Biografie

Carlos Gardel eigentlich Charles Romuald Gardés (* 11. Dezember 1890 Toulouse, Frankreich; † 24. Juni 1935 bei einem Flugzeugunglück in Medellín, Kolumbien) war Tango-Sänger und -Komponist. Gardel gilt als die wichtigste Persönlichkeit des Tango in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mit seiner Mutter kommt Gardes 1893 nach Argentinien und lebt fortan in Buenos Aires. Er wächst dort im Stadtteil Abasto auf, in welchem der zentrale Obst- und Gemüsemarkt liegt. Der Junge vertreibt sich seine Zeit, unbeobachtet von der alleinerziehenden Mutter, auf den Straßen der argentinischen Metropole. Schon in sehr jungem Alter fällt seine Stimme auf, und er wird unter dem Namen El Morocho del Abasto (etwa: „Der Dunkelhäutige von Abasto“) in der Umgebung bekannt.

Im Jahre 1902, er hilft als Kulissenschieber im Teatro Victoria, hört ihn der bekannte italienische Sänger Titta Ruffo, der ihn nun bei der Ausbildung seiner Stimme unterstützt. Seine Stimme entfaltet ihre Sinnlichkeit und ihre große dramatische Expressivität.

1906 verlässt er die Schule und konzentriert sich nur noch auf das Singen. Er tritt in den Cafés und Restaurants der unmittelbaren Nachbarschaft auf. 1912 legt er seinen französischen Namen ab und nennt sich nun Carlos Gardel. Gleichzeitig leugnet er die französische Herkunft und gibt an, aus Uruguay nach Argentinien gekommen zu sein.

1912 findet in der Calle Guardia Vieja im Abasto ein „Tango-Duell“ mit dem Sänger José Razzano statt. In diesem Duell gibt es keinen Sieger - vielmehr gibt es seitdem das Duo Gardel-Razzano, das die folgenden fünfzehn Jahre gemeinsam musizieren wird.

Bis 1915 werden die beiden Sänger so populär, dass sie nicht nur in den besten Theatern und Clubs von Buenos Aires, sondern auch in ganz Argentinien, in Uruguay, in Chile und Brasilien auftreten. Auf diesen Tourneen trifft Gardel auch sein großes Idol, den italienischen Tenor Enrico Caruso. Am 11. Dezember 1915 wird er in einem Club durch einen Lungensteckschuss niedergestreckt. An den Folgen dieser lebensgefährlichen Verletzung wird er bis an sein Lebensende leiden.

Nach einer einjährigen Pause, kehrt er mit noch größerem Enthusiasmus zurück. Ab 1917 spezialisiert er sich ausschließlich auf den Tangogesang. Nach der Trennung von Razzano, der mit dieser Einseitigkeit nicht einverstanden ist, steigt er auf zum ersten und bis heute berühmtesten Tangosänger Argentiniens und der Welt.

Gemeinsam mit seinem lebenslangen Weggefährten, dem Dichter und Journalisten Alfredo Le Pera, komponiert Gardel zahlreiche klassische Tangos wie Mi Buenos Aires querido, Soledad, Golondrinas, Volver und El día que me quieras. Er schreibt nicht nur Tangos; ebenso folkloristische Musik wie Milongas, Zambas, Rancheras, Tonadas, Tristes, Estilos usw. Er schreibt auch einige Foxtrotts in englischer Sprache, sowie auch einige Lieder traditionellen Stils auf Französisch.

Ende der 1925er Jahre kommt Gardel auch nach Europa zurück und wird in Spanien ein ebenso großer Star wie in Lateinamerika. Sein Debüt in Paris gibt er 1928. Carlos Gardel war der erste und vielleicht einzige argentinische Weltstar im Showbusiness. Seine Bedeutung für den Tango wird später höchstens noch von Astor Piazzolla erreicht. Mit Beginn des Paramount Tonfilms sieht er auch im Film für sich eine Zukunft und wirkt in der Folge in zahlreichen Musik-Filmen mit.

Carlos Gardel eigentlich Charles Romuald Gardés (* 11. Dezember 1890 Toulouse, Frankreich; † 24. Juni 1935 bei einem Flugzeugunglück in Medellín, Kolumbien) war Tango-Sänger und -Komponist. Gardel gilt als die wichtigste Persönlichkeit des Tango in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Am 24. Juni 1935 sterben Gardel, Alfredo Le Pera und mehrere ihrer Begleiter beim Zusammenstoß zweier Flugzeuge auf der Landebahn des Flughafens der Stadt Medellín in Kolumbien. Gardel stirbt auf dem Höhepunkt seiner Karriere während einer Tournee, die ihn durch ganz Lateinamerika führen sollte, und Millionen seiner Fans weinen um ihn, mehrere begehen Selbstmord. In Argentinien geht heute noch die Redensart um: „Gardel singt mit jedem Tag besser“. Ein Vers aus seinem Tango Volver wird zum geflügelten Wort in ganz Lateinamerika: Veinte años no es nada (Zwanzig Jahre sind ein Nichts). Gardel ist auf dem Friedhof La Chacarita in Buenos Aires begraben.

Am 1. September 2003 werden Gardels Originalaufnahmen durch die UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Literatur: Julián y Osvaldo Barsky (2004), Gardel la biografía, Taurus, Buenos Aires, Argentina.

Bearbeitet von [gelöschter Benutzer] am 6. Okt. 2007, 0:03

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