Biografie

Die Pet Shop Boys sind ein britisches Electropop-Duo, bestehend aus Neil Tennant und Chris Lowe, das seit Mitte der 1980er Jahre mit Hits wie West End Girls, It’s a Sin oder Go West international erfolgreich ist. Neben ihren eigenen Erfolgstiteln schreiben und produzieren die Pet Shop Boys auch für andere Künstler und sind als Komponisten von Filmmusik erfolgreich. Bisher haben die Pet Shop Boys weltweit 100 Millionen Tonträger verkauft.

PopArt – Die Karriere der Pet Shop Boys

Die 1980er Jahre

Bezüglich ihrer Singleveröffentlichungen und deren Platzierungen in den deutschen Charts ist das Duo in Deutschland der erfolgreichste Musik-Act der 1980er Jahre gewesen.

Die Geschichte der Pet Shop Boys begann, anders als es der Name vermuten lässt, nicht in einem Laden für den Heimtierbedarf, sondern in einem Elektronikladen in der Londoner King’s Road, denn dort begegneten sich Neil Tennant und Chris Lowe am 19.08.1981 zum ersten Mal als Neil ein Kabel für seinen ersten Synthesizer kaufen wollte. Neil erzählte Chris vom Synthesizer und gab ihm seine Telefonnummer. Drei Tage später rief Chris an und sie trafen sich. Die beiden teilten die Vorliebe für Dance-Music sowie die Hi-NRG-Szene und beschlossen, fortan zusammen Songs zu schreiben. Tennant arbeitete zu diesem Zeitpunkt als Musikjournalist bei Smash Hits, Lowe war Student der Architektur. Nach einem Interviewtermin Tennants mit der Band The Police in New York nutzte er die Gelegenheit zu einem Treffen mit dem Disco-Produzenten Bobby „O“ Orlando. Dieser nahm 1984 mit dem Duo die beiden Singles West End Girls und Opportunities auf welcher zunächst nur als Geheimtipp in den Discotheken in Kalifornien, Belgien und Frankreich galt. In einem Rechtsstreit trennte man sich jedoch wieder, da sich Bobby wohl nicht genügend Zeit für die weitere Betreuung nahm. 1985 wurde West End Girls, von Stephen Hague neu abgemischt und bei Parlophone/EMI veröffentlicht, zu einem Welterfolg, der sowohl den ersten Platz in den britischen als auch in den amerikanischen Singlecharts erreichte. 1987 wurde der Nr. 1-Hit sogar mit einem Brit Award als bester Song des Jahres ausgezeichnet. Eine Serie weiterer Hits wie Suburbia, It’s A Sin, das Brenda Lee-Cover Always on My Mind (welcher in den 70ern auch von Elvis Presley gecovert wurde) und Heart folgten. Obwohl diese alle dem Stil Euro Disco zuzuordnen sind, unterschieden sich die Songs der Pet Shop Boys wegen ihrer ironischen und politischen Texte von denen anderer Künstler dieses Genres.

Das Debütalbum Please (1986), das darauf folgende Remix-Album Disco (1986) und ihr zweites reguläres Studioalbum Actually (1987) waren sehr erfolgreich, sodass die Pet Shop Boys auch als beste britische Gruppe 1988 einen Brit Award erhielten. Im gleichen Jahr drehte das Duo mit Jack Bond den Film It Couldn’t Happen Here, welcher im Herbst 1988 in den Kinos Premiere feierte. Währenddessen veröffentlichten sie das Album Introspective und tourten im Sommer 1989 durch Japan und England. Schon bei dieser Tour zeigte sich der Sinn der Pet Shop Boys für das Außergewöhnliche. Kein anderer als Derek Jarman war für die Regie der Show verantwortlich. Die Filme, die er für die erste Tournee der Pet Shop Boys erstellte, wurden unter dem Titel Projections als VHS veröffentlicht, die Show selbst ist bis heute nur auf VHS in Ausschnitten erhältlich.

Nach den ersten eigenen Erfolgen arbeiteten Tennant und Lowe Ende der 1980er Jahre musikalisch auch mit anderen Künstlern zusammen, darunter Dusty Springfield, Patsy Kensit (Schauspielerin und damalige Frontfrau der britischen Band Eighth Wonder) und Liza Minnelli. Mit der 60er Jahre-Ikone Dusty Springfield sangen sie erfolgreich zusammen im Duett What Have I Done To Deserve This? (1987) und verhalfen ihr damit zu einem Comeback, dem ein von den Pet Shop Boys mitproduziertes Album (Reputation) und zwei große Single-Hits ([track artist=Dusty Springfield]Nothing Has Been Proved und In Private) folgen sollten. Für Minnelli produzierten sie den Song Losing My Mind, der sich zu einem internationalen Hit entwickelte, sowie das dazugehörige Album Results (1989), auf welchem sie auch 7 der 10 Tracks selbst geschrieben hatten.

