehlen.
    Weiter ging es etwas ruhiger mit Edguy. Avantasia wäre mir zwar lieber gewesen, aber man kann ja nicht alles haben. Vor allem wird die hochkarätige Besetzung von Avantasia wohl nicht für das Rockharz zusammenkommen.
    Des Abschluss des Tages bildeten Feuerengel. Konnte man sich angucken, auch wenn mir bei solchen Tribute-Bands die Eigenständigkeit fehlt. Aber besser gut nachgemacht, als schlecht selber gemacht. Aufjedenfall haben sie es geschafft, irgendetwas an einer Scheinwerfertraverse in Brand zu setzen. Wurde allerdings wieder recht schnell gelöscht.

    Am nächsten Morgen sind wir relativ früh aufgewacht. Nicht weil man ausgeschlafen war, sondern weil sich das Zelt mit dem ersten Sonnenlicht in eine Sauna verwandelt hat. Deshalb beschlossen wir auch spontan das Duschcamp aufzusuchen. Die Idee hatten natürlich zig andere, weshalb erstmal 1,5 Stunden Schlange stehen angesagt war. In der prallen Sonne natürlich. Ein Glück, dass es zu dem Zeitpunkt getrennt geschlechtliche Schlangen gab, denn die Schlange der Frauen war deutlich länger. Im nächsten Jahr sollte man bei so einem Wetter vielleicht die Spiegel aus den Duschen entfernen. Ich glaube, dann kommt niemand auf die Idee sich unter der Dusche zu schminken o.ä. Ansonsten waren die Duschen super: Einzelkabinen halt. Jedenfalls waren das die besten investierten 2,5€ des Festivals.
    Nach dem Frühstück beschlossen Jens und ich auf den Großen Gegenstein der Teufelsmauer zu klettern. Der Aufstieg in der brütenden Sonne war zwar sehr anstrengend, vor allem weil die Steigung von unten nicht so stark aussah, wie sie eigentlich war, aber oben angekommen wurde man mit einer leichten Brise und viel Schatten belohnt. Von der circa fünfzig Meter hohen Erhebung hatte man einen super Ausblick auf das Festivalgelände und den Flughafen. Am Gipfelkreuz selber saß jemand mit einem Horn, das er für das Horn von Helms Klamm hielt und deshalb in den zwei Stunden, die wir dort verbrachten unermüdlich Zitate aus dem Herrn der Ringe runterbrüllte. War ziemlich lustig, weil er jeden damit einbezog, ob sie wollten oder nicht. :D

    Die erste Band, die wir uns an diesem Tag aus dem Schatten des Mixerturms anschauten, waren Mono Inc. Andre’s uneingeschränkte Lieblingsband. Ich hatte sie wesentlich schlechter in Erinnerung. Vielleicht haben sie sich ja gesteigert. Als nächste Band spielten Dew-Scented, die uns mit einer Mischung aus Thrash und Death Metal beschallten. Equilibrium schauten wir uns stehend an, wobei Jens kurz vorher plötzlich verschwunden war, um sich, wie ich nach dem Aufritt erfuhr, als ich ihn wiedergefunden habe, in der ersten Reihe von den Sicherheitskräften Wasser zu erschnorren, die dort mit einem kleinen Gartenschlauch herumspritzten. Dabei ist Jens in die Wall of Death geraten…mit Sandalen. :D Während des Aufritts hatte auch endlich die Feuerwehr Erbarmen mit uns und spritzte mit einem großen Schlauch Wasser übers Publikum. Ich war danach klitschnass und habe sogar kurzzeitig gefroren, aber es tat gut.
    Danach schauten wir uns Delain an, nicht ganz mein Fall, aber Jens wollte sie sehen.

    Während des Aufritts von Rage gingen wir wieder zum Zelt und grillten mit unseren Nachbarn aus Thüringen. Pünktlich zu Vader waren wir wieder auf dem Gelände und genossen etwas Death Metal. Das heißt eigentlich ich, Jens wirkte nicht so angetan. :P
    Der darauffolgende Auftritt von Oomph! war ebenfalls sehr gut. Frontmann Dero zeigte sich ziemlich publikumsnah. Unter anderem crowdsurfte er zweimal und nach dem Aufritt zeigte er sich im Graben, um Autogramme zu geben, sich mit Fans fotografieren zu lassen und den Aufritt von Therion anzuschauen. Von Therion habe ich gehofft, dass sie mich endlich mal überzeugen könnten. Auf Platte haben sie dies bisher nicht wirklich geschafft, obwohl sie eigentlich ganz gute Musik machen. Aber irgendetwas fehlt, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was es ist. Live fand ich sie leider noch schwächer.
    Den Headliner am Freitag bildeten die Thrasher von Kreator. Die höre ich zwar nicht, aber ich wollte sie mir auch nicht entgehen lassen, da sie ja mittlerweile legendär sind. Leider klang in meinen Ohren alles gleich. Jens ging schon vorzeitig wieder zum Zelt und ich folgte ihm circa zwanzig Minuten später, kurz vor Ende des Auftritts. Alleine wollte ich mir die letzte Band des Tages Marduk auch nicht anschauen. Zumal ich sowieso kein Fan von Black Metal bin.

