Biografie
Er begann schon als Teenager, eigene Songs zu schreiben und siedelte nach ersten Auftritten in seiner Heimatstadt Boston 1969 nach New York um, wo er in den Dunstkreis von The Velvet Underground geriet; seinen eigenen Kompositionen wollte dort jedoch niemand Gehör schenken. 1970 kehrte er nach Boston zurück und gründete die Band The Modern Lovers. Andere Mitglieder dieser Formation waren unter anderem der Keyboarder Jerry Harrison, der später Mitglied der Talking Heads werden sollte, und der Schlagzeuger David Robinson, der in den 1980ern mit den Cars erfolgreich wurde. Die Mitglieder der Band wechselten jedoch häufig, Richman war als Sänger und Songschreiber die einzige Konstante. Erst 1975 veröffentlichten die Modern Lovers ihr erstes und einziges Album, das schlicht Modern Lovers betitelt war. Bald stellte sich heraus, dass Richman seine Band nur zur musikalischen Begleitung benötigte, und so erschienen die nächsten Alben unter dem Namen „Jonathan Richman and The Modern Lovers“. 1979 machte er sich vollends solo.
Richmans Frühwerk besticht durch eine nachgerade kindliche Naivität; so besang er in Ice Cream Man, wie er die Ankunft des Eisverkäufers herbeisehnt; in Abominable Snowman in the Market drückte er seine Sympathie gegenüber einem Yeti aus, der sich in einem Supermarkt verlaufen hat, und in Buzz, Buzz, Buzz besang er die Bienchen und die Blümchen. Zum Charme dieser Stücke trägt auch Richmans unbeholfen wirkender, oft nasal nuschelnder Gesang bei. 1979 hatte er mit dem Instrumentalstück Egyptian Reggae seinen einzigen Hit; er erreichte in den britischen Charts Platz 5.
Nach 1979 legte er eine kreative Pause ein. 1983 veröffentlichte er das Album Jonathan Sings!, dessen Cover ihn auf einer Livebühne zeigt; er ist jedoch nur mit einer Gitarre bekleidet. In den 1980er und 1990er Jahren wurde sein Werk recht launisch und eklektisch - so experimentierte er unter anderem mit Country und tradtitionellen spanischen Volksliedern. Wenngleich er kommerziell nicht sonderlich erfolgreich war, so folgte ihm doch eine stetig wachsende Kultgemeinde. Dem Talkshow-Moderator Conan O’Brien war es zu verdanken, dass Richman in den 1990er Jahren wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde: er ließ ihn einige Male in seiner Sendung auftreten. 1998 komponierte Richman die Musik zur Kinokomödie Verrückt nach Mary, in dem er auch in persona auftrat: gemeinsam mit seinem jetzigen Schlagzeuger Tommy Larkins kommentierte er wie der Chor der griechischen Tragödie die Handlung des Films in verschiedenen Einblendungen.
Bearbeitet von foreverautumn am 10. Mai. 2007, 9:45
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