Blood, Sweat & Tears ist das gleichnahmige zweite Studioalbum der US-amerikanischen Jazzrock-Band Blood, Sweat & Tears. Das Album erschien am 11. Dezember 1968 durch Freigabe des Plattenlabel Columbia Records.

Ein Sänger wurde mit dem kanadischen Sänger Clayton-Thomas gefunden. Seine Stimme war Drummer Bobby Colomby in einem Rock-Club in New York aufgefallen. Er kam zum Vorsingen und war nach dem ersten Titel engagiert. Mit Lew Soloff und Chuck Sinfield wurde durch zwei Trompeter die Bläser-Sektion aufgestockt. Auch Jerry Hyman kam mitsamt seiner Posaune dazu. Die 9er-Truppe spielte mit viel Freude in einem Übungsraum im Greenwich Village im ersten Stock des Garrick Theater. Selbst an heißen Sommertagen sammelten sich unter den Fenstern Menschentrauben, um einfach zuzuhören. Als die Band mit einem kleinen Plakat am benachbarten „Café Au Go Go“ ihren ersten Live-Auftritt ankündigte, bildete sich eine Schlange rund um den gesamten Block. Jeder hatte vom neuen Sound in Greenwich gehört. Kurz darauf ging die Band ins Studio und gestaltete das Album demokratisch: Nur wenn sich alle neun Mitglieder auf einen Song einigen konnten, kam dieser auf die Scheibe. Letztere wurde ein phänomenaler Erfolg und in Windeseile vergoldet.

1970 war ein richtig gutes Jahr für Blood, Sweat & Tears. Jeweils einen Grammy® für das „Album des Jahres“, die beste zeitgenössische Instrumentalaufnahme sowie für das beste Begleitarrangement eines Gesangvortrags stellte sich das bunte und erlesene Künstler-Kollektiv in die Trophäen-Sammlung.

Das Konzept überzeugte, substanzielle Stilistik aus Jazz und Blues und Arrangements klassischer Motive ineinander zu verschränken und damit »die Musik in den Rock zu bringen« (Leonard Feather).

Die Songs

„Variations On A Theme By Eric Satie“ ist eine schöne Interpretation des Klassikthemas von Eric Satie. Das besitzt einen leichten Prog-Rock Touch, von Fachleuten wurden die Satie-Variationen als gelungene zeitgemäße Bearbeitungen eines Klassikthemas gelobt. „Smiling Phases“ ist die Umsetzung eines Traffic-Songs, den die Band eigenständig interpretiert. Anfangs zündet der Song noch nicht, aber vor allem im Improteil ist der Song gut gelungen. Der Steve Katz Song „Sometimes In Winter“ plätschert danach mit einem poporientierten Barjazz-Touch etwas belanglos vor sich hin. Katz singt auch mit weniger Reibung als Clayton-Thomas. Bewegter und grooviger wird es mit „More And More“. „And When I Die“ wurde im Original von Laura Nyro performt. Die Version von Blood Sweat And Tears ist gut gelungen, auch die Fans sahen das wohl so. Es gab aber Kritiker, welche die Countryparts im Song bemängelten. Ebenfalls eine schöne Coverversion gelang der Band mit dem Billie Holiday Song „God Bless The Child“. Toll eingespielt, mit schönen instrumentalen Parts und von Clayton-Thomas gut gesungen.

„Spinning Wheel“ ist der bekannteste Song des Albums. Der Song zählt zu den Klassikern der Rockmusik, das instrumentale Arrangement ist vorzüglich gelungen. „You Made Me so Very Happy“ ist eine weitere schön interpretierte Coverversion, die stellenweise sehr nach Pop-Jazz klingt. Schön wäre es gewesen, wenn die Band die leicht progressiven Instrumentalparts in der Songmitte etwas ausgedehnt hätte. Instrumentalparts satt gibt es dann im „Blues Part II“. Der Song ist recht komplex aufgebaut. Los geht es mit einem längeren Keyboard-Intro, danach wird es groovig. Im folgenden Instrumentalpart gibt es schöne Soli von Bass, Drums und Saxofon. Damals hat man in solchen langen Songs gerne mal Themen anderer Songs eingebaut. In dem Song ist das auch so. Nach ca. 8 Minuten wird Sunshine Of Your Love zitiert, im Anschluss deutet die Band das Spoonful Thema an. Abgeschlossen wird das Album mit einer weiteren Variation des Satie Themas. Es gilt dasselbe, wie für den ersten Song: eine äußerst gelungene zeitgemäße Umsetzung eines Klassikers.

