Biografie
In den 1980er Jahren trug sie zur Verbreitung dieser Stilrichtung in Deutschland bei und gelangte auch im Ausland zu Popularität in der Szene. Die 1990er Jahre waren von zahlreichen musikalischen Experimenten geprägt, die bei den Fans nicht immer auf Gegenliebe stieß. Im neuen Jahrtausend kehrte die Band zu ihren musikalischen Wurzeln zurück.
Der Name Kreator leitet sich einerseits aus dem lateinischen creare (erschaffen, schöpfen, Schöpfer) ab, andererseits geht der Name auf einen Dämon in der altdeutschen Mythologie zurück.
Bandgeschichte:
Die 1980er Jahre:
Kreator gründeten sich im Jahre 1982 unter dem Namen „Tyrant“. Zur Gründungsbesetzung gehörten der Sänger und Gitarrist Miland „Mille“ Petrozza, der Bassist Rob Fioretti und der Schlagzeuger Jürgen „Ventor“ Reil. Kurze Zeit später änderte die Band ihren Namen in „Tormentor“. [1] Die von Slayer beeinflusste Demos „Blitzkrieg“ (1983) und „End of the World“ (1984) brachten der Band einen Vertrag bei der Firma Noise Records ein. Kurze Zeit später ändert die Band ihren Namen in Kreator. [2]
Auch das 1985 veröffentlichte Debütalbum „Endless Pain“ ist noch von Slayer beeinflusst, stellt selber aber einen Einfluss auf viele Bands des Death Metal- und Black Metal-Bereichs dar. Aufgenommen wurde das Album in zehn Tagen. Bereits ein Jahr später schoben Kreator mit „Pleasure to kill“ bereits das zweite Album nach. Es wurde von Harris Johns (u.a. Helloween, Voivod) produziert und gilt als Klassiker des Thrash Metals. [3] Mit Jörg Trzebiatowski präsentierte die Band einen neuen Gitarristen, mit dem sie erstmals auf Tournee gingen. Begleitet wurde die Band von Destruction und Rage [4] Zuvor spielte die Band nur vereinzelte Konzerte. Am Ende des Jahre erschien die EP „Flag of Hate“.
Mit ihrem dritten Album „Terrible Certainity“ (veröffentlicht 1987) fanden Kreator zu ihrem eigenen Stil und die Popularität der Band wuchs weiter. Kreator spielten mit Celtic Frost in Europa und mit D.R.I. in Nordamerika. 1988 unterzeichnete einen Vertrag mit dem Majorlabel Epic Records, die sich fortan für den Vertrieb in Nordamerika kümmerten. Ein Jahr später wurde „Extreme Aggression“ veröffentlicht. Das Album wurde zunächst in Berlin unter der Regie von Randy Burns (u. a. Megadeth) eingespielt. Aufgrund diverser Schwierigkeiten wird das Werk in Los Angeles vollendet. [4] Das Musikvideo für das Lied „Betrayer“, welches an der Akropolis in Athen aufgenommen wurde, erhielt viel Airplay bei „MTV Headbanger’s Ball“. Jörg Trzebiatowski verließ nach der Europatournee mit Raven die Band und wurde durch den ehemaligen Sodom-Gitarristen Frank Blackfire Gosdzik ersetzt. Es folgte die erste Headlinertournee durch Nordamerika mit den Suicidal Tendencies. [2] Im gleichen Jahr drehte der Regisseur Thomas Schadt den Dokumentarfilm „Thrash Altenessen“, der seinen Fokus auf die sozialen Aspekte des Heavy Metal legt.
1990 spielten sie mit Sabbat, Coroner und Tankard auf dem Noise-Festival, dem ersten Metal-Festival in der DDR mit Bands aus nichtsozialistischen Ländern. Auf dem von ca. 10.000 Fans besuchten Festival wurde das Video „Extreme Aggression Tour 1989/1990“ aufgenommen. Noise schickte die Band schnell wieder ins Studio, um ein neues Album aufzunehmen. Das Ergebnis hieß „Coma of Souls“ und erschien im Oktober 1990. Stilistisch unterscheidet sich das Werk nur wenig von seinem Vorgänger und war durch den Hit „People of the Lie“ auch ähnlich erfolgreich. Erstmals spielten Kreator Konzerte in Südamerika. [2]
Die 1990er Jahre:
Anfang der 1990er Jahre befand sich die Thrash Metal-Szene in einem Umbruch. Während Bands wie Metallica, Megadeth oder Anthrax in eine kommerziellere Richtung tendierten experimentierten Kreator mit Elementen des Death- und Industrial Metals. Das Album „Renewal“ aus dem Jahre 1992, welches von Tom Morris (u. a. Sepultura) produziert wurde, stieß nur auf bedingten Akzeptanz von Seiten der Presse und der Fans. [2] Für das Titellied drehte die Band in Israel ein Musikvideo. Kreator tourten mit Biohazard durch Nordamerika, nach dessen Ende Kreator eine Pause einlegten.
