Japanische Kampfhörspiele (kurz: JaKa) ist eine -Band aus Krefeld. Ihre Texte bestehen oft aus losen Satzbausteinen („Collagen“) und kritisieren die heutige Konsumgesellschaft. Deshalb bezeichnet die Band ihren Stil selbst auch als .

http://japanischekampfhoerspiele.de/

Bandgeschichte

JaKa begann 1998 als Zwei-Mann-Projekt von Christof Kather (Schlagzeug, Gesang) und Klaus Nicodem (E-Gitarre, Gesang, teilweise Bass) mit dem Veröffentlichen von 8-Spur-Aufnahmen auf ihrer Website und dem Musik-Portal MP3.com. 2001 kam von Blutwurscht Productions (Schweiz) ein Angebot, infolgedessen eine Compilation der bis dahin erschienenen Demos namens Japanische Kampfhörspiele und kurz darauf Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch herausgebracht wurden. In diesem Jahr entstand auch die Compilation Brandsatzliebe, die ausschließlich im Internet erschienen ist und Coverversionen von a-ha, ATC, Death, The Exploited, Slayer und Slime enthielt.

Der Bekanntheitsgrad der Band wuchs stetig und somit auch die Band. Zunächst kam Daniel Schaffrath (Gitarre) dazu. Um irgendwann auch live auftreten zu können, wurden 2002 Christofs ehemaliger Cyclo Proganigma-Kollege Marco Bachmann (Bass) sowie Daniels Bruder Simon Schaffrath (Gesang) rekrutiert. Die erste Platte in kompletter Bandbesetzung hieß Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch und wartete mit einem futuristischen CD-ROM-Track auf, bei dem man ein urbanes Labyrinth nach Gasmasken absuchen musste.

Während der Produktion ihres ersten Studioalbums Fertigmensch (2003) stieg Simon überraschend aus und wurde durch Markus „Bony“ Hoff (hoher Kreischgesang) ersetzt; die gegrowlten Vocals übernahm wieder Christof. Die von Bastardized Recordings als Dank für Christofs Schlagzeug-Aushilfe auf der Six Reasons To Kill-Tour ins Label-Programm genommene Platte ließ JaKa schlagartig in der Grindcore- und Metal-Szene bekannt werden und fuhr fast ausschließlich gute bis überragende Kritiken ein.

Um den Grunz-Gesang auch live umsetzen zu können, kam quasi parallel zur Veröffentlichung Andreas Paul (Rufname Paul) von Zeroed dazu, und am 25. Oktober 2003 war es dann schließlich soweit: zum ersten Live-Auftritt der Band beim ersten Neckbreaker-Festival im AZ Mülheim an der Ruhr reisten Fans aus allen Teilen der Republik an und machten die Bühnentaufe von JaKa zu einem unvergleichlichen Erlebnis, bei dem sämtliche Texte lauthals mitgesungen wurden.

2004 erschien der Nachfolger Hardcore aus der ersten Welt, auf dem die Band bei dem Song Zieh die Jacke falschrum an sogar von Miland „Mille“ Petrozza (Kreator), einem Superstar der Szene, gesanglich unterstützt wurde. JaKa verzichtete allerdings darauf, diesen prominenten Beitrag an die große Glocke zu hängen.

Auf der folgenden Mini-Tour durch Deutschland, bei der die Band u.a. mit Szenegrößen wie Nasum, God Dethroned und Suffocation zusammen spielte, war dann auch erstmals der neue Gitarrist Robert Nowak (von Unchallenged Hate), der den aus Zeitgründen ausgestiegenen Daniel Schaffrath ersetzt hatte, zu sehen und zu hören.

Im Frühjahr 2005 verschlug es JaKa sogar nach Frankreich (La Ferrière und Alençon), nachdem sie bereits Ende 2004 in Sevenum/Niederlande gespielt hatten. Der Fleischmarsch zusammen mit Excrementory Grindfuckers, Jack Slater und wechselnden Bands (darunter z.B. World Downfall und Gitarre und Schrank) führte die Band in den Jahren 2005/2006 quer durch die Republik.

