Biografie

Woodrow Charles Thomas „Woody“ Herman (* 16. Mai 1913 in Milwaukee; † 29. Oktober 1987 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker, Klarinettist und Bandleader.

Herman, der als musikalisches Wunderkind auf der Klarinette galt, trat bereits mit 9 Jahren öffentlich im Vaudeville-Theater auf (auch als Sänger und Tänzer). 1930 zog er von Milwaukee weg und übernahm 1936 den Kern der Big Band von Isham Jones, der er seit 1934 angehört hatte. (The Band That Plays The Blues). 1939 landete er mit Woodchopper´s Ball, einen Hit, der über 1 Millionen mal verkauft wurde. Dies war der Durchbruch zu einem der führenden Orchester der späten Swing-Ära.

Woody Herman war ein hervorragender Virtuose auf seinem Instrument, zeitlebens stark beeinflusst von der Spieltechnik Frank Trumbauers. Er stellte im Laufe seiner Karriere zahlreiche erfolgreiche Orchester zusammen, die er Herds nannte. Bekannte Musiker, die in seinen Big Bands spielten waren unter anderem der Schlagzeuger Dave Tough, die Saxophonisten Stan Getz und Flip Phillips sowie der Trompeter Shorty Rogers. Rogers war ebenso wie Neal Hefti und Ralph Burns auch als Arrangeur für Herman tätig. In der ersten „Herde“ hatte Herman Hits wie Caldonia, Laura und Northwest Passage. Sie beeindruckte auch das klassische Lager - Igor Stravinsky war von den Fähigkeiten der Band so tief beeindruckt, dass er für sie 1945 das Ebony Concerto komponierte.

Die zweite Herde stellte er 1947 in Los Angeles zusammen, mit der legendären Four Brothers Saxophon-Section, damals aus Getz, Zoot Sims, Serge Chaloff, Herbie Stewart (1948 Al Cohn statt Stewart, noch später mit Gene Ammons, Jimmy Giuffre, Richie Kamuca usw.). Die Nummer war von Jimmy Giuffre komponiert worden (für drei Tenöre und ein Bariton) und gab jedem der „Brüder“ Solos vor dem Zusammenspiel im Finale. Die zweite Herde, mit der er auch Bebop-Strömungen aufgriff (wie in Lemon drop), bestand bis 1949, als Herman ein Engagement auf Kuba annahm, die dritte Herde von 1949 bis 1953 (mit der vierten Herde ab 1954 unternahm er eine Europa Tournee 1954). Danach spielte er überwiegend in kleineren Combos. Mit der (vierten?) Herde ging er wieder auf Tour, z.B. 1965 auf dem Antibes Festival, 1966 in Europa, 1968 auf dem Newport Jazz Festival und 1969 in Deutschland. Bis in die 1980er Jahre blieb er erfolgreich mit seinen Thundering Herds.

Neben seiner Bedeutung als einer der führenden Swing-Klarinettisten (zusammen mit Benny Goodman und Artie Shaw), war es insbesondere Hermans Fähigkeit als Organisator innovativer und kreativer Ensembles, die ihn zu einer der wichtigen Persönlichkeiten des Jazz des 20. Jahrhunderts macht.

In den 1950er und 1960er Jahren experimentierte Hermans Big Band vielfach auch mit Elementen moderner Jazzstile wie dem Cool Jazz und dem Bebop, die geschickt mit den Formen des traditionellen Jazz verknüpft wurden.

Bearbeitet von foreverautumn am 6. Jan. 2008, 16:51

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