Biografie

EyeHateGod ist eine 1988 gegründete US-amerikanische Sludge-Band. Ihr aggressiver und zugleich schleppender Klang zwischen Hardcore und Doom Metal war mitunter die Initialzündung für das Sludge-Genre. Neben den international populäreren Crowbar oder Down gelten EyeHateGod daher als bedeutsame Größe der Metal-Szene von New Orleans. Als eigene musikalische Haupteinflüsse benennt die häufig EHG abgekürzte Formation The Melvins, The Obsessed, Black Flag und Black Sabbath.


Bandname

Die ungewöhnliche Namensgebung; Eye Hate God also „Auge Hass Gott“ basiert auf dem homophonen englischen Wörtern „Eye“ für „Auge“ und „I“ für „Ich“. Die sinngemäße Übersetzung des Namens lautet dementsprechend Ich hasse Gott. Dieser Namen spiegelt dabei sowohl den zynischen Humor als auch den oft zitierten Nihilismus der Band wider.

Stil

William York von Allmusic beschrieb den Stil der Band als grob und aggressiv doch zugleich als schleppend und roh. Bereits auf dem Debütalbum von 1990 In the Name of Suffering waren alle für Sludge typischen Elemente enthalten. Eine rohe Mischung aus Doom Metal und Hardcore mit Einflüssen aus dem Blues und Stoner Rock, gelegentlich unterbrochen von Noiseausbrüchen, die stets von Michael Williams kehlig krächzendem Kreisch- und Brüllgesang begleitet wird.

„The guitars are coarse and grainy — a fitting match for frontman Michael Williams’ tortured laryngitis screams — spilling out high-pitched feedback all over the place, while Joey LaCaze’s snare drum sounds like a wooden plank being hit by a hammer. There are a few up-tempo hardcore punk sections scattered throughout the album, but for the most part, the songs move at a slow-motion pace reminiscent of the Melvins’ early work. You can also make out hints of My War-era Black Flag, Black Sabbath, and Southern rock in general, though the latter two elements are not nearly as noticeable as on later albums.“

„Die Gitarren sind grob und körnig - eine passende Begleitung für die Schreie des durch eine Kehlkopfentzündung geplagten Frontmanns Michael Williams - hallen schrill in dem geschaffenem Raum wider, während die Snare von Joey Lacazes klingt als würde ein Hammer auf ein stumpfes Holzbrett einschlagen. Es bestehen einige Hardcore-Fragmente im Up-Tempo-Bereich, die sich quer durch das Album verteilen, aber zum wesentlichen Teil erinnern die Stücke an eine zähe und zeitlupenartige Hommage an das Frühwerk der Melvins. Man kann auch Hinweise auf die My War-Ära von Black Flag, Black Sabbath und dem Southern Rock im Allgemeinen entdecken, wenn diese beiden Elemente auch bei weitem nicht so stark bemerkbar sind wie auf späteren Alben.“

– William York: Review zu In the Name of Suffering

Bandgeschichte

EyeHateGod gilt bereits seit ihrem Debüt als herausragender Einflussfaktor für das 1992 noch undefinierte Sludge-Genre. Das erste Album erschien ursprünglich auf dem französischen Independent-Label Chanteloup Créations. Das Label presste circa 1500–2000 Exemplare des Banddebüts bevor es noch im selben Jahr Konkurs anmelden musste. EyeHateGod wurde jedoch noch im gleichen Jahr von dem Major-Label Century Media für sechs Alben unter Vertrag genommen. Mit dem Label kam es aufgrund der mangelnden Vermarktungsmöglichkeiten der extremen Musik schnell zu einem anhaltenden Konflikt, welcher letztendlich dazu führte, dass EyeHateGod bereits ihr drittes Studioalbum Dopesick ohne jedwede finanzielle Unterstützung von Seiten der Produktionsfirma aufnehmen musste. Während der Aufnahmen ereignete sich sogleich auch ein nachhaltiger Zwischenfall, welcher in Presse- und Fankreisen bis hin zu Selbstverstümmelung und satanischen Ritualen verklärt wurde. Jimmy Bower schildert den Vorfall jedoch als weniger kontrovers:

