Biografie

Eminem (auch Slim Shady; * 17. Oktober 1972 in St. Joseph, Missouri als Marshall Bruce Mathers III) ist ein US-amerikanischer Rapper und Produzent. Vor allem die Beastie Boys und N.W.A. wurden zu seinen musikalischen Vorbildern. Im Alter von 15 Jahren lernte er seine spätere Frau Kimberley Ann Scott, genannt Kim, kennen. Nach der Highschool verdiente er sich in verschiedenen Aushilfsjobs und wechselte häufig seine Wohnung, meist, weil er die Miete nicht bezahlen konnte.

Familie und Privates

1991 erschoss sich sein Onkel Ronnie während eines Einbruchs mit einer abgesägten Schrotflinte. Dieser tragische Vorfall prägte Eminem sehr, da sein Onkel für ihn Vorbild, Vaterersatz und Freund war. Am 25. Dezember 1995 wurde die Tochter von Eminem und Kimberley Scott, Hailie Jade, geboren. Das Ehepaar adoptierte die Nichte von Kimberley Scott, Alaina, und Eminem übernahm auch das Sorgerecht für Kimberleys zweite Tochter Whitney, deren biologischer Vater Eminem nicht ist. Die am 14. Juni 1999 vollzogene Heirat wurde am 11. Oktober 2001 wieder geschieden. Am 17. September 1999 verklagte die Mutter von Eminem ihren Sohn auf 10 Millionen US$ Schmerzensgeld wegen übler Nachrede, da er sie in mehreren Interviews als „unstable, law suit-happy drug user“ bezeichnet hatte. Die Klage wurde fallen gelassen, nachdem man sich auf eine Zahlung von 10.000 US$ einigte. Im August 2000 wurde Eminem zu zwei Jahren Haftstrafe auf Bewährung wegen unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt. Gleichzeitig verklagte Kimberley Scott ihn auf 10 Millionen US$ Schmerzensgeld und um das Sorgerecht der Kinder zu erhalten, mit der gleichen Begründung wie Eminems Mutter zuvor. Ende 2002 gründete Eminem sein eigenes Modelabel „Shady Ltd.“ und ließ fortan seine Artikel, die von der Firma „Nesi Fashion Brands“ hergestellt werden, von der Kaufhauskette „Macy’s“ vertreiben. Am 14. Januar 2006 heirateten Eminem und Kimberley Scott zum zweiten Mal, am 6. April 2006 wurde erneut die Scheidung eingereicht.

Eminem, D12 und Slim Shady

1987 lernte er die Brüder Mark Bass und Jeff Bass kennen, die die Produktionsfirma FBT-Produktion gegründet hatten, und nahm in deren Studio seine ersten Demoaufnahmen auf, mit denen er sich bei Rap-Wettbewerben in Detroiter Clubs bewarb. In den folgenden Jahren trat Eminem häufig in so genannten Open-Mic-Jams auf und wurde zu einem festen Teil der Detroiter Rap-Szene.

1995 gab Eminem seinen bis dahin benutzten Künstlernamen „M & M“ auf, um namensrechtliche Probleme mit der Mars Inc., dem Hersteller der Süßigkeit M&M’s, zu vermeiden, und nannte sich Eminem. 1996 lernte er seinen späteren Manager Paul Rosenberg kennen, einen früheren Rapper und angehenden Anwalt. Im gleichem Jahr nahm er mit FBT-Produktion die EP Infinite auf, die in einer Auflage von ein paar Tausend Stück erschien und von Eminem meist als Demo benutzt wurde, um sich bei Verlagen vorzustellen. Eine besondere Beachtung bei den Käufern fand die EP nicht.

1997 begründete der Rapper Proof (bürgerlich: DeShaun Holten) ein loses Kollektiv von sechs Rappern, zu dem Eminem als letztes hinzustieß. Proof regte an, dass sich jeder Teilnehmer ein Alter Ego schaffen soll, um hinter dessen Maske unbeschwert seinen eigenen Hardcore-Style zu kreieren. Da aus den ursprünglich sechs Rappern im übertragenen Sinne zwölf wurden, nannte er die Verbindung D12, Dirty Dozen (engl. für Dreckiges Dutzend). Eminem erschuf sich daraufhin die Figur „Slim Shady“ und nahm die Slim Shady EP auf. Bevor D12 das erste Album veröffentlichten konnten, wurde eines der Mitglieder, Bugz (bürgerlich Karnail Paul Pitts), während eines Streits mit Unbekannten erschossen. Später wurde Swift (bürgerlich Ondre Moore) in die Gruppe aufgenommen, um wieder zu sechst zu sein. In dieser Formation veröffentlichte die Gruppe später zwei Alben, Devil’s Night und D12 World, auf denen die Gruppe mit dem Titel Bugz 97 an Bugz gedachten. Am 11. April 2006 wurde Proof, Trauzeuge und brüderlicher Freund von Eminem, bei einer Schießerei vor einem Detroiter Nachtclub erschossen.

Der Produzent Dr. Dre (bürgerlich André Romel Young) wurde auf die Slim Shady EP aufmerksam gemacht, nahm Eminem sofort unter Vertrag und produzierte mit ihm aus der Slim Shady EP die The Slim Shady LP. Das Album erschien 1999 und erreichte sofort Platz 1 und die ausgekoppelte Single My Name Is Platz 2 der amerikanischen Billboard Charts. Die Slim Shady LP erhielt drei Platin-Auszeichnungen. Die nachfolgenden Alben The Marshall Mathers LP, The Eminem Show und Encore hatten einen noch größeren kommerziellen Erfolg. Bei den Grammy-Verleihungen 2003 erhielt Eminem drei Awards.

