Biografie

Peter Brian Gabriel (* 13. Februar 1950 in Chobham, Surrey, England) ist ein englischer Musiker und Video-Künstler. Bekannt wurde er als Frontmann und Gründungsmitglied der Progressive-Rock-Band Genesis. Nachdem er Genesis verlassen hatte, startete er eine erfolgreiche Solokarriere mit dem Schwerpunkt auf der Produktion und Förderung von Weltmusik, sowohl in seiner eigenen aber auch in der Musik von anderen Künstlern. Ebenso nimmt er eine Vorreiterrolle im Bereich der digital bearbeiteten Musik ein. Er ist auch in vielen humanitären Hilfsprojekten eingebunden. Seine Musik, eine nicht klar kategorisierbare Mischung aus Pop, Rock, New Age, mit deutlichen Einflüssen der Weltmusik, stellt er sehr aufwendig in spektakulären Videos und konzeptionell angelegten Liveshows dar.

Genesis

1967 gründete Gabriel während seiner Schulzeit an der Charterhouse School mit seinen Mitschülern Tony Banks, Anthony Phillips, Mike Rutherford und Schlagzeuger Chris Stewart die Band Genesis. Der Bandname war ein Vorschlag des Charterhouse Schulabsolventen Jonathan King, der auch ihr erstes Album From Genesis To Revelation produzierte. Durch seine Vorliebe für Soul wurde Gabriel durch viele verschiedene Musiker inspiriert, hauptsächlich Nina Simone, Gary Brooker und Cat Stevens. Er spielte auch Flöte auf dem Mona Bone Jakon Album von Cat Stevens aus dem Jahre 1970.

Genesis erregte schnell großes Aufsehen in der internationalen Musikszene durch Gabriels ungewöhnliche Bühnenpräsenz. Gabriel trat in zahlreichen bizarren Kostümen auf und leitete die Songs mit sarkastischen, traumartigen Geschichten ein. Zu seinen bekanntesten Verkleidungen zählen „The Flower“ und „Magog“ (Supper´s Ready), „Britannia“ (Dancing With The Moonlit Knight), „The Old Man“ (The Musical Box) und „Rael“ sowie „The Slipperman“ für das Konzeptalbum The Lamb Lies Down On Broadway. Zur damaligen Besetzung von Genesis gehörten auch Bassist/Gitarrist Mike Rutherford, Keyboarder Tony Banks, Gitarrist Steve Hackett und Schlagzeuger Phil Collins, der 1975 nach Gabriels Ausstieg dessen Posten als Frontmann übernahm. Bereits bevor die Band mit dem Album The Lamb Lies Down On Broadway auf Welttournee ging, entschloss sich Gabriel, die Band nach dem letzten Konzert zu verlassen. Unter anderem beeinflussten musikalische Differenzen mit seinen Mitmusikern und die damals problematisch verlaufende Schwangerschaft und Geburt seiner Tochter Anna seine Entscheidung, die er in dem Song Solsbury Hill verarbeitet hat.

Solokarriere

Nach seinem Ausstieg entschloss sich Peter Gabriel für eine Auszeit und verbrachte viel Zeit mit der Selbsterforschung und Betrachtung seines eigenen Seins, dem Klavierspiel, Yoga und dem Pflanzen von Gemüse. Vor allem verbrachte er viel Zeit mit seiner Familie.

Zu Beginn seiner Solokarriere weigerte sich Gabriel, seine Soloalben mit Namen zu versehen; sie wurden alle schlicht „Peter Gabriel“ betitelt, ohne dass sie mit einer fortlaufenden Nummer versehen wurden. Aufgrund ihrer Albencover bekamen die ersten drei Alben durch die Presse und Fans die Spitznamen Car, Scratch und Melt. Sein viertes Soloalbum heißt in England immer noch schlicht Peter Gabriel, wurde jedoch in den USA unter dem Titel Security veröffentlicht. Weiterhin verwendete er Titel mit sehr kurzen Worten wie So, Us und Up. Auch sein neuestes Best-Of-Album heißt schlicht Hit.

