Biografie

Robert Wyatt (* als Robert Ellidge 28. Januar 1945 in Bristol) ist ein englischer Sänger und Schlagzeuger. (auch Trompete, Klavier, Bass)

Nach seinem Engagement bei der Mitt-Sechziger-Musikgruppe Wilde Flowers aus Canterbury war Robert Wyatt 1966 Mitgründer von Soft Machine. Soft Machine gehörte, neben Caravan und Gong, bald zu den Eckpfeilern der so genannten Canterbury-School des Progressive Rock oder Artrock. Neben den Psychedelic-Rock der Anfänge waren schnell Jazz- und Klassik-Einflüsse (u.a. Eric Satie) getreten, Improvisation und Songs ergänzten sich. Wyatt trug mit seinem Schlagzeugspiel (und Gesang) wesentlich zum Ruf der Band bei, der zeitweilig an den Ruhm der frühen Pink Floyd heranreichte.

Wyatt tourte mit Soft Machine als Vorgruppe der Jimi-Hendrix-Experience 1968 durch die USA. Bereits 1970 veröffentlichte er ein neben seiner Bandmitarbeit entstandenes Soloalbum, „The End of an Ear“ .

Im Herbst 1971 trennte sich Robert Wyatt von Soft Machine und gründete sein eigenes Projekt Matching Mole. Der Name dieser neuen Formation war eine Anspielung auf die französische Übersetzung von Soft Machine, „Machine Molle“. Nach dem zweiten Album (das von Robert Fripp produziert wurde und zu dem Brian Eno Synthesizer beisteuerte), löste er die Band jedoch wieder auf. Zur damaligen Zeit galt Wyatt als einer der besten Schlagzeuger des Jazzrock und wurde unter anderem zu Festival- und Schallplatten-Produktionen nach Deutschland geholt („New Violin Summit“ mit u.a. Jean-Luc Ponty, Michal Urbaniak und Terje Rypdal).

1973 stürzte Wyatt bei einer Party aus einem mehrstöckigen Haus und ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Noch im Krankenhaus begann er jedoch, die Stücke für sein nächstes Album „Rock Bottom“ zu komponieren, und trotz damaliger Vorbehalte der TV-Verantwortlichen setzte er bald seine Auftritte in Musikshows des Fernsehens durch.

Die meisten seiner Stücke vermitteln ein düsteres, intensives Hörerlebnis. Die Kritik spricht von „wärmenden Outsider-Balladen“. Wyatt setzt seine zerbrechliche, mehrere Oktaven umfassende Stimme nicht nur zur Wiedergabe seiner assoziativen Texte ein, sondern zeigt sich auch experimentierfreudig im Gebrauch seines Gesangs als Instrument, das nach technischer Verfremdung oder Dopplung neue Klangwelten evoziert. Für seine Soloalben konnte er zahlreiche namhafte junge Musiker aus der Canterbury-Szene einspannen, darunter den 19-jährigen Mike Oldfield, der als Gitarrist auf Wyatts 1974er-Veröffentlichung Rock Bottom (die von Pink Floyds Schlagzeuger Nick Mason produziert wurde) zu hören ist, sowie Fred Frith. Einen besonderen Erfolg erzielte Wyatt mit einer Cover-Version des Monkees-Hits I’m a Believer, mit welcher er auf Platz 29 der britischen Single-Charts einzog.

Wyatt lebte einige Jahre in Spanien, wohnt jetzt allerdings wieder in Lincolnshire. Der Multiinstrumentalist bekennt sich zur marxistischen Linken, coverte diverse politische Lieder und Befreiungshymnen, spielte Singles zur Unterstützung der Namibia-Hilfe und der streikenden britischen Bergleute ein und kommentierte 1983 den Falkland-Krieg mit dem von Elvis Costello geschriebenen Song „Shipbuilding“.

Wyatts Soloalbum „Shleep“ aus dem Jahr 1997 wurde mit Brian Eno produziert, 2004 ergab sich eine Zusammenarbeit mit Björk. Der Komponist und Trompeter Michael Mantler holt regelmäßig Wyatt als Sänger zur Aufführung seiner Werke. 2001 ergab sich eine Zusammenarbeit mit dem französischen Regisseur Jacques Perrin, zu dessen Dokumentarfilm Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel Wyatt einige Stücke komponierte und sang.

Am 22. Juni 2001 trat er während eines Konzerts von David Gilmour in der Royal Festival Hall, London, England auf. Er übernahm einen Gesangspart des Stücks Comfortably Numb

Robert Wyatt ist verheiratet mit Alfreda Benge, die die Cover zu den meisten seiner Soloalben malte und auch die Texte zu einigen seiner Lieder beisteuerte.

Bearbeitet von wersonstich am 4. Mai. 2009, 2:35

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