Am 2. Dezember 2005 erschien das Best-of Album Curtain Call. Es soll, laut Eminem in einem MTV-Interview, „das Ende eines Abschnitts [seiner] Karriere“ sein und auch das Ende seines alter ego Slim Shady.

Am 15. Mai 2009 erschien Eminems fünftes Soloalbum Relapse.

Am 11. Juni 2010 erschien dann Eminems sechtes Soloalbum Recovery.
Dies enthielt unteranderem Features mit Rihanna und Lil’ Wayne.

Textinhalte

Seine oft aggressiven Texte kommen bei den Jugendlichen, besonders weißen Zuhörern gut an. Eminems Themen sind unter anderem Schwule und Frauen, besonders seine Ehefrau Kim, über die er voller Aggressivität rappt. Kritiker bemängeln an Eminems Texten, dass diese oftmals überzeichnete, surreale Gewaltphantasien beinhalten.

Eminem verbalisiert durch seine Äußerungen Konflikte innerhalb der amerikanischen Gesellschaft. Dadurch wird er häufig missverständlicherweise als „Schwulenhasser“ oder „Gewaltprediger“ dargestellt. Seine Intention lässt sich nämlich auch so verstehen, dass er Hass und Aggressivität lediglich aufzeigt, da solche Vorbehalte in der Gesellschaft existieren. Ein Beispiel für diese paradoxe Gesellschaftsanalyse mag folgendes Zitat sein: Nehmt keine Drogen, habt keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr, seid nicht gewalttätig – überlasst das mir! Er selber betonte, dass er eigentlich nichts gegen Schwule habe. Ein gemeinsamer Auftritt mit Elton John wurde von Eminems Kritikern allerdings nur als Alibi-Veranstaltung verstanden.

Hauptsächlich drehen sich die Themen seiner Texte aber um die Verarbeitung seiner Kindheit und Jugend (z. B. Cleanin’ Out My Closet) sowie um seine missglückte erste Ehe mit Kim. Auf der Marshall Mathers LP befindet sich ein Track mit dem Namen „Kim“, auf dem hörspielartig ein Streit zwischen Eminem und seiner damaligen Ehefrau umgesetzt wird. Im Verlauf dieses Stücks zerrt Eminem seine Frau in ein Auto. Als sie - gegen Ende des Liedes - versucht wegzulaufen, schneidet er ihr mit den Worten „Bleed, bitch, bleed“ („Blute, Schlampe, blute“) die Kehle durch und steckt sie in den Kofferraum. Mehrfach brachte Eminem bei Auftritten eine Sexpuppe mit auf die Bühne, die Kimberley Scott darstellen soll. Diese Puppe wurde dann unter dem Beifall des Publikums von ihm beschimpft und scheinbar vergewaltigt.

Im Song Mockingbird aus dem Album Encore singt er von Lainie und Hailie, aber auch in vielen weiteren Songs nimmt Eminem Bezug auf seine Tochter (z. B. Hailie’s Song oder When I’m Gone).

Reaktionen

Aufgrund gewaltverherrlichender Textinhalte wurde Eminem häufiger starker Kritik ausgesetzt, die bis zu Boykottaufrufen von Politikern und Elternverbänden und Demonstration von Schwulen- und Lesben-Verbänden vor Konzerten reichten. Nach dem Schulmassaker von Littleton, Colorado, wurden Eminems Texte für die Bluttat mitverantwortlich gemacht. In Neuseeland durfte das Album The Marshall Mathers LP nur an über 18-jährige verkauft werden. Lynne Cheney, Ehefrau des US-Vizepräsidenten Richard Dick Cheney, veranlasste einen Ausschuss im US-Kongress gegen unangemessene Gewaltdarstellung in der Popmusik. Dies ist allerdings kein seltener Fall in der um Öffentlichkeit bedachten innerpolitischen Kämpfe innerhalb der USA. Tipper Gore, Ehefrau des späteren US-Vizepräsidenten Al Gore, initiierte in den 1980er Jahren mit die PMRC, eine Organisation gegen Rock-Musik mit „eindeutigen Inhalten“ („explicit lyrics“, gemeint waren vordergründig bestimmte Heavy Metal-Alben und bestimmte Rap-Alben) - die entsprechenden Aufkleber auf Platten und CDs erwiesen sich dagegen eher als Verkaufshilfe. Außerdem wurde eine entschärfte Version der Eminem Show herausgegeben, da der auf dem Album befindliche Track Drips (mit Obie Trice), laut Aussage einiger Politiker, zu hart sei. Dieser Track wurde auf der entschärften Version komplett ausgelassen, ohne dass er durch einen anderen Titel ersetzt wurde.

8 Mile und Mosh

2002 spielte Eminem die Hauptrolle in dem halb autobiographischen Film 8 Mile. Darin verkörperte er einen weißen Rapper namens Rabbit. Die 8 Mile Road in Detroit trennt den reichen (weißen) Norden der Vorstädte von der armen (schwarzen) Downtown (Ghettos). Für diesen Film bekam Eminem einen Oscar für den besten Original-Song (Lose Yourself).

Im Oktober 2004 veröffentlichte Eminem das Video Mosh, mit dem er im US-Präsidentschaftswahlkampf Position gegen eine Wiederwahl von George W. Bush bezog (Zitate aus dem Song Mosh: Mush, fuck Bush, Strap him with an AK-47… und … this weapon of mass destruction that we call our president). Das Video endet mit einem Wahlaufruf VOTE Tuesday November 2nd. Das Video löste international starke Reaktionen aus. Nachdem Bush die Wahl gewann, wurde das Ende des Videos geändert: Die Bürger im Video gehen nicht wählen, sondern stürmen den Senat.


Bearbeitet von pablo774 am 1. Dez. 2013, 1:15

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