Das Israel Chamber Orchestra (ICO) wurde 1965 von Gary Bertini gegründet. Neben dem Israel Philharmonic Orchestra (Zubin Mehta) ist das Israel Chamber Orchestra das renommierteste und bedeutendste Orchester Israels. Sitz des Orchesters und Veranstaltungsort jährlicher Konzertserien ist Jaffa / Tel Aviv.

Künstlerische Leitung:
Gründer Gary Bertini war zehn Jahre lang künstlerischer Leiter des Orchesters; ihm folgten unter anderen Luciano Berio, Rudolf Barshai, Uri Segal, Yoav Talmi, Shlomo Mintz, und Philippe Entremont (Chefdirigent von 1995-1998, später Ehrendirigent), sowie Salvador Mas Conde (1998-2001), Noam Sheriff (2002-2005) und Gil Shohat (2005-2008). Im Jänner 2009 wurde Roberto Paternostro zum musikalischen Leiter des Orchesters ernannt.

Repertoire:
Das Repertoire des Orchesters reicht von barocker bis zu zeitgenössischer Musik. Elizabeth Wallfisch wurde 2009 zum Program Director des Barockschwerpunktes des Kammerorchesters ernannt. Werke der Wiener Klassik finden sich ebenso regelmäßig in den Programmen des ICO wie Uraufführungen von Werken israelischer Komponisten.

Das ICO gestaltet jährlich Konzertzyklen für junges Publikum, „For the Entire Family“ wird von Kindern, Jugendlichen und Kritikern gleichermaßen gut aufgenommen.

Internationale Konzerttätigkeit:
Konzerttourneen führten das Israel Chamber Orchestra in mehrere mitteleuropäische Länder, Nord- und Südamerika und in den Fernen Osten. Gastspiele bei Festivals in Salzburg, Athen, Sofia, Helsinki, anderen europäischen Hauptstädten, Istanbul, Pompeji sowie Hong Kong brachten dem Kammerorchester den Ruf, eines der besten seiner Art zu sein.

2010 fanden unter der Leitung von Roberto Paternostro Konzerten in Deutschland (Stuttgart, Köln), Österreich (Internationales Haydnfestival Eisenstadt, Brucknerfest Linz) und CD-Aufnahmen in Wien statt. Solisten wie Elena Bashkirova treten erstmals mit dem ICO in Europa auf.

Am 26. Juli 2011 spielte das Israel Chamber Orchestra als erstes israelisches Orchester u.a. von Richard Wagner komponierte Musik in Bayreuth („Siegfried-Idyll“), und zwar im Rahmen der jährlichen Wagner-Festspiele in der Stadthalle. Außerdem standen noch die israelische Nationalhymne, „Prayer“ von Tsvi Avni, die Rückert-Lieder von Gustav Mahler, die 4. Sinfonie von Felix Mendelssohn und „Angelus“ von Franz Liszt auf dem Programm. Richard Wagner gilt u.a. wegen seines Aufsatzes „Das Judenthum in der Musik“ (Neue Zeitschrift für Musik, 1850 und erweitert als Broschüre 1869) als ein geistiger Vorkämpfer des Antisemitismus und war zudem Hitlers Lieblingskomponist, der die Festspiele regelmäßig besuchte und für Nazi-Propagandazwecke gebrauchte. Das Projekt, welches unter Schirmherrschaft von Katharina Wagner stand, wurde im Vorfeld kontrovers und intensiv in Israel diskutiert.

Dirigenten, Solisten, Chöre:
Das ICO konzertierte mit zahlreichen namhaften Solisten und Dirigenten, darunter: Mstislav Rostropovich, Vladimir Ahkenazy, Isaac Stern, Itzhak Perlman, Pinchas Zukerman, Shlomo Mintz, Yefim Bronfman, Luciano Berio, Krzysztof Penderecki, Christoph Eschenbach, Nicholas Kreamer, Yoel Levi, Jean Pierre Rampal, Paul Tortelier, Heinrich Schiff, Heinz Holliger, Sergiu Commissiona, Claude Frank, Frieder Bernius, Michel Corbox, David Shallon, Tabea Zimmerman, Tamas Vasary, Salvatore Accardo und Armin Jordan.

Internationale Chöre, die mit dem Israel Chamber Orchestra auftraten, waren bisher die Wiener Sängerknaben, Tölzer Knabenchor, Prager Kammerchor, The Brigham Young University Choir, Ensemble Vocal de Lausanne, Stuttgarter Kammerchor, Gulbenkian Choir, The Netherlands Chamber Choir und andere.

CD-Einspielungen:
CD-Aufnahmen erfolgten für die Labels Chandos, Musicmasters, Koch, Teldec und Gramola.

Rezensionen:
An Ear Full of Music / Israel Chamber Orchestra, Roberto Paternostro, conductor. Tel Aviv, Museum of Arts
”The sound of the orchestra was enriched, strong but not aggressive or irritating. […] the driving playing of the orchestra led by the conductor Roberto Paternostro was remarkable. It seems that interaction between the Italian-Viennese conductor and the orchestra is very successful. […] In general, it was one of the best concerts of the Israel Chamber Orchestra in recent years.” Hagai Hitron
Ha’aretz, 29. April 2008

Bearbeitet von hjbardenhagen am 29. Apr. 2012, 7:46

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