Die 1990er Jahre

Die Pet Shop Boys veröffentlichten im Herbst 1990 mit Behaviour ihr viertes Studioalbum. Das stark orchestrierte, eher ruhige Album, aufgenommen zusammen mit Harold Faltermeyer in München, konnte an die Erfolge aus den 1980er Jahren allerdings nicht anknüpfen. Die ausgekoppelten Singles [track artist=Pet Shop Boys]So Hard, [track artist=Pet Shop Boys]Being Boring
und Jealousy waren dennoch moderate Hits, wenn auch nicht immer auf den vordersten Rängen der Charts. Der mit How Can You Expect to Be Taken Seriously? dritte aus Behaviour ausgekoppelte Titel erschien 1991 als B-Seite einer Coverversion von U2s Where the Streets Have No Name – im Medley mit Andy Williams’ Can’t Take My Eyes Off You. Es folgten die spektakuläre Performance-Tour und mit Discography (1991) ein erstes Greatest-Hits-Album.

Anfang der 1990er Jahre war Neil Tennant auch als Sänger und Produzent zusammen mit Bernard Sumner und Johnny Marr an dem Projekt Electronic beteiligt, das mit Disappointed (1992) den größten Hit verbuchen konnte. 1992 folgte eine Zusammenarbeit der Pet Shop Boys mit Boy George, für den sie den Song The Crying Game, ein Beitrag zum Soundtrack des gleichnamigen Films, produzierten.

1993 veröffentlichten die Pet Shop Boys das Album Very, das musikalisch nicht nur ein enormer Erfolg wurde, sondern vor allem optisch durch sein orangefarbenes Noppencover bestach und deshalb sogar im New Yorker Museum Of Modern Art bewundert werden kann. Die zweite Single Go West, im Original ein eher mäßiger Erfolg für die Village People, entwickelte sich zu einem ihrer größten Hits und ist nach wie vor ein gern gespielter Song in den Fußballstadien. In den Videos zu den ausgekoppelten Singles aus Very, neben Go West auch Can You Forgive Her und I Wouldn’t Normally Do This Kind Of Thing, agierten die Pet Shop Boys in eigenwilligen Kostümen mit noch eigenwilligeren Kopfbedeckungen vor computeranimierten Hintergründen – zu jener Zeit etwas ganz neues. 1994 starteten sie dann ihre sechswöchige Discovery-Tour durch Australien, Asien und Südamerika. Es folgten ebenfalls 1994 Disco 2 sowie 1995 Alternative, eine 2 CDs umfassende Sammlung von B-Seiten. Unter anderem sind darauf auch von Chris Lowe gesungene Titel wie Paninaro oder We all feel better in the Dark zu hören, ferner eine eigene Version des für Liza Minnelli verfassten Losing My Mind.

Obwohl die Pet Shop Boys mit ihrem Auftreten und ihren Songtexten schon in den 1980er Jahren schnell Kultstatus in der schwulen Subkultur erlangten, bekannte sich bisher offiziell nur Neil Tennant zu seiner Homosexualität. Außerdem setzen sich die Pet Shop Boys intensiv für die Rechte von Schwulen und Lesben ein und treten regelmäßig auf schwul-lesbischen Veranstaltungen auf.

Nachdem die Pet Shop Boys 1994 bereits für Kylie Minogue die Nummer Falling geschrieben, den Song Girls and Boys von Blur neu abgemischt und mit Jennifer Saunders und Joanna Lumley, den beiden Darstellerinnen der britischen Kultserie Absolutely Fabulous, einen Song gleichen Namens aufgenommen hatten, folgte 1995 eine Zusammenarbeit mit zwei Rocklegenden; David Bowie und Tina Turner. Für Bowie lieferten sie einen Remix von Hallo Spaceboy und traten mit ihm gemeinsam bei der Verleihung der Brit Awards auf, wo sie diesen Titel, auf dem auch Neil Tennant zu hören war, performten. Für Turner schrieben und produzierten sie den Song Confidential, zu finden auf ihrem Album Wildest Dreams (1996).

