Biografie

Green River, die sich nach dem Green-River-Killer benannt hatten, waren zusammen mit Soundgarden eine der ersten Grunge-Bands, deren Schaffenskraft auch eine Langspielplatte hervorbrachte.

Bandgeschichte

Anfang 1984 wurden Green River von den Freunden Steve Turner und Mark Arm aus den Garagenbands Mr. Epp und Spluii Numa in Seattle gegründet. Hinzu kamen Jeff Ament von den Derange Dictions am Bass und Alex Vincent von Spluii Numa als Schlagzeuger.

Zu dieser Zeit veröffentlichten Green River zwei Beiträge auf dem Sampler Deep Six von C/Z Records unter anderem mit U-Men, Soundgarden, den Melvins, Skin Yard und Malfunkshun. Im Sommer 1985 kam als zweiter Gitarrist Stone Gossard von den Ducky Boys, bei denen Turner noch als Gitarrist fungierte, hinzu, den Steve Turner wie auch Alex Vincent aus der Schule kannten.

Die nächste Aufnahme wurde ihre erste 12-Inch-Platte Come on Down bei dem New Yorker Indie-Label Homestead Records. Nachdem Erscheinen von Come on down verlies Steve Turner die Band, da er das Bühnengehabe der anderen nicht mochte und auch die Musik sich nicht in seine favorisierte Richtung entwickelte.

Als Ersatz kam Bruce Fairweather, der mit Ament bereits bei Derange Dictions gespielt hatte. Im Anschluss veröffentlichten sie eine selbstfinanzierte Single bei HP-Records mit den Stücken Together We´ll never, welches noch aus der Feder von Turner stammte, und eine Coverversion von den Dead Boys Ain´t nothing to do.

Im Anschluss an diese Veröffentlichung tourten sie entlang der Westküste und machten sich mit dem gerade gegründeten Label Sub Pop an die Arbeit an der EP Dry as a Bone, die durch finanzielle Schwierigkeiten von Seitens Sub Pops erst im Sommer 1987 in die Läden kam. (Hierauf u. a. eine Coverversion des Liedes Ozzie der Band Tales of Terrors, welches von eben dem Green-River-Killer handelt, der den Bandnamen inspirierte.)

Der nächste Schritt war das Produzieren eines ganzen Albums mit dem Namen Rehab Doll. Innerhalb dieser Zeit nahmen die Spannungen zwischen Mark Arm auf der einen Seite und Gossard, Ament und Fairweather auf der anderen Seite zu. Erstens war seit dem Weggang Steve Turners das Songwriting in die Hände von Gossard und Faitweather gelangt und wurde damit rocklastiger und komplexer, während Arm eher zum einfacheren Punkrock neigte, und zweitens gab es Reibereien bezüglich des Aufnahmestudios für Rehab Doll. Arm wollte weiterhin mit Jack Endino zusammen arbeiten, der schon bei Dry as a Bone sein Studio für sie bereitgestellt hatte, während die anderen professioneller arbeiten wollten und ein 24-Spuren-Studio vorzogen.

Innerhalb dieser Krise gingen Green River erneut auf Tour an der Westküste und hatten einen Auftritt als Vorgruppe von Jane’s Addiction am 31. Oktober 1987 in Los Angeles. Zu diesem Auftritt wollte Arm einige Freunde auf die wenigen ihnen zustehenden Plätze einladen, aber Ament setzte sich durch, in dem er alle Plätze für A&R-Manager reservierte. Als schließlich nur zwei der eingeladenen Gäste erschienen (einer erst nach dem Auftritt von Green River), kam es in der Garderobe zu einem handfesten Streit. Da Ament sein Verhalten nicht revidierte, stieg an diesem Abend Mark Arm aus. Aus diesem Gründen kam es später auch zur Verstimmung zwischen Pearl Jam einerseits Kurt Cobain andererseits, der, mit Arm befreundet, den „Ausverkauf“ anprangerte.

Nach dem Split beschlossen Gossard, Ament und Fairweather, sich einen neuen Frontman und einen Schlagzeuger zu suchen, um weiterhin Musik zu machen. Diesen fanden sie in Andy Wood, dem Sänger der in Seattle bekannten Glam-Rock-Band Malfunkshun, und gründeten mit diesem zunächst unter dem Namen Lords of the Wasteland die Formation , die als Mother Love Bone Bekanntheit erlangen sollte, aus denen wiederum durch tragische Umstände Pearl Jam wurden.

Mark Arm suchte sofort wieder Steve Turner auf, und die beiden gründeten zusammen mit Matt Lukins von den Melvins und Dan Peters die Band Mudhoney.

Musikalische Form

Green River spielten eine Mischung aus Punk, Metal und Hardrock. Das Fanzine The Rocket beschrieb den Sound von Green River als eine „Mischung aus Metallica und Lynyrd Skynyrd mit dem Gesang von Henry Rollins“.

Wirkung

Die musikalische Wirkung auf andere Bands im Umkreis ist eher nebensächlich zu bewerten, denn primär wirkten sie mit Soundgarden bei den Plattenfirmen als Türöffner für den Sound, der später als Grunge bezeichnet werden sollte; Labels wie Sub Pop riefen sie erst ins Leben. Green River verkörperten so zugespitzt die Gratwanderung zwischen subkultureller Unabhängigkeit und Mainstream. Aus diesem Grunde war die Wirkung beider Nachfolgebands (Mother Love Bone/Pearl Jam und Mudhoney) auf die Außenwelt weitaus größer.

Bearbeitet von Wulfenlord am 3. Jan. 2007, 15:15

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