You Are the Quarry ist das siebte Studioalbum des britischen Sänger und Songschreibers Morrissey. Das Album erschien auf Attack Records am 17. Mai 2004.

Er ist zurück. Nach fast sieben Jahren. Zweitausend vierhundert und zweiundsiebzig Tage Beschäftigung mit Epigonen haben ein Ende: Morrissey, der zölibatäre Dandy, der aufrichtige Zyniker, der vielbewunderte Außenseiter und natürlich Ex-Sänger der 80er-Legende The Smiths präsentiert auf neuem Label sein siebtes Studio-Album.

Die Platte beginnt mit einem - hier verfällt der Kritiker in verschwörerisches Flüstern - Beat! Der vorgebliche Disco-Hasser Morrissey auf triphoppigem Pfad. Die Stimme setzt ein, DIE Stimme, der vermutlich göttliche Lohn von Enthaltsamkeit und Vegetarismus, diese Stimme ist in ihrer ganzen Erhabenheit konserviert: „America, your head’s too big.“ Morrisseys Hassliebeserklärung an seine Wahlheimat werden ihm Gegner reflexhaft mal als oberlehrerhaft, mal als larmoyant auslegen, unfähig, zwischen der Person Morrissey und den diversen Ich-Erzählern seiner Texte zu differenzieren.

Amerika, England, Jesus - Mit seinen Auftakt-Themen entzieht sich Morrissey jeglichem Anfangsverdacht einer neuen Bescheidenheit. „I have forgiven Jesus.“ Größenwahnsinnige Altersmilde? Keineswegs. Doch ein Selbstbewusstsein, das man durchaus ‘erwachsen’ nennen darf. Und das Coverartwork belegt: Morrissey leidet am ‘Bowie-Syndrom’: Er sieht mit jedem Jahr besser aus. Stylish, klarer Blick, graue Schläfen, die legendäre Tolle aufgerichtet gegen die Konformität der Mode, gegen Langweiler und Streber, die unsere Welt dominieren - „this world, I’m afraid, is designed for crashing bores.“

Zur Mitte erreicht das Album seinen Höhepunkt: „How Can Anybody Possibly Know How I Feel“ ist eine Hymne aller Unverstandenen, halb verzweifelt, halb trotzig, laut mitgesungen von Außenseitern aller Kulturen und Altersgruppen. „First Of The Gang To Die“, die hoffentlich zweite Single, gehört zu den besten Solo-Songs Morrisseys überhaupt. Die tragische Legende vom Jugendbanden-Idol Hector, dem Vernehmen nach eine Referenz Morrisseys an die Latino-Jugendkultur Kaliforniens, unterlegt Co-Songwriter Alain Whyte mit einer zuckersüßen Radio-Melodie. „We are the pretty petty thieves.“

Gegen Ende strahlt dann ein weiteres Glanzstück des Albums. Zwischen all den Tiraden auf Autoritäten und Hymnen an die Einsamkeit heißt es unvermittelt: „Could it be, I like you?“ Kann das wirklich wahr sein? Ein reines, aufrichtiges, euphorisches, ja: Liebeslied, fern aller hohlen Floskeln. Wunderbar. Willkommen zurück. Morrissey in lyrischer Höchstform und endlich auch musikalisch wieder auf der Höhe der Zeit (oder die Zeit auf seiner?). Was sind schon sieben Jahre? (laut.de)


Titelliste

1. „America Is Not the World“ Morrissey/Alain Whyte 4:03
2. „Irish Blood, English Heart“ Morrissey/Whyte 2:37
3. „I Have Forgiven Jesus“ Morrissey/Whyte 3:41
4. „Come Back to Camden“ Morrissey/Boz Boorer 4:14
5. „I’m Not Sorry“ Morrissey/Boorer 4:41
6. „The World Is Full of Crashing Bores“ Morrissey/Boorer 3:51
7. „How Can Anybody Possibly Know How I Feel?“ Morrissey/Whyte 3:25
8. „First of the Gang to Die“ Morrissey/Whyte 3:38
9. „Let Me Kiss You“ Morrissey/Whyte 3:30
10. „All the Lazy Dykes“ Morrissey/Whyte 3:31
11. „I Like You“ Morrissey/Boorer 4:11
12. „You Know I Couldn’t Last“ Morrissey/Whyte/Gary Day 5:51

Deluxe Edition Bonus Disc

1. „Don’t Make Fun of Daddy’s Voice“ Morrissey/Whyte 2:53
2. „It’s Hard to Walk Tall When You’re Small“ Morrissey/Whyte 3:32
3. „Teenage Dad on His Estate“ Morrissey/Whyte 4:08
4. „Munich Air Disaster 1958“ Morrissey/Whyte 2:30
5. „Friday Mourning“ Morrissey/Whyte 4:08
6. „The Never-Played Symphonies“ Morrissey/Whyte 3:03
7. „My Life Is a Succession of People Saying Goodbye“ Morrissey/Whyte 2:55
8. „I Am Two People“ Morrissey/Whyte 3:55
9. „Mexico“ Morrissey/Boorer/Day 4:06

Line-Up

Morrissey – Gesang
Gary Day – Bass
Dean Butterworth – Schlagzeug
Allan Whyte – Gitarre
Boz Boorer – Gitarre

Bearbeitet von Best_of_Album am 4. Feb. 2014, 11:31

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