Biografie

Varg ist eine deutsche Pagan-Metal-Band aus Coburg. Der Bandname ist abgeleitet vom altnordischen Wort vargr für Wolf.

Geschichte

Die Band Varg wurde 2005 in Coburg, Bayern gegründet. Den Bandnamen, insbesondere die sprachliche Verwandtschaft dessen mit dem norwegischen Musiker und Rechtsextremisten Varg Vikernes, kommentierte Frontmann „Freki“ (Phillipp Seiler) in einem Interview mit dem Legacy-Magazin wie folgt:

„Der Name Varg steht in keinem Zusammenhang mit Burzum oder Kristian Vikernes. Was uns mit ihm verbinden könnte, sind der Gefallen an der Landschaft Norwegens und sicherlich auch die Bewunderung für die nordische Mythologie, die Runen und die germanischen Götter.“
– „Freki

Mit den Gründungsmitgliedern „Geri“ (Sebastian Feick) und „Skoll“ (Thomas Winkelmann) wurde die Demoaufnahme Donareiche eingespielt und veröffentlicht. Das einzige darauf enthaltene, gleichnamige Lied findet sich auch auf dem Debütalbum der Band, Wolfszeit, wieder, welches 2007 über das Label Heiden Klangwerke veröffentlicht wurde. Die Kritiken fielen gemischt aus. Neuigkeitendienst.com schrieb: „Zehn Tracks, zehn Brecher, zehn von zehn möglichen Punkten!“ Von anderer Seite her wurde dem Album unter anderem wenig Abwechslungsreichtum und Langeweile zugeschrieben.

Ein Jahr später, im September 2008, hat die Band eine Split-EP mit der deutschen Pagan-Metal-Band Minas Morgul unter dem Namen Schildfront veröffentlicht. Im selben Monat wurde über Twilight Vertrieb auch die DVD Live am Wolfszeit Festival veröffentlicht. Die DVD beinhaltet den Varg-Auftritt bei dem genannten Festival 2007.

Das 2009er Album Blutaar (benannt nach einer mutmaßlichen Hinrichtungsmethode der Wikinger) sollte zunächst auf Nuclear Blast erscheinen, doch Gerüchte um eine rechtsextreme Einstellung der Musiker verhinderten nach Vermutung der Medien den Plattenvertrag. Mit NoiseArt Records, einem Sublabel von edel, wurde eine neue Plattenfirma gefunden. Andy Classen (ex-Holy Moses) übernahm die Produktion. Das Album erschien schließlich am 29. Januar 2010.

Das Album erhielt gemischte Kritiken. Nils Herzog von Musikreviews.de schrieb, dass das Album trotz wuchtigem Sound keine wiedererkennbaren Akzente setze. Auch Powermetal.de bescheinigte dem Album wenig Alleinstellungsmerkmale, aber eine gute Produktion.

Am 4. März 2011 erschien das aktuelle Album Wolfskult und stieg auf Platz 33 der deutschen Album-Charts ein.

Musikstil

Varg spielen Viking/Pagan Metal mit deutschen Texten, der meist einfach gestrickt ist und auf simplen Rhythmen aufbaut. Teilweise sind Elemente der Neuen Deutschen Härte in der Musik integriert. Auf folkloristische Instrumente wird komplett verzichtet. Lediglich einige wenige akustische Passagen lockern den Musikstil auf. Einige Riffs erinnern an Power Metal deutscher und britischer Art. Der Gesang ist meist guttural, stellenweise aber auch klar. Viele der Texte sind in der Gegenwart verwurzelt und thematisieren beispielsweise die Vorwürfe gegen die Band. Von der Machart her sind die Texte martialisch und recht grob gehalten.

Rezeption

Von vielen Kritikern werden die manchmal recht „dümmlich und platt“ klingenden Texte kritisiert. Zudem sei der Musikstil wenig originell. Der Band fehle es zudem an Eigenständigkeit. Positiv anzumerken sei das handwerkliche Können der Band, das kompakte Songwriting und der Verzicht auf die üblichen folkloristischen Passagen. Ebenfalls gut bewertet wurde die Produktion der Alben.

Kontroverse

Philipp Seiler ist einer der Mitveranstalter des „Wolfszeit-Festival“. Das Festival geriet in die Kritik, als 2007 Hendrik Möbus auf der Gästeliste stand und das Festival 2008 vom umstrittenen A-Blaze-Magazin (hinter dem gerüchteweise auch Möbus steckt) präsentiert wurde. Nachdem es zu einiger Kritik kam, erließen die Veranstalter eine Richtlinie, die das Tragen von T-Shirts einschlägig bekannter NSBM-Bands verbot.