Sänger Paul wurden die zeitraubenden Touren durch Deutschland auf Dauer zu anstrengend, und so feierte er am 16. April 2006 (Ostersonntag) beim „R(H)EIN IN DIE FRESSE Festival VII“ in Bad Godesberg einen glorreichen Ausstand, um sich fortan vor allem seiner beruflichen Karriere zu widmen. Mit Martin Freund wurde nur zwei Wochen später ein Nachfolger ausgerufen.

Bei einem Motorradunfall Mitte Juni 2006 verletzte sich Bassist Marco so schwer, dass er bis auf weiteres durch René Hauffe (ansonsten Gitarrist bei Shaxul und 21st Century Killing Machine) vertreten werden sollte. Der Genesungsprozess verlief allerdings glücklicherweise so gut, dass Marco bereits Ende August beim Up From The Ground-Festival wieder auf der Bühne stand. Seit der Österreich/Schweiz-Tour vertritt René aber Gitarrist Robert, der zuletzt immer öfter Probleme hatte, die Konzerte mit seinem Job zu vereinbaren. Aus den ursprünglich einmal geäußerten Plänen, auch mal mit drei Gitarristen aufzutreten, ist indes nichts geworden.

Im Mai 2008 trat die Band auf dem Maryland Deathfest auf. Vor und nach dem Festival spielten Japanische Kampfhörspiele zwei weitere Gigs in Richmond und New York, bevor sie am letzten Tag ihres USA-Aufenthaltes noch eine Session beim Radiosender WFMU in Jersey City, New Jersey aufnahmen. Hierzu waren sie von Dan Bodah eingeladen worden, der JaKa schon zu Beginn ihrer nunmehr 10-jährigen Geschichte in seiner Radioshow Airborn Event vorgestellt hatte.

Im Jahr 2009 machte die Band ihr eigenes Label unundeux auf, da man der Meinung war, bislang ohnehin Alles selbst gemacht zu haben und außer einem Vertrieb und einer Promoagentur niemanden mehr zu brauchen. Hierauf veröffentlichten sie 2009 die CD Luxusvernichtung und 2010 Bilder fressen Strom, bei letzterer wird Willi Wucher, Sänger der Band Pöbel und Gesocks, als Gastsänger aufgeführt.

Am 22. Dezember 2010 kündigten die Japanischen Kampfhörspiele ihre Auflösung im Januar 2011 an. Das Abschiedskonzert fand am 29. Januar in München statt. Am 28. Januar erschien das letzte Studioalbum der Band mit dem Namen Kaputte nackte Affen. Sänger Markus „Bony“ Hoffs kommentierte die Bandauflösung wie folgt:

„Die Luft ist nach 13 Jahren endgültig raus! Wir hinterlassen der Nachwelt ja ca. 220 Songs, das letzte Album kommt am 28.01. und am Tag danach begehen wir meinen Geburtstag mit der allerletzten Show. Das passt doch alles wunderbar so! Eigentlich wollten wir per sms schluss machen, wir haben aber eure nummern nicht. Deswegen jetzt hier kurz und schmerzlos:
Jaka hören auf. […]
- Markus „Bony“ Hoffs

Im Dezember 2013 erfuhren die Japanischen Kampfhörspiele im Laufe ihrer beginnenden Aufnahmen für ihr neues Album Welt ohne Werbung, dass sie sich wiedervereinigen.

Musik

Musikalisch ist Japanische Kampfhörspiele außergewöhnlich. Dadurch, dass in den ersten Jahren immer zuerst das Schlagzeug entwickelt und danach die Gitarrenriffs darübergespielt wurden, sind die Lieder sehr rhythmusbetont. Sie zeichnen sich durch viele Breaks und Geschwindigkeitswechsel aus. Die Musik wird deshalb wie auch die Texte von der Band als Collage bezeichnet. Auffällig ist des Weiteren das abwechselnde Kreischen und Grunzen der beiden Sänger. Die Band bezeichnet ihren Stil als Grindpunk.

