Biografie

Joy Maureen Denalane [dinaˈlaːni] (* 11. Juni 1973 in Berlin-Schöneberg) ist eine deutsche Soul- und R&B-Sängerin, die Arrangements angloamerikanischer und afrikanischer Musik mit deutschen Texten vereint.

Denalane wurde am 11. Juni 1973 in Berlin-Schöneberg geboren und wuchs im Stadtteil Kreuzberg auf. Sie war das dritte von sechs Kindern und erhielt den Namen Joy („Freude“), da sie die lang ersehnte erste Tochter der Familie ist. Ihr Zweitname ist als Tribut an die frühere Freundin ihres Vaters zu verstehen. Der Südafrikaner hatte sich während seines Studiums in Deutschland in Joys Mutter, eine Heidelbergerin, verliebt und dazu entschieden, nicht in seine Heimat und zu Maureen zurückzukehren.

Denalane hatte eine fröhliche Kindheit im Schutze ihrer Familie. Als Ende der achtziger Jahre Hiphop aus Amerika nach Deutschland kam, identifizierte sich Joy vollkommen mit dieser Musik. Mit 22 schaffte sie ihr Abitur und widmete sich fortan ihrer Leidenschaft, der Musik.

Ihr damaliger Freund überredete Joy mit 19 Jahren schließlich zu einem Vorsingen, welches ihr zu Engagements als Sängerin in den Reggae- und Soulbands „Culture Roots“ und „Family Affair“ verhalf. Wenig später folgte der erste Plattenvertrag als Solointerpretin, der sich jedoch jäh als große Enttäuschung entpuppen sollte, da man Joy keinerlei musikalische Freiheiten zukommen ließ und sie in die Popschiene zu drängen versuchte. Dieser Vertrag führte sie jedoch schließlich nach Stuttgart, wo Denelane erstmals mit den bekannten Produzenten DJ Thomilla und Tiefschwarz zusammenarbeitete und den späteren Clubhit „Music“ schrieb.

Zeitgleich hielt die Hiphop-Band „Freundeskreis“ für ihr Duett „Mit dir“ nach einer passenden Sängerin Ausschau und fand sie in Joy Denalane. Dieses Liebeslied wurde ein Sommerhit des Jahres 1999 und auch ein Volltreffer in Joys Privatleben, da sie in dem Freundeskreis-Frontmann Max Herre ihren späteren Ehemann fand. Im Februar 2007 trennte sich das Paar allerdings wieder.

Anschließend löste Joy die Verträge mit ihrer Plattenfirma und tourte zwei Jahre mit der Band. Sie wurde Teil der „FK Allstars“, zu denen neben Freundeskreis unter anderem Afrob, Gentleman, Sekou, Deborah von „Sens Unik“ und Brooke Russell gehörten. Aus der gemeinsamen Tour entstand das Livealbum „En Directo“. 2001 unterzeichnete sie mit Hilfe von Max schließlich einen Deal bei „Four Music“, der Plattenfirma der „Fantastischen Vier“, bei der auch „Freundeskreis“ zu jener Zeit unter Vertrag war.


Joy entschloss sich dazu eine Soulplatte auf deutsch zu machen, da sich die Sprache durch ihre Begegnungen mit vielen deutschen MCs neu für sie definiert hat. Joy begann völlig unvoreingenommen die Arbeit an ihrem Debüt, das einzige, das sie wusste, war, dass sie ihre südafrikanischen Wurzeln auf der Platte repräsentieren wollte. Dabei wurde sie von ihrem Freund und Produzenten Max Herre, sowie von den Co-Produzenten Don Philippe, Frank Kuruc, Tommy Wittinger und Tom Krüger unterstützt.

Joy wollte zuerst auf Beats singen um ihrer Musik einen „Wu-Tang“ Sound zu verleihen. Aus verschiedenen Gründen bekam sie nicht die Beats die sie wollte und so begannen Joy und ihr Produzententeam Musik eigenständig zu komponieren. Die Arbeit am Album wurde durch den Tod ihrer Mutter, die 2001 an Brustkrebs starb, und die Geburt ihres ersten Sohnes Isaiah Naledi erschwert. Durch diese zwei prägende Ereignisse wurde das Album nochmals in eine andere Richtung gedrängt.

Joy reiste nach Südafrika um ihre Herkunft und die Geschichte ihrer Familie und des Landes zu erforschen. Dort gewann Joy auch die Unterstützung vieler hoch karätiger afrikanischer Musiker für ihr Album, wie z.B. die der lebenden Jazz-Legende Hugh Masekela. Zurück in Deutschland verarbeitete Denalane die Eindrücke ihrer Reise in den Songs „Setho“, einem Letta Mbulu-Cover, das sie in der südafrikanischen Sprache Xhosa singt, „Mamani“ (dt.: Mutter, Großmutter, oder auch weibliche Vorfahrin) auf Tsonga, den sie ihrer Mutter widmete, dem Trauerlied „Mathatha Agotlokamna“ mit den Mahotella Queens und „Im Ghetto von Soweto“. Dieses Lied liegt Joy besonders am Herzen. Es ist in drei Strophen gegliedert und bildet einen Querschnitt durch die südafrikanische Geschichte. Es handelt von der Vergangenheit, der Apartheid, Schüleraufständen und Passgesetzen bis hin zur Gegenwart und dem neuen Unterdrücker AIDS. Die Musik ist sehr funkig, mit afrikanischem Backgroundchor und Hugh Masekela an der Trompete. Dadurch erhält der Song trotz ernster Aussage einen positiven Vibe.

