Der Botho-Lucas-Chor war eines der bekanntesten Vocalensembles der 1960er- und 1970er-Jahre.

Sein Gründer, Botho Lucas (* 2. Juni 1923 in Köslin, Pommern), absolvierte in Berlin 1940 bis 1942 ein privates Musikstudium, wurde Soldat und geriet im Frühjahr 1944 in russische Gefangenschaft, die er musizierenderweise überlebte. 1949 entlassen, gründete er in Berlin das Lucas-Trio (mit Günter Vogel, Horst Schwarm, später Arno Goßrau, Hans Berthold); ab 1958 das Lucas-Quartett (Botho Lucas, Bernd Golonsky, Günter Kallmann, Ralf Paulsen) und übersiedelte 1959 nach Köln. Hier entstand 1961 aus dem Quartett der Botho-Lucas-Chor mit wechselnder Damenbesetzung – (Gretel Kästel, Ans Plevier, Daisy Door, Ulla Wiesner, Hanna Dölitsch) zunächst als Studioensemble mit bekannten Interpreten, aber schon bald mit eigenen, solistischen Aufgaben.

„Danke“ (für diesen guten Morgen), mit dem Martin Gotthard Schneider den Wettbewerb für Neue Geistliche Lieder der Evangelischen Akademie Tutzing gewonnen hatte, wurde für den Botho-Lucas-Chor zum ersten unerwarteten Erfolg. Das Lied wurde zu einem Evergreen und ist bis heute in zahlreichen Wunschkonzerten zu hören. Im Folgejahr produzierte der Chor zwei Langspielplatten mit weiteren modernen, geistlichen Titeln, von denen einige, wie „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“, sehr bekannt wurden.

Das Repertoire und die Interpretationsmöglichkeiten des Chores können als außerordentlich vielseitig bezeichnet werden. Es umfasst moderne Volksliedbearbeitungen, Operette, Musical, Evergreen, Schlager sowie Fremdsprachliches. Die deutsche Fassung des Titelliedes zu dem Film „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ (Richt’ge Männer wie wir) entstand 1965.

Im Fernsehen war der Chor in vielen Sendungen solistisch und mit Begleitgesängen vertreten. Darüber hinaus fanden Chor- und Soloproduktionen mit fast allen aus Rundfunk und Fernsehen bekannten Orchestern statt, ferner wirkte das Ensemble bei zahlreichen Produktionen prominenter Künstler der 60er Jahre als Begleitchor mit, u. a. bei „Wir können uns nur Briefe schreiben“ von Greetje Kauffeld (1964) und „Santo Domingo“ von Wanda Jackson (1965).

Neben Ralf Paulsen war Daisy Door eine der bekannten Solisten, die dem Chor zu seinem unverwechselbaren Sound verhalfen. (Daisy Door wurde bekannt durch den Titel „Du lebst in deiner Welt“ aus der Fernsehserie „Der Kommissar“). 1979 ging der Botho-Lucas-Chor mit dem Orchester Bert Kaempfert auf Tournee durch Deutschland, Luxemburg und die Schweiz und gastierte in diesem Zusammenhang auch in der Royal Albert Hall in London.

Bearbeitet von RalfReinartz am 7. Dez. 2011, 21:05

Quellen

Ingo Grabowsky, Martin Lücke: Die 100 Schlager des Jahrhunderts. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2008, ISBN 3-434-50619-5, S. 174–176 und passim.

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