Sigh No More ist das Debütalbum der englischen Folk-Band Mumford & Sons. Es wurde im Oktober 2009 veröffentlicht. Sowohl das Album als auch die drei ausgekoppelten Singles haben vordere Platzierungen erzielt. In Großbritannien erhielt das Album Platin und in Australien sogar Doppel-Platin. Mit dem Debütalbum setzte sich ein Hype um die Gruppe fort, die schon mit den zwei vorhergehenden EP’s begann.

Einen schwungvolleren Opener als „Sigh No More“ durften wir schon lang nicht mehr hören. Dazu möchte man doch am liebsten sofort mit einem kühlen Dunklen in der Hand durch den nächsten Pub schunkeln. Oder sollte man lieber Saloon sagen?

Marcus Mumford (Frontmann und Gitarrist mit zwei Tamburinen an den Füßen), Ben Lovett (Keyboards), Country Winston Marshall (Banjo, Dobro, elektrische Gitarre) und Ted Dwane (Bass) würden sich nämlich auch im Wilden Westen ganz hervorragend machen. Kaum verwundern würde es daher, käme die Band aus Kalifornien, Tennesse oder Alabama und nicht aus London! Songtitel wie „Dust Bowl Dance“ lassen zudem an Woody Guthrie, die Klanglandschaften hie und da an denken.

Bezüge zu althergebrachten Folktraditionen findet man immer wieder. Da erinnern Mumford & Söhne an so manch schottische Band, die uns unlängst erfreute (Broken Records, My Latest Novel). Ein Stück wie „Winter Winds“ klingt denn auch, als hätte es schon etliche hundert Jahre auf dem Buckel und dabei doch, oh Wunder, zugleich ganz frisch. Das Sakrale, das heilige Pathos der Fleet Foxes wird man bei den Briten weniger finden. Statt in die Kirche passt diese Musik tatsächlich eher in die Kneipe. Und das sei ausdrücklich nicht abwertend gemeint. Von der Dynamik dieser CD könnten sich die Fleet Foxes durchaus das ein oder andere Scheibchen abschneiden.

Dieses Debutalbum von Mumford & Sons aus 2009 hat den Erfolgskurs der Band der sich in 2012 mit ihrem Livealbum, der zweiten Scheibe, zahlreichen Liveauftritten und Ehrungen manifestierte festgesetzt. Dass im Pressetext Shakespeare als Referenzgröße bemüht wird, ist etwas arg hoch gegriffen, und so falsch dann aber doch nicht. Wie heißt es im Titelstück: „Sigh no more, no more/ One foot in sea, one in shore / My heart was never pure…“ Die vierstimmigen Gesänge passen jedenfalls ganz hervorragend zu solchen Zeilen.

Nach hinten raus verlor diese Scheibe ein wenig an Spannung und Drive, was man dem Folgealbum „Babel“ nicht mehr nachsagen konnte. Ideen wiederholten sich, die anfängliche Begeisterung ließ ein wenig nach. Und doch bleibt zu konstatieren: Ein tolles Debüt. Und live, da wurden die Boys aus London ohnehin zu einem Traum.


Beteiligte Musiker:

Marcus Mumford - Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Mandoline
Winston Marshall (Country Winston) - Gesang, Banjo, Dobro
Ben Lovett - Gesang, Keyboard, Orgel
Ted Dwane - Gesang, Double-Bass
Nick Etwell - Trompete, Flügelhorn
Pete Beachill - Posaune
Nell Catchpole - Geige, Viola
Christopher Allan - Cello
Markus Dravs - Produktion
Tom Hobden - Streicher parts auf Lied Nummer 5
François Chevallier - Engineering
Samuel Navel - Assistant Engineering
Ruadhri Cushnan - Mixing
Bob Ludwig - Mastering

Mit bestem Dank an Matthias von Viereck von www.laut.de

Bearbeitet von Andreas_Wotte am 22. Jan. 2015, 10:30

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