Biografie

Peter Dennis Blandford Townshend (* 19. Mai 1945 in Ealing, London) ist ein britischer Musiker und Kopf der Rockband The Who. Er verfasste den Großteil der Songs der Gruppe, spielt auf den Alben E-Gitarre, gelegentlich auch Keyboards und singt Background. Berüchtigt waren in den 1960er- und 1970er-Jahren seine Live-Auftritte, an deren Ende er gemeinsam mit The-Who-Schlagzeuger Keith Moon oft das Instrumentarium der Band zerstörte. Sein aggressiver Gitarrenstil beeinflusste die Entwicklung der Musikstile Hard Rock, Heavy Metal und Punk.

Musik

Gitarrenspiel
Obwohl Townshend immer unzufrieden mit seinem Gitarrenspiel, besonders mit seinen Soli, war, gilt er als ein sehr einflussreicher Gitarrist, besonders als Rhythmusgitarrist. Außerordentlich innovativ war sein Einsatz von Distortion und Feedback auf dem ersten Album von The Who, My Generation, insbesondere auf dem Titelstück. Solch brachiale Gitarrenklänge waren bis dato ungehört. Townshend bereitete damit den Weg für die immer aggressiver werdenden Gitarrensounds Ende der sechziger Jahre, Anfang der siebziger Jahre, die über Jimi Hendrix und die Band Cream schließlich zur Entwicklung der Musikstile Hard Rock und Heavy Metal führte. Hendrix orientierte sich übrigens nicht nur an Townshends Gitarrenspiel, sondern auch an seinen Bühnenauftritten, die nicht selten mit der Zerstörung der von ihm gespielten Gitarre endeten. Daneben ist Townshend auf der Bühne bekannt dafür, die Gitarre mit einer Drehbewegung des ausgestreckten Armes anzuschlagen („Windmühlen-Technik“).
Auf späteren Alben der Band (u.a. Tommy) demonstriert er seine außergewöhnliche Akustikgitarrentechnik, die aus Elementen des Flamencos und des Rock zusammengesetzt ist. Herausragend sind ebenfalls seine langen, rein solistisch vorgetragene Rhythmusgitarren-Improvisationen auf dem Live-Album Live at Leeds.
Aber auch seine Soli haben sich unglaublich gewandelt. Wer einen Livemitschnitt jüngeren Datums sah oder hörte, wird bemerkt haben, dass Townshends Soli extrem schnell und ungewöhnlich sind, sich aber in die Gesamtstruktur der Band genial einfügen. Roger Daltrey bezeichnete ihn einmal als natürlichsten und ursprünglichsten Gitarristen überhaupt.
Beispiele:
My Generation (von My Generation) (Rhythmusgitarre mit Distortion und Feedback)
Pinball Wizard (von Tommy) (cleane Rhythmusgitarre und E-Gitarren-Einleitung)
Who Are You (von Who Are You) (Akustikgitarren-Solo)
Eminence Front (von It’s Hard) (Solo-E-Gitarre)

Keyboardspiel
Ebenfalls innovativ ist Townshends Keybordspiel, insbesondere auf dem Album Who’s Next. Erstmalig werden hier die Sounds des damals noch neuen Synthesizers auf einem Rock-Album derart in den Vordergrund gestellt (z.B. auf „Baba O’Riley“).

Komposition
Seine frühen Kompositionen bringen die Sorgen und Nöte der damaligen britischen Arbeiterjugend („Mods“) perfekt auf dem Punkt (insbesondere in „My Generation“). Daneben war Townshend maßgeblich an der Entwicklung der so genannten Rockoper beteiligt. Auf dem Album A Quick One findet sich zum ersten Mal in der Geschichte der Popmusik eine Folge von Songs, die eine zusammenhängende Geschichte erzählen („A Quick One While He’s Away“). Townshend ist außerdem einer der ersten Autoren einer Rockoper in Albumlänge („Tommy“, ein Jahr nach der vermutlich ersten Rockoper in Albumlänge, S. F. Sorrow von den Pretty Things).

Equipment
Townshend verwendete in den Anfangstagen von The Who hauptsächlich Rickenbacker-Gitarren und war in dieser Hinsicht sicherlich von den Beatles-Gitarristen John Lennon und George Harrison beeinflusst. Zunächst spielte er Verstärker der Firma Fender. Für seine klanglichen Vorstellungen boten diese ihm jedoch zu wenig Verzerrung und so kontaktiert er den damaligen Musikladenbesitzer Jim Marshall, der daraufhin den ersten Marshall-Verstärker, den legendären „Plexi“, konstruierte. Mit seiner Verwendung von Marshall-Verstärkern setzte Townshend den Trend für eine große Anzahl von Gitarristen der härteren Gangart, insbesondere hat er auch in dieser Hinsicht Jimi Hendrix beeinflusst. Ende der Sechziger wechselte Townshend zur Gibson SG, die er unter anderem auf dem Live-Gig in Woodstock spielte. Als Gibson die Produktion der von ihm favorisierten SG Special (mit P-90-Singlecoil-Pickups) einstellte, kaufte Townshend zunächst eine große Anzahl der noch verfügbaren Exemplare auf, wechselte jedoch dann zur Gibson Les Paul Deluxe. Nach einem Streit mit Jim Marshall wechselte Townshend zu Hiwatt-Verstärkern (u.a. zu hören auf „Live At Leeds“) und verwendete dann ab Ende der Siebziger hauptsächlich Mesa/Boogie.

Bearbeitet von Totomat am 22. Nov. 2007, 19:30

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