    Der Samstag begann wie der Freitag: schweißgebadet im Zelt. Also wieder ab zu den Duschen. Aber schon in der Schlange hörte man von technischen Problemen. Anscheinend war kaum Druck auf der Leitung. Naja machte ja nichts, dachte ich mir, wir müssen ja noch ungefähr eine Stunde warten, bis dahin ist das sicher behoben. Pustekuchen. Das Wasser tröpfelte nur vor sich hin, als wir an der Reihe waren. Ich hatte zunächst auch noch mit kochend heißem Wasser zu kämpfen und musste erst etwas abwarten, bevor kaltes Wasser kam und ich mit dem Duschen beginnen konnte. Aufgrund des geringen Drucks, duschte man im Hocken, damit sich der Druck zumindest etwas erhöht. Außerdem fand eine rege Kommunikation zwischen den Duschkabinen statt („Kann mir jemand etwas Wasser abgeben?“). Man half sich also ganz gut gegenseitig. :)
    Anschließend haben wir gefrühtstückt, des Zelt abgebaut und wollten eigentlich wieder zur kühlen Teufelsmauer hoch, beschlossen aber auf dem Weg dorthin nach fünzig Metern an einer Baumreihe zu bleiben.

    Eigentlich planten wird zu Black Messiah wieder auf das Festivalgelände zu gehen, aber aufgrund der Hitze und des gemütlichen Schatten, in dem wir gerade saßen, waren wir zu träge. 2,5 Stunden später machten wir uns dann doch noch auf den Weg. Ersten weil die Sonne mittlerweile so weit herumgewandert war, dass der Schatten in den nächsten dreißig Minuten zu verschwinden drohte und zweitens weil Dark Age bald spielen würde. Leider wieder ein Auftritt, der ruhig hätte länger sein können. Meinetwegen hätten sie die komplette Spielzeit von Krypteria bekommen können. Von denen fand ich schon allein wegen der total hohen kopfschmerzenerzeugenden Stimme der Sängerin den Auftritt sehr nervig. Aber Jens wollte sie ja sehen.
    Die nächste Band auf der Running Order wäre End of Green gewesen, aber stattdessen prangte ein Varg Banner auf der Bühne. Wie ich später im Forum erfahren haben, mussten End of Green spontan absagen, weshalb Varg, die eigentlich schon viel früher hätten spielen sollen, deren Slot bekamen. Varg sind ja sehr umstritten, aber dafür war es relativ voll vor der Bühne. Oder es waren alles Leute, die End of Green sehen wollten, was gut möglich ist, denn angekündigt wurden die Zeitverschiebungen anscheinend nur einmal mit einer Ansage auf der Bühne.
    Das hätte man besser regeln sollen, denn es gab am Vortag schon einen Slottausch, von dem kaum einer was mitbekommen hat und was zur Folge hatte, dass die Fans der betroffenen Band erst zum Festivalgelände kam, als die Band gerade fertig war. Sehr ärgerlich, zum Glück traf es nicht uns.
    Während Sonic Syndicate spielten, gönnten wir uns was vernünftiges zu Essen auf der Fressmeile. Und das was ich von Sonic Syndicate mitbekommen habe, klang noch schlechter als damals, als sie Vorband von In Flames waren. Das war kein Metalcore mehr, sondern eher schon Popcore.
    Also machten wir uns irgendwann wieder auf dem Weg zum Zelt um die Campingstühle und den Tisch schon im Auto zu verstauen. Am Ausgang sahen wir, dass man den Müll bereits jetzt wegbringen konnte und nicht wie geplant erst ab 20 Uhr. Also machten wir uns kurz vor Ensiferum auf den Weg zur Abgabestellle, aber mittlerweile war die Schlange so lang, dass wir den Müll wieder zurück zum Auto brachten, um nichts von Ensiferum zu verpassen, deren Aufritt sehr genial war.
    Anschließend folgten Eisbrecher, wo es dann eine riesige Schlammschlacht gab, weil die Feuerwehr vor einer Bühne den Boden mittlerweile sehr stark aufgeweicht hat, weshalb es dort nur noch Schlamm gab.
    Als Doro folgte, haben wir endlich den Müll weggebracht, unser Pfand wiederbekommen und das Auto vom Gelände gefahren. Eigentlich wollten wir zum Tagesbesucherparkplatz fahren, aber der Sicherheitsmann am Ausgang des Campinggeländes war so freundlich uns direkt am Ausgang parken zu lassen, als wir ihn fragten, ob dies möglich sei. Platz war nämlich vorhanden. Anschließend sind wir nochmal zur Teufelsmauer hoch, um dann für Overkill wieder den Abstieg zu wagen. Mittlerweile war es schon ziemlich dunkel, weshalb man aufpassen musste, wo man hintritt, um nicht hinunterzustolpern. Overkill lieferten eine super Show ab und im Anschluss schauten wir uns noch etwas mehr als die Hälfte von Subway to Sally an.
    Um 0:30 Uhr gingen wir dann los in Richtung Auto, ich zog noch mein nassgeschwitztes T-Shirt aus, um ein trockenes anzuziehen und dann ging es los in Richtung Heimat. Um 3:30 Uhr waren wir wieder zu Hause. Schnell Duschen (ohne Schlange stehen und nicht im Hocken) und dann ab ins Bett.