Kurz vor Vertragsunterzeichnung mit Nuclear Blast tauchten zahlreiche Blogs im Internet auf, die Varg direkt attackierten. Unter anderem wurde ein Foto von Philipp Seiler mit Absurd-T-Shirt, sowie seine Facharbeit über die rechtsextreme Pagan-Metal-Szene veröffentlicht, letztere über eine Homepage der rechtsextremen Pagan Front. Außerdem wurde eine Unterseite des Twilight-Vertriebs erstellt und ein angeblicher Varg-Blog eröffnet. Laut Aussage der Band wurde die offizielle Website von „Hetzern“ gespiegelt und mit gefälschten, rechtsextremen Aussagen versehen. Nuclear Blast lehnte den Vertrag wenig später ohne Angaben von Gründen ab, nachdem der Vorvertrag bereits unterzeichnet war. Zunächst wollte Seiler „alles unter den Teppich kehren. Ein saudummer Fehler“, wie er gegenüber dem Metal Hammer angab. Auch zog er in Betracht, die Band zu verlassen; die anderen Bandmitglieder meinten allerdings, dass dies für sie nicht in Frage komme.

Nachdem Varg im Legacy 01/2010 im Interview die Vorwürfe zu entkräften versuchten und das Rock Hard eine Stellungnahme von Seiler abdruckte, ging das Legacy wenig später auf Distanz. Das Rock Hard bot Seiler in der Ausgabe vom April 2010 auf zwei Seiten Platz, die Vorwürfe zu entkräften. Seiler gibt in dem Interview zu, in der Vergangenheit Fehler gemacht zu haben und distanziert sich von den Vorwürfen, bei Varg handele es sich um eine rechte Band; die an der Photographie von Philipp Seilers mit Absurd-T-Shirt beteiligten Personen bezeichnete er als „sogenannte ‚Spaß-Nazis‘“, die zwar untereinander mit Hitlergrüßen und Nazi-T-Shirts provoziert, selbst aber keinerlei rechtsextreme Neigungen hätten und auch nicht nach außen entsprechend aufgetreten seien. Den Kontakt zu Möbus habe er aufgenommen, nachdem er sich wegen seiner Facharbeit mit den politischen Verbindungen im Pagan Metal auseinandergesetzt habe und sich ein eigenes Bild machen wollte. Varg habe sich „immer GEGEN NAZIS ausgesprochen“ und sei vom rechtsextremen Flügel der Metal-Szene auch nicht als eine der eigenen Bands wahrgenommen, sondern abgelehnt worden. Ähnliche Aussagen machte er in einer im Internet veröffentlichten Videobotschaft.

Das A-Blaze hingegen schrieb, es habe sich „mit Kommentaren zur Situation bei der Coburger Band VARG zurückgehalten“ und „[a]llenfalls zu dem von ihm organisierten Wolfszeit-Festival […] geäußert“, sei „dabei […] auf die aktuelle „Affäre“ um seine Person aber gar nicht eingegangen“, da es das A-Blaze nicht interessiere, „was Philipp Seiler in den vergangenen Jahren so alles angestellt haben soll.“ Sylvia Fuerst und vic vicious hätten in einem Rundbrief bezüglich der Band nur das „falsche Spiel“ im Umgang großer Magazine bei vermeintlich rechten Bands kritisiert. Möbus bestritt in einem Interview mit dem A-Blaze, an der Kampagne beteiligt zu sein, und fügte hinzu, Seiler sei zu alt gewesen, um für sich zu „beanspruchen, einfach nur ein dummer Junge zu sein“, und er wolle seine Taten nachträglich „mit Ausreden, wie man sie allenfalls einem Kleinkind zubilligen würde, erklären“, womit er Aversionen gegen sich selbst schaffe. Das Interview wurde auch auf einer gefälschten Twilight-Seite gespiegelt.

Die Kontroverse zieht sich auch nicht nur durch diverse Musikmagazine, sondern auch durch die Festivalkultur in Deutschland. So diskutierten die Verantwortlichen des Wacken Open Air, ob sie Varg auf dem Festival im August 2010 auftreten lassen wollen. Schließlich wurde öffentlich bekanntgegeben, dass die Band trotz der Kontroverse spielen darf. Auch das Party.San bestätigte die angekündigte Teilnahme am Festival 2010 nicht schweigend, sondern mit einer Stellungnahme zu der Kontroverse um die Band und verwies dabei auf Seilers mögliche Lernfähigkeit.

Weitere Besetzung

Gitarre - „HATI“ (Patrick Zarske, seit 2008)
Schlagzeug - „Fenrier“ (Silvester Grundmann, seit 2005)
Gesang, Bass - „Managarm“ (Timo, seit 2008)
Gesang - „Draugr“ (Basti, 2008 – 2009)
Live-Gitarre - „skalli“ (Martin, seit 2010)

www.varg.de

Bearbeitet von bengt_bangt am 5. Apr. 2011, 20:03

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Gegründet in (Jahr):
  • 2005
Gegründet in (Ort):
  • Coburg
Bandmitglieder:
  • Freki   (2005 - )
  • Geri   (2005 - 2007)
  • Skoll   (2005 - 2007)
  • HATI   (2008 - )
  • Fenrier   (2005 - )
  • Managarm   (2008 - )
  • Draugr   (2008 - 2009)
  • skalli   (2010 - )
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