Peter Gabriel I-IV

Gabriel nahm sein erstes Soloalbum, schlicht Peter Gabriel genannt, in der Zeit von 1976 bis 1977 mit dem Produzenten Bob Ezrin auf. Dieses Album enthält auch seinen ersten großen Hit Solsbury Hill. Im Grunde zufrieden mit dem Album, hielt er den Song Here Comes The Flood für überproduziert.

Für sein zweites Album aus dem Jahre 1978 arbeitete er mit dem King Crimson-Gitarristen Robert Fripp als Produzenten zusammen. Das Album war wesentlich düsterer und experimenteller und enthielt einige ausgefeilte Kompositionen, jedoch keinen Hit. Den Song Exposure schrieb er gemeinsam mit Robert Fripp. Im Gegenzug nahm Fripp 1979 für sein eigenes Album Exposure den Song Here Comes The Flood in der für Gabriel nun akzeptableren Form auf. Die weiteren Veröffentlichungen, auf der deutschen Ausgabe der Maxisingle Biko als Jetzt kommt die Flut (1980), auf Shaking The Tree (1990) und auf der Live-DVD Growing Up von 2003, folgen dieser sparsamer instrumentierten Version.

Gabriels drittes Album, welches 1980 veröffentlicht wurde, enthält die Hitsingles Games Without Frontiers sowie Biko, wobei erstmal Gabriels Interesse an Weltmusik in Erscheinung trat. Auffällig an dem Album ist die gewagte Produktion, bei der viele ungewöhnliche und bahnbrechende Aufnahmemethoden und Effekte eingesetzt wurden. So wurde hier zum ersten mal der in den 80ern höchst beliebte Gated-Reverb-Schlagzeugsound eingesetzt, der seine Wirkung aus einem mächtigen Hall mit abrupt abreißender Hallfahne bezieht. Auf Gabriels Betreiben hin benutzten die Schlagzeuger auf diesem Album keinerlei Becken; Phil Collins spielte beim Song „Intruder“ ein einfaches Pattern, das Gabriel und seinem Toningenieur Hugh Padgham genug Raum für die Klangexperimente ließ, die zum besagten Effekt führten. Später wurde dieser Drumsound durch Collins’ Hitsingle In The Air Tonight weltberühmt. Des Weiteren war „Melt“, wie das Album in Anspielung auf die Covergrafik (Gabriels zerfließendes Gesicht) auch genannt wird, der erste offiziell veröffentlichte Tonträger überhaupt, auf dem ein Sampler, und zwar ein Fairlight CMI, zu hören ist.

Gabriel bot für sein drittes Album verschiedenen nationalen Töchtern seiner Plattenfirma an, das vollständige Album auch in der jeweiligen Landessprache auf den Markt zu bringen. Nur die deutsche Plattenfirma zeigte sich interessiert. Wegen des unterschiedlichen Rhythmus in der Sprache wurde das Album für die deutsche Version komplett neu aufgenommen (Text und Musik) und abgemischt. Die deutschen Texte wurden von Horst Königstein geschrieben, der u. a. auch Liedtexte für Udo Lindenberg schrieb.

Aus den beschwerlichen und zeitweise ergebnislosen Aufnahmesessions auf seinem ländlichen Anwesen in England mit Co-Produzent David Lord entstand zwischen 1981 und 1982 Gabriels vierte Veröffentlichung, auf dem Gabriel mehr Verantwortung als Produzent übernahm. Auf diesem Album, das in den USA unter dem Namen Security veröffentlicht wurde, setzte Gabriel den Fairlight in weit stärkerem Maße ein als auf der letzten Produktion. Er verwendete eine Vielzahl von gesampelten Klängen mit Percussionelementen aus nichtwestlichen Kulturkreisen und anderen unüblichen Instrumenten, um eine tiefgreifend neue Klangwelt zu erschaffen. Trotz des eigenartigen Sounds, der ungewöhnlichen Instrumente und der meistens düsteren Texte verkaufte sich das Album gut und enthielt mit Shock The Monkey auch einen Hit, zu dem ein für die damalige Zeit in puncto Aufnahmetechnik bahnbrechendes Video gedreht wurde. Auch dieses Album erschien vollständig in Deutsch.