    War ein super Festival, vielleicht fahr ich nächstes Jahr wieder hin, wenn die Bands stimmen. Ein Highlight wurde ja schon bestätigt: Hypocrisy, die ja leider dieses Jahr abgesagt haben und wegen denen ich eigentlich nur zum Rockharz wollte. Aber nächstes Jahr entscheiden wir spontan, drei bis vier Wochen vorher. Karten konnte man ja noch eine Woche vorher vorbestellen und sonst gibt es auch noch Karten an der Abendkasse.
  • Wacken 2009 - 20 Years Louder Than Hell

    4. Aug. 2009, 20:02

    Thu 30 Jul – Wacken Open Air 2009

    Nun ist Wacken schon seit insgesamt 38 Stunden vorbei und ich bin endlich in der Lage diesen Rückblick zu verfassen.
    Am Mittwoch den 29. Juli sollte es morgens für uns losgehen. Mit drei voll beladenen Autos samt Anhänger fuhren wir mit 13 Leuten in Richtung Wacken. Die Autofahrt verlief relativ unspektakulär, abgesehen davon, dass sich auf Tills Windschutzscheibe ein Riss bildete, der auf der Fahrt noch munter weiterwachsen würde. Um nicht in einen Stau zu geraten, fuhren wir Überland direkt zur Fähre nach Wischhafen, um die Elbe zu überqueren. Dort durften wir erstmal eine gute Stunde pausieren, da sich vor dem Fähranleger bereits eine große Schlange an Wackengängern gebildet hat (gut zu erkennen, an den W:O:A-Aufschriften auf der Heckscheibe). Während der 25-minütigen Überfahrt wurden wir noch von einem Zeitungsreporter vom Stader Tageblatt interviewed:


    Nette Meute will fetten Rock

    Die Freunde der harten Klänge setzten in Wischhafen über die Elbe - Ihr Ziel ist Wacken

    Wischhafen (db).Wacken ruft, und 75 000 meist schwarz gekleidete Langhaarige rufen zurück. "Waaacken!" Dazu strecken sie den Arm aus, spreizen den kleinen Finger und den Zeigefinger ab. Mehrere tausend Heavy-Metal-Fans aus der ganzen Welt zeigen dieses Zeichen der Hardrocker seit Montag auf der Elbfähre zwischen Wischhafen und Glückstadt jedem, der es sehen will. Am gestrigen Donnerstag hat das Wacken Open Air Musikfestival offiziell begonnen. Um den Autobahnstaus zu umgehen, sind viele Metaller per Schiff über die Elbe gefahren.

