Biografie

Steve Reich (* Stephen Michael Reich, 3. Oktober 1936 in New York, N.Y., USA) ist ein US-amerikanischer Komponist, der vor allem im Bereich der Minimal Music bekannt ist und als einer ihrer Pioniere gilt, obwohl er auch in einigen Werken vom puren minimalistischen Stil Abstand nimmt.

Leben und Werke

Steve Reich wuchs bei seinem Vater auf, musste jedoch oft zwischen New York und Los Angeles hin- und herfahren, da dort seine vom Vater geschiedene Mutter lebte. Mit sechs Jahren erhielt er Klavierunterricht, bekam jedoch laut eigenen Auskünften keine Musik zu sehen, die vor 1750 oder nach 1900 geschrieben wurde, und spielte daher die „Lieblingsstücke der Mittelklasse“.

Er selbst war mit 14 Jahren beeindruckt von der Barockmusik Bachs, z. B. den „Brandenburgischen Konzerten“, Neuer Musik wie „Le sacre du printemps“ von Strawinski und der Jazzmusik Charlie Parkers. Er gab das Klavierspiel auf und fing an, Jazzschlagzeug zu spielen. Er erhielt seine musikalische Ausbildung bei Roland Kohloff, dem ersten Paukisten des New York Philharmonic Orchestra. Im Alter von 16 Jahren begann er ein Studium der Musik und Philosophie an der Cornell University. Einige Zeit darauf nahm er privat Unterricht bei dem Jazz-Komponisten und Pianisten Hall Overton, dabei wuchs der Einfluss von Jazzgrößen wie John Coltrane, Miles Davis und Charlie Parker auf Reich. Mit 22 Jahren belegte Reich Kompositionskurse an der Juilliard School bei Vincent Persichetti und William Bergsma sowie am Mills College in Kalifornien bei Darius Milhaud und Luciano Berio.

Um 1958 begann Reichs aktive Schaffenszeit: Er beschäftigt sich mit elektronischer Musik und experimentiert eigenständig. Im Sommer 1970 studierte er Afrikanisches Trommeln am Institute for African Studies an der University of Ghana in Accra.

Angeregt durch Trommelstudien - unter anderem in Afrika - begann er, in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre kurze Tonfragmente (heute würde man „Samples“ sagen) aneinanderzureihen und deren Phasen zu verschieben. Reich verwendete dazu mehrere Tonbandmaschinen (Wollensack tape recorders). Dies ist in seinen Frühwerken, It’s Gonna Rain, Melodica und Come Out zu hören. Diesen Werken folgten Werke für Klavier und elektrische Orgel (Four Organs, Piano Phase).

In den Folgejahren wandte er diese Techniken (s. Phasing) auch in Vokal- und Orchesterwerken an. Populär wurde Reichs Typing music, die humorvoll die Geräusche einer fieberhaft betätigten Schreibmaschine in den Orchesterklang integriert.

Auszeichnungen

2006 wurde er mit dem Praemium Imperiale („Nobelpreis der Künste“) in der Sparte Musik ausgezeichnet. Am 25. Januar 2007 wurde in Stockholm bekanntgegeben, dass Reich für „seine einzigartige Fähigkeit, mit Kanon-Techniken und minimalen Veränderungen von Klangmustern ein komplettes Universum von beschwörender Musik zu schaffen“, der Polar-Musikpreis des Jahres 2007 zuerkannt wird. Die Preisverleihung fand am 21. Mai statt.

Bearbeitet von Wulfenlord am 12. Aug. 2007, 8:33

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