Biografie

Neil Richard Gaiman (* 10. November 1960 in Portchester, England) ist Autor zahlreicher Science-Fiction- und Fantasygeschichten, Comics und Drehbücher.

Leben

Gaiman studierte, nach mehreren gescheiterten Versuchen, seine Manuskripte unterzubringen, Journalismus. In dieser Zeit schrieb er sein erstes Buch, eine Biografie über die Band Duran Duran, sowie eine große Anzahl von Artikeln für das Knave Magazine. Außerdem verfasste er Don’t Panic: The Official Hitchhikers Guide to the Galaxy Companion über Douglas Adams, seiner Auffassung nach ein Werk im „klassischen englischen humoristischen Stil“.

Seine jugendliche Liebe zum Comic, die durch ein ernüchterndes Gespräch des 16-jährigen Gaiman mit einem Berufsberater einen herben Dämpfer erhalten hatte, lebte in den 1980ern wieder auf. Nachdem er Freundschaft mit dem Comicautor Alan Moore geschlossen hatte, begann er selbst Comics zu verfassen. Zusammen mit seinem Mitarbeiter und langjährigem Freund Dave McKean schuf er Violent Cases und Signal to Noise. Er erhielt eine Anstellung bei DC Comics und verfasste die Serie Black Orchid.

Gaiman schrieb eine Vielzahl von Comics für mehrere Verlage. Am bekanntesten wurde seine Serie The Sandman über die Abenteuer des Morpheus als Personifikation des Traums. Die 1988 gestartete Serie fand sofort großen Anklang und wurde nach acht erfolgreichen Jahren 1996 eingestellt, allerdings nicht wegen nachlassenden Publikuminteresses, sondern weil Gaiman seine Geschichte zu Ende erzählt hatte. Bislang einmalig in der Geschichte von DC wurde die Figur des Morpheus endgültig zu Grabe getragen. Andere Charaktere aus dem von Gaiman geschaffenen Universum werden allerdings immer mal wieder in neuen Geschichten genutzt. Geschichten um Morpheus, die Gaiman nach dieser Zeit gelegentlich nachschob, spielen chronologisch alle vor dem Tod des Hauptcharakters. Alle 75 Ausgaben wurden als zehnbändige Sammlung veröffentlicht, die auch heute noch aufgelegt und gut verkauft wird.

Mit dem Gefühl, dem Medium Comic zumindest vorläufig nichts mehr hinzufügen zu können, wandte sich Gaiman der erzählenden Literatur zu. Seinen ersten Roman, Ein gutes Omen, eine Erzählung über eine bevorstehende Apokalypse, schrieb er bereits während der Arbeit an Sandman zusammen mit Terry Pratchett. Es folgten, nach Abschluss der Comicserie, u.a. Neverwhere, beruhend auf der gleichnamigen BBC-Fernsehserie, für die Gaiman die Drehbücher schrieb, Stardust (deutsch Sternwanderer), der Kurzgeschichtenband Smoke and Mirrors und der Roman American Gods, mit dem sich Gaiman endgültig in der nicht-Comic-lesenden Welt etablierte. Dabei bezeichnete er selbst American Gods als den Roman, der seinem Sandman am nächsten kommt.

1991 veröffentlichte er The Books of Magic, eine vierteilige Miniserie, die in der mystischen und magischen Welt der DC-Comics angesiedelt ist. Held der Serie ist ein englischer Teenager, der vom Schicksal auserkoren wurde, der Welt größter Magier zu werden. Aus dem Comic entwickelte sich eine Fortsetzung gleichen Titels, die von John Ney Reiber verfasst wurde. Dabei bestehen Gemeinsamkeiten zwischen dem Protagonisten Tim Hunter und dem später viel berühmter gewordenen Helden Harry Potter.

Seine Kinderbücher The day I swapped my dad for two goldfish, Coraline und Wolves in the Walls wurden - wie schon sämtliche Sandman-Cover - von Dave McKean illustriert. Gaiman gibt sich in Interviews einigermaßen überzeugt, dass, wenn etwas von ihm bleibt, es diese Kinderbücher sein werden.

Darüber hinaus schrieb er Liedtexte, Gedichte und Novellen.

Gaiman rangiert unter den Top-Ten der (noch lebenden) postmodernen Autoren im Dictionary of Literary Biography. Er wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet. 1991 erhielt er für seine Sandman-Ausgabe A Midsummer Night’s Dream den World Fantasy Award, 2002 den Hugo Award und den Nebula Award für American Gods.

Gaiman unterhält seit Anfang der 90er Jahre eine enge Freundschaft zur Sängerin Tori Amos. Auf jedem ihrer Alben wird er in mindestens einem Song erwähnt, wenn auch manchmal ziemlich verschlüsselt. Er schrieb Vorworte zu mehreren ihrer Tourprogramme und trug einige Sätze im Booklet ihres Albums Strange Little Girls bei.

Gaiman ist ebenso ein Freund von J. Michael Straczynski, Schöpfer der Fernsehserie Babylon 5. Darin kommt eine Alien-Spezies vor, welche die Gaim genannt werden. Einige ihrer Köpfe gleichen Masken, die von den Gestalten in Gaimans Sandman-Comics getragen werden. Gaiman schrieb auch die Story der Babylon-5-Folge „Day of the Dead“.

Gaiman, Vater von drei Kindern, lebt seit 2002 nahe Minneapolis in den USA.

Bearbeitet von Wulfenlord am 10. Apr. 2008, 13:59

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