    Seit 18 Jahren kassiert Christian Just auf der Elbfähre die Fahrgäste ab. "Die Metaller sind die besten Kunden", sagt er. Fähreinweiser Walter Raap denkt schon an Montag, wenn die nette Meute nach Hause fährt. Die Musik-Fans sehen dann wüst aus und seien komplett mit Dreck überzogen.
    Ein Gruppe von 15 Wacken-Fahrern lässt sich nach Glückstadt übersetzen. Sie kommen aus Nordenham und mussten gut eine Stunde auf eine der vier Fähren warten. Die Autos liegen tief. Dosenfutter und Getränke für vier Tage, Zelt, Isomatten und Campingkocher drücken. "Trotz der 75 000 Menschen geht es in Wacken familiär zu", sagt Melinda Clabes. Wacken habe Kultstatus. Dort treten ihre Lieblingsbands auf. "Das ganze Dorf freut sich auf uns", sagt Kathrin Holzreiter. Das Wetter sei egal. Gegen die Sonne gibt es Hüte, gegen den Regen Regencapes. 2007 musste der Veranstalter die riesige Kuhwiese, auf der sich alles abspielt, mit Stroh auslegen, damit die Metaller nicht im Schlamm versackten.
    Geübte Wacken-Fahrer geben Anfängern Tipps. Auf Deck der Wilhelm Krooss ist Zeit für eine Lehrstunde. Schuhe mit Stahlkappen gehören zur Standardausrüstung, weil sich die Metaller zur Musik gern auf die Füße treten. Ohrenstöpsel für die Nacht empfiehlt Julian Strzoda. Toilettenpapier gehört in den Rucksack, feuchte Tücher für wenigstens ein bisschen Hygiene.
    Valentin Voßhoff und seine Freunde erzählen auf dem Schiff, wie sie in diesem Jahr an die offiziellen Wacken-T-Shirts kommen, ohne dafür Geld zu zahlen. Sie schlagen ihr Zelt auf einem separatem Platz in der Nähe der Hauptbühne auf und trennen einfach ihren Müll. Dafür bedankt sich dann der Veranstalter mit dem Pulli.
    Nach 30 Minuten Fahrtzeit verschwinden die Metaller in ihren Autos. Ein letzter Gruß an den Kapitän. Der grüßt mit einem lauten Warnsignal zurück. Die Passagiere zucken zusammen. Die Fenster sind wegen der Hitze aufgerissen, eine CD steckt im Radio. Die Jungs nicken im Takt der Musik. Noch ist sie leise.

    30.07.2009


    Nach einer guten weiteren Stunde waren wir dann endlich in Wacken. Erstaunlicherweise kam es im Dorf selber zu keinem Stau. Eigentlich wollten wir auf Campingplatz B - in die Cleanzone - da man dort fürs Müll trennen ein gratis T-Shirt bekommt. Aber wir wurden von den Stewards immer weitergeleitet, bis wir letztendlich auf Campingplatz V landeten und sofort unser Lager aufschlugen. Für die nächsten vier Tage lag unser Zuhause zwischen der "Heavy Metal Main Street", der "Avantasia Avenue" und dem "HammerFall Highway". Die einzelnen Straßen hatten sinnvollerweise zur besseren Orientierung Band- oder sonstige Metalnamen erhalten, wie "Bauer Uwes Heimweg" (Uwe Trede gehört größtenteils das Land auf dem Wacken stattfindet ;) ). Wir brauchten allerdings keine Straßennamen zur Orientierung, da wir den einzigen knallgelben Pavillon auf dem Campingplatz hatten und eigentlich auch nur der "Heavy Metal Main Street" fünfzehn Minuten lang zu Fuß folgen mussten, um auf das Festivalgelände zu gelangen, wie man hier sehr gut sehen kann:

    Das wir soweit hinten lagen hatte auch den Vorteil, dass in unserem Lager auch am Tag der Abreise noch überall Rasen war und nicht so wie weiter vorne alles vollgeschlammt war. In den vorderen Camps hinterließen die Passanten auch Müll, der sich teilweise kniehoch am Wegesrand stapelte.
    Nachdem unser Lager komplett stand, machten wir uns auf zum Festivalvorplatz, um unsere Wristbands und Full Metal Bags abzuholen und uns mit lauter T-Shirts einzudecken. Leider mussten wir feststellen, dass es am Merchandisingstand völlig unorganisiert zuging und sich jeder versuchte nach vorne zu drängen. Nach einer halben Stunde haben es dann einige von uns nach vorne geschafft, die auch für den Rest die Bestellungen tätigten. Konni war so nett, mir mein T-Shirt zu besorgen. Leider bekam keiner von uns das Standard-Wacken-2009 T-Shirt, da es kurz vor unserer Ankunft komplett ausverkauft war. Einige Leute, mit denen wir uns unterhalten haben und die schon Montag angereist sind, meinten dass das Shirt bereits Montag Abend in den Größen M und L vergriffen war. Selbst meine zweite und dritte Wahl gab es nur noch in XL und Größer. Das wär für mich wie ein Zelt gewesen und ich wollte mir kein neues kaufen, solange mir niemand besoffen ins Zelt gestolpert ist.
    Mehr oder weniger zufrieden machten wir uns wieder auf den Weg zurück ins Camp und ließen den Tag bei Bier und Dosenfutter langsam ausklingen. Mit Seba ging ich Nachts nochmal zum Wrestlingzelt (wo wir wenige Minuten später wieder abhauten) und zu den Fressbuden (bei den Preisen vergeht einem der Appetit). Um circa ein Uhr lagen wir dann alle im Bett. Erstaunlicherweise war das die unruhigste Nacht. Denn um circa drei Uhr morgens kamen unsere Campnachbarn(?) zurück ins Lager. Das Problem war, dass "Lioness" (oder wie man das schreibt; gesprochen wird es "Leiness") besoffen vor dem Zelt lag und jemand anders bestimmt eine halbe Stunde immer wieder die Sätze "Lioness, komm ins Zelt", "Lioness, wir haben dich ganz hierher getragen, dann schaffst du auch noch die drei Meter ins Zelt, "LIONESS!!!", "Lioness, wir fahren morgen nach Hause, wenn du nicht sofort ins Zelt kommst" und "Lioness, ich liebe dich doch" (es handelte sich merkwürdigerweise beides um Männchen). Als wir in den folgenden Tagen immer wieder nach Lioness riefen, reagierte niemand. Entweder sind sie tatsächlich vorher abgereist (ich hatte wirklich Angst, dass jeden Moment ein Auto über mein Zelt fahren würde) oder die haben sich im Zelt geirrt. Diese Nacht verbrachte ich übrigens alleine in meinem Zelt, da Till wohl irgendwie nicht den Weg vom Lager seiner Freundin zurück in unser Lager gefunden hat. ;) Er tauchte jedenfalls erst am nächsten Morgen auf.
    Es ist übrigens erstaunlich, wie oft man Leute aus Nordenham trifft. Gleich mit die ersten Leute, die wir trafen waren Nordenhamer.
    In der Nacht fing es jedenfalls hin und wieder gelegentlich an stark zu regnen. Was am nächsten Tag noch zu einem relativ starken Sturm führen sollte.
    Der zweite Tag begann für uns alle zwischen sieben und acht Uhr morgens, da die Sonne schien und wir alle dachten, dass es schon total spät sei. Der Tag war ziemlich langweilig, da wir einfach bis 17 Uhr warten mussten, bis Schandmaul und D-A-D als zweite Bands gleichzeitig auf Black Stage und der Party Stage auftreten würden. Die Zeit vertrieben wir uns mit kalten und warmen Dosenfutter, Bier und damit den Pavillon (der übrigens komplett eingetaped war, damit er hält) immer wieder zu befestigen. Auf die Seitenwand stellten wir den Anhänger. Der Lohn war, dass sich unser Pavillon nicht verabschiedete, wie der unserer Nachbarn, die aus Kaiserlautern kamen.
