Das Electric Light Orchestra (kurz: ELO) war eine erfolgreiche britische Rockband der 1970er und 1980er, die ihre Musik mit klassischen Streicher-Arrangements verband.

Die Anfänge/Experimentierphase (1968 - 1973)

Das Electric Light Orchestra wurde 1968 in Birmingham von Roy Wood, Jeff Lynne und Bev Bevan gegründet (alle vormals Mitglieder der Band The Move). Das Electric Light Orchestra war zunächst eine reine Experimentalformation, ihren Verpflichtungen als The Move kamen die Mitglieder bis 1972 ebenfalls nach. Das selbstgesteckte Ziel war, dort weiter zu machen, wo die Beatles mit I’m The Walrus aufgehört hatten. Man verband also Rockmusik mit avantgardistisch-klassischer Musik. Im Gegensatz zu den Beatles wollte man die für das Genre eher untypischen Instrumente (Cello,Geige, Oboe) aber auch bei Livekonzerten und nicht nur bei Studioaufnahmen einsetzen.

Roy Wood verließ kurz nach dem Erscheinen des ersten Albums, in den USA mit dem Titel „No answer“, in Europa unter dem Bandnamen veröffentlicht, die Band (1972). Jeff Lynne übernahm daraufhin die Leitung der Band, Richard Tandy wurde der neue Keyboarder (der vorher auf Tour bereits am Bass aushalf).

1973 wurde ELO II veröffentlicht, aus dem auch ihr erster Top-40-Hit in den USA Roll over Beethoven (eine Chuck Berry-Coverversion) stammt. Im gleichem Jahr folgte On The Third Day.

In diesen und den nachfolgenden Jahren war die Struktur der Band so aufgebaut, dass Jeff Lynne und Bev Bevan je zur Hälfte die Band, deren Namen sowie alle Einkünfte gehörten. Alle anderen Musiker waren bezahlte Angestellte, die nach Belieben gehen konnten oder auch gefeuert wurden. Sämtliche Lieder wurden von Jeff Lynne komponiert und produziert. Die Streicherarrangements wurden meist von Louis Clark Jeff Lynne und Richard Tandy durchgeführt.

Künstlerischer Zenit mit orchestraler Rockmusik (1974 - 1978)

1974 wurde das nächste Studioalbum Eldorado veröffentlicht, welches mit „Can’t Get It Out Of My Head“ einen weiteren Top-40-Hit in Nordamerika enthielt. Darauf gelang Jeff Lynne erstmals das, wovon er immer gesprochen hat, ein gleichberechtigtes Miteinander von klassischen und zeitgenössischen Sounds. Das Album grenzte sich von seinen Vorgängern deutlich ab, in dem es deutlich weniger experimentelle Musik beinhaltete und viel stärker auf eingängige Melodien setzte. Dem Album kam außerdem die in dieser Zeit große Fortschritte machende Aufnahmetechnik zugute. Vom doch teilweise „rumpelnden“ Sound der Vorgänger war fast nichts mehr zu hören.

Das 1975 erscheinende Nachfolgealbum war das erste was die Band in den Münchner „Musicland“ Studios aufnahm. Mit diesem und den nachfolgenden Alben und den veröffentlichten Singles ging die Band den im Vorjahr eingeschlagenen Weg konsequent weiter, indem man verstärkt auf „radiotaugliche“ Rockmusik mit orchestralem Hintergrund setzte.
1976 kam das Album A New World Record in die Läden, das mehrfach Platin-Status erreichte. Mehr als zwei Dutzend akustische und elektronische Instrumente kamen darauf zum Einsatz, zusammen mit bombastischen Chor und Streicherarrangements wurde so der typische ELO Sound der 70er Jahre geprägt.
Wieder ein Jahr später wurde das Doppelalbum Out of the Blue veröffentlicht. Die Band ging danach auf Welttournee.

Weltweite Erfolge mit Popmusik, die mit der Zeit ging (1979 - 1982)

Mit dem 1979 erscheinenden Album „Discovery“ bewies Lynne das er eine „Entdeckung“ gemacht hatte: den vor allem aus München stammenden Discosound. (er selber sprach es einst „disco very“ aus). Dieses Album brachte ihren größten Hit „Don’t Bring Me Down“ hervor, und war das erste ELO Album auf dem die Streicher nur noch als Hintergrundgeräusche verwendet wurden. Demzufolge wurden kurz nach dem Erscheinen des Albums wurden die beiden Cellospieler Hugh McDowell und Melvyn Gale als „nicht länger benötigt“ entlassen.