1996 veröffentlichten Tennant und Lowe das auch von Kritikern hochgelobte Album Bilingual. Die schon im Vorfeld der Albumveröffentlichung ausgekoppelte Single Se A Vida É (That’s The Way Life Is) avancierte zum Sommerhit und vermittelte bereits ein Bild von den Einflüssen aus dem Bereich der Latin-Musik, die einen Großteil des Albums dann prägten.

1999 folgte das wieder in Richtung Disco tendierende Album Nightlife mit den Singles I Don’t Know What You Want But I Can’t Give It Anymore, New York City Boy und You Only Tell Me You Love Me When You’re Drunk. Das Album beinhaltete auch das Duett In Denial mit Kylie Minogue – einen Song über das schwierige Verhältnis eines schwulen Vaters zu seiner Tochter. Die erfolgreiche Tour zum Album führte das Duo erstmals seit 1991 wieder auf Konzertreise durch Europa und die USA.

Zum Jahrtausendwechsel kooperierten die Pet Shop Boys mit Robbie Williams, an dessen Single No Regrets (1999) sie als Schreiber, Backgroundsänger und Produzenten beteiligt waren. Für die Bloodhound Gang betätigten sie sich als Remixer auf deren Single Mope (2000).

Die 2000er Jahre

Im Mai 2001 hatte Closer to Heaven, das erste Musical von Tennant und Lowe, im Arts Theatre London seine Uraufführung. Das Musical, das mit gemischten Kritiken aufgenommen wurde, lief nur eine Saison lang bis Oktober 2001 und erschien auch auf CD.

Mit dem gitarrenlastigen Album Release (2002) schlugen die Pet Shop Boys dann wieder ruhigere Töne an und verließen ihr gewohntes Terrain des Dance-Pop. Die erste Singleveröffentlichung Home And Dry wurde mit einem eher ungewöhnlichem Video veröffentlicht, das der gängigen Videoästhetik nicht entsprach. Der von dem Fotografen Wolfgang Tillmans gedrehte Videoclip zeigt neben einer verwackelten Liveaufnahme der Pet Shop Boys auch Szenen von emsigen Mäusen auf den Gleisen eines Londoner U-Bahnhofs. Auch auf der Tournee zum Album präsentierten sich Tennant und Lowe ohne den Pomp und die Theatralik vergangener Tourneen, sondern eher im Stil einer Rockband mit Gitarre und reduziertem Set. Dieser musikalische und visuelle Wagemut der Pet Shop Boys zahlte sich kommerziell allerdings nicht aus. Release war nur ein mäßiger Erfolg.

2003 folgte das dritte Remixalbum aus der Reihe Disco und es wurde mit PopArt das zweite reguläre Greatest-Hits-Album der Pet Shop Boys veröffentlicht. PopArt enthielt als Doppel-CD alle britischen Top-20-Hits des Duos und mit Miracles und Flamboyant auch zwei neue Stücke.

Am 22. Oktober des selben Jahres wurde dem britischen Pop-Duo von Michael Gorbatschow in Hamburg der World Award in der Kategorie „Arts“ überreicht.

Immer offen für provokante und ungewöhnliche musikalische Wege lieferten die Pet Shop Boys 2004 zwei Remixe für den umstrittenen Song Mein Teil von Rammstein.

Sie arbeiteten zudem zusammen mit den Dresdner Sinfonikern und dem Komponisten Thorsten Rasch an der Filmmusik zu Sergej Eisensteins Stummfilmklassiker Panzerkreuzer Potemkin aus dem Jahr 1925. Nachdem die Pet Shop Boys im September 2004 bereits am Londoner Trafalgar Square ihr prestigeträchtiges Werk präsentierten, waren sie im September 2005 auch auf einigen Freiluftveranstaltungen in Deutschland zu sehen, unter anderem in Frankfurt, Bonn, Berlin und Hamburg. Am 5. September 2005 erschien der Soundtrack mit 15 Tracks auf CD. Am 20. Juli 2006 fand eine weitere Live-Aufführung im Rahmen der 800-Jahr-Feier in Dresden statt. Die Balkons des längsten Wohnblocks Europas auf der Prager Straße diente hierbei als Leinwand und Bühne.

