Biografie

Capleton (geb. am 13.04.1967 als Clifton Bailey III in Islington, St. Mary).

Capleton begann 1990 seine Karriere als Reggae- und Dancehall-Deejay.

Größeren Erfolg konnte Capleton mit dem Lied „Tour“ verbuchen, welches im Rahmen eines Hip-Hop-Remixes auch in den US-Charts vertreten war. So erhielt Capleton auch kurzzeitig einen Vertrag mit Def Jam und es kam zu Kollaborationen mit einigen Rappern.

2000 erreichte er mit der Hymne „Jah Jah City“ einen weiteren Meilenstein seiner Karriere. Mit den darauf folgenden Alben „More Fire“ (2000), „Still Blazin’“ (2002) und „Reign Of Fire“ (2004) konnte Capleton weitere Erfolge feiern.

Capleton ist ein Mitglied der sogenannten Bobo-Ashanti-Bewegung, einer Gruppe der Rastafari Bewegung, welche sich auf Prince Emmanuel (Charles Edwards) stützt, der von dieser Bewegung (neben Haile Selassie als ‘Jah Rastafari’) als schwarzer Messias betrachtet wird (mit Titeln wie etwa ‘Prince Emmanuel Charles Edwards, without Mother or Father, a Priest of Melchezideck for I ever, the Black Christ in Flesh’). Andere Bobo-Ashanti-Reggae-Interpreten sind etwa Anthony B. oder Sizzla.

Capleton wird auch „the prophet“, „Fireman“ oder „king shango“ genannt.

Kritiker bemängeln vor allem Capletons Dancehall Tunes, die meistens auf einer sogenannten „Punchline“ basieren und nur wenig Inhalt vermitteln. Vor allem andere Rastafari-Interpreten (z.B. Luciano) kritisieren, dass dies nicht ihrer Philosophie entspräche. Seine Roots-Reggae Tunes werden hingegen in der Regel von dieser Kritik ausgenommen. Capleton ist einer der Begründer des Conscious Reggae, einer modernen Form des Roots Reggae mit meist spirituellen und politischen Texten. Er ist heutzutage wohl einer der prominentesten und engagiertesten Vorkämpfer für die Philosophie des modernen Rastafarianismus. Seine Tracks gelten zusammen mit denen von Anthony B und Sizzla als die aufgeladensten und eindringlichsten der Szene. Viele Recordings seiner Live Auftritte (bspw. in St Vincent auf Jamaika) haben annähernd Kultstatus in Reggaekreisen. Er wird bewundert für den enormen emotionalen Ausdruck, den er in seine Texte legt, und sich dabei teilweise in Formen der Ekstase steigert, mit denen er Massen anzustecken vermag.

Capletons Texte enthalten, wie oft im jamaikanischen Reggae, gelegentlich gewaltverherrlichende und häufig homosexuellenfeindliche Passagen. Dem tat auch sein Übertritt zu den Rastafaris im Jahre 1994 keinen Abbruch. Konzerte außerhalb Jamaikas wurden deshalb bereits boykottiert, abgesagt oder von Protesten durchzogen. Inwiefern die Aussagen der Texte wörtlich zu nehmen sind, ist umstritten.

Capleton gibt an, an das Prinzip des „word, sound and power“ zu glauben - daran, dass nur das ehrlich ausgesprochene, menschliche Wort allmächtig und Gewalt nur in den seltensten Fällen (Schutz des eigenen Lebens) gerechtfertigt ist. Er verteidigt seine Texte damit, dass viele Begriffe der Rasta-Philosophie, die er in seinen Liedern wiedergibt, missinterpretiert würden. Der Aufruf „Fire bun batty bwoy!“ („Das Feuer möge den Schwulen verbrennen!“) beispielsweise, sei metaphorisch zu verstehen. Das Feuer werde dabei nicht als Erscheinung der chemischen Verbrennung verstanden, sondern als bildhafter Ausdruck für die „reinigende Kraft Gottes“. Der vordergründig zur Gewalt aufrufende rhetorische Stil, in welchem er das westliche System verurteilt, sei nicht wörtlich zu nehmen, sondern solle die Wut der Rastafaris gegenüber der Weltordnung darstellen. Kriege, Materialismus, Ausbeutung, Umweltzerstörung, die ungerechte Verteilung von Wohlstand und Möglichkeiten, Anpassungszwang und auch die Abkehr von dem traditionellen und als natürlich empfundenen Geschlechterverhältnis von Mann und Frau durch die gesellschaftliche Etablierung der Homosexualität - all das empfinden Rastafaris als ablehnenswert, und Capleton ist ein lautstarker Verkünder dieser Ansichten.

Kritiker bemängeln, dass diese Hintergründe sich einem durchschnittlichen europäischen Konsumenten nicht erschlössen, da dieser i. d. R. nur die Liedtexte kenne, nicht aber die weitergehenden Aussagen des Künstlers oder der Rastafari-Philosophie. Darüber hinaus stünden einige der Aussagen der Rastafari-Philosophie (insbesondere bzgl. Geschlechterrollen und Homosexualität) im Widerspruch zu den Prinzipien pluralistischer westlicher Gesellschaften.

Diskographie

* Lotion Man (1991)
* Double Trouble feat. General Levy (1992)
* Alms House (1993)
* Good So (1994)
* Prophecy (1995)
* I Testament (1997)
* One Mission feat. Anthony B (1998)
* More Fire (2000)
* Still Blazin (2002)
* Reign Of Fire (2004)
* The People Dem (2004)
* Free Up (2006)
* Rebel Heart (2006)


Bearbeitet von LumanDaily am 8. Feb. 2010, 15:28

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