Biografie

Ennio Morricone (* 10. November 1928 in Trastevere, Rom) ist ein italienischer Filmmusik-Komponist und Dirigent. Er hat auch unter den Pseudonymen Dan Savio und Leo Nichols gearbeitet und komponierte die Filmmusik von über 500 Filmen. Sein Name wird oft mit dem Filmgenre des Italo-Western in Verbindung gebracht, obwohl er „nur“ für etwa 30 solcher Filme die Filmmusik geschrieben hat. Besondere Bekanntheit erlangte seine Musik zum Western-Epos Spiel mir das Lied vom Tod. 2007 erhielt Morricone den Oscar für sein Lebenswerk.

Leben

Morricone studierte im Konservatorium von Santa Cecilia Trompete und Chormusik. Er lernte sein Handwerk unter Goffredo Petrassi. 1956 heiratete er Maria Travia.

1964 begann er seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sergio Leone (die beiden gingen zusammen in dieselbe Schulklasse) und Bernardo Bertolucci. In dieser Zeit schrieb er unter anderem die Musik für Leones Filme Für eine Handvoll Dollar, Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod. Seitdem komponierte er in jedem Jahr die Filmmusik für etwa 15 Filme. Außerdem spielte er von 1964 bis in die siebziger Jahre im von Franco Evangelisti initiierten Improvisationsensemble Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza.

Werk

Morricone trug mit seiner Musik wesentlich zum Welterfolg der Leone–Western bei, die heute Kultfilme sind, wie zum Beispiel Spiel mir das Lied vom Tod. Leone bekannte einmal, dass Morricone für ihn mehr ein Drehbuchautor sei denn ein Komponist, denn durch die Musik könne er etwas mitteilen, was er sonst hätte zeigen müssen. Und vom Komponisten ist überliefert:

„Filmmusik braucht Raum, um sich entfalten zu können. Der Film muss der Musik Zeit geben, um sich zu entwickeln.“
– Ennio Morricone

Leones Begeisterung für Morricones Musik ging so weit, dass er den Trab eines Pferdes in Spiel mir das Lied vom Tod der Musik angeglichen haben soll. Ähnlich soll Leone in Zwei glorreiche Halunken vorgegangen sein, jedoch konnten sich die dazu befragten Clint Eastwood und Eli Wallach nicht daran erinnern.

Auszeichnungen

1987 und 2000 erhielt er den Golden Globe für die Filmmusiken zu Mission und Die Legende vom Ozeanpianisten, ebenfalls 1987 den Grammy für The Untouchables – Die Unbestechlichen.

Am 18. November 2003 wurde Morricone außerdem zum Ehrensenator der Musikhochschule München ernannt. Die Laudatio wurde von Enjott Schneider gehalten.

Am 25. Februar 2007 bekam Morricone in Los Angeles den Ehren-Oscar Honorary Award für sein Lebenswerk, da er maßgeblich die Geschichte der Filmmelodien geprägt hatte, jedoch bei fünf früheren Oscarnominierungen stets leer ausgegangen war, aus den Händen von Clint Eastwood.

Trivia

* Seine Komposition „The Ecstasy of Gold“ eröffnet seit über 20 Jahren jedes Konzert der Band Metallica.
* Bei Quentin Tarantinos Kill Bill Vol. 1+2 wurden mehrere Morricone-Titel verwendet, die aus Zwei glorreiche Halunken stammen.

Bearbeitet von Wulfenlord am 2. Sep. 2008, 18:22

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