Für ihren Sohn singt Joy das „Kinderlied“ und „Höchste Zeit“, auf „Wem gehört die Welt“ singt sie ganz ohne erhobenen Zeigefinger von Diskriminierungen Schwarzer und Frauen und auf „Vier Frauen“ interpretiert sie Nina Simones „Four Women“ mit Sara Tavares von den Kapverden, Chiwoniso aus Simbabwe und Freundeskreis-Sängerin Deborah neu. Für ihren jazzverliebten Vater nimmt sie eine Coverversion des Billie Holidays Klassiker „I cover the waterfront“ auf.

Natürlich finden sich auf Joy Denalanes Album auch klassische Liebeslieder wieder wie „Misscommunication“, dem gutgelaunten Oldschool-Stück „Was auch immer“ und dem Trennungsblues „Geh jetzt“. Das sanfte „Sag’s mir“ wurde Joys erste Singleauskopplung. Ihr Debutalbum „Mamani“, das am 3. Juni 2002 erschien, stieg auf Platz acht in die deutschen Longplaycharts ein.

Joy Denalane absolvierte drei ausverkaufte Tourneen, wurde von den Kritikern als „Gebieterin über Soul und Hiphop“ (Hamburger Abendblatt) und „Queen of Soul“ (MTV) gefeiert, arbeitete mit Youssou N’Dour zusammen, ging mit dem Jazz-Trompeter Till Brönner auf Tour, gab Konzerte in New York und Philadelphia und war beliebter Gast in Deutschlands Fernseh- und Radiosendungen. Sie gewann einen Comet in der Kategorie „Best Hiphop/R&B National“ und erhielt drei Echo-Nominierungen.

Im Jahr 2003 ging Joy auf „Acoustic Tour“, begleitet von nur drei Musikern, Dalma Lima (Percussion), Frank Kuruc (Gitarre) und Fontaine Burnett (Bass). Dieses Set bot eine völlig neue Nähe zum Publikum und Denalane begann mit den Planungen für ein Livealbum und eine DVD. Zwischenzeitlich heiratete sie ihren Lebensgefährten Max Herre und brachte ihren zweiten Sohn Jamil zur Welt. Am 11. März 2004 gab Joy Denalane schließlich ein Konzert im Berliner Tränenpalast. Unterstützt wurde sie dabei neben ihrem Musikertrio der Acoustic Tour von den Brüdern Matteo (Schlagzeug) und Lillo Scrimali (Keys) sowie Sebastian Studnitzky (Trompete). Neben den Songs ihres Debuts performte Joy „Signs of the times“ von Prince, „Loverman“ von Billie Holiday und „Mit Dir“. Dieses Acoustic Set wurde aufgezeichnet und im Herbst 2004 als Livealbum und -DVD veröffentlicht.

Nach der DVD-Aufzeichnung begann Joy Denalane mit den Arbeiten zu ihrem zweiten Studioalbum Born & Raised, dessen Songs sie im Sommer 2005 auf der Clubtour „For the Love Tour“ präsentierte. Das Album wurde am 11. August 2006 veröffentlicht, die erste Single trägt den Namen „Let Go“. Im Gegensatz zu ‘Mamani’ enthält es ausschließlich englischsprachige Songs.

Im April 2006 gründeten Denalane, Max Herre, Götz Gottschalk und Sophie Raml ein neues Label namens „Nesola“ (Esperanto: „nicht allein“).

Im September 2006 konzertierte sie im Potsdamer Nikolaisaal mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von Scott Lawton.

Durch ihr Engagement im Kampf gegen AIDS und ihre Unterstützung von „Wola Nani“, einer südafrikanischen Organisation, die AIDS-kranken Frauen durch den Verkauf ihrer Handarbeit hilft, wurde 2003 die „Deutsche AIDS Hilfe“ auf Joy Denalane aufmerksam und sie wurde das Gesicht der Kampagne „Ausgrenzung macht krank“.

Bearbeitet von NesolaGmbH am 14. Mär. 2011, 12:55

Alle von Benutzern bereitgestellten Inhalte auf dieser Seite stehen unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz.
Texte können zudem unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation stehen.

Wikifakten

Aus Fakten generiert, die in der Wiki markiert wurden.

Keine Fakten zu diesem Künstler.

Du betrachtest Version 9. Schau dir ältere Versionen an, oder diskutiere über diese Wiki.

Du kannst dir auch eine Liste mit allen kürzlichen Wiki-Änderungen ansehen.

Weitere Informationen

Von anderen Quellen.

Links
Labels