„Wir wollten bei einigen Songs den Effekt von im Hintergrund zerspringendem Glas benutzen. Mike sang die Vocals in einem abgedunkelten Raum ein und schmiß dabei mit leeren Flaschen um sich. Irgendwann hörte er auf zu singen, er hatte sich in die Hand geschnitten und blutete wie ein Schwein. Auf einmal fing er an, mit seinem Blut so Sachen wie ‘Pig’ und ‘Satan’ an die Wände zu schmieren. Doch Billie Anderson (u. a. Neurosis), der als alter Freund umsonst produzierte, fand das gar nicht lustig und löste die fröhliche Runde auf. Als wir am nächsten Morgen ins Studio kamen, hatte ein Reinigungsdienst alles schon längst wieder entfernt. Keine große Sache also. “

– Jimmy Bower im Intro Interview

Ein weiterer Skandal folgte als Sänger Mike Williams im Jahr 2000 für einen vermeintlichen Verstoß gegen das amerikanische Betäubungsmittelgesetz inhaftiert wurde. Williams, der sich zum Zeitpunkt der Festnahme in einem Methadonprogramm befand, verbrachte 91 Tage in Haft bis Phil Anselmo die Kaution in Höhe von 150.000 Dollar zahlte und Williams für mehrere Monate aufnahm. Der Sänger machte noch unter Haftbedingungen einen kalten Entzug und animierte nach seiner Haft auch den langjährigen Bandkollegen Jim Bower zum Entzug.

Im Jahr 2001 veröffentlichte EHG ihr einziges Livealbum und beendete somit durch Erfüllung ihres Plattenvertrages die Fehde mit dem Label. Seither ist EHG ungebunden, steht jedoch in Verhandlungen mit unterschiedlichen Firmen.

Nebenprojekte

Alle Musiker sind neben ihrem Schaffen für EyeHateGod auch noch bei weiteren Bands mit ähnlichen musikalischen Ausprägungen tätig. Gitarrist Jimmi Bower ist bei den Bands Down und Crowbar aktiv. Die weiteren aktuellen Mitglieder der Band gründeten nebenbei das Metalprojekt Outlaw Order welches auch unter dem Titel OO% vermarktet wird.

Diskographie

Studioalben

* 1992: In the Name of Suffering (Chanteloup Créations/Century Media)
* 1993: Take as Needed for Pain (Century Media)
* 1996: Dopesick (Century Media)
* 2000: Confederacy of Ruined Lives (Century Media)

Singles und EPs

* 1994: Raptured Heart Theory (Single, Bovine Records)
* 1994: Serving Time in the Middle of Nowhere (EP mit der Band 13, Ax/ction Records)
* 1995: Southern Discomfort (EP mit der Band 13, Slap-A-Ham Records)
* 1997: In these Black Days (EP mit der Band Anal Cunt, Hydra Head Records)
* 2002: The Age of Bootcamp (EP mit der Band Soilent Green, Incision Records)
* 2004: I Am the Gestapo (EP mit der Band Cripple Bastards, Southern Lord)
* 2004: 99 Miles of Bad Road (EP, 2+2=5)

Demos, Livealben und Kompilationen

* 1990: Lack of Almost Everything (Demo, Eigenvertrieb)
* 2000: Southern Discomfort (Best-Of, Century Media)
* 2001: 10 Years of Abuse (and Still Broke) (Livealbum, Century Media)
* 2005: Preaching the „End-Time“ Message (Best-Of, Emetic Records)

DVDs

* 2004: Live in Tokyo (Press Pause Media/Cassettes)

Bearbeitet von Sundrain am 8. Apr. 2010, 9:22

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