Erwartungsvoll freut man sich beim Hören auf die Überraschungen des nächsten Takts, der nächsten Phrase, des nächsten Titels, begleitet von dem befreienden Gefühl, dass nichts muss, aber alles darf.

Rezensionen

,,Großer Sport von Jazz über Rock bis hin zu Big-Band-Blues, klanglich super.“ (Lp Magazin, April / Mai 2012)

,,Offen in den Höhen und messerscharf konturiert bei den Bässen…“ (Stereo, Juni 2012)

,,Klasse Album, das gegenüber den Vorgängern nur leicht abfällt. Wie üblich bei Speakers Corner wurde audiophil gemastert, auf 180g-Vinyl gepresst und das Cover so weit wie möglich dem Original nachempfunden.“ (Good Times, Juni / Juli 2012)


Titelliste

Seite Eins

1. „Variations on a Theme By Erik Satie“ (1st and 2nd Movements) – 2:35
Adapted from „Trois Gymnopédies“; arr. by Dick Halligan
Recorded October 9, 1968
2. „Smiling Phases“ (Steve Winwood, Jim Capaldi, Chris Wood) – 5:11
Recorded October 15, 1968
3. „Sometimes in Winter“ (Steve Katz) – 3:09
Recorded October 8, 1968
4. „More and More“ (Vee Pee Smith, Don Juan) – 3:04
Recorded October 15, 1968
5. „And When I Die“ (Laura Nyro) – 4:06
Recorded October 22, 1968
6. „God Bless the Child“ (Billie Holiday, Arthur Herzog Jr.) – 5:55
Recorded October 7, 1968

Seite Zwei

1. „Spinning Wheel“ (David Clayton-Thomas) – 4:08
Recorded October 9, 1968
2. „You’ve Made Me So Very Happy“ (Berry Gordy Jr., Brenda Holloway, Patrice Holloway, Frank Wilson) –
4:19
Recorded October 16, 1968
3. „Blues – Part II“ (Blood, Sweat & Tears) – 11:44
Recorded October 22, 1968
Interpolating „Sunshine of Your Love“ (Jack Bruce, Pete Brown, Eric Clapton) and „Spoonful“ (Willie
Dixon)
4. „Variations on a Theme By Erik Satie“ (1st Movement) – 1:49
Recorded October 9, 1968
The footsteps and door slam heard at the end of the track are those of model Lucy Angle

Eine remasterte CD, die Live-Bonustracks von „More and More“ und „Smiling Phases“ wurde 2000 veröffentlicht (sowohl in der Café au Go-Go, New York, 2. August 1968 aufgenommen).


Personalaufwand

Musiker

David Clayton-Thomas - Gesang
Lew Soloff - Trompete, Flügelhorn
Bobby Colomby - Schlagzeug, Percussion, Gesang
Jim Fielder - Bass
Dick Halligan - Orgel, Klavier, Flöte, Posaune, Gesang
Steve Katz - Gitarre, Mundharmonika, Gesang, Lead-Vocals auf „Manchmal im Winter“
Fred Lipsius - Alt-Saxophon, Klavier
Chuck Winfield - Trompete, Flügelhorn
Jerry Hyman- Posaune, Blockflöte

Produktion

Produzent: James William Guercio

Ingenieure: Fred Catero, Roy Halee, Robert Honablue
Arranger: Dick Halligan, Fred Lipsius, Al Kooper

Das Cover: Timothy Quay, Bob Cato

Foto: George Harrie
Gestaltung: Johannes Berg


Bearbeitet von Best_of_Album am 28. Feb. 2014, 18:32

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