Biografie

No Remorse (engl. für ‚Keine Reue‘) ist eine britische Rechtsrock-Band aus London. Sie gehörte zu den Mitbegründern des Blood-and-Honour-Netzwerkes und war eine der „wohl wichtigste[n] und radikalste[n] White-Power-Band in Großbritannien“

No Remorse wurde 1986 von Paul Burnley gegründet. Als Mitte der 1980er das Netzwerk Blood and Honour von Ian Stuart Donaldson und Nick Crane gegründet wurde, war No Remorse mit dabei und setzte sich zusammen mit Donaldsons Skrewdriver, Squadron, Brutal Attack und Sudden Impact an die Spitze der Bewegung. Paul Burnley verlegte das Blood-and-Honour-Magazin, eine Hochglanzpublikation, die über die internationale Rechtsrock-Szene und Rock against Communism berichtete.[2] No Remorses Debütalbum This Time the World erschien 1988 beim französischen Label Rebelles Européens. Auf diesem Album befindet sich die Textzeile “One day the World will know that Adolf Hitler was right!”, ein Spruch, der in der Rechtsrock-Szene auf große Verbreitung stieß und auf T-Shirts und Beiheften anderer Bands immer wieder auftaucht[3] (so zum Beispiel auf Absurds Demo Thuringian Pagan Madness: “One day the world will know that Adolf Hitler was right, and that will be the day of our final victory. HATE IS OUR PRAYER – REVENGE IS OUR BATTLECRY.”).

Danach wechselte die Gruppe zu Rock-O-Rama, wo die Alben The New Storm Troopers (1989) und Blood Against Gold erschienen. Die Band spielte diverse Auftritte im Ausland, unter anderem 1989 auf dem zweiten AryanFest von Tom Metzger (White Aryan Resistance) in Oklahoma[4] und am 27. Juli 1991 erstmals auch in Deutschland.[3]

Ab 1992 schien die Macht von Blood & Honour zu bröckeln. Burnley hatte zwar für die Integration des British Movement in die Bewegung gesorgt, doch mehrere Gruppen begannen sich aufzulösen. Vor einem Auftritt in Valencia kamen fast alle Mitglieder von Violent Storm bei einem Verkehrsunfall ums Leben. No Remorse widmete der Gruppe ihren Auftritt. Zurück in London sollte ein groß angekündigtes Skrewdriver-Konzert mit No Remorse als Vorgruppe die Massen mobilisieren. Doch Antifaschisten konnten den Auftritt erfolgreich behindern, so dass nur ein kleines Konzert in einem rasch angemieteten Pub stattfinden konnte.[5]

Nachdem Ian Stuart Donaldson am 23. September 1993 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, kämpfte Burnley um die Vorherrschaft in der Rechtsrock-Szene, wurde jedoch von Combat 18 und insbesondere Will Browning verdrängt. Browning, der 1991 aus No Remorse ausgeschlossen wurde, weil er häufig betrunken war, attackierte Burnley und übernahm die Vorherrschaft in Blood and Honour.[6] No Remorse löste sich daraufhin auf. Browning ließ es sich jedoch nicht nehmen und demütigte Burnley weiter. Er reformierte eine neue Version von No Remorse, die 1996 die CD Barbecue in Rostock aufnahmen. Der Titel ist eine Anspielung auf die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen und gilt als radikalste Veröffentlichungen der britischen Rechtsrock-Szene.[7] Die reformierte Band nahm noch einige weitere CDs auf, während die Ursprungsband seit 1994 als aufgelöst gilt.

Paul Burnley:
Paul Burnley wuchs als Sohn des schottischen Malers John Bellany zusammen mit seinem älteren Bruder John auf. Nachdem er und sein Bruder Mitte der 1980er in die Skinhead-Szene kamen, änderten die beiden ihren Nachnamen in Burnley, um ihrem Vater Ärger zu ersparen.[1] Während John Burnley Schlagzeuger bei Skrewdriver wurde, gründete Paul 1986 No Remorse und setzte sich zusammen mit Ian Stuart Donaldson an die Spitze der rechtsextremen Organisation Blood and Honour. Burnley war für das Blood-and-Honour-Magazin verantwortlich, dass er über die Druckerei von Anthony Hancock drucken ließ.[1] Burnley sorgte in den 1990ern dafür, dass das British Movement in Blood and Honour verstärkt Einfluss gewann. Neben No Remorse gründete er 1989 das Projekt Public Enemy (kein Zusammenhang mit der US-amerikanischen Gruppe gleichen Namens) und 1991 Paul Burnley and the Fourth Reich.

Als Ian Stuart Donaldson am 24. September 1993 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, beanspruchten sowohl Will Browning von Combat 18, als auch Burnley die Führungsrolle bei Blood and Honour. Nach einem tätlichen Angriff von Browning auf Burnley zog letzterer sich zurück und machte den Weg frei für die Führungsrolle von Combat 18, die kurze Zeit darauf wesentlich aggressiver auftraten.[2] Burnley zog sich allerdings nur scheinbar zurück und organisierte sich mit den Labels Nordland und Resistance Records, die ebenfalls ihre Probleme mit Combat 18 hatten.[3] Aus dieser Zeit stammen die Projekte Stormbringer, No Fear (mit Nigel von Retaliator) und Kindred Spirit (mit der schwedischen Gruppe Svastika). Burnley konnte aber nie wieder den Einfluss erlangen, den er in den 1980ern und den frühen 1990ern hatte.

Burnley zog sich anschließend aus der Szene zurück. 2002 veröffentlichte er eine Biografie über Ian Stuart unter dem Pseudonym Paul London im schwedischen Midgård-Verlag.[4]

Paul Bellany studierte nach seinem Ausstieg aus der rechten Szene Visuelle Kommunikation an der University of Cambridge und Grafikdesign in Chelsea. Er arbeitet zurzeit für NFTS Digital Post Production[5] und hat einen Dokumentarfilm über seinen Vater für das schottische Regionalprogramm des BBC Two gedreht

Bearbeitet von Chuzhbogh am 12. Jul. 2011, 8:59

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