Ich seh alles diffundieren, konstruiert und unnahbar…

So scheint auch das neue Album „Zellullaere Automaten“ der Post- Prog- und Experimental- Rockband rosensprung zeitweise zwischen den eigenen Zeilen und Räumen zu entschwinden, die rosensprung um Tobias Leibetseder und Gernot Manhart wie Architekten der Melancholie vor und in uns aufbauen um sie im gleichen Moment wieder zu dekonstruieren und aufzulösen.

rosensprung sind Fotografen der Übergänge und Zwischenräume. rosensprung Alben sind Soundtracks imaginärer Filme. Zu feinsten Nano- Gespinsten werden die gefundenen Versatzstücke in ihrem neuen Werk „Zellulaere Automaten“ versponnen, bis das Stückwerk die passende Dichte der Atmosphäre erreicht hat. Die Orte an die sie uns mitnehmen sind plastisch, in eigenartig graues Licht getaucht und verweilen auch noch nach dem Ausklang des letzten Stückes. Gerne würde man noch etwas bleiben, doch der Abspann ist schon gelaufen, die Lichter gehen an und der Vorhang schließt sich. rosensprung sind nicht, sie bleiben ihr eigener Übergang, ihr eigener Zwischenraum.
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„…Die österreichische Band ROSENSPRUNG spielt auf »Zellulaere Automaten« (Blauschacht) mit Element-of-Crime-Anlehnungen, Distortions, Radioheadesken Gitarren, Klang- und Wortcollagen, elektronischem Geschnipsel und Verfremdungen und baut daraus ein spannendes, ungewöhnliches, eigenständiges Album, das durchaus Beachtung verdient…“
(Katharina Seidler / skug)

„…Im Spannungsfeld zwischen den, zugegeben relativ weit voneinander entfernten, Polen namens Element of Crime und Robert Wyatt bewirtschaftet die austriakische Band Rosenprung ihr Bewegungsfeld. Postrock mit Experimentierlust, nicht selten kapriziösen Texten und einer Stimme (Leibetseder), die das Pathos nicht scheut. An den schönsten Stellen scheint der Band die Kontrolle über ihr Gefüge zu entgleiten. Dann hebt der Klangkörper, der über die gesamte Zeit fesch die Balance zwischen Abstraktion und Konkretion hält, ab und gleitet hinüber ins epische Fach, dort wo die vielen Multiplikationen blühen (bestes Beispiel: Track 8, „Mond“) und geht sowohl in die Breite als auch in die Höhe. Insgesamt prophezeit, ist hier also allerhand Potenzial für künftige Meisterwerke spürbar. Beziehungsweise in den Worten des frühen, mit Abstand besten Jochen Distelmeyer (persönliche Ansicht eines Schlager-Allergikers): „Ich hab‘ keine Knochen mehr, dafür Tinte für zwanzig Bücher im Bauch.“…“
(felix / freistil 28)

„… Diesem lyrischen Band-Namen steht der nüchterne Album-Titel ‘Zellulaere Automaten’ gegenüber, und Song-Titel wie ‘Wortmaschinen’ und ‘Stadtprogressionen’ wecken Assoziationen zu Kraftwerk. Aber hier lautet die Überschrift Rock. Die vier Musiker zeigen Stilwillen in ihren klar arrangierten Songs, und ruhigere Parts werden immer wieder kontrastiert mit harten Riffs oder auch elektronischen Sounds. Durchlaufende Achtel-Begleitungen von Gitarre und Bass wecken Assoziationen an die gerade wieder sehr hippen 80er-Jahre. Diesen sehr eigenwilligen und tendenziell depressiven Sound bewahrt dann Frontmann Tobias Leibetseder mit Stimmwärme vor zuviel Unterkühltheit. Eine außergewöhnliche Band…“
(Arnd Müller / Gitarre & Bass)

„Die Wiener Klangtüftler laden ein in eine Welt,in der es knarzt und piept, in der dunkle Gitarrenwolken den Himmel verhängen und in der ein Sänger Worte wie „Stadtprogressionen“ benutzt. Kopflastiger Rock, der dennoch ins Herz trifft“
(Michael Huber / Kurier)

Es ist an sich auch ein sehr schönes Konzept der Musik rosensprungs, nämlich die sehr reduzierten und pointiert gedachten Texte, Sätze und Worte im Zusammenhang mit den exakt komponierten musikalischen Einfällen und dem Umkippen großer Klangtonnen, aus denen (im gelenkten Zufall) Ströme von Farben fließen und sich die heimlichsten und unheimlichsten atmosphärischen Gemälde malen… (Andreas Karner)

Bearbeitet von Blauschacht am 11. Feb. 2010, 11:35

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