Zu jedem seiner vier Alben tourte Gabriel ausgiebig, wobei er die auch schon bei Genesis von ihm optisch aufwendig gestaltete Bühnenshow weiter ausbaute. So verwendete er kunstvolle Requisiten, kombiniert mit ausgefeilten Showeinlagen, bei denen er sich z. B. von Gerüsten aus frei über die Bühne hängen ließ, mit Hilfe von Spiegeln und Fresnellinsen optisch verzerrte und Kostüme und Make-Up trug. Für eine Tournee ließ sich die ganze Band kahl rasieren. Während seiner Tournee 1982–1983 trat Peter Gabriel auch für David Bowie im Vorprogramm auf, bei dem viele Zuschauer kritisierten, dass Gabriel Bowies Konzert als Opening Act aufgrund seiner komplexen Bühnenshow überschatten würde.

Die großen Erfolge

Gabriel wurde von den Kritikern bislang wohlwollend aufgenommen und konnte auch einige Hits vorweisen. 1986 löste er die in ihn gesteckten Erwartungen mehr als ein – er landete mit seinem Album So einen Riesenerfolg. Besonders herausragende Stücke sind das mit lauter sexuellen Anspielungen gespickte Sledgehammer, mit dem er seine ehemaligen Bandkollegen von Genesis mit deren Hit Invisible Touch auf dem ersten Platz der US Charts ablöste, das satirische Big Time, die von Arbeitslosigkeit, Verzweiflung und Hoffnung erzählende Ballade Don´t Give Up (im Duett mit Kate Bush) und das Liebeslied In Your Eyes. Dieser Song wurde auch in dem Film Teen Lover als Soundtrack verwendet.

Gabriel produzierte So mit dem Kanadier Daniel Lanois, der auch für seine Arbeit mit U2 bekannt ist. Zu Sledgehammer wurde in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Stephen R. Johnson ein sehr aufwändiges Video gedreht, welches zahllose Preise bei den MTV Video Awards 1987 gewann. Das Video setzte neue Standards in der Musikindustrie, ebenso wie das Video zu Big Time, bei dem völlig neue Animationen und Spezialeffekte verwendet wurden.

Gabriel unterstützte Amnesty International auf den Benefizkonzerten „A Conspiracy Of Hope“ 1986 und 1988 auf der „Human Rights Now“-Tour.

1989 wurde der Soundtrack Passion für Martin Scorseses Film Die letzte Versuchung Christi veröffentlicht. Von Kritikern wurde dieses Album als Höhepunkt von Gabriels Arbeit im Bereich der Weltmusik angesehen, und er gewann damit seinen ersten Grammy in der Kategorie Best New Age Performance. Auch mit einer Golden-Globe-Nominierung in der Kategorie Best Original Score – Motion Picture wurde das Album ausgezeichnet.

Im Jahre 1992 folgte Gabriels nächstes Studioalbum Us, welches ebenfalls mit Daniel Lanois als Coproduzent aufgenommen wurde. Das Album beschäftigt sich mit den persönlichen Problemen Gabriels der letzten Jahre, der Scheidung seiner ersten Ehe und der Distanz zu seiner ersten Tochter. Auch zu Digging In The Dirt wurde ein sehr aufwendiges Video gedreht, welches zeigt, wie Gabriel von Würmern zerfressen wird. Das Stück handelt von einem inneren Dämon, der sich Bahn zu brechen sucht. Wieder einmal wurden mit diesem Video neue Maßstäbe gesetzt. Die Bemühungen, sich wieder seiner Tochter anzunähern, hat Gabriel mit dem Song Come Talk To Me verarbeitet, bei dem auch Sinead O’Connors Stimme zu hören ist.

