Dream Syndicate war eine US- amerikanische Rockband aus Los Angeles, die zum Paisley Underground gehörte und von 1981 bis 1989 existierte.

Ursprünglich gehörten ihr Steve Wynn (Gesang, Gitarre), Karl Precoda (Gitarre), Kendra Smith (Bass) und Dennis Duck (Schlagzeug) an. Zuletzt bestand die Band aus Wynn, Duck sowie Paul B. Cutler (Gitarre) und Mark Walton (Bass). Der Name der Band geht auf einen Vorschlag von Dennis Duck zurück und bezieht sich auf eine Anfang der 1960er von Tony Conrad in New York gegründete experimentelle Gruppe (besser bekannt als The Theater of Eternal Music), der auch John Cale angehört hatte.

Während ihres Studiums an der University of California in Davis spielten Wynn und Smith zusammen mit Russ Tolman und Gavin Blair (beide später bei True West) in der Band The Suspects. Nach Los Angeles zurückgekehrt, nahm Wynn eine Single mit dem Titel „15 Minutes“ (für „15 Minuten Ruhm“) als Abschied von der Musik auf. Er setzte diese Absicht jedoch nicht um. Beim Vorspielen für die Band Goat Deity traf er Precoda, der einer Suchanzeige für einen Bassspieler gefolgt war, und sie gründeten The Dream Syndicate, wobei Precoda zur Gitarre wechselte. Smith kam am Bass dazu und brachte Dennis Duck in die Band, der zuvor in der lokal erfolgreichen Band Human Hands aus Pasadena gespielt hatte.

Am 23. Februar 1982 traten The Dream Syndicate im Club Lingerie zum ersten mal auf. Sie nahmen im Keller von Wynns Haus eine EP mit vier Titeln auf, die Wynn auf seinem Label Down There veröffentlichte, und die Band erlangte schnell lokale Bekanntheit wegen ihrer langen, von Feedbacks durchzogenen Improvisationen. Sie schöpften dabei offenkundig aus dem Erbe von The Velvet Underground und von Television, aber auch Anleihen bei Quicksilver Messenger Service und Creedence Clearwater Revival waren erkennbar. Wynn sagte später über ihren raschen Erfolg: „Es war eine Übernacht- Sache. Wir mussten nichts dafür tun. Es war sehr seltsam und verwirrte uns irgendwie.“

Die Band schloss einen Plattenvertrag mit Slash Records, auf deren Unterlabel Ruby Records ihr erstes und mit Abstand bestes Album „The Days of Wine and Roses“ 1982 veröffentlicht wurde. Im folgenden Jahr erschien der hymnische erste Titel dieses Albums „Tell Me When It’s Over“ als A-Seite einer EP, die auch eine Coverversion von Buffalo Springfields Mr. Soul enthielt, bei Rough Trade Records in Großbritannien. Kendra Smith verließ The Dream Syndicate und gründete mit David Roback (vorher bei Rain Parade, später bei Mazzy Star) die Band Opal. Sie wurde durch David Provost (Droogs, Russ Tolman , Denver Mexicans) ersetzt.

Aufgrund des Hypes um die Gruppe wurde A&M Records auf sie aufmerksam, nahm sie unter Vertrag. Die Gruppe veröffentlichte 1984 den Klassiker „The Medicine Show“, ein Album, das als eines der besten Rockalben der 1980er gelten muss. Es wurde in San Francisco aufgenommen und von Sandy Pearlman (Blue Öyster Cult, The Clash) produziert. Die Fertigstellung dieses Albums war wegen einer vorübergehenden Auflösung der Band mit einigem Zeitaufwand und Schwierigkeiten verbunden und enthält mit „Merritville“ und vor allem „John Coltrane Stereo Blues“ Klassiker. Sie spielten als Vorgruppe von R.E.M. und U2 und brachten das Live-Album „This Is Not The New Dream Syndicate Album - live“ (unterstützt von dem Studiomusiker Tommy Zvoncheck) heraus, bei welchem Karl Precoda zum letzten mal mitwirkte und Mark Walton zum ersten mal am Bass zu hören war. Sie verließen A&M, nachdem die Plattenfirma das Demo des Titels „Slide Away“ abgelehnt hatte. Das Stück wurde später auf der halboffiziellen Platte „It’s Too Late To Stop Now“ veröffentlicht.

Steve Wynn schrieb 1985 zusammen mit Dan Stuart (Green on Red) zehn Lieder, die sie mit Dennis Duck sowie Kollegen aus dem Paisley Underground, wie den Long Ryders, aufnahmen und als „Danny and Dusty“ auf dem Album „The Lost Weekend“ bei A&M herausbrachten.

Nachdem A&M die Gruppe aus ihrem Vertrag entließ, schlossen sich Wynn, Duck, Mark Walton und Paul B. Cutler (zuvor bei der Death Rock-Band 45 Grave) zur letzten Besetzung von The Dream Syndicate zusammen und nahmen zwei weitere Studioalben auf, „Out Of The Grey“ (1986), produziert von Cutler, und „Ghost Stories“ (1988), produziert von Elliot Mazer, der auch einige Albem von Neil Young (u.a. „Harvest“ und „Time Fades Away“) produziert hatte.

Als Abschiedsgeschenk für A&M nahmen The Dream Syndicate das Lied „Lonely Bull“ auf, das der erste Hit von A&M Boss Herb Alpert war.

Die Doppel Live-LP „Live at Raji’s“, das ebenfalls Mazer produzierte, wurde vor „Ghost Stories“ aufgenommen, aber erst danach veröffentlicht.

Nach dem endgültigen Aus von The Dream Syndicate begann Steve Wynn seine erfolgreiche Solo-Karriere, Karl Precoda wurde Literaturprofessor, Kendra Smith gründete mit David Roback von Rain Parade und Keith Mitchell von Green on Red die Band Opal, Mark Walton zog nach New Orleans und schloss sich The Continental Drifters an, Dennis Duck zog sich ins Private zurück und Paul B. Cutler arbeitet als Konzertveranstalter im Raum Los Angeles.

Fans der Band sind sich nicht einig, welche Besetzung der Band die beste war, aber in jeder personellen Variation machte The Dream Syndicate stets gitarrengetriebenen und fantasiereichen Rock, in einer Zeit, in der etablierte Größen wie Lou Reed, David Bowie, Miles Davis und viele andere mit Drumcomputern herumexperimentieren.

Nach der Auflösung der Band erschien unter anderem „3½; The Lost Tapes 1985 - 1988“ mit vorher unveröffentlichten Studioaufnahmen, und „The Day Before Wine and Roses“, die Aufnahme eines Radio- Liveauftritts kurz vor dem Erscheinen ihres ersten Albums.

Bearbeitet von foreverautumn am 19. Aug. 2007, 20:41

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