Biografie

Martin Luther King Chavez Dosh (geboren 6. September 1972), bekannt in der Musik als Dosh, ist ein Musiker und Multi-Instrumentalist mit Sitz in Minneapolis, Minnesota.

Musiklehrer bei Tage, Loop-Schrauber im Keller bei Nacht. Dosh hat die Hoffnung auf den Sieg der Musik noch nicht aufgegeben. Am Strand, da, wo der Sand ist, liegt die Lösung.

Nachts, wenn seine Kinder schlafen, beginnt für Martin Dosh die Arbeit.
Im Keller seines Hauses, die Ohren fest von Kopfhörern umschlossen, feilt er im blauen Widerschein seines Monitors an Studioaufnahmen, verfeinert Melodien, die aus seinem alten Korg Sequencer blubbern, rückt Drumpatterns zurecht, editiert Loops aus sprudelnden Vibraphon-Phrasen. Darüber vergisst Martin die Zeit: „Manchmal muss ich mich zwingen, nicht die ganze Nacht durchzumachen. Meine Frau sagt mir, dass ich mehr Schlaf bräuchte. Ja, irgendwann, denke ich dann immer.“ Er bastelt so lange, bis seine Stücke klingen, als wären sie von einer ausgewachsenen Band gespielt. Doch eigentlich ist die Musik von Martin das Ergebnis von niemand anderem als ihm selbst. Sein Künstlername: Dosh. Ganz direkt und geradeaus. So wie seine Live-Auftritte.

Wer bei Youtube den Namen Dosh eingibt, kann Martin dabei zusehen, wie er inmitten von Keyboards, einem Drumset und allerlei elektronischen Gerätschaften sitzt, mit einer Hand am Knopf eines antiquierten Synthesizers dreht und mit der anderen kraftvoll auf eine Snare drischt. In Sekundenschnelle nimmt Martin einen Drumloop auf, lässt ihn laufen und wendet sich einem neuen Instrument zu. Schicht auf Schicht stapelt Martin seine agile Musik; bei jedem Konzert neu und immer ganz anders. Dosh, die Ein-Mann-Band … „The Lost Take“ der Titel seines neuen Albums.

Wenn Martin gerade nicht als Dosh durch die Indie-Clubs wirbelt, spielt er in der Liveformation von Singer-Songwriter und Multiinstrumentalisten Andrew Bird. Tagsüber unterrichtet er Kinder in Musik. Doch auch wenn er eigentlich den Kindern erklären soll, wie man Töne sinnvoll aneinander reiht, ist es oft umgekehrt. Martin selber lernt: „Ein Siebenjähriger kann genauso gute Melodien erfinden wie jeder Erwachsene auch. Mit Kindern zu arbeiten, erinnert mich immer daran, was an Musik wirklich Spaß macht. Erst mal einfach nur zu spielen. Und zwar so, als ob man eine Sandburg baut und sie kurze Zeit später einfach wieder einreißt.“

Unbedarft und naiv klingt „The Lost Take“ deshalb nicht. Eher spielerisch und leichtfüßig. Als würden sich Steve Reich und Jean Michel Jarre im Kinderzimmer von Brian Wilson treffen, um dort eine neue Tortoise-Platte aufzunehmen. Postrock für eine Post-Elektronika-Generation, die wieder Wert auf physische Instrumente und Live-Präsenz legt. Zigaretten rauchen, Bier trinken und dazu auf scheppernder Anlage dem Live-Spektakel Dosh lauschen: Die Bühne, im kleinen Indie-Club der Wahl, das ist der Ort, an dem Martins Musik erst so richtig zur Geltung kommt. „Wenn ich live viel Schlagzeug einsetze, erreiche ich die Zuschauer. Es ist wichtig, dass die Leute sehen und verstehen, was ich da mache. Und je mehr die Leute verstehen, je besser funktioniert der Gig.“

Die Musik, die aus seinem Gerätepark dringt, ist seine Sandburg. Mühsam von Loop zu Loop modelliert Martin an ihr herum, unternimmt Anbauten, verfeinert die Details, um sie dann mit Verve wieder einzureißen. Eine neue folgt stehenden Fußes. Durch die Musik von Martin Dosh vibriert eine fast kindliche Freude an der Arbeit und eine gesunde Prise Optimismus: „Für mich ist jedes Mal, wenn ich meine Kopfhörer aufsetze und anfange Loops zu basteln - sei es auf der Bühne oder in meinem Keller zu Hause -, wie Urlaub. Ich war immer schon ein sehr hoffnungsvoller, positiv denkender Mensch. Vielleicht, weil ich ganz selten Moll-Tonleitern benutze. Keine Ahnung. Das Einzige, was ich dem Zuhörer vermitteln möchte, ist: Seid kreativ! Startet irgendwas. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn die Leute öfter mal ihren Hintern hochkriegen würden.“

Hendrik Lakeberg in De:Bug 107

Alben
Dosh (2002, re-released 2003)
Pure Trash (2004)
The Lost Take (2006)
Wolves and Wishes (2008)

EPs
Naoise EP (2004)
Powder Horn (2005)
Triple Rock (2007)

Live
Live on KVSC 3-3-03 (2003)
Numerous Quality Mixes (2003)
Live in the USA 2003 (2004)
Live on KALX 11-18-04 (2005)



Bearbeitet von sybilliejean am 7. Aug. 2008, 10:02

Alle von Benutzern bereitgestellten Inhalte auf dieser Seite stehen unter der Creative Commons Attribution/Share-Alike-Lizenz.
Texte können zudem unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation stehen.

Wikifakten

Aus Fakten generiert, die in der Wiki markiert wurden.

Keine Fakten zu diesem Künstler.

Du betrachtest Version 3. Schau dir ältere Versionen an, oder diskutiere über diese Wiki.

Du kannst dir auch eine Liste mit allen kürzlichen Wiki-Änderungen ansehen.

Weitere Informationen

Von anderen Quellen.

Links
Labels