Biografie

Karel Kryl (* 12. April 1944 in Kroměříž (CZ); † 3. März 1994 in München (DE) war ein tschechischer Liedermacher und Dichter.

Karels Vater besass eine Buchdruckerei, die in den 50er Jahren vom kommunistischen Regime enteignet und geschlossen wurde. Kryl besucht die Fach-Mittelschule für Keramik, um Töpfer zu werden, wie sein Urgrossvater. Doch bald entdeckt er seine Liebe zur Poesie und Musik. In den 6oer Jahren Auftritte auf Kleinbühnen. Seine erste eigene LP erscheint ein halbes Jahr nach dem die Invasion des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei 1968 das Experiment „Prager Frühling“ gewaltsam beendet. Mit dem Titellied Bratříčku, zavírej vrátka wird er über Nacht berühmt und dafür vom Regime verfolgt. 1969 emigriert Kryl nach München, wo er für Radio Free Europe arbeitet, zunächst als freier Mitarbeiter, später als Musik- und Sportredakteur. Auch während seiner Exiljahre wurde er in der Heimat nicht vergessen. Seine Lieder wurden vom Radio Free Europe aufgenommen oder auf Kassetten ins Land geschmuggelt und immer wieder kopiert. Nach der samtenen Revolution kehrt er im November 1989 als einer der ersten in seine Heimat zurück. Nach einem triumphalen Comeback mit ausverkauften Konzerten äussert Kryl bald seine Enttäuschung über politische und gesellschaftliche Fehlentwicklungen und über den Zerfall der Tschechoslowakei. Bis zu seinem frühen Tod lebte er abwechselnd in Prag, München und Passau.

Der klein gewachsene Kryl war einer der grössten tschechischen Liedermacher der 68er Generation. Seine Lieder zeichnete eine poetische Melancholie aus.
Karel Kryl wurde in Memoriam 1994 die silberne Gedenkmedaille der Karls-Universität und 1995 von Staatspräsident Havel die Verdienstmedaille II. Grades verliehen.

Diskographie

Bratříčku, zavírej vrátka (1969 Panton, Praha / 2006 Supraphon, Praha)
Rakovina (1969 Primaphon, München)
Maškary (1970 Caston, München)
Bratříčku, zavírej vrátka (1971 Caston, München / 1980 Šafrán 78, Uppsala)
Carmina resurrectionis (1974 Caston, München - EP)
Dívka havířka / Azbuk (1978 68-Publishers, Toronto – SP Beilage zum Buch „Z pod stolu“)
Karavana mraků (1979 Šafrán 78, Uppsala / 1994 Bonton, Praha / 2007 Supraphon, Praha)
Plaváček (1983 Šafrán 78, Uppsala / 1995 Bonton, Praha / 2008 Supraphon, Praha)
Ocelárna (1984 Saturn, Melbourne - EP)
Omezená suverenita / Jedůfka (1986 68-Publishers, Toronto – SP Beilage zum Buch „Z mého plíživota“)
Dopisy (1988 RHEA Publ., Melbourne - MC)
Tekuté písky (1990 Bonton, Praha)
Dvě půle lunety / aneb Rebelant o lásce (1992 H&H Publ., Praha – Gedichte)
Monology (1992 Janez. Praha)
To nejlepší (1993 Bonton, Praha – Best of)
Děkuji (1995 Bonton, Praha – Aufnahmen aus dem Nachlass)
Jedůfky (1996 Bonton, Praha – Aufnahmen aus dem Nachlass)
To nejlepší 2 (1998 Sony Music - Bonton, Praha – Best of 2)
Šuplíky | Mé nejmilejší písně (2005 Supraphon, Praha - „Lieblingslieder“)
Karel Kryl – LIVE! (2006 Supraphon, Praha – das legendäre Konzert in der Prager Lucerna vom 21.01.90)
Karel Kryl – Miláčku (2007 Supraphon, Praha – Lieder und Gedichte)
Karel Kryl – Akordy (2008 Supraphon, Praha – Lieder und Gedichte)

Einige Lieder können auf der offiziellen Seite heruntergeladen werden www.karelkryl.cz.

Bibliographie

1 Kníška Karla Kryla (1972)
2 7 básniček na zrcadlo (1974)
8. - 12. básnička na zrcadlo
3 Pochyby (1977)
4 17 kryptogramů na dívčí jména (1978)
5 (Z pod stolu) sebrané spisy (1978)
6 Slovíčka (1980)
7 Amoresky (1982)
8 Z mého plíživota (1986)
9 Zbraně pro Erató (1987)
10 Lot (1991)
11 Sněhurka v hadřících (1992)
12 Pod grafiku
13 Půlkacíř
14 Krylogie (1994)
15 Krylias & Odysea (1995)
16 Znamení doby
17 Spisy I – Liedertexte (1998)
18 Spisy II – Gedichte (1997)
19 Spisy III – Krylogie / Půlkacíř
20 haraKRYLí
21 Cesta je prach…
22 Ostrov pokladů
23 Interviews
24 Pochyby

Bearbeitet von erikotte am 31. Jan. 2009, 23:52

Quellen

www.karelkryl.cz
de.wikipedia.org/wiki/Karel_Kryl
Týden 11/99

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