Jackson C. Frank ( Buffalo, New York 2.3.1943 - Great Barrington, Massachusetts 3.3.1999) war ein amerikanischer Folksänger.

Sein Lebenslauf war geprägt von traumatischen Erlebnissen und Schicksalschlägen, die sich in seiner meist melancholischen Musik wiederspiegelt.

In seinem 11. Lebensjahr kam es in Jackson Franks Schule, der Cleveland Hill Elementary School in Cheektowaga, N.Y. zu einer Explosion des Heizkessels, der Feuerball erreichte Franks Klassenzimmer und tötete 15 Mitschüler. Frank überlebte mit Verbrennungen, die ihn für 7 Monate im Krankenhaus hielten. In den sieben Monaten seines Krankenhausaufenthaltes brachte ihm ein Lehrer eine Gitarre, um ihn in seiner Genesungszeit zu beschäftigen und abzulenken. So lernte er Gitarre spielen und begeisterte sich für die Musik.
Mit der Volljährigkeit von 21 Jahren, bekam er von der Versicherung ein Scheck mit $ 100.000 Schmerzensgeld ausgehändigt und erfüllte sich den Wunsch nach England zu fahren.

In England spielte Jackson Frank mit Paul Simon in diversen Folkclubs und brachte 1965 sein erstes und einziges Album heraus, mit dem Titel >Jackson C. Frank<, das von Paul Simon produziert wurde.
Während den Aufnahmen zu dem Album war Frank voller Hemmungen und er bestand darauf, dass die anwesenden Künstler Paul Simon, Art Garfunkel und Al Stewart sich hinter einer Abdeckung aufhielten, da er behauptete nicht singen zu können während man ihm zusehe.
Das bekannteste Lied dieses Albums war „Blues Run The Game“ welches von Simon and Garfunkel, Counting Crows, Colin Meloy und Nick Drake gecovert wurde. Ein weiterer Song „Milk And Honey“ wurde in Vincent Gallo’s Film >The Brown Bunny< eingespielt und außerdem von Fairport Convention, Nick Drake und Sandy Denny (mit der er eine Weile ausging) gecovert.
Obwohl er unter den Kollegen für seine Musik sehr anerkannt war und auch in der Presse für sein Album gelobt wurde, fiel Frank in eine schwere Krise. Er war unfähig weitere Musikstücke zu schreiben und es zeigten sich immer mehr psychische Probleme.
Das Geld aus der Versicherung wurde knapp und so kehrte er zurück in die USA.
Seine Depressionen resultierend aus dem Kindheittrauma wurden schlimmer und Jackson Frank hatte keinerlei Selbstvertrauen mehr.

1970 zog er nach Woodstock, N. Y., heiratete dort Elaine Sedwgwick, eine englisches Model, und es ging ihm für eine kurze Zeit besser. Sie hatten zusammen einen Sohn, der aber schon als Kind an den Folgen einer zysitschen Fibrose starb. Später folgte dann noch eine Tochter, Angeline.
Der Tod seines Sohnes löste wieder eine schwere Depession aus und er wurde in eine Heilanstalt eingewiesen.
Frank ging es so schlecht, dass er seine Freunde um Hilfe bat.
Diese versuchten seine Karriere wiederzubeleben mit einem enthusiastischen Artikel im Melody Maker 1975 und einer Neuerscheinung seines Albums mit neuem Cover in 1978, was aber nicht unbedingt den erhofften Erfolg brachte.

Mit dem Wunsch Paul Simon zu treffen, reiste Frank 1984 nach New York, traf ihn aber dort nicht an und endete schließich geistig verwirrt auf der Straße schlafend.
So lebte er einige Jahre als Obdachloser in New York mit gelegentlichen Aufenthalten in Heimen und Anstalten, wo man ihn auf paranoide Schizophrenie behandelte anstatt auf traumabedingte Depression.
Selbst seine Mutter wusste nicht wo er sich aufhielt, da sie zum Zeitpunkt bei seiner Abreise nach New York am Herzen operiert wurde und er ihr keine Adresse hinterlassen hatte.

1990 wurde er zufällig von einem Fan, Jim Abbott, aus Woodstock entdeckt und wiedererkannt und mit Hilfe eines gemeinsamen Bekannten halfen sie Jackson Frank einen Heimplatz in Woodstock zu finden.
Frank sah mittlerweile sehr mitgenommen aus und war stark übergewichtig aufgrund einer Schilddrüsenfehlfunktion, die auch durch den Brand im Kindesalter hervorgerufen wurde.
Während Frank auf seine Abreise von New York wartete, wurde auf einer Parkbank sitzend versehntlich von einer Pistolenkugel getroffen, die von wahllos herumschießende Kinder abgefeuert wurde.
Die Kugel traf sein linkes Auge und er erblindete völlig.

Zurück in Woodstock versuchte sich Frank nochmal mit ein paar neuen Liedern und Demos, aber der Erfolg wollte sich nicht richtig einstellen und bis auf eine weiteren Neuauflage seines Albums >Jackson C. Frank< als CD wurde nichts weiter mehr heraugegeben.

1999 starb Jackson C. Frank an den Folgen einer Lungenentzündung mit Herzstillstand in Great Barrington, Mass. im Alter von 56 Jahren.


Auch wenn er als Künstler zu Lebzeiten nie richtig berühmt wurde, sind ist seine Lieder von vielen bekannten Musikern gecovert worden - wie Simon and Garfunkel, Counting Crows, Nick Drake, Sandy Denny und Bert Jansch.

Marianne Faithfull coverte den Song „Kimbie“ auf ihrem 2008 erschienen Album >Easy Come, Easy Go< und spielte ihn auch auf ihrer Tour 2009.

Erland & The Carnival haben „My Name Is Canival“ gecovert, eines von Franks Lieblingsliedern.
Und Bert Jansch coverte diesen Song auch als Geste seiner Bewunderung.

Sandy Denny’s Lied „Next Time Around“ bezieht sich versteckt auf ihre frühere Beziehung mit Frank.

Album
Jackson C. Frank (1965)
Re-issues:- 1978 (‘Jackson Again’, vinyl), 1996 (CD), 2001 (vinyl), 2001 (CD), 2003 (2 CD)

Singles
Blues Run the Game / Can’t Get Away From My Love (1965, 7“)

Filmography/Soundtrack:
The Reader (2008) (writer: „Don’t look back“)
Daft Punk’s Electroma (2006) (writer: „Dialogue“) (performer: „Dialogue“)
The Brown Bunny (2003) (writer: „Milk and Honey“) (performer: „Milk and Honey“)

Bearbeitet von ZoxoZ am 25. Okt. 2012, 15:52

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