Kurz darauf wurde ELO beauftragt, eine Hälfte des Soundtracks für das Musical Xanadu zu schreiben. Die andere Hälfte kam von Olivia Newton-John, die mit Gene Kelly die Hauptrolle spielte. Obwohl der Film selbst ein Flop war, wurde der Soundtrack ein großer kommerzieller Erfolg.

Das 1981 erscheinende Album „Time“ und die daraus ausgekoppelte markant rockige Single „Hold on tight“ zeigen ELO erneut von einer anderen Seite. Der elektronische Sound der 80er Jahre steht nun im Mittelpunkt der Jeff Lynne Kompositionen.

Abflauender Erfolg und Ende (1983 - 1986)

Das nächste Studioalbum wurde 1983 veröffentlicht und hieß Secret Messages. Es war ursprünglich als Doppelalbum konzipiert, doch die Plattenfirma strich das kommerziell erfolglose Album aus finanziellen Gründen zusammen.
Nach Erscheinen des Albums verklagte Kelly Groucutt die Band auf eine Erfolgsbeteiligung und wurde daraufhin entlassen.

Erst drei Jahre später (1986) veröffentlichten ELO ein neues Album. Das Material von „Balance of power“ war eigentlich für Lynnes erste Soloplatte gedacht, aufgrund bestehender Verträge mußte es aber unter dem Namen Electric Light Orchestra veröffentlicht werden. Jeff Lynne hatte jedoch das Interesse an ELO längst verloren,plante Soloprojekte und arbeitete als Produzent unter anderen für Dave Edmunds. Nicht zuletzt deswegen löste er ELO 1987 nach einigen Konzerten in Deutschland und Großbrittanien auf.

Jeff Lynnes Produzententätigkeit

Jeff Lynne ist - neben seiner Tätigkeit bei den Traveling Wilburys - auch noch als Produzent für viele andere Künstler aktiv gewesen. So hat er etwa Mitte der Neunziger Jahre die „neuen“ Beatles-Stücke Free as a bird und Real Love produziert und hat u. a. für George Harrison (Cloud nine und Brainwashed), Tom Petty (Full moon fever, Into the great wide open und Highway Companion), Roy Orbison (Mystery girl und King of hearts), Paul McCartney (Flaming Pie) und Joe Cocker (Night Calls) gearbeitet.

Electric Light Orchestra Part II

Nach einem längeren Rechtsstreit formierte ELO-Schlagzeuger Bev Bevan 1990/1991 ohne Jeff Lynne „ELO Part II“. An diesem Projekt sollten zunächst der spätere Asia-Sänger John Payne und der Komponist Jim Steinman mitwirken. Doch nach den ersten gerichtlichen Problemen durch die Interventionen Jeff Lynnes verließen die beiden die Band um Bevan.

ELO-Comeback im Jahre 2001

Das Comeback von Jeff Lynne mit ELO begann 2001 mit dem Album Zoom. Zoom hatte im Gegensatz zu den ELO-Alben der achtziger Jahre wieder einen natürlicheren Sound. Viele Fans kritisierten aber, dass Zoom eher ein Jeff-Lynne-Soloprojekt sei (Lynne spielte das Album fast komplett selbst ein). Zoom wurde, gemessen an den Verkaufszahlen, kein großer Erfolg.

Ex-Mitglied Richard Tandy kehrte in dieser Zeit in die Band zurück, um mit weiteren, komplett neuen Band-Mitgliedern auf Tour zu gehen. Letztendlich kam es nur zu zwei Promotion-Konzerten, weil der Kartenverkauf zu schlecht lief.

ELO-Verwertung

Mit dem in Japan 2004/05 erfolgreichen TV-serial Densha Otoko wurde ELO mit TWILIGHT im Opening erneut bekannt, was erneut ordentlich Geld in die Bandkasse spülte.

Bearbeitet von CharlyBrandl am 31. Jul. 2009, 16:25

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Gegründet in (Jahr):
  • 1968
Aufgelöst (Jahr):
  • 1987
Wiedervereinigt (Jahr):
  • 2001
Gegründet in (Ort):
  • Birmingham
Bandmitglieder:

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