Biografie

Es gibt mindestens zwei Musikprojekte namens Big Black.

(1.) Big Black war eine US-amerikanische Noise-Rock-Band aus Chicago um den später als Musikproduzent bekannt gewordenen Gitarristen und Sänger Steve Albini.

Bandgeschichte

Big Black waren eine der Bands der achtziger Jahre, deren anerkannt großer Einfluss auf andere Musiker umgekehrt proportional zum eigenen kommerziellen Erfolg steht. Die Lieder der Band waren auch wenig tauglich, die Hitparaden zu erstürmen: die primär soziopathischen, giftigen Texte, von Albini weniger gesungen als vielmehr wie Fremdkörper ausgespuckt, werden untermalt von einem lärmigen Arrangement aus knarrenden Bass, schrillen, schneidenden Gitarren, deren Frequenzspektrum bis in den Ultraschall hinein zu reichen scheint, und einem Drumcomputer, dessen treibende, unerbittliche Rhythmusvorgaben die Lieder mit geometrischer Strenge einzirkeln.

Zu Beginn der 1980er Jahre hatte sich Steve Albini in Chicago bereits einen Namen als Kolumnist in dem Fanzine Matter gemacht. In seiner Kolumne Tired of Ugly Fat? äußerte er sich in teilweise provozierender Art und Weise über Persönlichkeiten der Musikszene in Chicago. In der Band Stations, in der er kurzzeitig Mitglied war, machte er Bekanntschaft mit einem Drumcomputer und war von der Präzision und dem Durchhaltevermögen der Maschine fasziniert. Nach seinem Ausscheiden beschaffte er sich einen eigenen Drumcomputer, eine Roland TR-606, und begann Songs zu schreiben.

1981 kaufte er sich eine Gitarre und nahm, zusammen mit Roland, the drum machine, innerhalb einer Woche auf einem 4-Spur-Rekorder die Cassette Lungs auf. Primär war Lungs dazu gedacht, weitere Bandmitglieder zu werben; sie wurde dann im Dezember 1982 als EP bei Ruthless Records veröffentlicht. Einigen Exemplaren der Erstauflage waren Gegenstände beigelegt, etwa Dollarnoten, Fotografien, benutzte Kondome, Gummitiere oder blutige Taschentücher. Als ersten Neuzugang konnte Albini den Gitarristen Lyle Presslar von Minor Threat gewinnen; allerdings schied dieser schon nach kurzer Zeit wegen Streitereien mit Albini wieder aus. 1983 stiegen Jeff Pezzati (Bass) und Santiago Durango (Gitarre) ein, die beide auch in der Band Naked Raygun beschäftigt waren. In dieser Besetzung nahmen sie bis 1985 zwei weitere EPs auf: Bulldozer für Ruthless Records und Racer-X für Homestead Records. Pezzati verließ die Band Ende 1984, da er durch seinen Job und zwei weiteren Bands keine Zeit mehr für Big Black erübrigen konnte. Für ihn kam Dave Riley als neuer Bassist in die Band.

Mit der neuen Besetzung nahmen sie ihr erstes Album, Atomizer, auf. Dies sorgte für ihren ersten großen Erfolg, nicht nur auf lokaler sondern auch auf nationaler Ebene. Durch Vermittlung von Sonic Youth bekamen sie nun auch einen Plattenvertrag in Europa bei Blast First. Als ihr Label Homestead Records begann, die Single Il Duce, die als Promotion-Single geplant war, ohne Rücksprache mit der Band zu verkaufen, brachen sie ihre Verbindung zu Homestead ab und wechselten 1987 zu Touch and Go Records. Dort veröffentlichten sie ihre nächste EP, Headache. Darauf war ein Aufkleber, auf dem stand: „Nicht so gut wie Atomizer; erhofft euch nicht zuviel!“. Dies war kein Scherz; Albini dachte tatsächlich, dass Headache nicht so gut wie das vorhergehende Album war.

Nach Headache kam Albini zu der Überzeugung, dass Big Black kein weiteres Potential mehr hatte. Rileys Alkoholprobleme bereiteten der Band zunehmend Probleme; und als Durango beschloss, ab Herbst 1987 Jura zu studieren, kam man zum Entschluss, die Band nach einer Tour aufzulösen. Vorher nahmen sie auch noch ein letztes Studioalbum auf (Songs About Fucking), welches von vielen Kritikern als das beste der Band bezeichnet wird. Nach der Auflösung kam dazu noch ein Live-Album heraus (Pigpile) sowie The Rich Man’s Eight Track Tape, eine Wiederveröffentlichung von Atomizer plus der Single Heartbeat. 1986 war bereits bei Homestead The Hammer Party erschienen, ein Album welches die EPs Lungs, Bulldozer und Racer-X zusammenfasste.

Steve Albini wurde nach Big Black ein begehrter Toningenieur und spielte in Bands wie Rapeman und Shellac. Dave Riley erlitt 1993 einen Schlaganfall und hat bisher eine CD und ein Buch herausgebracht. Santiago Durango ist ein Rechtsanwalt und u. a. für Touch and Go Records tätig. Touch and Go besitzt die Rechte zum Backkatalog der Band und hat diesen wiederveröffentlicht. Am 9. September 2006 kamen Big Black für einen einmaligen Auftritt bei einem Festival anlässlich des 25. Geburtstag ihres Labels wieder zusammen. Vor einem Auftritt von Albinis eigentlicher Band Shellac spielten sie in der Besetzung Albini, Pezzati und Durango die Lieder Cables, Dead Billy, Pigeon Kill und Racer-X.


(2.) Big Black ist der Name eines afro-kubanischen Jazzprojekts von Danny Ray (*1932 in Georgia), welches ca. 1960 bis in die Achtziger Bestand hatte.

Bearbeitet von [gelöschter Benutzer] am 3. Apr. 2012, 22:31

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