Texte

Die vom Schlagzeuger geschriebenen deutschen Texte werden von vielen als poetisch bezeichnet und wirken oftmals wie eine Collage. Scheinen sie auf den ersten Blick hasserfüllt und misanthropisch zu sein, entpuppen sie sich bei genauerem Hinsehen dann doch meist als humorvoll und trotzdem sozialkritisch. Sie beziehen dabei aber durch ihren beschreibenden Charakter immer nur indirekt Stellung. So nimmt die Band auch sich selbst von der Kritik nicht aus.

Die Stücke auf dem im November 2005 erschienenen Coveralbum Deutschland von vorne suchte sich die Band vor allem wegen der Texte aus. Zu hören sind Coverversionen von musikalisch so unterschiedlichen Bands wie Die Goldenen Zitronen, Fasaga, Extrabreit, Funny van Dannen, EA80, Tocotronic, Eisenvater und Trio.

Der Name

Der außergewöhnliche Name wurde von Uwe Engelbracht, einem Freund Christofs, erfunden. Uwe war bekannt für seine sinnlosen Wortkombinationen und schrieb Christof in einem Brief, daß japanische Kassettenrekorderhersteller ihre Geräte so manipulieren würden, daß sie seine „???“-Kassetten fressen, um so im Gegenzug ihre „Japanischen Kampfhörspiele“ besser in den Markt pressen zu können. Dem Namen haben JaKa wahrscheinlich viel zu verdanken, da er durch seine Außergewöhnlichkeit nicht unerheblich zur Steigerung des Bekanntheitsgrades (vor allem im Internet) beigetragen haben könnte.

Diskografie

1998: Sektion Jaka, Demo (Eigenproduktion)
1999: Le Menu de L’autopsie des Gagnants du Grind Prix, Demo (Eigenproduktion)
1999: Gott ist satt, Demo (Eigenproduktion)
2000: Oslo, Demo (Eigenproduktion)
2000: Transportbox für Menschen, Demo (Eigenproduktion)
2001: Nostradamus In Echtzeit, Demo (Eigenproduktion)
2001: Brandsatzliebe, Online-Compilation mit Coverversionen (Eigenproduktion)
2001: Japanische Kampfhörspiele, Compilation (Blutwurscht Produktion)
2002: Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch (Blutwurscht Produktion)
2003: Fertigmensch, MCD (Bastardized Recordings)
2004: Hardcore aus der ersten Welt (Bastardized Recordings)
2005: Split mit Das Krill (Silentstagnation Records)
2005: Deutschland von vorne, Compilation mit Coverversionen (Bastardized Recordings)
2006: Heirat aus Hass - Scheidung aus Spass, Split mit Poostew (Silentstagnation Records)
2006: Früher war auch nicht alles gut, Compilation mit Demoversionen (Bastardized Recordings)
2007: Slimewave Goregrind Series Part 4, Split mit Bathtub Shitter (Relapse Records)
2007: Rauchen und Yoga (Bastardized Recordings)
2008: Split mit Are You God? (Baskat Recordings)
2008: Japanische Kampfspielfilme, DVD (Bastardized Recordings)
2008: Slimewave Goregrind Series, Sampler (Relapse Records)
2009: Luxusvernichtung, MCD (unundeux)
2009: Live in Trier, offizielles Bootleg (Ecocentric Records)
2009: Split mit Eisenvater (Power it up)
2009: Les Vingt Secondes de Sodome (Bastardized Recordings)
2010: Bilder fressen Strom (unundeux)
2010: Split mit Killer (Beau Travail)
2010: Das große Verbrauchen, Compilation (unundeux)
2011: Kaputte nackte Affen (unundeux)
2014: Welt ohne Werbung (unundeux)

Videoclips

2002: Gekochtes für Tiere
2004: Verpackt in Plastik
2006: Der Westen ist geschockt (Fanvideo)
2007: Verrat am Metal
2011: Abschiedskonzert (Live-DVD)

Bearbeitet von john.doe am 27. Mai. 2014, 16:20

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  • 1998
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  • 2011
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  • 2013
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  • Krefeld
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