Biografie

The Enid ist eine sehr kontroverse Band, die zeitweilig sogar vom britischen MI5 überwacht wurde. Sie wurden als Faschisten, Sozialisten und Anarchisten bezeichnet. Viele dachten, sie wären irgendeine kranke Punk-Band. Das alles beruhte jedoch auf Falschinformationen von Leuten, die sich ein Bild von der Band machten, ohne je etwas von ihnen gehört zu haben.

The Enid wurden 1974 von Robert John Godfrey gegründet. Dieser hatte in den 60ern Klavier- und Kompositionsunterricht bei Arthur Alexander und Malcolm Binns. Anfang der 70er machte er sich als Arrangeur der Orchesterparts auf den frühen Barclay James Harvest-Alben einen Namen. Er agierte dort auch als Co-Autor, wurde aber im Booklet nicht namentlich genannt, was in den 80ern und 90ern zu einer Prozesslawine führte, involviert dabei auch der BJH-Klassiker „Mockingbird“. 1972 spielte er das Soloalbum „The Fall of Hyperion“ ein, das bereits die Richtung zeigte, die The Enid später einschlagen sollten.

Neben Godfrey waren die Gitarristen Stephen Stewart and Francis Lickerish die beiden anderen Gründungsmitglieder. Zu einer Zeit, als der Punk langsam in Mode kam, wirkten The Enid mit ihrer Mischung aus klassischer, wohlgemerkt selbstkomponierter Musik, gespielt auf Syntesizern, Keyboards und Gitarren, häufig mit Pauken und Becken statt eines normalen Schlagzeugs, völlig deplaziert. Dennoch schafften sie es, Hippies, Biker und sogar Punks zu begeistern.

Die ersten beiden Alben waren bei EMI erschienen, danach bekamen The Enid einen hochdotierten Vertrag bei Pye Records. Die landeten jedoch mit dem Film „Raise the Titanic“ einen ziemlichen Flop, so daß sie durch ihren kostspieligen Neueinkauf mit ein paar schnell veröffentlichten und schlecht promoteten Singles Geld scheffeln wollten. Das mißlang jedoch. Nach nur zwei Alben trennten sich Pye Records und The Enid wieder. Dies markiert das Ende der ersten Bandphase, da jetzt auch Francis Lickerish ausstieg.

Godfrey und Stewart machten jedoch weiter. Um sich über Wasser zu halten, arbeiteten sie als Studiomusiker bei einigen Popproduktionen mit, u.a. bei Kim Wilde („Kids of America“).

1983 erschien ein neues Studialbum des Duos. Dieses hatte zum ersten Mal Gesang und wurde auf dem bandeigenen Label „Enid“ veröffentlicht. Hier veröffentlichten sie auch den eigenen Backkatalog, bis auf die beiden bei EMI erschienen Alben, da die sich quer stellten. Also wurden diese beiden Platten kurzerhand neu eingespielt und so der EMI ein Schnippchen geschlagen.

„The Stand“ wurde gegründet, das, neben dem Enid-Label, die Musik von The Enid und einigen ausgewählten Künstlern veröffentlichen und promoten sollte. Insgesamt erschienen hier fünf Alben, darunter drei Platten mit Livematerial und Kuriositäten von The Enid.

Da sie jetzt von keiner Plattenfirma mehr abhängig waren, konnten sie ihren eigenen Projekten nachgehen, z.B. dem auch als Ballett aufgeführten „Salome“. Danach trennten sich so langsam die Wege von Stewart und Godfrey. Stewart arbeitete im Studio u.a. mit Katrina and The Waves und New Model Army zusammen. Godfrey komponierte das Stück „Reverberation“, das später auf der „The Seed and The Sower“-CD als Bonus zu finden war. Dieses erschien 1988 bereits unter dem Namen „Godfrey & Stewart“, nicht mehr The Enid.

Danach kam Godfrey in die Midlife crisis. Mit verschiedenen Bands ging er diversen Ideen nach. Gegen Mitte der 90er waren The Enid zurück mit zwei neuen Alben, die zwar weiterhin großangelegte Kompositionen enthielten, jedoch auch moderne Einflüsse, wie Ambient und Dance Music, aufnahmen.

Bearbeitet von Webi12 am 8. Nov. 2011, 6:39

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