Biografie

Ulver (norwegisch für Wölfe) ist eine Band aus Norwegen, die ursprünglich von Folk-Musik beeinflussten Black Metal spielte, dann eine Art neoklassischen Folk, zur Zeit allerdings Avantgarde und Experimentalmusik.

Musikübersicht

Auf dem ersten Album Bergtatt von 1995 spielten Ulver Folk-beeinflussten Black Metal. Die Musik zeichnet sich durch ihr schnelles Tempo, den nüchternen Klang von E-Gitarren, Schreigesang, Akustik-Passagen sowie durch eine fantasievolle Storyline aus. Der Kopf der Band, Kristoffer „Garm“ Rygg, bezeichnete Bergtatt als ein „sehr traditionelles Black-Metal-Album“.

Das zweite Album Kveldssanger steht im starken Kontrast zum ersten, es finden sich darauf keine E-Gitarren und kein Schreigesang mehr, dafür Folklore, akustische Musik und Kammerkantaten von Kristoffer Rygg. Garm bezeichnete Kveldssanger als unausgereiftes Neo-Klassik-Album.

Auf dem dritten Album Nattens Madrigal ist die Musik noch brutaler und aggressiver als auf Bergtatt. Der Stil ist sehr roh und die Produktion absichtlich qualitativ minderwertig gehalten. Die Band verlautbarte, dass dieses Album einen Schritt zurück zum norwegischen Black Metal darstelle und stilistisch den alten Darkthrone-Produktionen nahe käme. Die Songtexte dieser drei Alben sind allesamt in altertümlichem Dänisch verfasst.

Das 1998 veröffentlichte Album Themes from William Blake’s The Marriage of Heaven and Hell war etwas völlig Neues. Das neue Mitglied namens Tore Ylwizaker ist Komponist und Tontechniker zugleich und passt genau in das konzeptionelle Framework von Garm, wodurch es gelang, die Grenzen der Ästhetik bezüglich des Black Metals zu überschreiten und ein neues Meisterstück zu erschaffen. Mit diesem Album hat die Band den traditionellen Weg durch den umfangreichen Einsatz elektronischer Elemente verlassen, textmäßig das Gedicht The Marriage of Heaven and Hell von William Blake verarbeitet und auch Gesang von Gastmusikern einfließen lassen. Dieses Album mag vielleicht Fans der ersten drei Alben irritieren, nichtsdestotrotz erhielt es sowohl aus dem Metal- als auch aus dem Alternativ-Bereich gute Kritiken.

Die nächsten zwei Releases Metamorphosis und Perdition City waren noch experimenteller als das „Blake Album“. Ulver bewegten sich immer weiter weg von Rock und Metal hin zu einem elektronischen Genre, dem sich beispielsweise auch die Band Coil verschrieben hat. Während die Metamorphosis-EP Techno mit teilweise vom Black Metal inspirierten Harmonien bot, war Perdition City ein reines Trip-Hop-Album. Insgesamt war in den Jahren von 1999 bis 2001 die Verwendung elektronischer Klänge im Gesamtwerk von Ulver bis heute am ausgeprägtesten.

Es folgten 2001 schließlich die zwei klassischen, rein instrumentellen und minimalistischen Veröffentlichungen Silence Teaches you how to Sing und Silencing the Singing, welche später auch unter dem Titel Teachings In Silence als Compilation veröffentlicht wurden.

Ulver wurden von 2001 bis 2003 wegen ihres einzigartigen, atmosphärischen Sounds für die Produktion der Sountracks für die Kinofilme Lyckantropen, Svidd neger und Uno eingeladen. Dabei war der Soundtrack zum knapp halbstündigen Kurzfilm Lyckantropen mit seiner ausschließlich elektronischen Instrumentalisierung am minimalistischsten arrangiert, während auf Svidd Neger ein Orchester Soundtrack-Bombast versprühte, der immer wieder durch sparsame Ambient-Passagen unterbrochen wurde. Uno schließlich war eine Kooperation mit dem Komponisten Tom McRae. Ulvers Beitrag pendelte dabei zwischen minimalen, deprimierend klingenden Passagen mit echten Instrumenten (Violine, Orgel) und den auf der Metamorphosis-EP dominierenden Technoklängen. McRae’s Beiträge zum Filmsoundtrack umfassten schließlich Gangsta Rap- und HipHop-Passagen.

Im Juli 2004 stellte die Band das Album Blood Inside fertig, welches am 6. Juni 2005 veröffentlicht wurde. Dieses Album führt den bisher eingeschlagenen Weg zwar durchaus weiter, zeigt die Band Ulver jedoch wieder von einer etwas zugänglicheren Seite. Auffällig ist auch, dass hier wieder mehr E-Gitarren als auf den letzten Veröffentlichungen eingesetzt wurden.

Im Oktober 2007 veröffentlichten Ulver Shadows of the Sun, das homogener als die vorhergehenden Alben klingt, die einzelnen Stücke sind klarer aufeinander abgestimmt. Shadows of the Sun nähert sich teilweise wieder Perdition City und Teachings in Silence an; der Stil geht noch stärker in Richtung Ambient, ohne jedoch an Tiefe zu verlieren. Auch verschiedene Elemente der Kammermusik oder des Jazz in der Art von Nils Petter Molvær sind auf Shadows of the Sun zu hören.




Momentane Besetzung

* Kristoffer Garm Rygg (aka Garm, Trickster G., G. Wolf, Fiery G. Maelstrom)
* Jørn H. Sværen
* Tore Ylwizaker

Frühere Mitglieder

* Håvard Jørgensen (aka Haavard) - Gitarre
* Torbjørn Pedersen (aka Aismal) - Gitarre
* Grellmund - Gitarre (Selbstmord am 31. Dezember 1997)
* A. Reza - Gitarre
* Tykje - Gitarre
* Knut Magne Valle - Gitarre
* Erik Olivier Lancelot (aka AiwarikiaR) - Schlagzeug
* Carl Michael Eide (aka Aggressor aka Czral) - Schlagzeug
* Hugh Steven James Mingay (aka Skoll) - Bass

Diskografie

* Vargnatt Demo (1993)
* Split-EP mit Mysticum (1994)
* Bergtatt - Et Eeventyr i 5 Capitler (1995)
* Kveldssanger (1996)
* Nattens Madrigal - Aatte Hymne Til Ulven I Manden (1997)
* The Trilogie (Compilation, 1998)
* Themes From William Blake’s The Marriage of Heaven and Hell (1998)
* Metamorphosis EP (1999)
* Perdition City - Music to an interior Film (2000)
* Silence Teaches You How To Sing (EP, 2001)
* Silencing The Singing (EP, 2001)
* Teachings In Silence (Compilation der beiden EPs, 2002)
* Lyckantropen (Filmsoundtrack, 2002)
* Uno (Filmsoundtrack, 2003)
* 1993 - 2003 1st Decade In The Machines (Compilation, 2003)
* A Quick Fix of Melancholy EP (2003)
* Svidd Neger (Filmsoundtrack, 2003)
* Blood Inside (2005)
* Shadows of the Sun (2007)
* Wars Of The Roses (2011)
* Childhood’s End (2012)

Bearbeitet von Braueraipferd am 13. Aug. 2012, 13:59

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