Biografie

Depeche Mode ist eine britische Synthie-Band, die 1979 in Basildon in der Nähe von London gegründet wurde. Der Name ist einem französischen Modemagazin namens „Mode Dépêche“ entnommen.

80er Jahre

1979 gründeten die drei Schulfreunde Andrew Fletcher, Martin Lee Gore und Vince Clarke eine Band mit dem Namen „Composition Of Sound“. Der zunächst im Hintergrund am Mischpult agierende Dave Gahan stieß ein Jahr später als Sänger zur Band. Nach einem Frankreich-Aufenthalt schlug Gahan einen neuen Namen für die Band vor. Diesen Namen hatte er von einem französischen Modemagazin mit dem Titel „Mode Dépêche“ übernommen. Nachdem Depeche Mode Ende 1979 erfolglos viele Demoaufnahmen an Plattenfirmen verschickt hatten, kam ihnen der Zufall zur Hilfe. Die Band wurde 1980 von Daniel Miller, dem Gründer des britischen Independent-Labels Mute Records, entdeckt, als sie im Vorprogramm von Fad Gadget spielten. In der Urbesetzung Dave Gahan (Gesang), Andrew Fletcher, Martin Gore und Vince Clarke alle Keyboard/Synthesizer begannen sie mit Plattenaufnahmen.

Miller überzeugte die Band, die Gitarren aus der Hand zu legen, um Synthesizer, Drum-Machines und Sampler zu bedienen. Das erste Album („Speak And Spell“) wurde vor allem in ihrer Heimat Großbritannien ein kommerzieller Erfolg.

Ende 1981 verließ Clarke, der zum Debutalbum fast alle Songs geschrieben hatte, die Band, um sich erst Yazoo (1981-83) und später Erasure zu widmen. Gore, der auf „Speak And Spell“ zwei eher unauffällige Stücke geschrieben hatte, trat als Komponist und Texter für das Nachfolgealbum „A Broken Frame“ 1982 in die Fußstapfen von Vince Clarke. Das Album enthielt nur Kompositionen von Martin Gore und war, obwohl die Musikjournalisten vom schnellen Ende des Trios überzeugt waren, ebenfalls erfolgreich.

Durch eine Anzeige im „Melody Maker“ konnte der Keyboarder Alan Wilder gewonnen werden. Nach der USA-Tournee 1983 wurde Wilder als vollwertiges Mitglied in die Band aufgenommen. Wilder konnte als einziger des Quartetts eine musikalische Ausbildung am Klavier vorweisen und übernahm auf Grund seines musikalischen Wissens und Engagements zusammen mit Daniel Miller das Sound-Design innerhalb von Depeche Mode und zeichnete in der Folgezeit für die komplexen Arrangements der Band verantwortlich, welche Depeche Mode unter den Elektropop-Bands unverwechselbar machte. Musikalisch wendete man als eine der ersten Bands die neue Technik des Sampling an, das immer häufiger in den Liedern der Band zum Einsatz kam.

Das 1983 erscheinende Studioalbum „Construction Time Again“ trug bereits eindeutig Wilders Handschrift. Wilder steuerte hier außerdem zwei selbstgeschriebene Songs bei. Später bekannte Wilder in einem Interview, in dieser Zeit gemerkt zu haben, nicht zum Songschreiber geboren zu sein, und überließ Gore hier das Feld.

1984 erschien die LP „Some Great Reward“. Mit den Singlesauskoppelungen „People Are People“ und „Master And Servant“ erreichte Depeche Mode erstmals weltweit hohe Chartplatzierungen. Die von der Band entwickelten ureigenen Elektrosounds , oft durchsetzt mit Klangfragmenten aus Industrie- und Alltagsgeräuschen, (z.T. auch Samples der „Einstürzenden Neubauten“ z.B bei „People Are People“ und „Blasphemous Rumours“) wurden ihr unverwechselbares Kennzeichen.