In der Zwischenzeit wechselte die Band von Noise zum Label Gun Records. Der Vertrag mit Epic Records wurde nicht verlängert. Jürgen Reil und Rob Fioretti verließen die Band und wurden durch Christian Geissler (Bass) und Joe Cangelosi (Schlagzeug, ex-Whiplash) ersetzt. Mit „Cause for Conflict“ veröffentlichte die Band ein relativ modernes Album, auf dem Einflüsse von Pantera oder Machine Head hörbar sind. [5] Ebenso wie das achte Studioalbum „Outcast“, auf dem erstmals der ehemalige Coroner-Gitarrist Tom Vetterli und Rückkehrer Reil, der während seiner Kreator-Pause bei Ninnghizhidda trommelte, zu hören sind, gingen die Meinungen der Presse und der Fans weit auseinander. [2] [1] Kreator gingen mit Dimmu Borgir, Krisiun und Richthofen auf Europaoturnee. In der Zwischenzeit veröffentlichte Noise mit „Scenarios of Violence“ ein Best of-Album.
Das 1999 veröffentlichte Album „Endorama“ war das experimentellste Werk der Bandgeschichte. Das Tempo wurde gedrosselt, die Band arbeitete mit Elementen des Gothic Metals und verwendete erstmals Samples und Loops. Beim Titellied ist der Lacrimosa-Sänger Thilo Wolff zu hören. Für das Album mussten Kreator reichlich Kritik einstecken und nicht wenige Fans entfernten ihre Kreator-Aufnäher von ihrer Kutte. Die Band war an einem Tiefpunkt angelangt, auch wenn Sänger Mille Petrozza sich nur wenig beeindruckt zeigte:
„Wir definieren Erfolg nicht mit Verkaufszahlen. Daher sind alle Alben für uns ein Erfolg, weil wir das erreichten, was wir uns vorgenommen haben.“
– Mille Petrozza [6]
Ende der 1990er Jahre erschienen mit „Voices of Transgressions“ und „Past Life Trauma“ zwei weitere Kompilationen.
Gegenwart:
Kreator unterzeichnen einen neuen Vertrag mit SPV. Gleichzeitig trennt sich die Band von Tom Vetterli und holen den ehemaligen Waltari-Gitarristen Sami Yli-Sirniö als Ersatz. Musikalisch kehren Kreator mit ihrem zehnten Studioalbum „Violent Revolution“ zu ihren musikalischen Wurzeln zurück, fügen allerdings Elemente des Melodic Death Metals hinzu. Mit glänzenden Kritiken im Rücken konnten sich Kreator wieder im Kreis der führenden Thrash Metal-Bands etablieren. Nach einer Tour mit Cannibal Corpse folgte im Herbst 2001 unter dem Motto „Thrashback“ eine Tournee mit Destruction und Sodom, bei dem die drei Bands auf jedem Konzert in unterschiedlicher Reihenfolge auftraten. [2]
Während der Tourneen wurden viele Konzerte mitgeschnitten und 2003 unter dem Titel „Live Kreation“ als CD bzw. „Live Kreation: Revisioned Glory“ als DVD veröffentlicht. Im gleichen Jahr trat die Band beim Rock Hard Festival auf und begab sich mit Nile, Vader und Amon Amarth auf eine Nordamerikatournee. Danach kehrte die Band ins Studio zurück um ihr elftes Album „Enemy of God“ aufzunehmen, das im Januar 2005 erschien. Produziert von Andy Sneap setzte „Enemy of God“ den mit Violent Revolution eingeschlagenen Kurs weiter fort und wurde wie sein Vorgänger mit sehr guten Kritiken bedacht.
In einem Interview erklärte Petrozza, dass der Albumtitel von George W. Bush und Osama bin Laden inspiriert wurde. Petrozza hatte im TV gesehen, wie sich beide gegenseitig als Feind Gottes bezeichnet haben. Kreator gingen mit Dark Tranquillity, Ektomorf und Hatesphere auf Europatournee. Es folgte eine Rundreise durch Nordamerika mit Vader und Pro-Pain, nachdem die eigentlich eingeplanten Death Angel absagen mussten. [2] Am 3. Juni 2005 spielten Kreator als erste ausländische Band bei einem Festival in Casablanca (Marokko). Im Februar 2006 folgte eine weitere US-Tournee mit Napalm Death, Undying und A Perfect Murder. Während des Sommers spielten Kreator auf diversen Festivals in Europa, u. a. dem Summer Breeze.
SPV veröffentlichte im Oktober 2006 die CD/DVD „Enemy of God: Revisited“, auf der das Album im 5.1-Mix sowie Videoaufnahmen des Auftritts auf dem Wacken Open Air 2005 zu finden sind. Für 2008 ist ein Auftritt in Wacken geplant.
Im Januar 2009 erschien das Album „Hordes of Chaos“.
Stil:
Die ersten Texte handelten, den damaligen Thrash-Metal-Klischees entsprechend von Mord, Dämonen und anderen mystischen oder unheimlichen Dingen. Mit der Zeit wandelte Petrozza die Texte mehr in eine sozialkritische Richtung. So behandelt „Europe After the Rain“ beispielsweise das Problem des organisierten Rechtsextremismus und auf dem Album „Enemy of God“ beziehen sich einige Texte auf die Terroranschläge am 11. September 2001.
Bearbeitet von The_Very_End am 22. Jul. 2010, 18:19
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