Biografie

Steve Albini (* 22. Juli 1962 in Pasadena, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Musiker und Produzent.

Leben

Steve Albini wuchs in Montana auf und machte seine ersten Aufnahmen im Jahr 1978 mit einer gemieteten Vierspur-Bandmaschine. 1980 zog er nach Chicago, um dort aufs College zu gehen. Dort schrieb er Artikel für mehrere Underground-Fanzines der entstehenden Punkszene wie Matter und Forced Exposure. Nach seinem Collegeabschluss studierte er dann Journalismus an der Northwestern University in Evanston, Illinois.

1982 gründete er die Hardcore-Punk-Band Big Black, mit der in den 80ern eine Reihe EPs und zwei Alben („Atomizer“ im Jahr 1986 und „Songs About Fucking“ 1987) veröffentlichte. 1987 lösten sie sich allerdings wieder auf, Albini war bis 1988 in der Band Rapeman tätig.

Seit 1981 hatte er für befreundete Bands Demos aufgenommen. Ab 1986 hatte er begonnen, in seinem Haus ein Aufnahmestudio einzurichten und professionell als Toningenieur zu arbeiten. Im Laufe seiner Karriere produzierte Steve Albini hauptsächlich Bands aus der Independent-Szene abseits des Mainstreams. In einem Vortrag, den er 2004 hielt, sprach er von nahezu 1.500 Produktionen, wovon er ungefähr sechs bis acht als „major releases by major record labels“ bezeichnet.

Zu diesen Major Label-Veröffentlichungen zählen Alben von PJ Harvey, The Auteurs, Bush und vor allem Nirvana, die ihr drittes und letztes Studioalbum „In Utero“ 1993 mit ihm zusammen aufnahmen. Vor allem wegen dieser Produktion wurde Albini über die Independent-Szene hinaus berühmt, obwohl er für seine Arbeit an diesem Projekt von vielen Seiten kritisiert wurde. Einerseits beschuldigte ihn die Plattenfirma Geffen, dass seine Produktion unverkäuflich sei, andererseits wurde er von der Independent-Szene verdächtigt, sich für den kommerziellen Erfolg zu verkaufen.

Seit 1992 ist er wieder selbst in einer Band tätig. Zusammen mit den Produzenten Bob Weston und Todd Trainer gründete er die Band Shellac. Seit 1995 betreibt er zusammen mit anderen das Studio Electrical Audio in Chicago.

Grundsätze

Die Grundsätze, nach der Steve Albini als Musikproduzent arbeitet, bestehen darin, dass er sich selbst nicht als Produzent betrachtet und den Begriff sogar ablehnt. Ihm zufolge ist es die Aufgabe eines recording engineer, den Sound einer Band möglichst gut zu dokumentieren, während ein Produzent in den meisten Fällen versucht, seine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Zu dieser Sichtweise haben auch die Erfahrungen beigetragen, die Albini selbst als Musiker in verschiedenen Bands gesammelt hat.

So wie Albini die Bevormundung der Musiker durch Produzenten ablehnt, ist er ein scharfer Kritiker der Ausbeutung von Bands durch die Plattenfirmen und Manager. Daher lässt er sich auf Basis eines festen Tagespreises bezahlen. Dies steht im Gegensatz zur Praxis vieler Produzenten, als Bezahlung einen Anteil an den Erträgen des Plattenverkaufs zu verlangen, die sogenannten „Produzentenpunkte“. Außerdem arbeitet er bevorzugt mit Independent Labels.

Als Produzent geht Steve Albini von dem Grundsatz aus, dass die Musiker genau wissen, wie sie klingen wollen und dies in allen Aspekten ihres Spiels ausdrücken. Bei seinen Produktionen versucht Albini daher, möglichst viel vom originalen Klang der Instrumente zu bewahren und legt mehr Wert auf gute Aufnahmen als auf aufwendiges Mischen und Nachbearbeiten.

Für eine bestmögliche Aufnahme, bei der die Musiker auf natürliche Weise aufeinander reagieren können, zieht er es vor, dass alle Instrumente gleichzeitig eingespielt werden. Außerdem verwendet Steve Albini zum Aufnehmen ausschließlich analoge Technik.

Von Albini betreute Bands

Unter den inzwischen über 1.500 Platten, die er als Tontechniker aufgenommen hat, befinden sich einige sehr bekannte Alben, die heute als Meilensteine ihrer jeweiligen Genres angesehen werden, darunter In Utero von Nirvana und Surfer Rosa von den Pixies.

Weitere Bands und Musiker

* 18th Dye
* The Breeders
* Bush
* Chevelle
* the danielson famile
* Electrelane
* Flogging Molly
* Godspeed You! Black Emperor
* Guided by Voices
* Jawbreaker
* F-Minus
* Helmet
* Honey for Petzi
* Jesus Lizard
* Joanna Newsom
* Leftöver Crack
* Man or Astro-Man?
* Mclusky
* Melt-Banana
* Neurosis
* Pegboy
* PJ Harvey
* Silkworm
* Songs: Ohia
* The Wedding Present
* Valina
* Whitehouse
* Zao

Bearbeitet von Wulfenlord am 30. Mär. 2008, 16:49

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