    Kurz bevor wir zu Schandmaul gingen, kam die Sonne endlich raus und wir machten uns auf den Weg zum Festivalgelände. Hätte zwar lieber D-A-D geschaut, aber alle anderen wollten zu Schandmaul und alleine hatte ich auch keine Lust auf D-A-D.
    Gleich im Anschluss an Schandmaul trat Der W auf der True Metal Stage auf. Da wir uns den aber nicht antun wollten, gingen einige zurück ins Lager. Die anderen und ich gingen zur "Secret Show" auf der Party Stage. Im Backstagebereich konnten wir leider schon große pinke Bälle erkennen, weshalb wir mit J.B.O. rechneten, was sich leider auch wenige Minuten bestätigte. So setzten wir uns weiter nach hinten auf die Fressmeile und schauten gleichzeitig Der W und J.B.O., die sich gegenseitig zu unterbieten schienen.
    Deshalb schlenderten wir einmal über den Metal Market und anschließend wieder zurück zum Festivalgelände, wo gerade auf der True Metal Stage der Metal Hammer Award verliehen wurde. So konnten wir schon einige der Preisträger, wie Subway to Sally, Amon Amarth und Metallica (die aber nur als Videobotschaft anwesend waren ;) ) sehen. Anschließend spielten Running Wild ihre letzte Show vor ihrer Auflösung. Nach ein paar Liedern gingen wir aber wieder, da es ziemlich voll wurde.
    Am Abend fing es wieder richtig an zu regnen, weshalb wir alle zu unmotiviert waren, um zu Heaven & Hell (quasi die alte Black Sabbath-Besetzung) zu gehen und lieber in Konnis warmen Vorzelt campierten. Wir hatten das Glück auf einem Hügel zu wohnen und konnten so von unserem Campingplatz aus eine der drei Leinwände sehen und gut die Musik hören. Das führte leider dazu, dass ich es bereute Heaven & Hell verpasst zu haben.
    Der Freitag würde für mich der anstrengenste Tag werden. Nachdem ich am Morgen bemerkt habe, dass ich mir in meinen Stahlkappenstiefeln am Vortag die Hacke trotz Tape blutig und wund gelaufen habe, musste ich die Wunde desinfizieren und dick Pflaster auftragen. Die Stiefel standen ab dann nur noch unbenutzt im Zelt, da ich kein weiteres Risiko eingehen wollte. Felix Freundin hat sich dadurch im Vorjahr eine Blutvergiftung zugezogen. Das hatte zur Folge, dass ich Umwege in Kauf nehmen musste, um nicht im Schlamm auf dem Weg zum Festivalgelände und auf dem Festivalgelände selbst zu versinken. Glücklicherweise waren die Flächen vor den Bühnen mit Plastikfolie und Rindenmulch ausgelegt, weshalb dort alles trocken war und man sich dort sogar hinsetzen konnte.
    Um kurz vor vier brachen wir auf, um Nevermore zu schauen. Einige von uns gingen danach wieder zurück ins Camp. Nur Julian und ich, schauten erst bei Airbourne im Vorbeigehen zu und schauten uns dann DragonForce an. Der Keyboarder war lustig, ich weiß nicht wie man bei einem solchen Gehampel Keyboard spielen soll.
    Anschließend gingen wir wieder zur True Metal Stage, um HammerFall zu sehen. War eine sehr schöne Show. Im Gegensatz zur Nächsten. Bullet for My Valentine stand auf dem Plan und wir begannen uns schon Plätze für In Flames in Reihe 3 zu sichern. Wir standen leider direkt vor einem Subwoofer, weshalb wir nur die Bässe spürten. Meine Ohren haben wirklich gewackelt und mir ist es ein Rätsel, wie es einige dort vorne ohne Ohropax aushalten konnten. Naja, Bullet for My Valentine war wie erwartet schlecht und das Publikum war auch schlecht. Das ganze glich einem rücksichtslosen Herumgeschubse und die Leute sahen auch nicht ein, von hinten vor Crowdsurfern zu warnen, wie es bei anderen Bands der Fall war. Insgesamt lag ich einmal am Boden.
