Biografie

„I’m out for dead fuckin’ presidents to represent me“, rappt New Yorks Finest Nas einst über die Macht der Dollarscheine. Für die Polit-Hip Hopper bedeutet die Bezeichnung „Dead Presidents“, kurz Dead Prez, nach eigenen Aussagen dagegen „All Power To The People!“.

Geprägt von Public Enemy und Malcolm X tragen die Dead Prez-Jungs M-1 und stic.man die Black Power-Fackel ins Rapgame des neuen Jahrtausends, mit nicht weniger als der ganz großen Revolution vor den Augen.

Stic, der sich auch Khnum Olugbala nennt, erblickt in Shadeville, Florida das Licht der Welt. Mit zehn Jahren beginnt er sich dank BPDs „Criminal Minded“, für Rap und Hip Hop zu interessieren. In der 9. Klasse tritt er mit dem Stück „Black As I Can Get“ bei einem Schultalentwettbewerb an. Stics Auftritt und seine überdeutlichen Lyrics sorgen für Aufruhr in der Schule und bringen ihn erstmals mit der NAACP (National Association For The Advancement Of Colored People) in Kontakt. Trotz der hohen Ideale verfällt er dem Alkohol. „Ich habe jeden Tag getrunken; von morgens bis abends“, sagt er. „Als bei mir Gicht diagnostiziert wurde, habe ich es endlich geschafft, aufzuhören. Es ist so wichtig, zu wissen, wann es genug ist. Sonst erkennst du dich irgendwann selbst nicht wieder“. Zum Ausgleich beginnt er, Jeet Kune Do zu studieren.

M-1 wird auf Jamaika geboren. Mit neun Jahren zieht er nach Brooklyn. Er nennt sich auch Mutulu Ulugbala und spricht fließend Arabisch. Ulugbala heißt auf Youruba (einer afrikanischen Sprache) „aus Liebe zum eigenen Volk“. M-1s Interesse für Politik erwacht, als er Alex Haleys Buch „The Autobiography of Malcolm X“ liest. „Das hat mich sehr inspiriert“ sagt er. Nachdem M-1 die Highschool angeblich wegen einer Drogengeschichte verlassen musste, zieht er nach North Carolina. Er geht auf das College nach Florida, wo er Stic in einer afroamerikanischen Bürgerrechtsorganisation kennen lernt. Die beiden Rapper werden dicke Kumpels und gründen die Dead Prez.

Ein zufälliges Treffen mit Lord Jamar von Brand Nubian führt zum Plattendeal mit Loud Records. Im Verbund mit Jamars 7G Entertainment steuern sie 1997 für die „Food, Clothes and Shelter“-Compilation von Loud den kritischen Song „These Are The Times (Novus ordo Seclorum)“ bei. Ein Jahr später gelingt Dead Prez mit dem Track „Bigger Than Hip Hop“ der Durchbruch. Auf Grund von Labelproblemen mit Loud steht ihr Debütalbum „Let’s Get Free“ aber erst 2000 in den Läden.

Ende 2002 erscheint das Indie-Release „Turn Off The Radio“, auf dem Hits von Aaliyah und Black Rob zu politischen Rap-Songs mit Titeln wie „We Need A Revolution“ oder „That’s War!“ werden. „Wir haben Songs genommen, deren Sounds und Melodien uns gefielen und haben sie in einen Bezug gesetzt zur Situation der Schwarzen in den USA“, sagt Stic. „So machen die Stücke für uns viel mehr Sinn“.

2003 schieben die Jungs noch den zweiten Teil ihrer „Turn Off The Radio“-Mixtape-Reihe mit dem Untertitel „Get Free Or Die Tryin’“ hinterher, dem auch prompt ein weiteres Album folgt. „RBG: Revolutionary But Gangsta“ versucht sich an einer Neudefinition des Begriffs Gangsta als Teil einer gegen den Staat operierenden revolutionären Bewegung. Aufgabe des Gangstas ist dabei das „Organisieren“, das Schaffen eigener sozialer Strukturen, um Unabhängigkeit vom Staat zu erlangen.

Vermutlich nicht zuletzt wegen ihres eigenen Anspruchs sind die Erwartungen an die Dead Prez über die Jahre stets gestiegen. So kommt es, dass ihre 2006 erscheinende Kollaboration mit den verbliebenen Mitgliedern der Outlawz, 2Pacs alter Crew, „Can’t Sell Dope Forever“, von der Musik-Journaille weitestgehend als Enttäuschung gewertet wird und Dead Prez immer weniger Beachtung finden. Das im selben Jahr nachgeschobene Album „Soldier2Soldier“, bei dem Young Noble von den Outlawz und Stic sich als Duo versuchen, geht in der Flut der Rap-Veröffentlichungen genau so unter wie M-1s Soloalbum „Confidential“.

Bearbeitet von Benston am 1. Jun. 2008, 14:02

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