Wohl aufgrund des sehr persönlichen Inhalts konnte Us nicht ganz an den gewaltigen Erfolg von So anknüpfen. Dennoch ging Gabriel mit einer erneut konzipierten Bühnenshow auf Welttournee, die auf einer eckigen und einer runden Bühne aufgeführt wurde. Beide Bühnen wurden durch einen Steg verbunden, welcher unter anderem mit einem Boot befahren wurde. Ausgefallene Requisiten waren außerdem die Telefonzelle bei Come Talk To Me oder die am Kopf von Gabriel befestigte Gesichtskamera während Digging In The Dirt. Ein Konzertmitschnitt wurde als Secret World Live auf VHS und CD, später auch auf DVD, veröffentlicht.

Sehr erfolgreich war Gabriel bei den Grammy Awards von 1992 und 1993. Er gewann die Auszeichnung in den Kategorien Best Music Video – Short Form für Digging In The Dirt und Steam, sowie in der Kategorie Best Music Video – Long Form für Secret World im Jahr 1995.

Für Millennium Show, die im Jahr 2000 in London aufgeführt wurde, entwickelte Gabriel die musikalische Untermalung mit dem Titel OVO. Im selben Jahr erschien der zweite von Gabriel geschriebene Soundtrack Long Walk Home für den australischen Film Rabbit-Proof Fence (dt. TV-Titel: „Der lange Weg nach Hause“). Auch für diese Filmmusik gab es eine Golden-Globe-Nominierung in der Kategorie Best Original Score – Motion Picture.

Zehn Jahre nach Us erschien sein bisher längstes Studioalbum Up im September 2002, welches größtenteils von Gabriel selbst produziert wurde und vom Sound her an den eher unkommerziellen düsteren Sound der ersten Gabriel-Alben aus den 70er- und 80er-Jahren erinnert. Es zeigt auch Gabriels kompositorischen Freiraum im Arrangement der Stücke, welche bis auf die Pianoballade The Drop nicht kürzer als sechs Minuten sind. Die meisten Stücke sind nicht linear konzipiert und durchlaufen sehr dynamische Parts, musikalisch wie thematisch.

Auch zu diesem Album entwickelte Gabriel erneut ein Live-Konzept für eine Tournee, bei dem diesmal eine bewegliche Rundbühne eingesetzt wurde. So bewegte sich Gabriel in einem aufblasbaren Ball über die Bühne (Growing Up), fuhr Fahrrad (Solsbury Hill), trug eine mit Lampen bestückte Jacke (Sledgehammer) oder lief kopfüber an der Deckenkonstruktion der Bühne entlang (Downside Up). Zu dem Titel The Barry Williams Show wurde eine Talkshow inszeniert, die mit echt wirkenden Bildfehlern auch auf der „Growing Up Live“-DVD von 2003 zu sehen ist. Eine weitere DVD unter dem Titel Still Growing Up Live & Unwrapped (2005) zeigt ein ähnliches Konzert mit abgespeckter Bühnenshow. Zu seiner Liveband gehörte auch seine Tochter Melanie als Sängerin.

Begleitmusiker und Mitwirkende

Während der zeitliche Abstand von Gabriels Veröffentlichung immer größer geworden ist, arbeitet er mit einer immer fester werdenden Crew von Musikern und Technikern zusammen.

Bassist Tony Levin gehört seit 1976 zur festen Live- und Studiobesetzung, ebenso wie Gitarrist David Rhodes seit 1979 auf jedem Album und jeder Tournee zu hören ist. Gabriel ist bekannt für die Auswahl absoluter Topmusiker wie L. Shankar, Youssou N’Dour, Tracy Chapman, Larry Fast, Nusrat Fateh Ali Khan, Sinéad O’Connor, Kate Bush, Paula Cole, Papa Wemba, Manu Katché, und Stewart Copeland sowie professioneller Produzenten wie Bob Ezrin, Robert Fripp, Steve Lillywhite und Daniel Lanois.

Über die Jahre hinweg hat Gabriel auch öfter mit der Sängerin Kate Bush zusammengearbeitet. Ihre Stimme ist auf Games Without Frontiers und No Self Control von 1980 zu hören, und auf Don´t Give Up (1986) übernahm sie die weibliche Hauptstimme. Bei einem Kate-Bush-Fernsehspecial sang Gabriel mit ihr im Duett ein Cover von Roy Harpers Another Day.