    Zum Glück gingen danach alle zu Motörhead rüber, die wir uns dann in Ruhe von der Seite anschauen konnten. Motörhead mag ich zwar nicht besonders, aber die Stimmung war gut und jetzt habe ich die Legende auch mal gesehen. Während Motörhead spielten gesellte sich an unsere Seite ein (scheinbar Querschnittsgelähmter) Rollstuhlfahrer, der nur Kopf und Hände bewegen konnte, samt Begleitperson (die irgendwie komisch wirkte und durch einen merkwürdigen Schlauch aus seinem Rucksack etwas trank). Wir dachten uns nichts dabei und glaubten, er wolle sich Motörhead nur von der Seite anschauen, um mal nicht auf dem Rollstuhlpodest unter den Delay-Türmen sitzen zu müssen, von denen man übrigens eine gute Sicht hat. Das stellte sich als ein Irrtum heraus.
    Er machte keine Anstalten aus der dritten Reihe zu verschwinden, als alle Leute zur Bühne strömten, auf der In Flames 15 Minuten später spielen würden. Die Sicherheitsleute versuchten aus dem Graben heraus ihn zum Verschwinden zu bewegen, aber er blieb. Sie gaben irgendwann auf und nahmen ihm nur seine Flaggenstange ab, die ohnehin auf dem Festivalgelände verboten sind.
    Als In Flames anfingen zu spielen, kippte der Rollstuhl mehrmals fast um, da die Massen logischerweise am toben waren. Nach drei Liedern wurde das Julian und mir zu heikel und wir gingen weiter nach hinten. Nicht nur weil Julian sich seinen Arm am Rollstuhl leicht gequetscht hatte, sondern weil wir auch befürchteten der Rollstuhlfahrer würde jederzeit umkippen und einfach zertrampelt werden (das war ein elektrischer Rollstuhl, in dem er richtig fest saß und sich ohne Hilfe, hätte gar nicht befreien können). Wir rechneten ehrlich gesagt damit, am nächsten Tag in der Festivalzeitung von einem Todesopfer lesen zu müssen. Aber anscheinend hat er es glücklicherweise überlebt. Nach ungefähr der Hälfte der Spielzeit gingen wir nochmal weiter in ruhigere Gefilde, da ich zwei Stahlkappenstiefel an den Kopf bekommen habe und mir mein Ohrring rausgerissen ist. Die Lichtshow, die auch zum Großteil aus LED-Tafeln bestand (die ich bisher nie mochte) und die Pyroshow waren das beste, was ich bisher live gesehen habe. Bei "My Sweet Shadow" stand die komplette Bühne in Flammen, aus dem Mixerturm und den beiden Delaytürmen schossen Flammen meterhoch in den Himmel und hinter der Bühne wurde ein Feuerwerk gezündet. Einen kleinen Eindruck davon erhaltet ihr in diesem Youtube-Video: Klick
    In Flames spielten außerdem ihren Song "Dead End" live zum zweiten Mal überhaupt und haben dazu eine Gastsängerin eingeladen. Bevor "The Chosen Pessimist gespielt forderte Anders Fridén scherzhaft einen Circle Pit und sein Wunsch wurde zu seinem Erstaunen erfüllt. Nach dem Lied sagte er, dass er noch nie einen so langsamen Circle Pit zu diesem langsamen Lied gesehen hat.
    Ein weiteres Lied sei nur für die Damen und die "ugly boys", wovon es nicht gerade wenige in Wacken gebe. Anders Fridén entschuldigte sich gleich wieder, indem er bemerkte, dass jeder andere das selbe gesagt hätte, wenn er das Mikrofon in der Hand hätte. Danach stimmten In Flames "Take this Life" an. Der Auftritt von In Flames war bisher mein bestes Livekonzert überhaupt und toppt den Auftritt in Köln mühelos, trotz kürzerer Spielzeit.
    Anschließend sollte Doro um 0:45 Uhr spielen, währenddessen wir uns das erste mal seit 16 Uhr hinsetzten. Das tat wirklich gut. Danach schauten wir uns Amon Amarth wieder aus der Menge heraus an und kämpften uns um 3 Uhr durch den Schlamm zurück ins Camp.

