Biografie

Boyce gilt neben Arne als einer der wenigen englischen Komponisten seiner Zeit, die einem Vergleich mit ihren kontinentalen Kollegen standhalten. Bereits in seiner Jugend hatte Boyce (seit 1734) verschiedene Organistenstellen in der Stadt inne. Daneben war er Musiklehrer an einigen Londoner Schulen. 1736 wurde er zum Komponisten der Chapel Royal ernannt. Seine dreibändige Sammlung Cathedral Music, (1760–1778) mit Musik englischer Komponisten des 16., 17. und 18. Jahrhunderts wie William Byrd, Henry Purcell und Thomas Tallis war über ein Jahrhundert lang das Standardwerk der englischen Kirchenmusik. Dieses Werk wurde noch von Boyce’ altem Lehrer Maurice Greene begonnen und von Boyce zu Ende geführt.

1737 leitete Boyce das Three Choirs Festival. 1757 verlieh König Georg II. Boyce das Amt des „Master of the King’s Music“ als Nachfolger seines Lehrers Maurice Greene.


Die Werke

Boyce schrieb eine große Zahl geistlicher und weltlicher Vokalwerke, darunter Anthems und Services. Zu ihnen gehören die wohl bekanntesten „Om Where Shall Wisdom Be Found“ und „By the Waters of Babylon“. Darüber hinaus komponierte er Oden, Lieder und Kantaten, Bühnenwerke, Instrumentalmusik (8 Sinfonien, 15 Triosonaten, 12 Ouvertüren, 3 Concerti grossi) und Klavierwerke. In den vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts produzierte Boyce zusammen mit David Garrick Lieder und Maskenspiele für Garricks Theater in der Drury Lane.

Im Gegensatz zu den meisten Komponisten seiner Zeit vermochte sich Boyce in seinen Werken vom verführerischen Einfluss Georg Friedrich Händels weitgehend freizuhalten. Gerade auch seine dreibändige Sammlung mit „Cathedral Music“, die noch vor Maurice Greene begonnen worden war und zwischen 1760 und 1778 erschien. Als William Boyce starb, geriet er im Laufe der Zeit fast in Vergessenheit. Erst im 20. Jahrhundert erfuhr seine Instrumentalmusik, besonders seine Sinfonien und Kammermusik eine Wiederbelebung.

Bearbeitet von dagusti02 am 4. Sep. 2009, 12:32

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