Das frühe Schaffen der Band wurde 1985 in der Hitcompilation „The Singles 81>85“ zusammengefasst. 1986 bzw. 1987 wurden die Studioalben „Black Celebration“ und „Music For The Masses“ veröffentlicht. Der Band-Höhepunkt der Achtziger Jahre war die „Music For The Masses“-Tour, die 101 Konzerte umfasste. Das Abschlusskonzert fand im Pasadena Rosebowl Stadium statt. Dort entstanden der Film „101“ (gedreht vom Dokumentarfilmer D. A. Pennebaker) sowie ein gleichnamiges Live-Doppelalbum.

1990er Jahre

1990 erschien das Album „Violator“. Die daraus erschienene Single „Personal Jesus“ enthielte akkustische Gitarrenelemente, welche einen weiteren Schritt in ihrer musikalischen Weiterentwicklung symbolisierten. Die Single „Enjoy the Silence“ gilt bislang als erfolgreichster und bekanntester Hit der Band. Entsprechend schlug „Violator“ alle bandinternen Verkaufsrekorde. Das Rolling Stone Magazin führt Violator auf Platz 342 der besten Alben aller Zeiten.

Mit „Songs Of Faith And Devotion“ gingen Depeche Mode 1993 auf dem stilistischen Pfad weiter, der sich im Lied „Personal Jesus“ des Vorgängeralbums bereits angedeutet hatte: Elemente aus der Rockmusik, wie akustische Drumsets oder verzerrte Gitarren, paarten sich zusammen mit Gospel- und Soul-Fragmenten sowie elektronischen Klängen und erzeugten einen neuen Stil in der Musik von Depeche Mode.

Die Aufnahmen während der anschließenden Welttournee führten zur Veröffentlichung des Albums „Songs Of Faith And Devotion Live“ (1993), welches alle Lieder der CD als Liveversionen enthält. Der niederländische Fotograf Anton Corbijn drehte mit „Devotional“ einen ebenfalls 1993 veröffentlichten Konzertfilm der Tournee.

Unmittelbar nach der Welttournee geriet die Band in eine existenzielle Krise. Gahan geriet 1994 auf Grund seiner Heroinsucht nach einer Überdosis und einem Suizidversuch an den Rand des Todes und mußte in einem Krankenhaus wiederbelebt werden. Alan Wilder verließ die Band auf Grund interner Spannungen 1995, um sich fortan seinem Soloprojekt Recoil zu widmen. Erste Aufnahmen für das nachfolgende Studioalben mussten auf Grund Gahans’ desolatem Zustand abgebrochen werden. Allgemein wurde in dieser Zeit erwartet, dass sich die Band auflösen würde. Gahan machte eine Entziehungskur und ist nach eigenen Angaben seit 1995 clean geblieben.

Obwohl von ihrem soundtechnischen „Mastermind“ Alan Wilder verlassen, raufte sich das verbliebene Trio zusammen und ging 1996 ins Studio. Heraus kam das 1997 veröffentlichte Album „Ultra“. Nach der Veröffentlichung ihrer zweiten Hitbilanz im Folgejahr („The Singles 86>98“) ging die Band auch wieder auf Welttournee.

2000er

Im Jahr 2001 wurde das Studioalbum „Exciter“ veröffentlicht. Dem Trend der Musikindustrie folgend, Live-Konzerte vorzugsweise auf DVD herauszubringen, veröffentlichten auch Depeche Mode im Jahr 2002 ein Live-Konzert der Exciter Tour auf DVD („One Night in Paris“).

Nach der Tournee widmeten sich Dave Gahan und Martin Gore jeweils Solo-Projekten. 2004 erschien dann eine Sammlung alter und neuer Remixes unter dem Namen „Remixes 81…04“, darunter das als Single veröffentlichte „Enjoy the Silence 04“ von Mike Shinoda.

