Biografie

Focus ist eine niederländische Progressive Rock-Band. Ihre Protagonisten waren der Organist und Flötist Thijs van Leer und der Gitarrist Jan Akkerman.

Geschichte

Thijs van Leer gründete Focus 1969 gemeinsam mit Martin Dresden (Bass) und Hans Cleuver (Drums). Zusammen mit Akkerman nahmen sie 1970 ihre erste LP In and Out of Focus und die Single House of the King auf.

Mit Pierre van der Linden, den Jan Akkerman von seiner früheren Gruppe Brainbox kannte, an den Drums und Cyril Havermans am Bass brachte das Album Moving Waves und die Hit-Single Hocus Pocus 1971 die internationale Anerkennung.

Ein weiterer großer internationaler Erfolg war die Single Sylvia aus dem 1972 veröffentlichten Doppelalbum Focus III. Am Bass spielte jetzt Bert Ruiter.

1973 folgte das Live-Album „Live at the Rainbow“. Pierre van der Linden verließ die Gruppe, weil er einen kommerzielleren Stil nicht mitgehen wollte. Mit Schlagzeuger Collin Allen (ex-Stone The Crows, ex-John Mayall) wurde 1974 die LP Hamburger Concerto eingespielt, die für viele Fans, aber nicht für Thijs van Leer selbst, das beste Focus-Album ist.

Während der Aufnahmen zu Mother Focus, 1975, wurde Allen durch David Kemper ersetzt. 1976 verließ auch Jan Akkerman die Band. Für ihn kam u.a. Philip Catherine. In diesem Jahr kam Ship of Memories heraus, das unveröffentlichte Aufnahmen enthielt, und 1977 mit P. J. Proby Focus con Proby.

Thijs van Leer und Jan Akkerman spielten hin und wieder zusammen und brachten 1985 nochmals ein Album unter dem Namen Focus heraus.

Ende der 80er Jahre wurden die Focus-Alben auf CD wiederveröffentlicht.

2002 stellte Thijs van Leer wieder eine Focus-Formation zusammen und ging auf Tour (unter anderem zeitweise wieder mit Pierre van der Linden am Schlagzeug, außerdem Jan Dumée (Gitarre), Bobby Jacobs (Bass)). Dies ist zusammen mit alten Aufnahmen auf DVD dokumentiert.

Eng mit dem Erfolg von Focus verbunden ist der Produzent Mike Vernon, der die Gruppe seit 1970 betreute.

Musik-Stil

Das Besondere an der Musik von Focus ist, dass die Instrumentalstücke überwiegen, besonders auf den erfolgreichsten Alben. Gesang wird oft rein instrumentell eingesetzt, wie z.B. das berühmte Jodeln von Thijs van Leer auf Hocus Pocus. Typisch für den Progressive Rock sind die langen Suiten-artigen oder sinfonischen Konzept-Stücke. Auf den meisten Alben findet man als eine Art Dauer-Thema ein melodiöses Stück namens Focus.

Obwohl die Musiker in Interviews ihre Stücke oft als Späße oder banale Einfälle darstellten, wird deutlich, dass sich die Musik von Focus sowohl hinsichtlich Virtuosität (z.B. wurde 1973 Jan Akkerman vom Melody Maker als weltbester Gitarrist gekürt) wie auch kompositorisch auf sehr hohem Niveau abspielte. Die Rockmusik von Focus wurde mit verschiedensten Stilrichtungen angereichert. Die Herkunft vom Jazz und die klassische Ausbildung der Musiker tritt in vielen Stücken zu Tage. Die Musik ist voll von Versatzstücken, Zitaten und Bearbeitungen klassischer Komponisten wie Haydn, Brahms, Bartok. Man findet Anspielungen auf gregorianische Gesänge, Volksmusik, Barockmusik bis hin zum Funk oder fernöstlicher Musik.

Bearbeitet von Wulfenlord am 2. Jan. 2007, 18:34

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