    Der Samstag war von Demotivation geprägt. Niemand konnte und wollte sich so wirklich aufraffen, das Festivalgelände aufzusuchen. Deshalb verpasste ich auch Rage, die ich mir eigentlich nur wegen den beiden Gastsängern Hansi Kürsch (Blind Guardian) und Eric Fish (Subway to Sally) ansehen wollte. Aber die Unlust siegte.
    Am Nachmittag beschlossen wir bereits in der Nacht aufzubrechen, um nicht in den obligatorischen Stau am Morgen zu geraten, wenn alle gleichzeitig abreisen wollen. Also bauten wir alles zusammen (nur zwei Leute wollten ihr Zelt erst nach Machine Head, also nach 23 Uhr zusammenbauen...was sich noch als großer Fehler erweisen sollte), packten die Autos und ließen den Pavillon stehen, da er seit dem stürmischen Donnerstag einfach bombenfest gesichert wurde.
    Kurz nach 18 Uhr verließen wir dann unser Camp (nur Seba und Valentin blieben zurück, die sich an diesem Tag nicht eine Band anschauten). Auf dem Festivalgelände sahen wir noch etwas von Axel Rudi Pell und gingen direkt zu Party Stage, wo Pain spielen werden. Und sie haben endlich Monkey Business (mein Lieblingslied vom neuen Album) gespielt, was sie in Hamburg ja nicht gemacht haben. Es war auch mal interessant Pain mit Pyroeffekten zu sehen. War zwar nichts Großes (vergleichbar mit der Pyroshow von Subway to Sally bei ganz normalen Konzerten), aber sorgte doch für eine tolle Atmosphäre. Da wir weiter hinten standen, konnte ich auf gleichzeitig noch In Extremo anschauen. Danach suchten wir die Toiletten am Meet &amp; Greet-Stand auf, wo wir während des Wartens Subway to Sally trafen. Anschließend gingen wir wieder zu Volbeat rüber, um uns direkt danach Machine Head anzuschauen. Dabei trennte ich mich von den anderen, die in Reihe 4 und 5 standen, da meine Stiefelwunde mittlerweile sehr weh tat und ich keine Lust hatte, dass mir noch jemand auf die Hacke tritt. Nachdem ich mir Machine Head einige Zeit von weiter hinten angeschaut und für schlecht befunden habe (nicht nur weil jedes zweite Wort ein "Fuck" enthält), ging ich aber wieder zur Party Stage rüber, wo ich mir etwas Pagan Metal von Enslaved anhörte. Da der Sound aber so höhenlastig war, dass man selbst durch Ohropax Kopfschmerzen bekam, ging ich zu einer Pommesbude am Moviefield. Dort konnte ich mir noch etwas Machine Head auf der Leinwand angucken und meine total versalzene Pommes <del datetime="2009-08-03T17:00:54+00:00">genießen</del> die Speiseröhre hinunterzwingen. Hab die Portion allerdings nicht ganz aufgegessen, da ich auf dem Weg zum Camp nicht verdursten wollte.
    Machte mich als um kurz vor 23 Uhr wieder auf dem Weg zu unseren Autos, um nicht in den Machine Head-Strom zu gelangen.
    Seba und Valentin haben sich seit 18 Uhr gelangweilt und tatsächlich den Pavillon (den wir alle vorher - wegen des gelben Daches - zur Orientierung nutzten) auseinander gebaut, weshalb ich erstmal an unserem Lager vorbeilief.
    Das passierte mir aber nicht als Einziger. Die Anderen trafen nach und nach alle aus der falschen Richtung kommend im Lager ein.
    Das letzte Zelt wurde abgebaut, allerdings mussten wir mit Tills Auto unseren Zeltplatz ausleuchten, da der nächste Flutlichtmast zu weit wegstand, als das man was hätte erkennen können. Um 2 Uhr machten sich die anderen wieder auf dem Weg zu den Bühnen, um noch eine Stunde Subway to Sally zu schauen. Ich blieb mit Seba, Valentin und Konni im Lager, da ich Subway to Sally schon viermal gesehen habe und wegen meinem Fuß sowieso nicht mehr richtig gehen konnte. Aus dem Auto heraus konnten wir die Show ein wenig beobachten, schlummerten aber die meiste Zeit vor uns hin. Subway to Sally spielten zum Glück nur Songs, die ich alle schon live gesehen habe, bis auf den letzten Song, der auf Englisch war. Heute fand ich auf der Subway to Sally Homepage heraus, dass es ein Song nur für Wacken war (den man sich übrigens in der Fanbase anhören kann). Ist glaube ich ein D-A-D-Cover von "It's After Dark". Wollte mir an dem Abend zwar noch Korpiklaani und Turisas anschauen, aber ich war zu kaputt. Zum Glück spielten Turisas im Zelt auf der W.E.T.-Stage, wo es sowieso viel zu eng war, weshalb ich es bestimmt eh bereut hätte, dahin zu gehen.
    Gegen halb vier waren wir alle wieder vollständig und wollten aufbrechen.
    Aber, dann der Schock. Tills Auto ging einfach nicht mehr an und machte dabei komische Geräusche. Wir haben das Auto zweimal über eine Strecke von 20 Metern angeschoben, aber es passierte nichts. Die nächtliche Zeltausleuchtaktion hat anscheinend die Batterie leer gemacht. Und wir hatten kein Kabel dabei. Auch in Sebas Kofferraum befand sich keiner, den wir mitten in der Nacht nochmal ausräumen durften, um nachzusehen. Nach zehn Minuten herumfragen, fanden wir endlich drei Italiener, die uns halfen das Auto wieder in Gang zu bringen. Also schnell Anhänger angekuppelt und auch hier mussten wir wieder feststellen, dass keine Lampe, bis auf die hintere rechte Bremsleuchte funktionierte. Nach weiteren zwanzig Minuten des Herumprobierens gaben wir auf und fuhren gegen 4:30 Uhr los. An der Fähre mussten wir nochmal über eine Stunde warten, da am Sonntag die erste Fähre erst um 6:45 Uhr fahren würde. Dort ging ich als erstes auf Toilette, um ein großes Geschäft zu erledigen (die anderen benutzten in Wacken, das an unserem Campingplatz angrenzende Maisfeld), da ich das Gefühl hatte noch vor Zuhause zu platzen.
    Gegen 9 Uhr waren wir dann endlich wieder in der Heimat. Erstmal nach vier Tagen wieder das erste mal geduscht und anschließend schlafen gegangen.
    Wacken war anstrengend, aber geil. Die Stimmung super, und das Publikum absolut friedlich. Sowas wie Randale, die auf jedem kleineren Jahrmarkt vorkommt, gab es nicht. Das fand ich sehr erstaunlich.
    Einzig Negatives: Ich habe die W:O:A Firefighters nicht sehen können, da am Mittwoch der Biergarten, der für 5000 Leute Platz bietet, gnadenlos überfüllt war und an den anderen Tagen zur Firefighters-Zeit immer eine andere gute Band spielte. Außerdem wurden natürlich Taschendiebe angelockt, aber die Polizei nahm gleich am ersten Tag mehrere Rumänen fest, bei denen verdächtig viele Geldbörsen und Taschen gefunden wurden.
    Wollte mir heute um 13:30 Uhr eigentlich das X-Mas-Ticket für 2010 mit T-Shirt und CD für nur 99€ bestellen, aber gerade in dem Moment, als ich die Bestellung abschicken wollte, wurde das Ticket aus meinem Warenkorb entfernt, da das auf 10000 Stück limitierte X-Mas-Ticket ausverkauft war. Jetzt gibt es nur noch die normalen Karten für 130€ + 10€ VVK-Gebühr + Porto. :/
    Aber egal. See you in Wacken. Rain or Shine.