Im Rahmen der weltweiten Live-8-Benefizkonzerte traten die Pet Shop Boys am 2. Juli 2005 in Moskau auf. Für Madonnas Single Sorry haben die Pet Shop Boys Anfang 2006 den PSB Maxi-Mix produziert, der zusätzliche Zeilen geschrieben und gesungen von Neil Tennant enthält.

Das aktuelle Album der Pet Shop Boys Fundamental erschien am 19. Mai 2006. Maßgeblich beteiligt war dabei Trevor Horn, mit dem Tennant und Lowe bereits ein Großteil von Introspective zusammen einspielten. Die erste Singleauskopplung ist I’m with stupid (erschienen am 8. Mai 2006), die zweite Auskopplung Minimal erschien am 24. Juli 2006. Das Video zu „I’m with stupid“ ist prominent besetzt mit den beiden Komikern Matt Lucas und David Walliams und spielt auf die durchaus umstrittenen intellektuellen Fähigkeiten von US-Präsident Bush und dessen freundschaftlichem Verhältnis zum britischen Premier Blair an.

2006 haben die Pet Shop Boys neben dem bereits erwähnten Open-Air-Konzert in der Dresdner Prager Straße mit Battleship Potemkin auch zwei „normale“ Konzerte gegeben: am 17. Juli 2006 in Bonn sowie am 2. September 2006 in Ludwigslust. Außerdem waren sie die Headliner des Melt!-Festivals am 14. Juli 2006 in Gräfenhainichen.

Für das im Sommer 2006 erschienene Robbie Williams-Album Rudebox produzieren Tennant/Lowe die beiden Songs She`s Madonna und We Are The Pet Shop Boys.

Die dritte Single Numb ist am 20. Oktober 2006 erschienen und wenige Tage später (am 23. Oktober) wurde die Doppel-CD Pet Shop Boys - Concrete veröffentlicht. Es ist die erste offizielle Live-CD der beiden Briten. Hierbei handelt es sich um die Aufzeichnung eines einmaligen Konzerts am 8. Mai 2006 im Londoner Mermaid Theatre, bei dem die Pet Shop Boys zusammen mit dem BBC Concert Orchestra unter der Leitung von Nick Ingman auftraten. Für die Band konnten so renommierte Künstler wie Trevor Horn (Baß) und Anne Dudley (Keyboards) gewonnen werden. Die Doppel-CD Concrete ist im November 2006 erschienen und beinhaltet das ganze denkwürdige Konzert.

Im Herbst 2006 touren die Pet Shop Boys durch USA und Lateinamerika.

Momentan arbeitet die Band mit Xenomania am Album mit dem Titel Yes, das für März 2009 angekündigt ist.


Musik

Der größte Teil der Songs der Pet Shop Boys ist (wie in der elektronischen Tanzmusik üblich) ausschließlich elektronisch produziert, das heißt, es wird weitgehend auf akustische Instrumente wie Schlagzeug und Gitarren verzichtet und stattdessen auf synthetische Instrumente (z.B. Drumcomputer und Sequenzer) zurückgegriffen.

Grundlage der in der überwiegenden Mehrzahl schnellen Titel der Band ist ein Uptempo-Beat (100−150 bpm), der durch zusätzliche Percussion und Breaks, wie im Titel Yesterday when I was mad auf, sowie pulsierende Synthesizertöne interessant gehalten wird.

Darüber ist zumeist ein einfacher oktavierender Synth-Bass, wie in den Titeln It’s a sin oder One in a million gelegt.

Dieses Fundament wird durch rhythmisierte Klavier-Akkorde, wie im Titel One in a million, Synthesizer-Figuren wie im Song Liberation oder bläserartige Einwürfe wie in It’s a sin oder I wouldn’t normally do this kind of thing rhythmisch weiter intensiviert.

Meist werden dann noch, wie im Titel Go west, in aufwändiger Studioarbeit eine Vielzahl von Synthesizer oder Streicher-Akkordflächen sowie elektronische Effekte darüber gelegt.

Die Band erreicht so ein abwechslungsreiches Klangbild der melodisch immer sehr eingängig gestalteten und gut tanzbaren Musik.

Dies und Das

In der RTL-Show Die ultimative Chartshow: Die größten Acts der 80er kamen die Pet Shop Boys auf Platz Eins. Bezüglich ihrer Singleveröffentlichungen und deren Platzierungen in den deutschen Charts ist das Duo in Deutschland damit der erfolgreichste Musik-Act der 1980er Jahre.

Bearbeitet von smu1401 am 7. Sep. 2012, 9:11

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