Am 14. Oktober 2005 erschien „Playing the Angel“ in Deutschland und schaffte es in Deutschland und 17 weiteren Ländern an die Spitze der Album-Charts. Neu an diesem Album war, dass Dave Gahan mit anderen Musikern drei Songs schrieb, von denen „Suffer Well“ als Single veröffentlicht wurde. Die an das Album anschließende Welttournee wurde auf DVD („Touring the Angel – Live in Milan“, 2006) dokumentiert. Außerdem erschienen in Zusammenarbeit mit LiveHereNow Mitschnitte diverser Open-Air-Konzerte der Tour als Doppel-CD.

Ende 2006 erschien „The Best Of (Vol. 1)“, eine weitere Kompilation. Die Sammlung enthält 17 alte und mit „Martyr“ einen neuen, auch als Single veröffentlichten Song. 2007 kam außerdem eine „The Best Of (Vol. 1)“ Video-Kompilation heraus.

Am 22. Oktober 2007 ist „Hourglass“, das zweite Soloalbum von Sänger Dave Gahan, erschienen. Als Singles wurden „Kingdom“ und „Saw Something/Deeper and Deeper“ (als Doppel-A-side-Single) ausgekoppelt. Anfang Mai 2008 startete die Band mit den Aufnahmen zu ihrem 12. Studioalbum. Am 20. April 2009 wurde „Sounds Of The Universe“ in Europa veröffentlicht. Die erste Single „Wrong“, die am 21. Februar anlässlich der Echo-Verleihung in Berlin Weltpremiere feierte, erschien zuvor schon am 6. April (doch bereits seit 24. Februar konnte z.B. auf itunes „Wrong“ gekauft werden).

Aktuell befindet sich die Band auf ihrer „Tour of the universe“. Die Tour, deren erster Teil in Stadien gespielt wird, startete am 10. Mai in Israel - im Ramat Gan Stadion (vor 45.000 Zuschauern). Dies hat den Hintergrund, dass ursprünglich die letzte Tour (Touring the angel) hier enden sollte. Aufgrund der damaligen politischen Lage musste das Konzert damals aber abgesagt werden.

Doch schon das zweite Konzert der Tour am 12. Mai in Athen musste kurz vor Beginn abgesagt werden. Dave Gahan erkrankte an einem Magen-Darm-Infekt. Im Zuge der medizinischen Behandlung wurde bei ihm ein kleinerer allerdings bösartiger Blasentumor gefunden, der in der Folge operativ entfernt wurde. Nach einer ärztlich vorgeschriebenen Genesungspause konnte die Tour am 8. Juni in Leipzig wieder aufgenommen werden. Leider konnte für 8 der ausgefallenen Konzerte kein Ersatztermin organisiert werden (betroffen sind Südost- und Osteuropa).

Am 15. Juni erschien in Europa „Peace“ - die zweite Single aus dem aktuellen Album. Nach einem etwas längeren Zeitraum zwischen den Singles-Veröffentlichungen erschien in Europa am 4. Dezember 2009 die Doppel-A-Seite Single „Fragile Tension/Hole To Feed“. Bereits zuvor wurde das Video zu „Hole To Feed“ veröffentlicht.

Live-Musiker

* Peter Gordeno – Keyboard, gelegentlich E-Bass und E-Gitarre (1998–heute)
* Christian Eigner – Schlagzeug (1997–heute)
* Georgia Lewis – Gesang (2001)
* Jordan Bailey – Gesang (1998–2001)
* Janet Ramus – Gesang (1998)
* Dave Clayton – Keyboard (1997)
* Daryl Bamonte – Keyboard (Sommer 1994 / Ersatz für Andrew Fletcher)
* Hildia Campbell – Gesang (1993–1994)
* Samantha Smith – Gesang (1993–1994)

Bearbeitet von PlaMode am 6. Apr. 2010, 10:45

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Gegründet in (Jahr):
  • 1979
Gegründet in (Ort):
  • Basildon
Bandmitglieder:

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