Unüblicherweise trat Gabriel auf dem Soundtrack von „Schweinchen Babe in der großen Stadt“ nicht als Komponist, sondern nur als Sänger des Titel That’ll Do von Randy Newman in Erscheinung. Bei einem Auftritt von Gabriel und Newman bei den Academy Awards 1998 wurde Gabriel von vielen Leuten nicht erkannt, weil er mittlerweile stark ergraut und kahlköpfig geworden war.

WOMAD und andere Projekte

Gabriels großes Interesse an Weltmusik seit seinem dritten Album bewegte zu der Gründung des Projektes WOMAD (World of Music, Arts and Dance). Er gründete auch die Real World Studios, um unbekannte Künstler aus fremden Kulturen in die Musik der westlichen Kultur zu integrieren. Bekannt geworden sind dadurch Musiker wie Yungchen Lhamo, Nusrat Fateh Ali Khan und Youssou N’Dour.

Zu Beginn der 90er-Jahre veröffentlichte er die multimediale CD-Rom Xplora, die jedoch heute auf modernen Betriebssystemen nicht mehr benutzt werden kann.

1996 wurde die CD-Rom EVE produziert und im folgenden Jahr veröffentlicht. Vier Musikstücke von Peter Gabriel markieren die vier Ebenen des Spiels: Mud, The Garden, Profit, Art and Nature. Durch die Kollaboration mit visuellen Künstlern und Fachleuten verschiedener Wissensbereiche ist ein multimediales Spiel entstanden, welches 1997 mit dem Milia d’Or ausgezeichnet wurde. Es läuft noch auf modernen Computersystemen.

Gabriel war auch einer der Gründer der On Demand Distribution (OD2), dem ersten Online-Download-Portal für Musik. Diese Technologie wurde später von der finnischen Firma Nokia aufgekauft und wird heute noch von Microsofts MSN in England verwendet.

Ebenso trat er stetig für die Erhaltung und Verbreitung der Menschenrechte und für Amnesty International ein. Für sein Engagement bei der von ihm mitbegründeten Menschenrechtsorganisation Witness erhielt er 2008 den Quadriga-Preis.

Aktuelle Arbeit

Zur Zeit arbeitet Gabriel mit den Spielentwicklern Cyan Worlds und Ubisoft zusammen, um für ihre aktuellen Spiele die Begleitmusik beizutragen. Das Spiel Uru: Ages Beyond Myst von 2003 beinhaltet den Song Burn You Up, Burn You Down in mehreren Abschnitten des Spiels. Ursprünglich auf einer Promo-CD von Up enthalten, wurde der Song auf der endgültigen Veröffentlichung gestrichen. Der Song ist in einem Remix mit den Blind Boys of Alabama enthalten, die auch schon auf dem Song Sky Blue von Up zu hören sind. Für das 2004 erschienene Myst IV – Revelation schrieb Gabriel den Song Curtains und übernahm eine kleine Sprecherrolle.

Gabriel trat zusammen mit Cat Stevens, 33 Jahre nachdem er auf dem Album Mona Bone Jakon von Stevens gespielt hat, bei Nelson Mandelas Konzert in Johannesburg auf. Die beiden in England geborenen Musiker spielten den Cat-Stevens-Hit Wild World.

Für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland sollte Peter Gabriel die Eröffnungszeremonie beim ersten Spiel in München organisieren und leiten. Noch während er dafür Songs schrieb, wurde das Projekt von der FIFA aus mangelndem Interesse und finanziellen Gründen gestrichen.

Anfang des Jahres 2006 gab das Management von World Wrestling Entertainment (WWE) bekannt, dass Gabriels Song Big Time der Titelsong für die 22. Ausgabe der Wrestlemania sein würde, dem bedeutendsten jährlichen Event im Wrestling-Sport.

Am 10. Februar 2006 wirkte er bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin mit. Nachdem er von John Lennons Witwe Yoko Ono angekündigt wurde, sang er dessen Song Imagine, einen Appell für den Frieden.

