Sie sehen aus wie die Blues-Brothers und spielen Riffs wie die frühen AC/DC. The Inspector Cluzo veröffentlichen ihr zweites Album

Die französische Musikszene ist durchaus breit gefächert: Phoenix, MC Solaar, Air, Justice… Alles Größen ihrer jeweiligen Genres. Was Frankreich dabei etwas abzugehen scheint, ist der gute alte Rock. Dementgegen stellen sich zwei Herren aus dem sonnigen Süden des Zentralstaates. Malcom Lacrouts und Phil Joudain sind es irgendwann leid und entschließen sich, die franzözische Rock-Ehre zu retten. Die Beiden begeben sich also zu Aufnahmen ins Studio und warten dort auf ihren dritten Mann. Der taucht aber niemals auf und man einigt sich schnell darauf, sich auch nicht nochmal nach einen Neuen umzusehen. Gitarre und Schlagzeug, mehr braucht es nicht. „Fuck The Bassplayer!“ Dies wird sofort zum Slogan der Band umgemünzt und die Band The Inspector Cluzo ist geboren.

Fortan spielen sich die zwei Franzosen die Finger wund. Wer sich den Terminplan der Band einmal anschaut, der sieht, dass nur wenige Verschnaufpausen bleiben. Von Tokio bis Paris, von London bis Shanghai touren sich die zwei durch die Clubs. Es geht ja auch immerhin um die Ehre.

Zwei Jahre nach ihrem selbstbetitelten Debüt legen The Inspector Cluzo nochmal eine Schippe nach. „French Bastards“, so der Titel ihres neuen Album, das wieder – mehr oder weniger – selbstbetitelt ist, erscheint heute: Den Namen haben sich die zwei Chaoten bei einem Auftritt in Australien erspielt, bei dem sie derartig durchdrehten, dass die australische Presse sich nicht anders zu helfen wusste, als das Duo so zu benennen. Warum dann nicht auch gleich das Album so nennen? Ist ja auch nicht immer leicht nen Albumtitel zu finden. Thank’s, dudes!

Auf ihrer neuen Platte machen The Inspector Cluzo ihren Überzeugungen wieder einmal richtig Luft, ohne sich selbst dabei allzu ernst zu nehmen. Die Titel lassen schon erahnen gegen wen sie, mit Gitarre und Drumstick bewaffnet, in den Krieg ziehen. Bei „F*** Michael Jackson“ geht es dem „King of Pop“ an den Kragen, bei „Zombie DJ Killers“ den Schallplattenunterhaltern und selbst der „Gouvernator“ Arnold Schwarzenegger bleibt mit „Terminator is black on his back“ nicht verschont. Rundumschlag also! Hat sich die Einstellung, im Vergleich zum Debüt, nicht großartig verändert, so aber die musikalische Ausrichtung. Blues- und Funk-Elemente sind noch immer vorhanden, aber deutlich zurückgestellt. Auch die Sprechgesangs-Parts Lacrouts haben deutlich nachgelassen. Weniger Zack De La Rocha, mehr Bon Scott lässt sich die Marschrichtung der Platte resümieren. Besondere Beachtung muss an dieser Stelle auch dem Artwork geschenkt werden, das die zwei Franzosen als Comic-Avatare zeigt. Zu jedem Song gibt es ein eigenes Bildkärtchen samt Lyrics auf der Rückseite. Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht.

Die „French Bastards“ zeigen mit ihrem neuen Album, dass auch unser Nachbarland schwer rocken kann. Mit jedem Durchlauf der Platte verblasst aber der glänzende Eindruck vom Anfang. Wenn man die Texte einmal kennt, wird die Platte beinahe langweilig. Ein Witz ist eben nur einmal lustig.

Bearbeitet von pueschi am 11. Mai. 2011, 16:08

Alle von Benutzern bereitgestellten Inhalte auf dieser Seite stehen unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz.
Texte können zudem unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation stehen.

Wikifakten

Aus Fakten generiert, die in der Wiki markiert wurden.

Keine Fakten zu diesem Künstler.

Du betrachtest Version 1. Schau dir ältere Versionen an, oder diskutiere über diese Wiki.

Du kannst dir auch eine Liste mit allen kürzlichen Wiki-Änderungen ansehen.

Weitere Informationen

Von anderen Quellen.

Links
Labels