Biografie

Jeff Mills (* 18. Juni 1963 in Detroit, USA) gilt als einer der bedeutendsten Techno-DJs und -Produzenten.

1987 begann Jeff Mills als DJ aufzutreten, in seiner wöchentlichen Radioshow beim Detroiter Sender WJBL hieß er hier „The Wizard“. Ab 1988 produzierte er zusammen mit Anthony Srock elektronische Industrial Musik in der Formation „Final Cut“. Wenig später gründete er zusammen mit Robert Hood und Mike Banks (Mad Mike) das Plattenlabel Underground Resistance, dessen Veröffentlichungen den Detroit Techno-Stil definiert und entschieden geprägt haben. Seit 1989 produziert Mills eigene Platten.

Nach einem Streit mit Mike Banks zog Mills 1991 nach New York und gründete sein eigenes Label Axis Records. Zudem produzierte er für das Berliner Label Tresor Records und fand zu dieser Zeit eine Heimat in Berlin.

1992 eröffnete Axis eine Filiale in Detroit, die aber noch im selben Jahr wieder geschlossen wurde. Ein Jahr später verließ Mills New York und zog mit seinem Label nach Chicago. 1995 stellte Mills sein neues Sub-Label Purpose Maker vor.

Im Jahr 2000 veröffentlichte der Amerikaner auf Tresor Records eine Techno-Version des Soundtracks von Fritz Langs Film Metropolis aus dem Jahre 1926. Der „hagere Mann“, wie ihn die Fachpresse öfter betitelt, entdeckte damit seine Liebe zum Vertonen von Filmen. Einige Kritiker werfen Mills vor, den Film zu sehr zerstückelt zu haben. Von anderen wird diese Arbeit hoch gelobt.

Im Dezember 2001 wurde ein weiteres Sub-Label ins Leben gerufen, Axis 9.

2005 vertont er „The Three Ages“ von Buster Keaton, ursprünglich aus dem Jahr 1923.

Am 2. Juli 2005 trat Mills mit dem Orchester von Montpellier am Pont du Gard auf, anlässlich des 10. Jahrestages der Aufnahme des Bauwerkes zum UNESCO-Weltkulturerbe. Erstmals seit der Underground Resistance-Ära gab der DJ einen Liveact. Mills agierte inmitten eines hochkarätigen klassischen Orchesters hauptsächlich mit seiner Roland TR 909. Zahlreiche Millsklassiker, wie „The Bells“ wurden neu interpretiert, sowie die UR Stücke Amazon und Sonic Destroyer.

Die DVD der Aufnahme erschien 2006 unter dem Namen Blue Potential bei Tresor.

Seine Veröffentlichungen auf dem Label Axis sind eine Mischung aus dem leicht düsteren Ambiente des Detroit-Techno und einer Hinwendung zu futuristisch experimentellen Strukturen. Ihr typischer Klang hob sie lange Zeit von anderen Veröffentlichungen ab und gab ihnen einen hohen Wiedererkennungswert. Veröffentlichungen auf dem Label Purpose Maker orientieren sich eher an Techno-Clubs und sind funktionell und somit bei Techno-DJs sehr beliebt. Der auf der Kat Moda EP (Katalognummer PM-002) erschienene Track The Bells gehört zu den größten Hits der Szene.

Als DJ ist Jeff Mills bekannt für seinen schnellen, spontanen Mixstil. Oft wechselt er die Platten im Minutentakt und wirft die gebrauchten Scheiben einfach hinter sich. „X-103 – Atlantis“ wurde in die Wireliste The Wire’s „100 Records That Set The World On Fire (While No One Was Listening)“ aufgenommen.

Bearbeitet von Merowinger110 am 19. Jan. 2012, 11:49

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