2006 wurde Peter Gabriel der Frankfurter Musikpreis verliehen. Gabriel arbeitet zur Zeit an dem Nachfolger von Up aus dem Jahr 2002, welcher wahrscheinlich I/O heißen wird. Ein genauer Veröffentlichungstermin ist jedoch nicht bekannt.

Im Sommer 2007 ging Gabriel wieder auf Tournee, ohne jedoch ein neues Album zu veröffentlichen. Im Zuge der „The Warm Up Tour Summer 07“ wollte Gabriel vermehrt Live-Raritäten in die Setlist aufnehmen, wobei registrierte Fans auf seiner Homepage aus einer Liste selten gespielter Lieder ihre Top 10 aufstellen konnten. Ein interessantes Tour-Tagebuch auf seiner Homepage, das die aktuellen Tourvorbereitungen dokumentierte, gab Einblicke in die mögliche Songauswahl während der Tour. Die Live-Band hat sich nicht wesentlich von der Tournee 2002-2004 unterschieden. Angie Pollock aus Schottland hat dabei erstmals den Keyboard-Part übernommen und dabei Rachel Z abgelöst, die aus terminlichen Gründen die Tour nicht begleiten konnte.

Am 28. Januar 2008 wurde Peter Gabriel auf der MIDEM in Cannes als „Personality of the Year“ ausgezeichnet. (GEMA-Nachrichten)

Mögliche Genesis-Reunion

Seit 2004 tauchen immer mehr Gerüchte über eine Genesis-Reunion auf, die besonders durch Interviews mit Phil Collins bestärkt wurden, dass er gerne wieder Gabriel als Sänger und sich als alleinigen Schlagzeuger sehen würde. Die klassische Genesis-Besetzung trat zuletzt 1982 auf. Damals bat Gabriel seine ehemaligen Bandkollegen um Hilfe, da er sich mit dem WOMAD-Projekt in eine finanzielle Misslage gebracht hatte.

Zuletzt wurde für das Genesis-Hits-Album eine neue Version des Songs The Carpet Crawlers aufgenommen, auf dem auch Gabriel sang. Auch für eine im Nachhinein veröffentlichte Liveversion von The Lamb Lies Down On Broadway sang Gabriel einige Stellen komplett neu ein.

2005 und 2006 traf sich Gabriel mit den Genesis-Mitgliedern Collins, Banks und Rutherford, um eine mögliche Reunion-Tournee mit der Aufführung des Albums The Lamb Lies Down On Broadway zu besprechen. Aus Zeitgründen lehnte Gabriel jedoch ab, sei aber grundsätzlich an einer Reunion interessiert. Genesis entschieden sich, ohne ihn auf Tour zu gehen. Eine Reunion mit Gabriel wird daher nicht ausgeschlossen.

Dies wird durch eine beiläufige Aussage Gabriels in der britischen Tageszeitung The Telegraph im Juni 2008 erneut bekräftigt. Auf eine Reunion hin befragt sagte er: „Das ist wie mit den eigenen Kindern. Egal, wie weit man sich voneinander weg entwickelt, man liebt sie weiter.“, mit einem augenzwinkernden „… an einem guten Tag!“.

Familie

Peter Gabriel hat zwei Töchter, Melanie Gabriel (* 23. August 1976) und Anna Gabriel (* 26. Juli 1974), aus erster Ehe mit Jill Gabriel. Melanie gehörte als Background-Sängerin zu Gabriels Liveband der „Growing Up Live“-Tour, der „Still Growing Up“-Tour und der „Warm Up Tour Summer ‘07“. Anna filmte einen Dokumentarfilm zur „Growing Up“ Tour 2002, welcher 2004 als DvD mit dem Titel „Growing Up On Tour - A family potrait“ erschienen ist. Gabriel und seine zweite Frau Meabh Flynn haben zwei Söhne: Isaac Ralph (* 27. September 2001) und Luc (* 5. Juli 2008).

Seine Website www.petergabriel.com

Bearbeitet von CarloCado am 21. Sep. 2008, 10:29

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